Samstag, 31. März 2018

In heaven No. 285 - Über den Wolken

"Über den Wolken
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde alles, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein."

... sang Reinhard Mey 1974. Das allererste Lied, das ich als Kind auswendig konnte - wahrscheinlich, weil es mir schon damals aus dem Herzen sprach, obwohl ich noch gar nicht so genau wusste, was es bedeutet. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch nie über den Wolken gewesen, weder auf einem Berg, noch in einem Flugzeug. Aber das Gefühl, wie großartig das sein muss, wenn man über die Welt hinausgeht, der normalen Welt entrückt und frei ist ... das trage ich wohl schon von Anfang an in mir.

Wenn man früh morgens seinen Rucksack schnürt und bergauf losgeht, bei Nieselregen und Nebel und irgendwann in die Wolken eintaucht, dann beginnt dieses innere Kribbeln, die Vorfreude auf das, was gleich kommt. Und wenn er dann da ist, der Moment, in dem du aus den Wolken heraustritt, dir die Sonne ins Gesicht scheint und du von oben auf die Wolkendecke schauen kannst, die sich unter dir über dem Tal ausbreitet, wie eine dicke, bauschige Daunendecke, dann sind sie da, die Herzhupfer, die nach Luft schnappen lassen und das breite Grinsen, das sich unaufhaltsam über dein ganzes Gesicht ausbreitet. In dem Moment ist man so frei wie man nur frei sein kann - alleine über den Wolken, wo kein Geräusch aus dem Tal heraufdringt, weil das dicke Plumeau die Welt mit all ihrem Lärm, all ihren Sorgen, Ängsten, Problemen und inwendig hässlichen Menschen einfach zudeckt. In dem Moment zählt nichts anderes als die unendliche Weite vor und über dir, der Augenblick und das Gefühl - zumindest für diesen Moment - frei zu sein und alles Belastende, alle Pflichten, alles Müssen hinter sich gelassen zu haben und nur im Hier und Jetzt und da zu sein. Frei.

Der umgekehrte Moment auf dem Rückweg - für mich aus Kniegründen meistens mit einer Bahn - ist auch besonders, aber anders. Wenn die Gondel schnell nach unten und auf die dunkle Wolkendecke zurauscht, die Ohren zufallen und sich ein flaues Gefühl in der Magengrube breitmacht, dann ist das Gefühl der Freiheit wie weggeblasen und es überkommt mich ein Schauer und ein Gruselgefühl, als würde ich in einen Sumpf hineingezogen, dem ich nicht entkommen kann. Ein bisschen ist das ja auch so - die Realität hat mich dann wieder. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt gehören wohl irgendwie im Leben immer zusammen. In meinem zumindest.



Tegelberg . Allgäu

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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder,die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben. Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und seine Worte hier zu verlinken.
 
Tags: Himmel, in heaven, sky watch, skylover, cloudseeker, Tegelberg, Allgäu, Berge, Bergwandern, Heimat, "Über den Wolken", Reinhard Mey, Freiheit, frei sein

Kommentare:

  1. Liebe Raumfee,
    Mein Himmel ... auf dem Boden sind die Blumen im Schein des Morgens mit der Sonne!
    Ich hatte die Möglichkeit über den Wolken zu sein und auf der kurvigen Straße zum Teide zu fahren. Ich habe alles vergessen ... kopiert mich ... Erstaunen!
    Danke für das Hosting!
    Ich grüße Sie mit Liebe und wünsche Ihnen auch schöne Osterfeiern mit Ihren Liebsten, Mia

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  2. ...über die wolken * schöne bilder um mitzugehen & mitfühlen * auf den kipfel der bergen kann man so gut friede empfinden
    liebe grüsse

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  3. Ich wünsche dir viele freie Momente. Schöne Ostertage, Sibylle

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  4. herrliche Bilder
    und sehr schön beschrieben ..
    leider war ich nicht nicht so weit oben auf den Bergen ..
    aber wenn hier unten Neben herrscht kann man mit Glück auf der Höhe darüber kommen
    das ist dann auch einzigartig

    liebe Grüße
    Rosi

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    1. bei Wegwunder kann ich leider nicht posten da soll ich mich dauernd anmelden ;)

      daher mal ausnahmsweise hier mein Kommentar
      hach..
      wunderschöne Bilder
      ja.. heute ist die Nascherei auf dem Nachhauseweg wohl üblich
      wir hatten damals kein Geld dafür ;)
      mein Enkel kam auch oft hier mit solchem Zeug an..
      meist hab ich geschimpft.. 😉
      denn zum einem kaufen sie es am Kiosk wo es sehr teuer ist
      und zum anderen hatte ich gekocht und der Appetit war dann nicht mehr so besonders

      LG
      Rosi

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