Dienstag, 3. Januar 2017

Auf den Seiher.

Wenn man sagt, etwas gehe einem auf den Seiher, dann meint man in der Regel, dass einem etwas auf die Nerven geht. Aber warum sagt man das dann nicht auch einfach, sondern verwendet "Seiher" als Synonym für "Nerven"? Womöglich hat das ja etwas damit zu tun, dass Nerven nicht nur in der Form von Drahtseilen auftreten, sondern auch schon mal ganz schön löchrig und durchlässig sein können, wenn sie überstrapaziert werden... na eben wie ein Seiher. Seiher verwendet man in der Küche, um Feststoffe von Flüssigem zu trennen, wobei die Feststoffe im Seiher hängenbleiben, die Flüssigkeit abläuft. Wenn mir also etwas "auf den Seiher geht", dann bleibt es darin liegen. Auf den Nerven. Oder so. Sagt man eigentlich auch, dass einem etwas "auf das Sieb" geht? Nein? Warum eigentlich nicht? In den viel feineren Löchern eines Siebs bleibt noch viel mehr hängen als in den größeren eines Seihers und bisweilen wäre es da durchaus passender, wenn... egal. Ein richtig feines Sieb wäre hier eh nicht verwendbar gewesen, denn dessen Löcher sind zu klein für Sticknadeln. Also braucht man für dieses DIY löchertechnisch schon eher einen Seiher, der aber bitte wie ein Sieb aussehen soll. Also größere Löcher, aber Sieboptik und Vintage sollte es auch sein.

Wenn man normalerweise auf Flohmärkte geht, dann stapeln sich dort die alten, abgewrackten Siebe und Seiher... zumindest war das in meiner Erinnerung so. Wenn man aber vor Weihnachten speziell nach einem alten Reissieb-Seiher sucht, dann scheint genau dies das Unmöglichste zu sein, was man auf einem Flohmarkt finden könnte. Vier Flohmärkte später waren wir dann schließlich doch erfolgreich und der Raumfeenachwuchs konnte sein Oma-Weihnachtsgeschenk mit Hilfe eines Vintage-Reissiebs, Stickgarn und einer Nadel in Angriff nehmen...

Braucht es da eine Anleitung zum Nachbasteln? Ich glaube nicht. Es wäre die zwölfhundertdrölfzigste für Kreuzstiche und die Eulen-Vorlage für das Stickmuster ist ein Freebee aus dem Netz. Und weil ich euch für absolut klug genug halte, das anhand eines Fotos nachzubasteln, falls gewünscht, muss ich mich jetzt nicht mit einer weiteren Anleitung wichtig machen. Wenn ein Zwölfjähriger das hinkriegt, dann auch ihr.

Stickgarn und Sticknadeln (genauso wie Stricknadeln, Wolle, Stickrahmen, Knöpfe und Gardinenringe) in den unterschiedlichsten Farben finden wir übrigens immer im Gebrauchtwarenhof, da hier gerne die Handarbeitskörbe aus Omas Haushaltsauflösung landen. Neues Leben anstatt wegwerfen. Besser.
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Kommentare:

  1. Oh, dann weiß ich ja, wo "Omas Nähtischchen" samt Garn hinkönnte. Aber noch hänge ich an all dem tollen alten Material und fang mit deiner Idee einfach mal was an.
    Sieht doch sehr nett aus...
    LG
    Astrid

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  2. Die Eule sieht richtig süß aus! Mir gefällt deine Deko-Idee richtig gut. :-) Liebe Grüße, Kathreen von Mach mal.

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  3. Tsss, auf was für Ideen eine Raumfee samt Ableger doch kommt...
    Potenzial hat Euer Einfall.
    Grüsse Margot

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  4. Wieder eine tolle Idee! Gerade habe ich einen Gurgelhupf auf dem Flohmarkt gefunden, um deine Deko Idee (in abgewandelter Form) nachzumachen. Der Seiher muss noch warten.
    LG Papatya

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  5. Das sieht man doch wieder die Unterschiede zwischen Nord-und Süddeutschland. Auf den Seiher ist mir noch nie was gegangen... das Wort kannte ich gar nicht, nein, aufs Sieb geht es einem bei uns auch nicht, dann schon eher deftiger auf den Sack...schöne Idee und ja, Flohmärkte sind zum finden nicht zum Gezielt suchen.. und ja, es braucht nicht Anleitungen für alles, wir sind doch alle selber kreativ! Liebe Grüße und ein gutes Jahr wünscht Michaela

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  6. Was für eine witzige Idee! Nur den Begriff "auf den Seiher gehen", habe ich noch nie gehört. Im Deutschen kann man sich ja offensichtlich vielfältig auf die Nerven gehen. Mir geht man meist auf den Keks oder Senkel, was sich aber nicht so schön kreativ verwerten lässt. Nervendes einfach verarbeiten und schmückend an die Wand hängen, ein guter Vorsatz fürs Neue Jahr...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. ...so eine Eule lasse ich mir gerne auf den Seiher gehen...das sieht toll aus,

    liebe Grüße Birgitt

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  8. hihi..
    auf den Seiher gehen hab ich auch noch nie gehört..
    hier geht einem etwas auf den Keks..
    aber toll sieht dein Sieb aus
    liebe Grüße
    Rosi

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  9. Den Ausdruck kenne ich auch nicht, aber das Sieb ist putzig!

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  10. Ach wie süß:))
    Nun ich wünsche Dir auf alle Fälle ein Gutes Neues Jahr und ich hoffe schwer das es uns nicht schon zu frühzeitig auf den Seiher geht....in diesem Sinne,
    ganz liebe Grüße von Kerstin

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  11. Liebe Katja,
    ein frohes neues Jahr erstmal!
    Die Eule ist schön - eine total witzige Idee mit dem Sieb.
    Aber nicht nur, dass ich den Ausdruck auf den Seiher gehen nicht kenne, selbst das Wort Seiher habe ich noch nie gehört. Gröbere Siebe heißen bei uns Durchschlag, feinere einfach Sieb und ganz feine Haarsieb oder Passier-Sieb.
    Aber! So hab ich doch schon wieder was gelernt!
    Gros bisou
    Sandra

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  12. Ja geht's noch? Das ist einfach grandios - schon ist die gute Laune da und dann auch noch mit gebrauchten Garnen. Das gefällt mir. Alles Gute für 2017!
    Magdalena

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!