Dienstag, 19. Juli 2016

Enzianblaue(r) Post(alm).

Nein, einen richtig heißen Hochsommertag sollte man sich für eine Wanderung über die Postalm besser nicht aussuchen. Der Name "Alm" verrät schon, dass mit schattigen Bäumen nicht unbedingt zu rechnen ist und auf die Postalm trifft das aber auch sowas von zu. Ganz anders als meine sonst bevorzugten Wanderrouten, die immer viel schattigen Wald und noch mehr plätscherndes Wasser beinhalten sollten, führte uns die Wanderung an diesem Tag Ende Mai über das größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs - auf die Postalm zwischen Abtenau und Strobl im Salzburger Land. Zugegeben, eigentlich hatte ich diese Tour hauptsächlich wegen dem Weg hinauf aufgesucht, denn die Postalmstraße bietet einen der schönstmöglichen Ausblicke auf das Dachsteinmassiv und die Bischofsmütze und sollte laut Beschreibung quasi einer Panoramafahrt durch die Almblumenwelt Österreichs gleichkommen...






Der Mai in den österreichischen Alpen auf 1.300m ist nicht vergleichbar mit dem Mai in unseren Breiten - oder eher Höhen. Wo es unten im Tal im Mai bereits üppig grünt und wuchert, sehen die Hochalmen zu dieser Zeit noch ziemlich mager aus. Der Skizirkus ist dann zwar schon abgebaut, aber es wächst auch noch nicht genug Gras, um die Küche satt zu bekommen. Der Almauftrieb hatte also noch nicht stattgefunden, so dass wir das Hochplateau an diesem heißen Maitag quasi für uns hatten. Wo noch kein Gras wächst, muss es allerdings deshalb nicht öde sein, denn schon lange vor dem üppigen Gras verwandeln sich die Wiesen der Postalm in ein Kräuter- und Blumenmeer. Gelb leuchtete der Berg-Hahnenfuß und der unglaublich farbintensive Frühlingsenzian bildete ganze Teppiche. An den Hängen leuchteten die Orchideen in kräftigem Cyclam und über die Felsen krochen die ruppigen Kreuzblumen. 






Ein minikleiner See auf dem Hochplateau war mit seinen Steinen und Wurzeln der perfekte Platz für eine Mittagsrast, auch wenn wir uns dringend etwas Schatten gewünscht hätten. Aber die Welt ist nicht immer ein Wunschkonzert, nicht wahr. Dafür gab es Wasserpflanzen, Kröten und jede Menge Froschlaich zu bestaunen, Wasserläufer flitzten über die Pfütze, emsige Riesenameisen trugen unsere Krümel fort und außerdem: wenn man sich fast einen Hitzschlag geholt hat, dann schmeckt die Almeinkehr danach nur um so besser und man glaubt auch, dass man sie sich so richtig verdient hat. ;-)








Und ganz zum Schluss, kurz bevor der Parkplatz wieder erreicht war, da hatten wir sie dann wieder, die eigentliche Lieblingsumgebung: Wald, Bach, Schatten, Steine. Danke, geht doch.


Die österreichische Postalm erreicht man über die Panoramastraße von Strobl oder Abtenau. Es gibt ausreichend Parkplätze und Hütten, da die Alm im Winter ein Skigebiet ist und man kann aus vielen verschiedenen Rundwegen den passenden auswählen.
Angst vor Kühen sollte man zwischen Juni und September nicht haben, denn die haben auf der Postalm in diesen Monaten allerorten Vortritt und man bewegt sich auf allen Wanderwegen im Weidegebiet. In Ermangelung von Schatten empfiehlt sich eine Wanderung über die Postalm an einem eher kühlen oder bedeckten Tag zwischen Ende Mai und Anfang September - zumindest wenn man so ein gnadenlos memmiger Pralle-Sonne-Schwächler ist wie ich.

Mehr Österreich? Gibt es > hier.
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Kommentare:

  1. WOW - was Postkartenbilder! Wie schön es ist da oben! Das gibt schon so ein Über-den-Wolken-Freiheitsgefühl, oder?

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  2. Wirklich so toll!! Ja, ich bin auch so ein Sonnenschwächler, der sich sofort einen Sonnenstich holt. Da würde ich wohl eher auf den Herbst ausweichen. Aber Du bist ja auf jeden Fall fürstlich belohnt worden, wie man sieht.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Ja, diese wunderbaren Blumen brauchen die Sonne, unter der wir wegflüchten wollen. Ich habe es auch lieber schattig, aber was tut man nicht, um Herrgotts Blumenkinder zu besuchen ;-). Schöne Fotos! Lieben Gruß Ghislana

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  4. tolle Bilder..
    tolle Eindrücke..
    wunderschön die Alpenflora.. dieses Blau....
    und die Berge.. so majestätisch..
    das sind bleibende Erinnerungen
    liebe Grüße
    Rosi

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  5. Was für wunderschöne Aufnahmen, liebe Katja! Ich habe noch nie in meinem Leben Enzian in freier Natur gesehen ;)) Du Glückliche!! Mein absolutes Lieblingsbild ist allerdings das zweitletzte. Es strahlt so eine Ruhe aus in dem meditativen Grün.. hachz! Ich bin und bleibe halt ein Waldkind ;)) Herzlichst, Nicole

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  6. auch so ein wunderschönes blau! als ich es sah, dachte ich gleich, vielleicht ist irgendwo heute blautag ;o) denn mano hat ... aber ach ne, nicht heute ... auch so ein schönes blau parat. ich war nur einmal richtig in den bergen und fand es toll! urlaub ist irgendwie in meinem leben spärlich gesät. also urlaub urlaub. ich stehe ja auf meine radius ;o) derzeit.

    die tabea grüßt herzlichst

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    1. also herbarium, die aufgabe kann ich dir auch gerne stellen. musst nicht warten, bis der sohn dran ist ;o)

      radius. mein fotoprojekt. so eine heimat und ich sache. und nächste woche ist sauerlandwoche bei mir im blog.

      liebe grüße . tabea

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  7. Hach, da wäre ich gern dabei gewesen. Ich liebe diese kleinen aber doch so starken und leuchtenden Alpenblumen. Wo findet man sonst noch so ein Blau?
    LG
    Magdalena

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  8. vielleicht ist es im september da ja nicht mehr so heiß!!
    da sind wir nämlich wieder am chiemsee und ich werde schauen, wie weit die postalm von unserem standort entfernt liegt. auch wenn die blütenpracht dann nicht mehr so fantastisch aussieht.
    liebe grüße, mano

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