Donnerstag, 5. April 2018

Unministrierte Heimatliebe.

Soweit ich mich zurückerinnern kann, war ich immer sehr dankbar, zufällig in Deutschland geboren worden zu zu sein, noch dazu in die längste bisher dagewesene kriegslose Zeit unserer Geschichte. Was für ein Glücksfall. Soweit ich mich zurückerinnern kann, fühlte ich mich meiner Heimat Franken auch schon immer ganz besonders verbunden und fühle ich mich auch fest verwurzelt in Bayern - vom Thüringer Wald im Norden bis zum Main im Westen, zur Tschechei im Osten und den Alpen im Süden. Landschaften, Traditionen, historische Baukunst auf dem Land und in der Stadt und auch der besondere bayerische und noch speziellere mittelfränkische Querkopf und Humor liegen mir am Herzen. Ich schätze meine Heimat schon immer, weil ich in Sicherheit und satt in ihr aufwachsen durfte, weil ich aus ihr heraus gewachsen und in ihr verwurzelt bin und mir fällt absolut nichts und niemand ein, der mir meine Heimat und die Traditionen und auch Werte, mit denen ich hier und in meiner Familie großgeworden bin, wegnehmen, zerstören oder streitig machen könnte. 







Heimat, Traditionen und Werte sind lebendig in den Menschen, die sie leben - so auch in mir. Ich gebe sie an mein Kind weiter, wie meine Eltern sie mir weitergegeben haben und ich brauche niemanden, der sie für mich schützt und die Begriffe wie ein goldenes Kalb durchs Dorf trägt und abwetzt, bis sie stinkig, speckig und schäbig sind wie ein verschlissener Altherrenhemdkragen. Sie werden beschmutzt durch Menschen, die "Heimat" mit dem Schwenken von Fahnen, Blutsreinheit, unbedingter Religiosität, Ausgrenzung alles Fremden und Tschingderassabum verbinden und bereit sind, ihre rein verbale Auffassung davon, was Heimat bedeutet,  mit Gegröle, Hass und und Gewalt durchzusetzen. Ich brauche auch keine Minister, die mir erklären, was Heimat ist, aber nicht mal unsere Verfassung kennen und respektieren. Für Heimat braucht man doch eigentlich nur Wurzeln und ein gesundes Selbstwertgefühl - dann hat man auch keine Angst, die Flügel auszubreiten.








Ein Stück meiner persönlichen Wurzeln und gleichzeitig auch fränkischer Geschichte und Traditionen - also Heimat - befindet sich im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim. Schon als Kind war ich dort regelmäßig mit meinen Eltern unterwegs, als das Museum noch viel, viel kleiner war und heute, Jahrzehnte später, bin ich das immer noch regelmäßig und gern. Das Museum ist ein Stück Heimat, das ich mit schönen, positiven Erinnerungen verbinde, auch eine mir wichtige Familientradition -  Heimat ohne Zwänge, ohne Absperrbänder, ohne Perfektionsanspruch, dafür mit fränkischer Gelassenheit, Weltoffenheit, Gastfreundschaft, Selbstverständnis und ohne den Zwang, sie in starre Begriffe, Protektionismus, Gesetze, Regeln und viele Ausschlusskriterien zu kleiden. Das ist für mich Heimat - im Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter. Ganz ohne Minister.










Noch viel mehr Bilder aus dem Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim gibt es > hier.

Tags: Fränkisches Freilandmuseum Bd Windsheim, Heimat, Heimatministerium, fränkische Geschichte, Franken, Ausflugstips Nürnberg, Bayern, Frühling, Obstbaumblüte

Kommentare:

  1. So tolle Bilder und so wahre Worte....
    Liebe Grüße - Gabi aus Ingolstadt

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  2. hach
    das hast du wunderschön geschrieben ..
    da bin ich mit allem voll bei dir
    (das Heimatministerium ist ja wohl ein Witz.. ich konnte es kaum glauben ..leben wir nicht im 21. Jahrhundert?? )

    wunderschöne Bilder hast du mitgebracht
    hier gibt es auch ein Freilichmuseum.. ich sollte wohl auch mal wieder hin ;)

    liebe Grüße
    Rosi

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  3. Das hast du sehr schön geschrieben!!!
    Ich bin auch dankbar, dass ich hier geboren und aufgewachsen bin und es uns so gut geht.
    Deine Bilder sind wunderschön!!!
    Ich mag solche Freilichtmuseen auch sehr gern.
    Ist bei euch die Natur schon so weit?
    Bei uns noch nicht ganz. Aber wer weiß... ich gehe nachher spazieren. Vielleicht sehe ich dann auch so viele Blüten.
    Die Natur explodiert ja gerade!

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag,

    Biene

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  4. Hallo liebe Raumfee, schon lange vermisse ich sehr deine Beitræge auf deinem Blog. Ich hoffe dir geht es gut und es gibt andere Gründe dass du nicht mehr verõffentlichst.Marion

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