Dienstag, 15. Dezember 2015

Weihnachtswaisenzuckerl.

Auch wenn vieles dieses Jahr anders sein wird, wird Weihnachten für uns stattfinden. Jetzt erst Recht und mehr denn je. Weihnachten ist nicht nur ein kirchliches Fest, es für uns vor allem eine fest verankerte, geliebte Familientradition, die immer schon sehr wichtig war und als solche ist sie mir dieses Jahr noch wichtiger als jemals zuvor. Weihnachtsvorbereitungen wie Plätzchenbacken, das Schmücken der Wohnung, geheime Basteleien, Weihnachtsmarkt, Geschenke verpacken, Gewürzduft, Kerzen anzünden, Weihnachtsbaumkauf, in eine kuschelige Decke einmummeln, ein Buch auf der Couch, eine Tasse Tee dazu und auch die Überlegungen zum Weihnachtsessen sind rituelle und somit tröstliche Herzens-angelegenheiten für das erste Weihnachtsfest ohne unsere Eltern, ohne Oma & Opa. Die Seele miezeln.







Nürnberger Elisenlebkuchen & Heimatplätzchen

Das Rezept für die Nürnberger Elisenlebkuchen findet ihr > hier.
Das Rezept für die Heimatplätzchen  habe ich > dort aufgeschrieben.
Gefüllt und auch zusammengeklebt sind die Doppel- und Dreifachplätzchen mit Zwetschgen-Ingwer-Marmelade nach > diesem Rezept, die ich nochmal aufgekocht und dann püriert habe. Dekoriert sind sie mit zitronigem Puderzuckerguß und etwas handelsüblichem Zuckerschnickschnack fürs Kinderherz.






Irgendwie fühlt es sich komisch und unangemessen an, wenn man als schon lange erwachsener Mensch sagt: "Ich bin jetzt Waise." Als wäre diese Bezeichnung nur zutreffend, angemessen und erlaubt, wenn man noch ein Kind ist. Dabei bleibt der Verlust der Eltern, zumal so kurz hintereinander, immer ein großer Verlust und lässt jeden Menschen als Waise zurück - egal wie alt er ist. Tatsächlich endet die eigene Kindheit auch erst an diesem Punkt - wenn man nurmehr Mama, Schwester, Cousine und Nichte ist, aber nicht mehr irgendjemandes Kind. Die älteste Generation der Familie. Es fühlt sich waise und nackt an - ein bisschen wie aus dem Flugzeug gestoßen zu werden und keinen Fallschirm mehr dabei zu haben.

verlinkt mit:
Creadienstag
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Kommentare:

  1. Die sehen gar köstlich aus und ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest - jetzt erst Recht!
    Liebe Grüße
    Steph

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  2. Liebe Raumfee, normalerweise lese ich hier still mit aber heute muss ich doch mal kommentieren. Auch ich bin in diesem Herbst zur Waise geworden und deine Beschreibung der Situation (auch wenn ich ein paar Jahre jünger als du bin und keine eigenen Kinder habe) trifft es sehr gut. Glücklicherweise kann ich Weihnachten im Kreise der Schwiegerfamilie verbringen in der sogar noch die Generation meiner Großeltern vertreten sein wird.
    Ich wünsche dir und deiner Familie eine besinnliche Zeit!
    Viele Grüße Lisa

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  3. so schönes leckeres gebäck ! bestimmt schwer auszuwählen;) oder ? es ist schön wenn man so gut backen kann und dann die auswahl hat ! ich gekommen oft welche geschenkt und kann dann in der suesswelt reisen. selber habe ich gestern plätzchen aus einer sorte teig mit viel verschiede formen gebacken für Weihnachten.
    ernste worten, waise, orphelin, auf einmal ist man kein kind mehr und kommt in eine andere welt, und man sucht halt, und weiss dass man ihn finden wird, denn man braucht ihn. die eltern unser stamm ist worauf man sich immer anlehnen kann auch wenn nur in gedanken.
    friedliche adventszeit wünsche ich dir *
    monique

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  4. deine plätzchen sehen köstlich aus. ich finde es sehr gut, dass ihr trotzdem weihnachten feiert. allerdings hat der verlusst der eltern auch zur folge, dass man für die nachfolgenden generationen als WEISE gilt. das ist doch ganz schön, gell?
    liebe grüße
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  5. Liebe Katja, ich kann dich so gut verstehen.

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  6. Liebe Katja,
    ich kann dich sehr gut verstehen, ich bin seit 4 Wochen auch Vollwaise. Niemand mehr, der zumindest theoretisch ein älterer, weiser Ratgeber sein könnte. Keine Anlaufstelle mehr, wo man reinkommen und sich noch ein wenig als Kind fühlen kann. Gut, dass wir selbst Kinder haben. Für sie lohnt es sich, alles schön und weihnachtlich und froh zu gestalten. Deine Bilder sind wie immer sehr schön. Ich wünsche euch alles Liebe und Gute und, trotz allem, viel Freude am Weihnachtsfest.
    Gabi

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  7. Liebe Katja
    ich kann dich gut verstehen und finden deinen Post sehr einfühlsam und doch so traurig. ICh habe zum Glück noch meine Eltern . Sie sind beide noch fit, doch auch bei uns wird es nicht so wie in den letzen Jahren. Bei uns hat sich die familiäre Situation geändert. Mein Mann ist ausgezogen und wir sind alleine. Ein Zeit die mich sehr traurig macht, auch wenn ich für die Kinder alles Strukturieren möchte. Da ich bei der Kirche beschäftigt bin, darf ich auch an Heilig Abend arbeiten. Das lenkt ab, doch es wird einfach anders sein.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und HOffnung in der Advents und Weihnachtszeit.
    LG anja

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  8. Diese weiche flauschig wolige Staubzuckerschicht... bildet so einen starken Kontrast zu Deinen Worten. Den Tatsachen. Neulich dacht ich "Und sowas kurz vor Weihnachten." Blödsinn. Immer mies.
    Ich wünsch Dir viele Staubzucker-Momente zu Weihnacht!

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  9. Liebe Katja,
    das sind schöne und tröstliche Worte.
    Ich bin froh, diese Worte von dir zu hören/lesen
    und zu spüren, dass du Trost findest.
    ... und deine Plätzchen sind traumhaft.
    GAnz liebe Grüße
    Melanie

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  10. Ach liebe Katja... ich bewundere deine Kraft. Ich hätte sie nicht in solch einer Situation. Zwar hab ich meine beiden Eltern noch, aber ich kann deine Gedanken nachvollziehen mit dem waise sein. Und ich finde es ganz und gar nicht unangemessen, wenn sich ein erwachsener Mensch so fühlt. Es ist ja auch dann die Mama und der Papa.
    Deine Plätzchen sehen lecker aus. Da möchte man grad Zugreifen :-)
    Herzlichst Nica

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  11. Liebe Katja, schön hast Du gebacken, und ja, man wird zur ältesten Generation. Ganz plötzlich ist man einen Schritt weiter gegangen. Mein Liebster sagte, als sein letztes Elternteil starb: Jetzt stehe ich am Rand der Grube. Das stimmt. Es ist niemand mehr zwischen einem und dem Tod( ich weiß, der hält sich nicht immer an die Reihenfolge, aber ich spreche ja auch nur vom Gefühl)
    Trotzdem habe ich nie empfunden, dass die Verbindung abgerissen ist. Der Anker braucht neuen Grund, aber da ist auch der alte Anker noch, weist aber in die andere Richtung.
    Ich wünsche dir, dass Du Trost hast und immer mehr findest. Sei lieb gegrüßt von
    Lisa

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  12. ich weiß genau, wie du fühlst. habe ich es doch in den vergangenen zwei jahren auch mitgemacht, nur in umgekehrter reihenfolge, aber auch einmal völlig aus heiterem himmel und einmal nach krankheit zu erwarten. egal wie alt man selbst ist, lässt es einen als waise zurück und gerade die traditionsreichen feste sind schwer auszuhalten. dennoch umso wichtiger. in meiner familie fühle ich mich nun sehr als das familienoberhaupt und werde auch so gesehen. und es ist wichtig, sich dieser aufgabe zu stellen mit fassung und dankbarkeit und dem bewussten weitergeben von traditionen und von geborgenheit.
    ursula

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  13. Natürlich ist man Waise...der Herr K. Ist es mit 74 geworden und fühlt sich dennoch wie ein verlassenes Kind. Und richtig: man weiß, dass man der nächste ist.
    Mein Halbwaisensein seit einem halben Jahr führt allerdings zu einer Riesenunlust aufs diesjährige Weihnachtsfest, da beneide ich euch um eure "Trotzreaktion". Ich habe das Gefühl, niemandem in diesem Jahr gerecht zu werden, vor allem auch mir. Oder es ist der Trauer geschuldet, die erst so spät über mich hereingebrochen ist, dass ich das Fest am liebsten ausfallen lassen würde.
    Ich rette mich in emsige Geschenkenäherei...
    Alles Gute!
    Astrid


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  14. Ich kann Dich gut verstehen, liebe Katja. Mir würde es genauso gehen. Manchmal wenn meine Mutti wieder einen ganz schlimmen Tag hat, fühlt es sich durch den Rollentausch fast schon so an. Das Einfinden in vertraute Traditionen gibt uns Halt und Zuversicht - Du machst das richtig. Ganz liebe Grüße, Nicole

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  15. Liebe Katja, bei mir leben noch beide Elternteile, wenn sie im Alter auch immer etwas schwieriger werden, sehe ich es als große Glück an das beide noch da sind. Ich wünsch dir eine schöne Weihnachtszeit und mit alten Bräuchen und Ritualen wirst du dich sicher nicht ganz so allein fühlen, das schöne ist ja das die Mensch die uns vorausgegangen sind immer in unseren Herzen und Gedanken weiterleben.

    Fühl dich gedrückt
    Alexandra

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  16. ich hab schon ein bisschen angst vor dem tag, an dem ich auch als waise da stehe. zumal wir keine kinder haben und ich dann nicht mal mama bin. ich fand es schon seltsam als meine großeltern nicht mehr da waren, weil die familie automatisch schrumpft. unsere familie ist recht groß, weil meine mutter viele geschwister hat und ich viele cousins und cousinen, aber die aussicht, dass die älteste generation bei uns sich dann nach und nach verabschieden wird, ist schlimm.
    und deswegen finde ich es auch wichtig, dass man bestimmte traditionen aufrecht erhält - in erinnerung an die, die nicht mehr selbst dabei sein können. aber so bleiben sie ein bisschen mehr in unserer gegenwart.
    ich wünsche euch trotz allem ein wunderschönes weihnachtsfest - anders als bisher, aber schön. und die vielen leckeren plätzchen sind ja schon mal ein gutes hilfsmittel. :)
    herzliche grüße
    die frau s.

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  17. Liebe Katja,
    auch jetzt verströmst du soviel Herzenswärme und Weisheit in deinem Dasein. Ich danke dir sehr dafür.
    Alles Gute, Licht und Liebe für dich und deine Familie,
    herzlich,
    Ariane

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  18. Liebe Katja, Du kannst es immer so gut beschreiben, das rührt mich sehr und zeugt von Deiner Stärke die in Deinem Innern steckt.
    Deine Weihnachtsplätzchen sehen aus, wie aus dem Bilderbuch. Perfekt und verführerisch. Ich schaffe es mal wieder nicht, aber für den Fall der Fälle: danke für die Rezepte. Liebe Grüße, Wiebke

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  19. liebe katja, schöne teilchen hast du gebacken. so stelel ich mir perfekte weihnachtskekse vor. und feine kullertassen stehen auf den tisch. und ja, du bist reichlich zu früh »familiennackt«. ich kenne diese gedanken und äußerungen von meiner 94jährigen oma.

    »jetzt erst recht«, ist eine gute einstellung!

    die tabea grüßt

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  20. Sehr cozy bei euch...der Verlust wird leichter...
    Annette

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  21. Liebe Katja.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wreihnachtsfest, trotz der Traurigkeit dieses Jahr. Deine Eltern bleiben ganz bestimmt in Gedanken mit dabei.
    Fühl Dich gedrückt,
    Katja

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  22. ich bin schon so lang waise, habe aber das kindsein immer noch in meinem kopf und im herzen.
    gut, dass ihr es euch schön macht!
    liebe grüße von mano

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!