Dienstag, 7. Juni 2016

Lammerklamm.

"In einem früheren Leben habe ich bestimmt..." - ein Satz, den man oft mal so dahinsagt, wenn man eine für sich selbst unerklärliche, starke Affinität und Leidenschaft für bestimmte Dinge, Lebensmittel, Tätigkeiten oder Orte ganz tief in sich spürt. Für mich ist das ganz klar die möglichst von Menschen unberührte und unbeschallte Natur, tiefgrüne Wälder, üppige Vegetation, Berge in Verbindung mit Wasser. Ganz besonders hingezogen fühle ich mich aber zu Klammen in den Bergen, die das Wasser tosender Bergbäche im Lauf von Jahrtausenden tief in den Fels eingegraben hat und durch die es sich rauschend, gurgelnd, zischend, manchmal auch brüllend oder sanft wirbelnd zwängt, um sich danach in einem breiter werdenen Bachbett glucksend zu beruhigen oder aber gewaltig über eine Felswand hinab zu ergießen. Sonst absolut kein Sensation Seaker, kann ich mich dieser Faszination nie entziehen und bin den Menschen sehr dankbar, die diese Klammen in unendlich mühevoller Steigarbeit mit Stegen zugänglich gemacht haben... so wie die Lammerklamm bei Scheffau im Salzburger Land.


Was ich eigentlich sagen wollte: ich bin mir sehr sicher, dass ich in einem früheren Leben an einer Klamm gelebt habe, dort geboren wurde. Kann gar nicht anders sein. Stundenlang kann ich einer besonders engen Stelle einer Klamm ausharren, abwechselnd ins tosende Wasser des Bachs und entlang der engen, tiefen Felsschlucht nach oben ans Licht schauen und mich mit klopfendem Herzen und gleichzeitig auf unheinliche Weise zuhause ganz bei mir und glücklich im Augenblick fühlen. Energie aufladen.




Bereits vor der Eiszeit hat sich die Lammer ihren Weg durch das Tal gegraben. Nach dem Abschmelzen der Gletscher der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren haben die gewaltigen abfließenden Wassermassen zusammen mit Geröll die Lammer dann durch die Felsen geschliffen, bis ein tiefe Klamm entstand. Schon im Mittelalter wurden Holztriftsteige in der Klamm errichtet, um Holz zum Bau von Bergwerksstollen und zum Heizen der Saline in Hallein ins Tal zu befördern und so wurde der Weg durch die Klamm bis 1920 auch zum Holztransport genutzt. 
Seit 1884 sind die Lammeröfen über Holzsteige entlang der Felswände für Besucher zugänglich. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind sinnvoll - die Stege und Treppen sind wegen des abtropfenden Wassers stellenweise etwas glitschig und oft sehr schmal.




Die Lammerklamm in Scheffau südlich Salzburg ist von Mai - Oktober (9.00 - 17 Uhr) zugänglich und die Eintrittspreise sind mit 4,50 € für Erwachsene und 2,50€ für Kinder moderat, wenn man der großen Erhaltungsaufwand der Steiganlagen bedenkt. Oberhalb an der Straße befinden sich ausgeschilderte Parkplätze, am Eingang gibt es einen kleinen Kiosk, am Ende ein Gasthaus zur Einkehr vor dem Rückweg bergauf. Der absolut schönste Teil ist der separate Abstieg in die "Dunkle Klamm".

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Kommentare:

  1. Liebe Raumfee, das hast Du sehr schön poetisch geschrieben und die Bilder sind faszinierend. Ich war die Zeit beim Lesen un´d Schauen dort.
    Liebe Grüße, Rosi

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  2. Ich bin ja kein so großer Fan von engen Schluchten (dadrin fühle ich mich tatsächlich etwas "beklommen"), aber das Wasser sieht echt toll aus... so schön hellgrün!

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  3. Es gibt Orte in der Natur, die haben therapeutische Wirkung. Da bin ich mir deshalb so sicher, weil ich aus Erfahrung spreche. Allein die Jahre hier im Garten haben bei mir einiges wieder ins Lot gebracht...

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    1. ach, und worauf ich hinaus wollte: wenn dein Klamm kein Kraftort ist, dann weiß ich auch nicht ;)

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  4. Die positive Energie, die Du dort tanken konntest, Katja, hat sich bis in Deine Fotos hinein geschmuggelt. Ich kann sie sehen, ja geradezu spüren - herrlich!! Ganz liebe Grüße, Nicole

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  5. Schöne Fotos...auch ich mag es sehr gerne in einer Klamm. Die feuchte Luft, das Rauschen des Wassers. Das ist wirklich Energie pur.
    LG Verena

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  6. So eine Klamm ist nicht so gaz mein Lieblingsort, auch wenn deine Bilder sehr schön sind. Wir waren schon mal hier:
    www.rappenlochschlucht.at
    Das ist so eine Sache aus der Kindheit meines Mannes. Er war dort als Junge häufiger.
    LG Jennifer

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  7. Ich kann das nachvollziehen! Solche urwüchsigen, wilden Naturplätze haben auf mich eine ähnliche Wirkung. Wenn man doch wüsste, wo diese Ahnungen herkommen!
    Lieben Gruß
    Gabi

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  8. was für Farben!
    Liebe Grüße!
    PS : ich habe heute mehrmals, an Dich denkend, Dein Ingwergebräu getrunken… Sommererkältung, so was Blödes!

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  9. sehr sehr schön! und die gefühlslage vor ort kan ich nachvollziehen. und das, was man mit nach hause nimmt. ach und ich wollt dir noch was zwischen den kreisen schicken ;o) warte ma kurz ...

    liebe grüße . die tabea

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  10. das ist genau die gegend, aus der ich stamme. schon schön dort. (sofern man nicht immer dort leben muss.) und da wacht eine mir bislang unbekannte patriotin in mir auf und muss – ohne jedes schlaumeiereibedürfnis – entschieden sagen :: das ist nicht tirol, sondern salzburg :)

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    1. Wie peinlich... ja natürlich, Tennengau, Salzburger Land. Danke für den Hinweis. ;-)
      Ich könnte dort schon gut für immer leben... wenn ich nicht meinen Lebensunterhalt verdienen müsste udn ein schulpflichtiges Kind hätte.

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  11. ganz wundervolle bilder! seit ich im letzten jahr dort unten auch zwei klamms besucht habe, bin ich auch sehr fasziniert davon. allerdings leben möchte ich nicht daran, das ist mir einfach zu laut. da lob ich mir doch unser kleines raunendes bächlein!! wer weiß, vielleicht kann ich diese klamm ja im september auch noch kennenlernen!
    liebe grüße, mano

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  12. Liebe Katja,
    bei dem Post bin ich ganz bei Dir.
    Ich liebe die Berge (gehe ich ganz bald hin) und das Meer (komme ich gerade von), beides abseits von Touristenströmen. Unberührte Landschaften in denen man die Gewaltigkeit der Natur spürt tanken die Seele auf.
    herzlich Margot

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!