Sonntag, 27. März 2016

Märztisch . Die unbekümmerten Osterdreier.

Auf gewisse Weise bin ich sehr traditionell und spießig. Wenn mir etwas gefällt, dann gefällt es mir und dann ist meine Zuneigung treu und ziemlich absolut, wie es auch eine Abneigung sein kann. Es kommt nur sehr selten vor, dass ich an etwas mein Herz verschenke und es mir dann ein paar Monate später nicht mehr gefällt. Kleiderfehlkäufe kommen deshalb bei mir ebenso selten vor wie der Überdruss an einem Möbelstück, Haushaltsgegenstand, Kaffeebecher oder Dekogegenstand. Wenn ich etwas mag, dann mag ich es und sehe keine Notwendigkeit, es gegen etwas anderes einzutauschen. So würde ich am liebsten das Kleid, das ich mir vor 20 Jahren gekauft habe, immer wieder kaufen, wenn es denn noch zu kaufen wäre. Dass das nicht so ist, frustriert mich jedes Mal, wenn ich ein neues Kleid brauche und Kümmel, Anis und Koriander finde ich wie vor 35 Jahren immer noch eklig. Ich bin also etwas eigen und gleichzeitig unbekümmert in bezug auf Trends, vielleicht ist das aber auch altmodisch und spießig - damit kann ich leben. Und weil das so ist, gefallen mir meine einfachen Drahteier immer noch so gut, dass ich nichts anderes an meinem diesjährigen Osterstrauß haben wollte - für mich sind sie perfekt.












Dreier also im Sinne von DRaht-EIER... und weil wir dieses Jahr Ostern zum ersten Mal nur zu dritt feiern. Es fühlt sich immer noch fremd, amputiert und völlig falsch an. Gewöhnt man sich daran irgendwann?

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Kommentare:

  1. Das geht mir gleich wie dir mit den Kleidern. Deine Ostereier gefallen mir auch sehr gut. Sie sind schlicht und schön. Ob man sich daran gewöhnt, weiss ich nicht. Aber ich danke mir mal, da wir nicht vergessen, wird man sich auch nie daran gewöhnen.
    Ich wünsche dir ein schönes Osterfest liebe Katja.
    Herzlichst Nica

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  2. Da fühle ich mich ganz bei dir in deinem Text. Ich hänge selbst an alten Knoblauchpressen und Schneebesen. Gut gemeinte Mitbringsel zum Austausch des Abgenutzten landen regelmäßig in der Wühlschublade.Der Schneebesen und ich sind eben ein eingespieltes Team ;). Amputiert ist eine gute Beschreibung des Zustands. Man lernt mit der Zeit auch auf einen Bein zu hüpfen. Aber die Erinnerung an früher bleibt dabei bestehen. Dir und deiner Familie ein schönes Osterfest, Sabine

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  3. Liebe Katja,
    die Aura der Verstorbenen bleibt für immer, ich kann mich bis heute nicht auf den Platz meines Vaters setzen. Die älteren Söhne erzählen dem jüngsten Sohn Anekdoten vom anderen Opa (wir wohnten 10 Jahre bei den Schwiegereltern) und die Schwiegermutter "redet" immer noch mit mir. Nein sie gehen nicht engültig.
    Deine Drahteier haben mir bereits im letzten Jahr gefallen, vielleicht mache ich mir in den nächsten Tagen noch welche fürs nächste Ostern.
    herzlich Margot

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  4. ich bin den dingen auch treu. was an »modisch« toll sein soll, verstehe ich nicht. und im zweifels falle lieber nichts, als etwas was mir nicht entspricht.
    so richtig schöne erinnerungen an eine reichhaltige liebevolle familie habe ich nicht. wir waren immer wenig. aber die sind noch da, so kann ich nicht mitreden – fühlen schon. auch wenn es sich für dich falsch anfühlt, wirkt es, wie du es machst, richtig. sich alles bewusst machen und nichts wegschieben.

    die tabea

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  5. Liebe Katja, auch ich finde mich in deinem Text wieder. Was ich meist bedaure ist, daß die heutige Qualität einiger Dinge sehr zu wünschen übrig läßt. Was das Amputiert sein angeht... möchte ich dir sagen: "Alles wird wieder gut! Aber das dauert mitunter sehr lange. Und vergessen tut man die, die von uns gegangen sind wohl nie... Alles Liebe für dich und deine Familie.

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  6. Nein man gewöhnt sich nicht daran- es wird weniger aber es bleibt intensiv- auch bei Menschen aus der Familie , die sich freiwillig aus dem Clan zurück gezogen haben !! Und erzählt wird immer über sie, heute zum Beispiel
    Gruß zu dir
    heiDE

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  7. Die Beständigkeit ist ja nichts Schlechtes und unterstützt einen als konsum- und trendresistent.
    Wahrscheinlich geht es aber auch zusammen mit dem Problem, nicht loslassen zu können (zumindest bei mir, ich tue mich entsetzlich schwer damit, auch mit Erinnerungen und Verlusten). Ich wünsche Dir alles Liebe!
    Herzlich
    Andrea

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  8. Liebe Katja!
    Beständigkeit ist gut. Diese Dinge, die schon länger in unserem Besitz sind, sind doch ein wichtiger Teil unseres Alltags und somit unseres Lebens. Und was das Vermissen angeht... für mich persönlich ist es nach einiger Zeit in so weit einfacher, als das sich der Alltag oft über die Trauer legt. Man gewöhnt sich daran, wie man sich an alles gewöhnt. Aber ich denke, eine gewisse Schwermut wird man, werde ich, nie mehr los. Es gibt die kostbaren Momente, wo es einem vergönnt ist, in schönen Erinnerungen zu schwelgen, und es gibt immer noch die Momente, wo die Trauer hochschießt und sich ihren Weg bahnt. So wird es wohl bleiben. Und wenn ich nur weiterhin ab und an die schönen Erinnerungen fühlen kann, dann nehme ich auch die Trauer an.
    Alles Liebe dir, euch!
    Gabi

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  9. deine Ostereier sind einfach aber edel..
    sie passen sehr gut zu den Zweigen
    ich bin auch jemand der an alten Dingen festhält
    ich sehe auch nicht ein warum ich mich von ihnen trennen soll ;)
    die Trauer die man fühlt wenn man einen geliebten Menschen verliert die wird bleiben.. sie wandelt sich vielleicht ..
    aber sie vergeht nicht
    ich wünsche dir und deiner Familie frohe Ostern
    liebe Grüße
    Rosi

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  10. von möglicherweise altmodischer spießerin zu möglicherweise altmodischer spießerin (aberaber!) :: ich bin ganz bei dir. die drahteier sind perfekt.

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  11. Och, das sieht ja wieder einmal wunderschön aus bei dir und ich muss zu meiner Schande gestehen, das dieses Jahr nix, aber auch gar nix österliches den Weg vom Dachboden ins Wohnzimmer gefunden hat. Die Prioritäten liegen gerade anderswo. Ich werde mir heute aber ein paar Zweige vom Mandelbäumchen schneiden, damit wie bei dir ein Hauch Frühling auf dem Tisch steht. Lg Carmen

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  12. U. a. an solchen (Familien)-Feiertagen sind sie immer besonders nahe, finde ich. Die Erinnerungen an Kinder- und Enkel-Oster-Frühstücks sind so lebendig... Meine Mutter kommt inzwischen in meine nächtlichen Jetztzeit-Träume, eine neue Dimension... Die Drahteier sind wunderschön, auch wenn ich sie umgekehrt rum aufhängen würde, da bin ich dann eigen ;-). Liebe Grüße Ghislana

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  13. Oh deine Eier gefallen mir total gut.......
    Sehr schön.....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  14. die geblumte aeste tradition die ich gerne mag. und die eier koennen viele formen haben * aus draht wie bei dir, so lassen sie platz für das *dazwischensehen* dieses jahr bei mir nur ein buntes ei und drei rosa duftende aeste aus dem garten * aber sehr viele aus schokolade für jeden zum naschen *
    schöner april*gruss !

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!