Donnerstag, 30. April 2015

Apriltisch . Die rosigen Tulpen

Mit Rosen habe ich kein Glück. Da ich mangels Garten auf gekaufte Rosen angewiesen wäre und eben jene bei mir in der Vase nie aufgehen, sondern den plötzlichen Sekundentod sterben, habe ich mich jetzt auf Tulpen verlegt, die wie Rosen aussehen. Zumindest von Weitem. Aber auch als Tulpen machen sie in ihrem zarten Gelb durchaus was her, wenn die Heckenkirsche als Begleiter auch nicht so zeitgleich wollte, wie ich mir das ausgedacht hatte. Macht nichts, sie bekam dann ein paar Tage später auch noch ihren Auftritt und ist hier eben nur der dezente Begleiter, der sich bescheiden im Hintergrund hält und der Tulpe die Show überlässt. Brav.







 Monatstische 2015


Ostern . Apri

Meine Monatstische der Vorjahre findet ihr  > hier
Auch in diesem Jahr treffen sich die 12tel-Blicksammler immer am Monatsende bei Tabea.
und die Blumenfreunde jeden Freitag bei Helga.  
Monatstisch April,  Frühling, gefüllte Tulpen Tischschmuck im Frühling, zartgelb, Heckenkirsche, Monatstisch, 12tel Blick

Dienstag, 28. April 2015

Auf meiner Wolke.

Wenn man kleinen Kindern erklären will, wohin die Menschen gehen, wenn sie sterben, dann nutzt man oft die Formulierung "Er sitzt jetzt da oben im Himmel auf einer Wolke, schaut herunter und wacht über dich". Manchmal kann man sich umgekehrt die Wolken auch vom Himmel herunter auf die Erde holen.
 




Von den Wolken, die da wandern,
Löst sich eine, bleich und still;
Eine, anders als die andern,
Eine Wolke, die was will.

Was sie will? Nicht mit den andern
Will sie eine Straße ziehn;
Einsam weilen oder wandern:
Nur die Herde will sie fliehn. 

(Strophe 1 + 2 aus "Einsame Wolke" von Hugo Salus, 1866-1929)




Ein Sweatshirt von meinem Vater wohnt als Wolke jetzt bei uns. 

verlinkt mit: 
Creadienstag
Upcycling Dienstag 
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Sonntag, 26. April 2015

Im Reich des kleinen Wassermanns.

Nachdem ich euch schon von dem blühenden Kirschbaummeer und dem Schloß kurz hinter Erlangen in Atzelsberg erzählt habe, nehme ich euch heute mit in den nördlich des Weilers gelegenen Wald. Während man heute Baumaterial über die ganze Welt verschifft und es oft nicht exotisch genug sein kann, wurden früher selbst die Schlösser auf dem Land aus den Materialien gebaut, die es vorort reichlich gab. In der Gegend rund um Nürnberg, Fürth und Erlangen ist es der rote Sandstein, aus dem die meisten Gebäude errichtet wurden und dessen Abbau überall deutliche Spuren hinterlassen hat. Ob im Fürther Stadtwald, in der Schwarzachschlucht oder am Schmausenbuck, der heute den Nürnberger Tiergarten beherbergt - der Sandsteinabbau prägte die Topografie einer Landschaft deutlich mit, die sich die Natur im letzten Jahrhundert Stück für Stück wieder zurückerobert hat. In Atzelsberg musste man die Steine auch gar nicht weit transportieren, denn diese wurden direkt im angrenzenden Wald abgebaut und die Relikte aus dieser Zeit bilden heute zusammen mit den natürlichen Sandsteinfelsen trutzige und von Wind und Wetter gegerbte, geformte und vernarbte Wegzeichen, die so ungewohnliche Formen angenommen haben, dass man sie einfach anfassen, besitzen und "bespielen" muss...







Durch den Weiler Atzelsberg hindurch geht es entlang der kleinen Straße ein Stückchen bergab, wo in einer Linkskurve der mit einem Schlagbaum für Fahrzeuge abgesperrte Waldweg nach rechts abzweigt. Schon nach kurzem Fußmarsch erhebt sich rechts ein hoher Sandsteinfelsen mit glatten Bruchwänden wie eine Kanzel, der als  Sitzplatz so einladend ist, dass man einfach nicht nein sagen kann. Nur ein kurzes Stück weiter ragt ein schlafender Drache aus dem mit Buschwindröschen übersäten Waldboden, über dessen Rücken man in einer Rinne Stein kullern lassen kann.
Müsste ich einen Platz aussuchen für einen Gottesdienst in freier Natur, dann würde ich wohl diesen Platz vorschlagen.





Und wo wohnt jetzt der kleine Wassermann? Sicher kennt ihr alle das wunderschöne Kinderbuch von Otfried Preußler aus dem Jahr 1956 über den kleinen Wassermann mit dem grünen Haar, der in einem Weiher lebt und dort zusammen mit dem Karpfen Cyprinus und seinen anderen Freunden Abenteuer erlebt. "Der kleine Wassermann" ist eines der liebsten Bücher aus meiner eigenen Kinderzeit und ich habe es viele Male gelesen und vorgelesen. In meiner Phantasie habe ich mir damals in Ergänzung zu den wunderbaren Illustrationen von Winnie Gebhardt-Gayler das Haus des kleinen Wassermanns und die Unterwasserwelt, die er jeden Tag erkundete so genau vorgestellt und sie mir bis ins Detail ausgemalt, dass ich selbst heute noch manchmal nachts davon träume auf dem Karpfen Cyprinus durch Unterwasserzauberlandschaften zu reiten und mich sehr vor dem unheimlichen Neunauge fürchte.



Und dann stand ich auf einmal vor dem kleinen Weiher im Wald unterhalb der Sandsteinfelsen und schaute direkt in das Reich des kleinen Wassermanns hinein, wie ich es mir seit Jahrzehnten in meiner Phantasie ausgemalt hatte. Zwar fehlt die Mühle und es gibt einen dichten Wald ringsherum, aber der Weiher ist umkränzt von Buschwindröschen und Veilchen und die verwunschene Welt aus hellgrünen Algen und überwuchertem Holz, die liegt dort unten unter dem sich spiegelnden Wald auf dem Grund des Sees... [Sic]





Habt ihr auch schon mal Orte aus Büchern wiedergefunden? Mir passiert das bisweilen.

Mehr Ausflugsziele in der Fränkischen Schweiz findet ihr > hier.

verlinkt mit:
Grünzeug bei den Naturkindern
Der kleine Wassermann, Otfried Preußler, magische Unterwasserwelt, Drachenfelsen, Sandsteinabbau, Atzelsberg, Fränkische Schweiz, Ausflugsziele Fränkische Schweiz

Samstag, 25. April 2015

In heaven No. 162 - Sichelmond

Wenn die Sonne den Mond von uns aus betrachtet fast vollständig auf seiner Rückseite anstrahlt, dann bleibt von ihm nur noch eine schmale Sichel sichtbar. Für mich, neben dem vollen Mond, das schönste Bild am Himmel, wenn er auch nicht so gemütlich und zufrieden wirkt wie dieser. Als Symbol für die Mondgöttin Selene und für Artemis, die weitere Hüterin des Mondes, der Flüsse und Quellen, des Waldes, der Jagd und aller Frauen und Kinder, hatte der Sichelmond schon im antiken Griechenland eine ganz besondere Bedeutung, ebenso in der römischen Götterwelt mit den entsprechenden Göttinnen Luna und Diana. Weiblich ist der Mond in fast allen Sprachen der Welt und wie könnte das auch anders sein, beeinflusst er doch so viele hormonelle Vorgänge im weiblichen Körper... mal abgesehen davon, dass ich ihn einfach stundenlang anschauen könnte, weil er einfach schön ist.


Sichelmond am dreiundzwanzigsten April.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.   Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.

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Donnerstag, 23. April 2015

Atzelsberg.

Wenn der Frühling endlich da ist, dann zieht es mich an den Wochenenden unweigerlich Richtung Norden... aber nur ein kleines Stück, bis kurz hinter Erlangen, an den Rand der Fränkischen Schweiz. Dort beginnen nämlich die großen Obstgärten, die dann in voller Blüte stehen und Mitte April erst mit einem weißen  Kirschblütenmeer und Anfang Mai dann mit den rosa Apfelbäumen locken. Nie ist Franken schöner als zu dieser Zeit, wenn der strahlend blaue Himmel auch noch dazu alles gibt, um einen perfekten Hintergrund abzugeben. Hintergrund für das große Obstbaumblütenmeer, aber auch für all die Burgen, Kirchen, kleinen Orte und Schlösser, die in der Fränkischen Schweiz zu finden sind. Eines davon ist Schloss Atzelsberg...







Fast 300 Jahre lang immer wieder in Kriegen zerstört und wieder aufgebaut, entstand der heutige Schlossbau 1705 nach Erwerb durch Johann Conradt von Seutter im Stil des Barock und wurde knapp 10 Jahre später in ein Rittergut umgewandelt. 1790 wurde die steinerne Brücke über den Schloßgraben ergänzt. 1961 wurde das Schloss von der Stadt Erlangen erworben und ging 2004 in Privatbesitz über. Seitdem wurde es saniert und zu einer Eventlocation ausgebaut. Besichtigungen des Schlossinneren sind auf Anfrage möglich.
 






Die faszinierende Tür gehört nicht zum Schloß, sondern zu einem Stall im Dorf bergabwärts...

Das fränkische Gasthaus Atzelsberger neben dem Schloß hat sicherlich einen der schönsten Biergärten zwischen Erlangen und Fränkischer Schweiz - umgeben von Obstbäumen und in Sichtweite zum Schloß, mit Spielplatz und großer Tobewiese. Voll am Wochenende, lauschig unter der Woche. Wer es edler mag, der diniert ausschließlich sonntags in der Schlossgaststätte, die ebenfalls einen sehr schönen Biergarten im Innenbereich des Schlosshofes hat. 
Auf dem Weg in die Fränkische Schweiz ist ist das Schloß Atzelsberg auf jeden Fall immer einen Stop und eine Runde Biergarten wert. Wenn der Honig leer ist, dann muß ich sowieso nach Atzelsberg, denn vor dem Gasthaus steht zur Biergartensaison immer ein Verkaufstisch mit meinem Lieblings-Frühjahrstrachthonig von Imker Kral aus Bräuningshof.
Und was man in Atzelsberg sonst noch entdecken kann, das zeige ich euch dann am Sonntag...

Mehr Ausflugstips für die Fränkische Schweiz findet ihr > hier.
Schloß Atzelsberg, Fränkische Schweiz, Ausflugsziele rund um Nürnberg und Erlangen, Franken, fränkische Schlösser, Biergärten rund um Erlangen