Dienstag, 30. Juni 2015

Junitisch . die lilalastige Wiesenpracht

Je nach Jahreszeit dominieren andere Blütenfarben in den wilden Wiesen. Sind es im Frühling Schlüsselblumen, Löwenzahn, Butterblumen und Huflattich, die zusammen mit den hier häufigen Rapsfeldern der Natur so viele gelbe Akzente geben, sind es im Frühsommer die lila blühenden Blumen, die auf den Wiesen und an den Feldrändern dominieren, bevor im Spätsommer das Gelb dann wiederkommt. Nur eine Farbe gesellt sich in jeder Jahreszeit dazu und das ist gut so: Weiß bildet den perfekten Begleiter für alle Blütenfarben und darf deshalb in jeder Jahreszeit mitspielen, nicht nur im Frühling als Schneeglöckchen, Märzenbecher, Bärlauch und Obstbaumblütenwolken, sondern auch im Frühsommer mit Holunder, Robinien und all seinen Doldenblütlern, Schafgarbe und Margeriten. Eben jene gesellten sich bei uns im Juni in einem alten Waschkrug zu Storchschnabel, Skabiosen, Glockenblumen und verschiedenen Gräsern - für eine lilalastige Juniwiese auf dem Tisch...
 






Monatstische 2015

Meine vergangenen Monatstische findet ihr auch nochmal alle  > hier
Wie immer treffen sich die 12tel-Blicksammler am Monatsende bei Tabea und die Blumenfreunde jeden Freitag bei Helga.

Sonntag, 28. Juni 2015

Tags im Museum.

Wie es abends und nachts im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim aussieht, das habe ich euch am letzten Sonntag gezeigt. Aber weil nachts durchaus manche Katze grau und vieles Schöne unsichtbar ist oder eben ganz anders erscheint, nehme ich euch heute mit auf eine kleine Museums-Runde an einem wechselhaften Tag im Juni in die dörfliche Vergangenheit der Regionen Mainfranken und Frankenhöhe. Von bedrohlichen Wolken, leichtem Regen und Gespensterlicht, bis zur strahlend goldenen Abendsonne und sternklaren Nacht war an diesem Tag alles dabei, was der Juni an Wetter zu bieten hatte und so hatte jede historische Baugruppe ihre ganz eigenen Lichtkulisse, was die Reise durch Regionen und Zeiten Richtung Museumsnacht noch eindrücklicher machte.

















Habt ihr eine Idee, woher die Inspiration für den kleinen Cottage-Garden kam? Nein, nach England mussten wir dafür nicht reisen... :-)

 Mehr Impressionen aus dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim findet ihr > hier.
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Samstag, 27. Juni 2015

In heaven No. 171 - Nachthimmel

Nachts draußen unterwegs zu sein mag ich. Das Hintergrundrauschen des Tages verstummt und die wenigen Geräusche der Nacht werden lauter und deutlicher. Ich finde die nächtliche Geräuschkulisse in der Natur faszinierend. Zwar ist eine Nacht im Freien immer auch mit einem leichten Gänsehautfaktor verbunden, weil eingeschränkte Sicht immer ein bisschen unsicher macht, andererseits... was soll schon passieren? Stolpern? Verlaufen? Tiefe Schluchten? Wölfe? Bären...? Der letzte Rest des Unwohlgefühl verschwindet völlig, wenn man nicht alleine unterwegs ist, denn wenn das größte Risiko eine womöglich gemeinsam im Freien verbrachte Sommernacht ist, dann halte ich das für eine vertretbare Gefahr. Vor allem dann, wenn man weit ab von der Stadt und ihrer Lichtverschmutzung eine ungestörte Sicht auf den nächtlichen Himmel hat...


Öfter mal die Nacht erleben. Dasitzen. Lauschen. Nach oben schauen. 

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Donnerstag, 25. Juni 2015

Farbklang.

Ob wir Farbkombinationen als harmonisch empfinden, entscheiden wir nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Bauch - Farbenlehre hin oder her. Manche Farben fühlen sich einfach gut und richtig zusammen an, andere empfinden wir als disharmonisch, kreischend, sie verursachen ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Genau erklären kann man das nur selten, wenn auch die Wissenschaft der Farbenlehre dafür durchaus Erklärungen bereit hält. Was im Bereich der Kunst bewusst als Störfaktor und Knalleffekt eingesetzt wird und Sinn machen kann und auch im öffentlichen Bereich als Eyecatcher durchaus manchmal gewünscht wird, ist im privaten Wohnumfeld nur selten eine gute Idee. Vielleicht im ersten Moment aufregend, sind starke Farbkontraste nicht wirklich die angenehmste Kulisse für einen entspannten Abend nach einem anstrengenden All-Tag.



Und wie findet man Farben, die miteinander harmonieren? 
Man kann sich ganz streng an die Farbschematas halten, die viele kluge Leute in vielen klugen Büchern über Farbenlehre als passend vorstellen, oder... man sieht sich einfach um in der Welt und hört dabei auf seinen Bauch. Die Natur spielt mit Farbharmonien und Kontrasten. Wer auffallen will, um fürs andere Geschlecht oder die Bestäubung durch Insekten möglichst attraktiv zu sein, der pokert neben einer lauten Stimme oft mit lauten Farben. Wer andere abschrecken und davor warnen will, ihn zu fressen, weil er giftig ist, der plustert sich möglichst groß auf und setzt auf extreme Farbkontraste. Wer seine Ruhe haben und möglichst unsichtbar bleiben will für seine Feinde, aber auch für seine Beute, der nimmt die ineinander verschwimmenden Farben und Muster seiner Umgebung an und versucht sich im Ton-in-Ton-Mimikri.



Die Souveränen aber, die es weder nötig haben sich zu verstecken, noch besonders aufzufallen, die suchen sich Gleichgesinnte, Farbverwandtschaften, mit denen zusammen sie noch stärker sind, noch besser zur Geltung kommen als alleine, weil sie einen gemeinsamen Nenner haben, auf dessen Basis einer den anderen stärkt und dabei mit ihm harmoniert, ohne mit ihm zu konkurrieren oder sich gegenseitig auszustechen. Trifft man auf solche farbharmonischen "Familien" dann fühlt sich das Auge und der Bauch sofort wohl, auch wenn die Farben einzeln sehr wahrscheinlich keinerlei Aufmerksamkeit erregt hätten, weil sie es nicht darauf anlegen.



Naturtöne zwischen Weiß, Braun und Grau empfinden wir meistens als harmonisch, weil wir diese Farben mit natürlichen Materialien verbinden, die sich gut anfassen - Holz, Wolle, Fell, Leder, Sand, Kieselsteine, Berge, Schnee. 
Auch Pastelltöne harmonieren  trotz unterschiedlicher Grundfarben, weil ihr gemeinsamer Nenner die Farbe Weiß ist, die sie alle zu ähnlichem Anteil enthalten. 
Dunkle, matte Beerentöne  teilen sich gleich drei Gemeinsamkeiten, die dazu führen, dass der Bauch sofort zufrieden brummt: sie enthalten alle die Farbe Rot, einen etwa gleich großen Schwarzanteil und sie haben eine samtmatte Oberfläche - blaue Trauben, ein Glas Wein dazu, Brombeeren, Pflaumen... es wäre immer noch harmonisch.



Die Natur ist sehr gut im Zusammenstellen solcher Farbfamilien, die unser Bauch sofort als Harmonie, als Klang empfindet. Dann lohnt es sich, sich diese Farbkombinationen einzuprägen und zu bewahren, für einen passenden Raum, in dem Harmonie die richtige Wahl ist.
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Dienstag, 23. Juni 2015

Sempervivum.

Für immer leben. Wäre das eigentlich erstrebenswert? Sterben zu müssen ist keine schöne Idee. Das Gegenteil davon, das ewige Leben, erscheint auf den ersten Blick als ein probater Ausweg aus der Angst vor dem Tod. Tatsächlich ist die Suche nach dem Schlüssel für ewiges Leben ein uralter Menschheitstraum und Gegenstand unzähliger Märchen, Mythen und Legenden, quer durch alle Religionen und Kulturen. Der heilige Gral, die Quelle der ewigen Jugend, das Wasser des Lebens... wurden sie tatsächlich gefunden, werden sie noch entdeckt werden, oder ist es doch besser, sich nicht darauf zu verlassen?





Viele Menschen leben ihr Leben, als hätten sie noch eines in Reserve, das beginnt, wenn das erste vorbei ist. Sie ruinieren nicht nur die Erde als Lebensgrundlage für uns alle und unsere Kinder, sondern auch ihren Körper mit falschen Nahrungsmitteln, Bewegungsmangel, Umweltgiften und Drogen und ihre Seele mit Hass, Neid, Beziehungen zu Menschen die ihnen nicht guttun und mit Arbeit, die sie zutiefst frustriert. Sie schieben die Verwirklichung von Träumen, dringend notwendige Richtungskorrekturen, Versöhnungen, Verhaltensänderungen, eine gesündere Lebensweise und den Genuß des gelebten Lebens in jedem Augenblick in seiner ganzen Fülle auf, bis sie irgendwann zu alt und zu gebrechlich sind, um ihr Leben noch mit Freude leben zu können.  Mich selbst nehme ich in einigen Punkten davon nicht aus.




Ewiges Leben macht keinen Sinn, wenn man nicht mal weiß, wie man die relativ sicheren ungefähr achzig Jahre dieses Daseins sinnstiftend, gesund, zufrieden und im Herz erfüllt verbringen soll. Der Journalist Johannes Groß bemerkte: "Ich kenne unzählige Menschen, die nach dem ewigen Leben dürsten, aber mit einem verregneten Sonntagnachmittag nichts anzufangen wissen."

In diesem Sinne: Kostet das Leben aus. Jetzt.





So ist es gemacht:

Eine schöne alte Schüssel oder ein tiefer Teller (vom Flohmarkt, Gebrauchtwarenkaufhaus, aus Omas Geschirrschrank), ein großer Stein, feiner Kies, verschiedene Dachwurze (Sempervivum) - als Ablegerkindeln vom Nachbarn oder aus der Gärtnerei - fertig. Nur ganz selten etwas gießen, besser nur ansprühen, nicht düngen - der Dachwurz ist genügsam und verträgt keine Staunässe.
Leider ist die Dachwurzdekoration nicht für das ganze Jahr im Zimmer geeignet - Dachwurze brauchen sehr viel Sonne und im Winter nicht mehr als 10°C. Für die Aufstellung im Freien ist die Schale deshalb ganz hervorragend geeignet - wenn sie dem Regen ausgesetzt ist, muss allerdings in die Schüssel vor dem Befüllen ein Wasserablaufloch gebohrt werden. Das geht ganz gut mit einem Steinbohrer und wenig Druck an der tiefsten Stelle des Schüsselbodens, die vorher mit Klebeband rutschfest gemacht wurde.



Wenn sich zu viele Ableger gebildet haben vorsichtig abtrennen und verpflanzen. Oder verschenken... an andere Menschen, auf dass das Sempervivum ewig weiterlebt durch Teilung und Vermehrung.
Mehr Upcycling-Ideen findet ihr > hier. 
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