Samstag, 25. November 2017

In heaven No. 267 - Equality

Eigentlich geht man ja davon aus, dass wir in einer aufgeklärten, fortschrittlichen, demokratischen Gesellschaft und einem Wertesystem leben, das allen Menschen Respekt, gleiche Rechte und körperliche und seelische Unversehrtheit zugesteht und Diskriminierungen und Gewalt jeder Art deshalb ahndet, auch und vor allem gegen Frauen. Gerne wird deshalb mit dem Finger auf andere Länder, Kulturen und Religionen gezeigt und die Unterdrückung der Frauen dort angeprangert. Realistisch gesehen ist jedoch Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen auch in Deutschland noch an der Tagesaordnung. Angefangen beim Alltagssexismus der anzüglichen Sprüche, dem sich Mädchen und Frauen in jeder Lebenssituation ausgesetzt sehen, über schlechtere Karrierechancen und Bezahlung für gleichwertige Arbeitsleistung bis zu gewalttätigen sexuellen Übergriffen, gehört das alles leider auch zu unserem Alltag hier.
Die Missbrauchsdebatte um Hervey Weinstein und die anschließende #MeToo-Kampagne haben viele Dinge ans Licht gebracht, über die gerne der Mantel des Schweigens gebreitet und so getan wird, als gäbe es das bei uns nicht oder als wäre sexuelle Nötigung allenfalls ein Kavaliersdelikt. Das ist es nicht. Es vergiftet und zerstört Leben und es ist wichtig, dass auch in unserem Land endlich über das gesprochen wird, was für alle Frauen tägliche Realität ist: es gibt so gut wie keine Frau, die in ihrem Leben nicht schon ein- oder mehrmals sexuell belästigt wurde. Die Hemmschwelle, sexuelle Übergriffe anzuzeigen, ist nach wie vor hoch, weil Frauen oft immer noch nicht ernstgenommen werden und das Ignorieren eines deutlich ausgesprochenen "Neins" alleine immer noch nicht als Strafbarkeitsschwelle akzeptiert wird. Frauen verdienenen nach wie vor in gleichen beruflichen Positionen 21% weniger als Männer. Das alles passiert in Deutschland 2017. Und es muss sich ändern.


Aus diesen Gründen ist der "Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" am 25. November als jährlicher Gedenk- und Aktionstag gegen die Diskriminierung von und Gewalt gegen Frauen auch im Deutschland 2017 noch ebenso wichtig, wie im Jahr 1981, als Menschenrechtsorganisationen diesen Tag ins Leben riefen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Wurden seitdem Verbesserungen erreicht? Ja. Allerdings gibt es auch noch unglaublich viel zu tun - auf der ganzen Welt, aber auch hier bei uns.

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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch bereits vor einiger Zeit) eingefangen habe. Manchmal sind es nur die Bilder, manchmal aber auch Gedanken, die mich die Woche über beschäftigt haben. Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und seine Worte hier zu verlinken.

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Kommentare:

  1. Ja, Katja, da bin ich ganz Deiner Meinung. Wir Frauen, vor allem die, die Söhne aufziehen, sollten gerade bei der Erziehungsaufgabe ganz früh schon daran denken. Klar, die Väter auch. Aber ich beobachte oft, wie Frauen mit ihren kleinen Söhnen umgehen und denke, menno, da waren wir in den 80iger eigentlich schon weiter... (oder glaubten es zu sein...)
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Danke für den Hinweis auf diesen Tag!
    Es ist so, wie du es beschreibst: Mysogenie gehört zu unserer Gesellschaft, nach wie vor, denn nur so funktioniert sie, wie sie zur Zeit immer noch funktioniert. Frauenfeindlichkeit hat eine soziale Funktion, damit wird die Balance gehalten zwischen männlicher Dominanz & weiblicher Fürsorglichkeit gegenüber Kindern, Alten, Ehemännern usw.
    Da kann man den Frauen ihre Hebammen nehmen, die geburtshilflichen Abteilungen in vielen Krankenhäusern oder das Recht auf Information zu Schwangerschaftsunterbrechung ( wie gestern ), um nur einen Bereich als Beispiel zu nennen, die Frauen kümmern sich weiterhin.
    Es muss noch viel geschehen...
    GLG
    Astrid

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  3. Und ich wusste nicht einmal, dass es den Tag gibt... Aber eigentlich sollte ja jeder Tag ein Tag zu Beseitigung von Gewalt gegen Frauen sein, jeder! Wir alle, ob Männer oder Frauen, sollten Frauen (ja und auch Männer) unterstützen, die vielleicht weniger stark sind oder weniger Glück haben.
    Männer müssen ganz selbstverständlich lernen und respektieren, was ok ist, und was nicht. Da ich nur mit Männern zusammenarbeite, bekomme ich aber auch die andere Seite mit: Darf Man(n) eine Frau noch nett anlächeln? Alleine mit einer Frau Lift fahren? Ein Kompliment machen? Nicht alle Frauen (und Männer) haben ihre persönliche Grenze am selben Ort. Klar muss einfach sein, dass ein Nein auch ein Nein ist - ob ausgesprochen oder nonberbal. Mein Wunsch ist, dass man dennoch natürlich und offen, auch freundschaftlich miteinander umgehen kann: ein Miteinander, nicht ein ängstliches Nebeneinander oder gar Gegeneinander.
    Liebe Grüsse, Miuh

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    1. Warum sollte ein Mann eine Frau nicht nett anlächeln, mit ihr Lift fahren oder ihr ein Kompliment machen dürfen? Was daran ist sexistisch oder herabwürdigend, solange das "Kompliment" es nicht ist?
      Ich finde diese Überspitzung, die zur Lächerlichmachung des Anliegens von Frauen gegen Diskriminierung und Sexismus und zur Entschuldigung für Nämliches benutzt wird, völlig unangebracht. Als Mann benimmt man sich einer Frau gegenüber so, wie man sich einfach jedem Menschen gegenüber benehmen sollte: höflich und respektvoll. Dass Mann jetzt ja gar nicht mehr wisse, was noch erlaubt sei und was nicht halte ich deshalb für ein vorgeschobenes Argument von Männern, die nicht willens sind, sich mit den grundlegenden Fragen des/ihres Benehmens gegenüber anderen Menschen auseinanderzusetzen.

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