Sonntag, 28. August 2016

Kleiner Arbersee.

Schon lange wollte ich euch die Bilder der schönen Ausflüge zeigen, die wir letztes Jahr zu dieser Zeit Ende August gemacht haben. Für all jene, die ihre Sommerferien in Bayern verbringen, oder aber zumindest Ausflüge dorthin planen. Aber es war mir viele Monate einfach nicht möglich, die Bilder der schönen Ausflüge anzuschauen und zu bearbeiten, die wir im letzten Spätsommer im Bayerischen Wald gemacht haben, war es doch der letzte gemeinsame Urlaub mit meiner Mama, nur sechs Wochen vor ihrem Unfall. Schön und sehr schmerzhaft zugleich, die Bilder wieder anzuschauen und den Tag am Kleinen Arbersee nochmal in Kopf und Herz zu erleben. Ein sehr heißer Spätsommertag war es, mit gleissendem Sonnenschein und klarem Himmel. Wir haben die Rucksäcke gepackt und dann doch die Bimmelbahn von Lohberg aus genommen, hinauf zum See...






Der Kleine Arbersee ist - wie auch der Große Arbersee - ein Karsee, also ein Überbleibsel der letzten Eiszeit und liegt 919 Meter über dem Meeresspiegel. Gespeist wird er an seinem südlichen Ende vom Seebach und vielen kleinen weiteren Bächen, die ihm von den umliegenden Bergen durch den Wald zufliessen und er selbst gibt seinen Überschuss an den Weißen Regen am Nordende wieder ab. Ursprünglich mal sehr viel kleiner, erreichte er seine heutige Größe und Tiefe von bis zu 12 Metern erst Ende des 19. Jahrhunderts, als man ihn zum Zwecke der Holzdrift aufstaute. Dabei lösten sich große Moordecken vom Seegrund und trieben auf der Seeoberfläche, wo sie sich durch den Bewuchs immer weiter verfilzten und heute drei große schwimmende Inseln, die sogenannten "Schwingrasen" bilden, die bis zu dreieinhalb Meter dick sind.






Das Gebiet rund um den See ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und obwohl im See selbst aufgrund des extrem niedrigen pH-Wertess kaum Fische leben, ist das Leben ringsherum dafür um so reicher. Auf den Schwingrasen wachsen Wollgras und Sonnentau, Rosmarinheide und Moosbeere, seltene Orchideen und Bärlapp. Rund um den See haben sich nicht nur Enten, sondern auch Biber, Fischotter und Auerhuhn angesiedelt und unzählige Libellenarten und Schmetterlinge umschwirren jeden Spaziergänger.





Der Spazierweg einmal ringsherum um den Kleinen Arbersee führt mal direkt am Seeufer entlang, mal durch den schattigen, verwunschenen Wald. Schön zu gehen ist es auf dem schwingenden Waldboden in Seenähe und der dunkle, verwunschene Wald selbst mit seinen alten Bäumen, kleinen Bächen, knorrigen Wurzeln, Farn, bemoosten Steinen und dem Heidelbeerdickicht würde perfekt in jedes Märchen mit Zwergen, Feen und Zauberern passen. 






Der Kleine Arbersee befindet sich in der Gemeinde Lohberg. Er ist zu Fuß vom Wanderparkplatz Brennes aus in ca. zweieinhalb Stunden zu erreichen. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann auch die Bimmelbahn nehmen, die regelmäßig vom Tierpark Lohberg aus hinauf und wieder hinunter fährt. An der Haltestelle der Bahn befindet sich auch ein kleines Gasthaus mit Biergarten am Rundweg um den Kleinen Arbersee. Am schönsten ist es am frühen Morgen und Abend hier oben, wenn man den See ganz für sich alleine hat.




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Kommentare:

  1. Ich habe die Bilder, den Wald, das Wasser genossen, auch in Gedanken an meine Ma, eine große Waldliebhaberin, die uns gestern Abend auch für immer verlassen hat. Das Schicksal, Waise zu sein, teile ich nunmehr mit dir. Aber es ist ein großer Trost für mich, dass die Natur immer um uns bleiben und ein Hort der Kraft und Zuversicht sein kann.
    Alles Liebe!
    Astrid

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  2. Eine wunderschöne Wanderung, als käme der kühle Baumschatten und das stille Wasser gleich hier noch an in diese Spätsommerhitze. Wie gut, dass du diese Bilder hast für dich..., die ich von meiner Mama aus der letzten Zeit vor ihrem Tod hatte, hat die Technik gefressen ;-(. Herzlich grüßt Ghislana

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  3. Was für eine zauberhafte Landschaft! Schmerzhaft, aber auch heilender Balsam.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Wie wundervoll malerisch. Das würde mir und meiner neu erwachten Wanderbegeisterung auch gefallen. Ich bräuchte nur doppelt so lange :)!

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  5. Die Stille und die Ruhe, die Deine Bilder innehaben, greifen mir direkt ans Herz, Katja. Ich kann mir vorstellen, wie schwer und schön zugleich das Verfassen dieses bezaubernden Postes war. Es muss ein herrlicher Sommer gewesen sein. Wie schön, dass ihr ihn gemeinsam erleben durftet. Drück' Dich, Nicole (die das Spinnwebloch ganz besonders verwunschen findet ;))

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  6. wunderschön deine worte über den "verwunschenen wald". ich fühlte mich gleich in den harz versetzt!
    manchmal liegen trauer und schönheit so nah beieinander, dass einem von beidem die tränen kommen können.
    danke für die schönen bilder!
    mano

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!