Sonntag, 4. Oktober 2015

Immer wieder sonntags...

... zieht es uns raus in die Natur unserer fränkischen Heimat, um die zivilisationssteifen Glieder auszuschütteln und die Lunge mit möglichst viel frischer Luft zu füllen, auf dass es uns bis über die kommende Woche tragen möge. Wichtig für den nachhaltigen wochenendlichen Erholungseffekt ist immer sehr viel Wald, mindestens Hügel, gerne Felsen, eine Burg oben drauf, viel weiter Ausblick und noch mehr Höhlen. Wie gut, dass wir die Fränkische Schweiz vor der Tür haben, die für uns in gut dreißig Minuten zu erreichen ist - Wald, Berge, Felsen, Höhlen, Burgen, Ausblick... check.
Wie oft ich in meinem Leben schon auf Burg Rabenstein war, kann ich nicht so genau sagen - oft auf jeden Fall. Die Burg habe ich mehrmals besichtigt, die Falknerei auch, durch die Sophienhöhle bin ich schon viele Male gewandert und in der Burgschänke habe ich auch schon gegessen. Burg Rabenstein ist ein ideales Ausflugsziel in der Fränkischen Schweiz, weil man so viel Sehenswertes an einem Ort beisammen hat.

Nur eines, das habe ich in all den Jahren nie geschafft - der an der Burg beginnende Promenaden-Wanderweg hoch über dem Ailsbachtal, der hat sich mir bisher immer entzogen. Mal war das Wetter zu schlecht, mal waren wir zu spät aufgestanden, mal hatten wir eine Oma mit dabei oder waren selber nicht fit genug. Also stand der Promenadenweg schon lange auf unserer Liste und vor zwei Wochen hat es dann endlich geklappt...

Auf dem Promenadenweg hoch über dem Ailsbachtal rund um Burg Rabenstein

Bei schönstem Herbstwetter starteten wir auf dem Burgvorplatz nach rechts auf einen schmalen Waldweg, markiert mit einer weißen Schachfigur auf grünem Grund... auf die man sich allerdings nicht allzu fest verlassen sollte, denn mit der durchgängigen Markierung war es nicht so weit her. Das macht allerdings fast nichts aus, denn den Weg kann man kaum verfehlen.







Auf dem Waldweg folgt man in fast gleichbleibender Höhe vorbei an märchenhaften Felsen dem Bergrücken, bis der Weg steil nach unten ins Ailsbachtal führt. Auf der Bärenbrücke überquert man die Straße und wendet sich auf der anderen Seite nach links, wo man dem Talverlauf vorbei an der Theresienruhe folgt. Der Weg führt stetig leicht bergauf auf den der Burg gegenüberliegenden Höhenrücken. Schon bald kommt man an den ersten kleineren Höhlen vorbei und erreicht an einem wunderbaren Aussichtspunkt in Richtung Burg ein ganz besondere Höhle, deren Erkundung ich mir aber für einen eigenen Post aufspare, weil sie viel zu schön ist, um sie nur zu streifen - obwohl sie seltsamerweise nirgends erwähnt wird. 


Auf dem Weg immer weiter sieht man nach einem imposanten Felsgebilde mit Krönchen und Felsbrücke oberhalb vor sich bald eine Felsspalte, die man über in den Stein gehauene Stufen erreichen kann. Sie bildet den Eingang in eine große Höhlenhalle mit wunderbarem Fenster in das Grün des Waldes.

Durch das große Tor der Halle wieder hinaus, führt rechts unterhalb ein steiler Steig nach oben zum Eingang der Schusterhöhle. Hier soll sich der Sage nach ein Schuster im Dreißigjähigen Krieg vor den Schweden versteckt haben. Also Taschenlampen raus und Abtauchen ins Dunkel der Höhlenöffnung. Das Schusterloch ist eine sehr skurrile Höhle, mit einer ungewöhnlichen, sanddünenartigen Bodentopografie und einer irritierenden Fels- und Sinterformation in der Mitte, die an den Kamin in einem Spukschloß errinnert. Ein kleines bisschen Gänsehaut ist beim eigenständigen Höhlenerforschen immer garantiert. 




Weiter geht es nach dem Abstieg zurück auf den Wanderweg wieder am Höhenrücken entlang leicht an- und absteigend durch einen wunderschönen Wald, durch Felsentore und an verwunschenen Bäumen vorbei. Immer wieder bieten sich von dort schöne Ausblicke auf den gegenüberliegenden Höhenrücken und die Burg Rabenstein.  
Schließlich windet sich der Waldweg den Berg hinunter und erreicht kurz vor dem Ailsbachtal den schmalen Einstieg zur Ludwigshöhle, oder auch König-Ludwig-Höhle. Atemberaubend öffnet sich nach dem Durchstieg die riesige Höhlenhalle mit ihrem mächtigen Tor zum Tal. In ihrer Mitte zeugt eine Feuerstelle von ehemaligen Festgelagen des Grafen, der dort 1830 auch den bayerischen König Ludwig I. bewirtete und die Höhle nach ihm benannte. Neben der imposanten Höhe der Höhlendecke und dem tollen Ausblick ins Ailsbachtal hat mir der hintere Höhlenbereich besonders gut gefallen, weil dessen skurrile Felsformation an das Innere einer Meeresschnecke erinnert.








Durch das große Höhlentor führt der Weg das letzte Stück hinunter ins Ailsbachtal und überquert dort den Bach auf einem Holzsteg. Hier befindet sich auch ein Parkplatz, von dem aus die Höhle direkt besucht werden kann. Wir überqueren die Straße und steigen auf der anderen Seite im Wald den Weg und steile Steintreppen hinauf Richtung Burg Rabenstein und Sophienhöhle. Bald erreichen wir den Vorplatz zur Höhle, ignorieren sie aber dieses Mal - obwohl sie mit ihren vielen Tropfsteinen sehr sehenswert ist - höhlensatt und folgen dem Weg weiter durch das Felstor Richtung Burg. Direkt am Zaun der Falknerei führt der Weg noch mit einem Abstecher zum Aussichtspunkt Parasol hinunter und dann wieder zur Burg hinauf. Wir haben beschlossen, uns diesen Abstecher für das nächste Mal aufzuheben und folgen dem Weg weiter am Zaun der Falknerei entlang, bis wir wieder den Parkplatz an der Burg erreichen.




Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Rundwanderung im schattigen Wald mit vielen geheimnisvollen Höhlen und Ausblicken. Der Weg ist gut begehbar, aber wegen der Auf- und Abstiege nicht kinderwagentauglich. Die Beschilderung ist leider ziemlich lückenhaft, aber man findet sich trotzdem zurecht.
Ganz wichtig: Taschenlampen nicht vergessen!

Startpunkt:    Parkplatz Burg Rabenstein im Ahorntal
Weglänge:    5km (genug Zeit für die Höhlen einplanen)

Mehr Ausflugstips für die Fränkische Schweiz findet ihr > hier.
Für ganz Bayern gibt es noch mehr > dort zu sehen und zu lesen.
Ausflugstips Fränkische Schweiz,  Höhlen Fränkische Schweiz, Burg Rabenstein, Ailsbachtal, Wandern in der fränkischen Schweiz, Schneiderloch, Bärenhöhle, Sophienhöhle, Felsentor, Franken, Bayern, Heimatliebe, Heimat, Wandertips

Kommentare:

  1. Wow. wowowwow...
    Was für eine tolle Wanderung und wunderschöne Bilder dazu!
    Den Sonntagvormittag werde ich wahlweise am Fußball- oder am Reitplatz verbringen :-)
    liebe Grüße und einen schönen Tag Euch, Petra

    AntwortenLöschen
  2. wow, hammer, was für bilder
    was für fotos, wunderschön und so geheiminsvoll
    ich wünsche dir einen schönen sonntag
    liebe grüße
    regina

    AntwortenLöschen
  3. *zivilisationssteifen Glieder ausschütteln* - was ein schönes Wortbild!
    Und ob deiner Fotos fiel mir dann ein Satz wieder ein, den ich die Tage gelesen habe, und so gut dazu paßt (auch wenn ich ihn sehr suchen mußte) - und zwar von Friederike, die in den Wald geht, um Denken und Wohlbefinden zu fördern und sich überlegt: Aber was machen die vielen Menschen OHNE Wald
    Nicht hinzudenken ;)
    Schönes Erntedank, liebe Katja

    AntwortenLöschen
  4. Danke fürs mitnehmen. Wenn ich schon "in echt" nur noch selten in dieser Gegend sein kann. Wunderschön ist Dein Post und die Bilder
    schönen Sonntag wünscht Dir
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. Was für eine spannende Wanderung! Das hätte mich auch als Kind absolut begeistert. Herrlich, dass Dein Sohn das alles zusammen mit Dir entdecken darf.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  6. Diese Pilze sind ja irre. Und dann noch die Wassertropfen darauf. Super. Ich glaube, irgendwann mache ich mal Urlaub bei Euch in der Ecke. Und dann bist du schuld ;)!

    AntwortenLöschen
  7. was für ein spaziergang! und so viele weibliche felsen. wie ich finde ;o)

    und ein neues foto im profil. zumindest fällt es mir heute auf. gefällt mir sehr.

    dir einen feinen sonntag! wir reisen vielleicht nach lunzenau.

    die tabea grüßt

    AntwortenLöschen
  8. Lustig, genau den gleichen Weg sind wir vor noch nicht allzu langer Zeit gelaufen. Ich erinnere mich noch so gut an viele Deails, die auch auf deinen Fotos zu sehen sind.
    Ist aber auch ein schöner Weg.
    Herzliche Sonntagsgrüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  9. Wie, ganz tolle Bilder. Ich hoffe nach meiner OP, wieder solche Wanderungen machen zu können.
    Bei uns ist direkt die Wutachschlucht. Da sieht es ähnlich aus.
    LG, Petra

    AntwortenLöschen
  10. Also ich brauche den Weg jetzt eigentlich nicht mehr zu gehen...mir ist so, als wäre ich direkt dabei gewesen...;-). Erinnert mich ein wenig an die Sächsische Schweiz...schön! Liebe Grüße, Lotta.

    AntwortenLöschen
  11. Was für ein schöner Spaziergang! Was für schöne Bilder!
    Das ist eine echte Aufforderung, endlich mal wieder die fränkische Schweiz zu besuchen ...
    Herzliche Grüße
    vonKarin

    AntwortenLöschen
  12. So viele unglaublich schöne Bilder - das ist ja eine richtige Zauberwelt! Danke, dass Du uns mitgenommen hast :-)
    Liebe Grüße von Lena

    AntwortenLöschen
  13. bei deinen bildern hab ich mich in ein reich von sagen und mythen hineinversetzt gefühlt. eine wanderung genau nach meinem geschmack - wo in jedem winkel ein kleiner troll kichert und hinter jedem stein eine waldfee herumalbert.
    liebe grüße, mano

    AntwortenLöschen

Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!