Samstag, 30. Januar 2016

In heaven No. 202 - Tagmond

Meistens schenken wir dem Mond ja nur Beachtung, wenn er uns am nächtlichen Himmel begegnet und uns den Heimweg erhellt. Dabei ist er ja eigentlich immer da und nur mal mehr, mal weniger gut zu sehen. Kurz vor der Abenddämmerung hat man dann beides am selbem Himmel - den Mond im Osten, die Sonne im Westen. Also nicht "entweder oder", sondern, wie bei so vielem anderen auch, immer "sowohl als auch" - weil das eine ohne das andere nicht vollkommen wäre und weil eine Sache niemals nur schwarz oder weiß ist. In Zeiten, in denen es nur noch "entweder oder" zu geben scheint, schaut der Mond über den Tellerrand und die Sonne auch, denn sie teilen sich einen Himmel. Friedlich. Tröstlich, dass diese beiden sich darin zumindest niemals beirren lassen.


Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Wagen blitzesschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoss’ner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer grünen Kiste,
die rot angestrichen war.

Neben ihm ’ne alte Schrulle,
zählte kaum erst sechzehn Jahr,
in der Hand ’ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.  

(Urheber unbekannt)

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.  
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Kommentare:

  1. diese sätze - besonders der anfang - kenne ich seit der kindheit - wir sprachen zuhause deutsch und französisch * und dieses humor gefällt mir gut !

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  2. Ich mag das Gedicht so gerne! Dein Mond ist atemberaubend schön!

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  3. Ich hätte schwören können das Gedicht wäre von Ringelnatz.. tsss.. so kann es gehen. Dein Mond schaut einfach genial.. zum Greifen nah! Einfach eine Wonne, Katja! Hab' ein schönes Wochenende, Nicole

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  4. Irgendwie passt das Nonsensgedicht zum Mond, ein bisschen Unsinn und Humor gehört zum friedlichen Zusammensein dazu.
    Mein Blick geht auch immer wieder zu ihm hoch, auch am Tag. Guter, alter Mond.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Ich hoffe, es geht dir wieder besser und du musst dir den Mond nicht aus einem Kliniksfenster aus ansehen...Liebe Grüße.

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  6. ich kannte das Gedicht nur bis zur Hälfte... bei uns läuft der Hase auf der Wiese schlittschuh ;-)
    den Tagmond habe ich heute Früh auch schon bewundert, der Himmel ist sehr klar, lg

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  7. Lustig. Ich kenne es tatsächlich ein bisschen anders und hab es immer mit meinen Kindern geplaudert. Wir findens total schön, das Gedicht!
    Liebe Grüße
    Anni

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  8. Wow, welch großartiges Mondporträt:))...das Gedicht ist super, kenne ich noch aus meiner Kindheit....mehr oder weniger;) fand es immer superschräg.
    Da fällt mir glatt noch so ein seltsames Gedicht ein das ich als Kind kannte:" Es war einmal ein Mann, der hatte einen Schwamm, der Schwamm war ihm zu nass, da ging er auf die ...." hmmm jetzt wird's schon schwierig....kennst du das zufällig;)
    Liebste Grüße,♥︎Kerstin

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  9. Liebe Katja,
    das Gedicht kenne ich seit meiner Kindheit, die Söhne lasen es auch in der Schule.
    In Zeiten in denen es mir ganz schlecht ging, sagte meine Freundin zu mir: "Die Sonne geht jeden Tag aufs Neue auf, ob Du hinschaust oder nicht, sie geht auf."
    herzlich Judika

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  10. Hallo Raumfee, habe gerade deine schöne Seite entdeckt und bin begeistert von der Himmelsbilderaktion. Da habe ich so viele Bilder hier, da ich sehr gerne den Himmel fotografiere. Das Gedicht kenne ich noch aus Kinderzeiten. Deine Mondaufnahme ist spitze. herzliche Grüße Anke

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  11. Das hast du absolut wundervoll geschrieben.
    Alle Daumen hoch!

    Greetins & Love & a wonderful sunday
    Ines

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  12. Hallo Katja,
    Ich bin ja sonst ein "stiller Leser" deines Blogs und erfreute mich an deinen wunderschönen Fotos und Texten. Heute möchte ich Dir ein grosses Danke sagen und zwar ist mein Vater vier einigen Jahren überraschend verstorben, er konnte genau dieses Gedicht auswendig aufsagen. Vor ein paar Wochen kam mir plötzlich die Erinnerung daran und ich versuchte den Text zu finden, weil ich es nicht auswendig kann. Jetzt hast du mir diesen Text quasi geschenkt :-) . Nun werde ich den Text in einem Bilderrahmen in unserem Haus aufhängen, als schöne Erinnerung an meinen Papst!

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  13. Liebe Katja
    Deine wunderschönen Mondbilder begeistern mich jedes mal auf's neue! Dein Geschriebenes sowieso.
    Herzliche Grüsse Nica

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!