Donnerstag, 27. Oktober 2016

Oktobertisch . Die echeverienunterminierte Madonna

Weiße Lilien assoziieren viele Menschen in ihrer wächsernen Blässe mit Trauer und einem Sargbouquet. Tatsächlich wirken sie in ihrer filigranen und eleganten  Perfektion einzeln und langstielig leicht kühl, erhaben und distanziert wie ein verhungertes englisches Model auf einer Schwarz-Weiß-Fotografie. Madonnenhaft eben. Ihre leicht hochnäsige Unnahbarkeit verliert sie aber, wenn sie in der Gruppe auftritt, die hohen Hacken ablegt, einen richtigen Strauß bildet und sich in bäuerlicher Keramik statt Kristall wiederfindet. Dann bleibt sie zwar immer noch eine reine und eher kühle Schöne, aber im Bündel ist sie gleich viel weniger distinguiert. Sie wird nahbar. Zumal, wenn Madame dann auch noch Gesellschaft bekommt von einer ländlichen Horde Schneckenhäuschen und drei selbstbewusst pummeligen Sukkulentendamen... sogar mit unrasierten Beinen.












Monatstische 2016



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Kommentare:

  1. liebe katja,
    deine monatstische sind eine augenweide, ich könnte mir alle 12 zusammen auf einem poster vorstellen. deine lilien erinnern mich im bündel an amaryllis und die magst du ja.
    herzlich margot

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  2. So ganz anders, als man sich einen Oktobertisch vorstellen würde und gerade deshalb so besonders. Ich mag ja ungewöhnliche Kombinationen von Blüten, Blättern und Zweigen
    und deine Interpretation, liebe Katja :-)
    Herzliche Grüsse , helga

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  3. unrasierte beine, darf man im winter doch auch haben, gell? hübsches schriftstück über lilien hast du da gemeistert!

    liebe grüße . tabea

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  4. ... und der Duft der Lilie, der Duft!
    Goethe hat eine wunderschöne, symbolische Geschichte über die Lilie geschrieben, die er schlicht *Das Märchen* nannte...

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  5. Diese Kombination hätte ich niemals erwartet, obwohl man von den Monatstischen so manches gewöhnt ist...
    Wunderbar besonders, wie du die Lilie zu ihrer wahren und echten Schönheit führst.
    Danke!

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  6. Liebe Katja,
    ich finde, dass du eine richtige Wortkünstlerin bist. Die Bilder deiner Monatstische sind an sich schon Genuss genug, aber deine Beschreibungen machen sie zu einem Gesamtkunstwerk. Deine Worte bringen mich immer wieder zum Lächeln und Nachdenken. Ich bewundere deine Sprache schon lange und wollte das schon immer mal sagen: Danke!
    Herzliche Grüße
    Birgit

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  7. Liebe Raumfee, kannst du mir bitte erklären, was das dritte Wort in deiner Überschrift bedeutet? Irgendwie stehe ich auf dem Schlauch! "unterminiert" kenne ich, aber das davor nicht!

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    1. Echeverienunterminiert oder: von Echeverien (eben diesen Sukkulenten) unterminiert (in ihrer überheblichen Madonnenhaftigkeit). :-)

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  8. Herrlich - über die unrasierten Beine musste ich jetzt laut herauslachen. Aber auch alles andere, was Du geschrieben hast, trifft auf jeden Fall zu. Und die Fotos sind ohnehin wunderbar.

    Liebe Grüße

    von Birgit

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  9. Ich sach ja: ich wünsch mir einen Kalender (Print) zum an die Wand hängen mit deinen Monatstischen. Eines Tages vielleicht. Wahrscheinlich nicht finanziell lohnend (es sei denn du fändest einen wirklich fairen Verlag)... aber ich als Kalender- und Raumfee-Fan gleichermaßen darf ja TRÄUMEN. Es leben die Träume. Auch und gerade in Zeiten, in denen das Wünschen anscheinend nicht mehr hilft! Wohl-wollende Grüße. Sabine

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  10. Ich würde ja zu allem anderen auch was sagen, aber ich bin zu geflasht von den Schneckenhäusern. Wie toll ist DAS denn, so ein ganzer Teller voll?!?

    Schneckenhausbegeistert
    Maike

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  11. Ich liebe es, wenn rustikal auf fein trifft.
    Letzes Jahr habe ich mit ganz kurzgeschnittenen Amaryllis einen so ähnlichen Strauß gebunden. Gefällt mir richtig gut - die Krönung sind die Schneckenhäuschen.

    Liebe Grüße
    Birgit

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  12. Wunderbar arrangiert und jedes Foto für sich ein Highlight.
    LG
    Magdalena

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  13. dein text ist genuss hoch zehn!! und die madonnen incl ihrer pummeligen beigaben ebenso!
    lieben gruß
    mano

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!