Donnerstag, 26. Oktober 2017

Laurel & Hardy

Kürzlich unterhielt ich mich mit einigen Menschen über die Folgen des Medienkonsums für Kinder. Die Frage, die im Raum stand war, ob Fernsehen und Computerspielen zu Abstumpfung und Verblödung führt. Es standen sich völlige Mediengegner, passionierte Fernseher und begeisterte Zocker gegenüber. Als Argument gegen die Verblödung durch Medien führte ich an, dass ich schon als Kind viel ferngesehen hätte und auch heute noch sehr gerne Filme und auch gute Serien schaue und mich trotzdem weder für abgestumpft noch für blöd halte. Es kam die Frage auf, ob es denn damals überhaupt schon so viel im Fernsehen gegeben hätte, das man anschauen konnte...




Oh ja, das gab es. Zwar gab es in den Siebzigern und Achzigern deutlich weniger Sender als heute, aber auch dort gab es viele Filme und Serien anzuschauen, die heute kaum noch jemand kennt, die ich damals aber verschlungen habe - Flash Gordon, Fantomas, Raumschiff Enterprise, Die kleinen Strolche, James Bond, Columbo, Starsky & Hutch, Magnum, Drei Engel für Charly, Pippi Langstrumpf, Bullerbü, Heinz Sielmann und seine Expeditionen ins Tierreich und dazu viele Western mit John Wayne, Piratenfilme mit Burt Lancester und Luis de Funes-, Audrey Hepburn- und Doris Day-Filme ohne Ende. Und natürlich gab es da Charly Chaplin und Dick & Doof alias Laurel & Hardy. 
Als Kind mochte ich die wirklich gerne, hab kaum eine Folge verpasst und heute habe ich die beiden doch tatsächlich ungeplant zuhause. Schaue ich mir unsere beiden Fellschwestern an, dann muss ich nämlich unweigerlich an Dick & Doof denken. Dick und grumpy & dünn und liebenswert einfältig... Wie Feuer und Wasser und trotzdem Geschwister im Geiste und ansonsten sowieso.



Und wie ist das nun mit dem Medienkonsum? Alles, was man exzessiv, radikal und ausschließlich betreibt, hat automatisch den Verlust anderer wichtiger Dinge zur Folge - von Sozialleben, von Interesse, Zeit und Blick für Anderes und Andere und mitunter auch von Toleranz denjenigen gegenüber, die ein Thema anders sehen. Dass betrifft sowohl das radikal dagegen, als auch das radikal dafür Sein, ob es nun Medien, Politik, Ernährungsweise, Kindererziehung, Naturheilkunde oder was auch immer geht.
Dass der Medienkonsum meiner Intelligenz, Sozialkompetenz oder Empathiefähigkeit geschadet hätte, bezweifle ich. Ebensowenig sehe ich, dass mein Sohn aufgrund seiner Leidenschaft für das Zocken unter einem diesbezüglichen Mangel leiden würde.
Wahrscheinlich ist es wie überall. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und beim gesunden Augenmaß, statt in Pauschalisierungen.
Katzen, Computerspiele, Medienkonsum, Dick & Doof, Laurel & Hardy

Kommentare:

  1. Auf den ersten Blick hätte ich die vier jetzt nicht miteinander in Verbindung gebracht ;-)
    Und Louis de Funès habe ich so oft auf Deutsch gesehen, dass ich mich an seine echte französische Stimme erst mühsam gewöhnen musste… aber wir lieben ihn hier immer noch alle. Herzliche Grosstadtgrüße!

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    1. Luis de Funès kann ich mir heute nicht mehr anschauen, aber als Kind hab ich den geliebt. :-)

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    2. dito ;o)

      ich schaue seit einiger zeit gar kein tv mehr. ich ertrag es nicht. mein leben ist so voll, ich so müde, keine zeit und ich find nichts auf den gefühlten 1000 sendern. alte serien und filme finde ich auch heute noch cool. doch all die figuren aus meiner kindheit (heidi, vickie und co) sind derweil digitalisiert, verschlankt und rundgelutscht. kinderkanal war so gruselig (inhalt, ästhetik, wirkung), dass meine kinder freiwillig nicht mehr gucken wollten. man, bin ich erleichtert! IN ist das tablet mit angry birds und lither.io und apps derart ;o) sie würden es 24 stunden betreiben, hätten sie keine zeitschaltuhr im gerät ... ja man macht sich gedanken und versucht zu dosieren.

      kuschelig bei euch!

      die tabea grüßt

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  2. Die beiden scheinen wirklich total gegensätzlich. Aber in Fragen der Gemütlichkeit sind sie wohl einig. (Ich musste grinsen, mein Hund trägt auch den Namen einer bekannten Filmfigur, dabei habe ich keinen Fernseher ;-). Ich stimme Dir bei Deinen Ausführungen zu, Toleranz und Augenmaß sollten zu unserer Grundausstattung gehören...
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Eigentlich heißen Sie Fussel & Momo, aber Dick & Doof passt einfach perfekt. ;-)

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  3. Da ich auch einen Gamer zu Hause habe, liebe Katja, nämlich meinen Großen, und er in der Schule sowie bei Freunden und Familie als liebenswerter, sehr sozial engagierter, höflicher Junge erkannt wird, kann ich dem nur zustimmen. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und beim gesunden Augenmaß. Deine beiden Samtpfoten sind bezaubernd! Herzlichst, Nicole

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    1. Es kommt ja auch immer darauf an, was gespielt wird, ob zusammen oder alleine und wie lange. Ich war mal total dagegen, sehe das aber inzwischen entspannter.

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  4. Hallo Katja,
    die Katen sind sooo goldig und da möcht man am liebsten mitkuscheln.

    Ich sehe es jetzt mal so. Alles in Maßen genossen, wie immer das Jeder für sich entscheiden mag, das ist in Ordnung.

    Nur, wenn ich sehe, wie sehr die Kinder - warum auch immer -
    in der Grundschule schon immer weniger gut schreiben können aber besser mit dem Handy umgehen können, da kommen mir schon Bedenken. Da ist aber eine Sache, die mich nichts angeht,

    Wenn sich Kinder im Zimmer schon gegenseitig mit dem Handy Nachrichen schicken nnd sich nicht unterhalten,auch das ist nicht meine Sorge.

    Ich weiß nur, dass mein Enkel mit Sicherheit, schon jetzt gerne in den Computer schaut. Aber er ist ja auch ein aufgewecktes Kerlchen und eifert seinem Papa nach.

    Lieben Gruß Eva
    die zwei Kinder kennt, von denen das alles ferngehalten wird und in der Schule denkbar schlecht sind, ich weiß es nicht.
    Mein Sohn habe übrigens auch öfters vor dem Fernseher geparkt und er ist heute Gynmasiallehrer, es hat ihm auch nicht geschadet.

    Lieben Grß Eva

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  5. Hallo Eva,
    meine Kindheit ohne "Der Doktor und das liebe Vieh" möchte ich mir gar nicht ausmalen.
    Und das waren auch gute Familienmomente!
    Allerdings gab es auch mehr Zeit draußen, als ich es dann bei meinen Kinder erlebt habe.

    Liebe Grüße!

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  6. Und "Unsere kleine Farm", Bonanza (Ponderosa), "Die Waltons" (gute Nacht John Boy), Michel von Lönneberga, die Rote Zora... hach, was hab' ich gerne TV geguckt... Liebgruss, Sibylle

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  7. Liebe Katja,
    da ich ja auch einen Sohn im kritischen Medienalter habe, ist das ein Thema. das mich sehr beschäftigt. Solange die Schule unter dem Konsum von Smartphone und Co. nicht leidet, habe ich nichts gegen das Medium. Wichtig ist aber auch, dass man schaut, dass reelle Zeit mit Freunden verbracht wird und auch Sport gemacht wird. Habe gerade eine erschreckende Nachricht gelesen, wie viele Kinder und vor allem Jungs, stark übergewichtig sind, weil sie nur noch da sitzen, lernen, lernen oder am Computer/ Handy spielen. Oft werden sie dann sogar noch in die Schule mit Auto gefahren.
    Schöne Ferien noch,
    LG Sigrun

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