Dienstag, 13. Oktober 2015

Die hässliche Fratze Deutschlands.

Dass ich Hochachtung empfinde vor der Haltung einer Politikerin, die ich nie gewählt habe, das gab es auch noch nie. Es ist schwer, aber wir schaffen das... diese für einen Spitzenpolitiker völlig verblüffende Haltung hat meinen ganzen Respekt und meine Unterstützung. Wobei diese Haltung wahrscheinlich nach wie vor für einen Politiker ungewöhnlich wäre, für eine Politikerin, für eine Frau an der Macht ist sie das wohl weniger, wenn diese spezielle auch bisher meist durch Aussitzen von Problemen (nicht)geglänzt hat. Ein Land regieren, ohne dabei die Menschlichkeit vor lauter Machthunger und Egoismus aus den Augen zu verlieren, das gelingt keinem männlichen Regierungschef weltweit. Dass es Angela Merkel gelingt, hätte ich dieser spröden Frau nicht zugetraut und um so mehr zolle ich ihr deshalb meinen Respekt für diese Haltung und ihre bisherigen Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik. Wenn unsere Bundeskanzlerin - wie von vielen momentan gefordert - für ihre momentane Flüchtlingspolitik den Hut nehmen muss, dann wäre zum ersten mal ein Staatschef wegen Menschlichkeit abgewählt worden. Willkommen in Deutschland, darauf können wir dann stolz sein.

Es ist einsam da oben an der Spitze, wenn man umgeben ist von machthungrigen Politikern jeder Couleur inklusive der eigenen, die endlich ihre Chance gekommen und sich Dank des Rutschens auf der rechten Speichelspur beschleunigt sehen auf ihrem Weg nach oben und an die Macht. In gleichem Maße, wie mein Respekt für unsere Bundeskanzlerin steigt, steigt meine Abscheu gegenüben den profilierungssüchtigen, machtgeilen Männern um sie herum und unterhalb, die nur auf eine solche Chance gewartet haben, um endlich ganz nach oben zu kommen,  indem sie eine noch nie dagewesene außen- und innenpolitische Herausforderung und das daraus aktuell zwangsläufig resultierende organisatorische Chaos auf die widerwärtigste aller Arten - durch rechtspopulistische Zündelei - ausnutzen. So schnell wie es geht so viele verunsicherte Wähler wie möglich zu privaten Machtoptimierungszwecken einsammeln - auf dem Rücken der Flüchtlinge, der faktischen und finanziellen Tatsachen, des gesellschaftlichen Friedens und der Menschlichkeit. Das deutsche Patriarchat war nie tot, es hat nur auf seine Chance gewartet, die lästige Frau vor seiner Nase endlich zu stürzen und seinen persönlichen Machttriumph auszuleben.
Dieser rücksichtslose, narzisstisch motivierte Machtopportunismus - egal unter welcher Fahne, egal im Namen welcher Religion, egal auf welcher Hierarchieebene, egal in welchem Land - ausgetragen auf dem Rücken der Bevölkerung, der Menschen und der Humanität, diese gnadenlos opfernd, widert mich so unglaublich an, dass ich dafür gar nicht den passenden Superlativ finde. Vom einfachen Kleinbürger über die machthungrigen politischen Zündler aus den hinteren regionalen Reihen bis zum Bundesinnenmminister wird auf einmal öffentlich ein unobjektiver, rassistischer Geist ausgepackt, von dem wir all die Jahrzehnte gehofft haben, er wäre endgültig besiegt und vor dem wir uns doch gleichzeitig immer gefüchtet haben, für den Fall, dass er doch noch ganz tief drin, in unseren Genen irgendwo schlummert: der kleingeistige, missgünstige Rassist, die hässliche Fratze Deutschlands. "Ihr habt nichts und die kriegen ungerechtfertigt alles" hat schon einmal wunderbar funktioniert in der deutschen Geschichte, um die niedersten Instinkte des Futterneids, der Gier und der Angst vor dem, was man nicht versteht in die Aggression gegen eine Gruppe von Menschen zu lenken, die anders sind als man selbst. Wenn man mit seinem Leben, seinem eigenen Versagen und seinen inneren Dämonen nicht klarkommt, ist es immer der einfachste Weg, jemand anderen dafür verantwortlich zu machen - viel einfacher, als selbst in den Spiegel zu sehen... wie die böse Königin, die mit ihrem miesen Charakter und den Folgen des Alterns nicht klarkommt und deshalb ihre herzensgute und schöne Stieftochter mit Hass verfolgt und ermorden lassen will. Dass sie dadurch jung, schön und liebreizend würde, war schon im Märchen ein Trugschluß.

Vielleicht rührt diese Abneigung und dieses Gefühl der Bedrohung durch Migranten auch daher, dass hier Menschen in unser Land kommen, die so hochmotiviert sind ihre Lebensumstände zu verbessern, dass sie dafür ihr Leben aufs Spiel gesetzt und tausende Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben und mit dieser Energie und viel Fleiß aller Voraussicht nach auch den Arbeitsmarkt aufmischen werden und damit all jene bloßstellen, die es kategorisch ablehnen für berufliche Chancen und ein besseres Leben hart zu arbeiten, eventuell ihren Wohnort zu wechseln oder nie den Ehrgeiz besessen haben, überhaupt ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Und nein, ich habe mir nicht leicht reden aus meinem Elfenbeinturm heraus, weil ich ja nicht mitreden kann und  nicht weiß, wie es ist, wenn das Geld schon vor dem Monat zuende geht. Doch, kann ich, denn ich weiß sehr gut wie das ist und deshalb weiß ich auch, wie dankbar ich dafür bin, in einem Land mit einem so guten Sozialsystem geboren worden zu sein und zu leben, das die auffängt die straucheln und in dem niemand verhungern muss. Ich weiß auch, dass wir alle rein zufällig in diesen Genuß kommen, nicht weil wir irgendetwas besonderes geleistet hätten, sondern allenfalls unsere Väter und Mütter und weil wir zufällig hier geboren wurden und nicht in Zentralafrika, nicht im Nahen Osten und nicht in Asien.  Unsere Sozialsysteme werden nicht in die Knie gehen, weil wir vorübergehend 1, 2 oder 3 Millionen Menschen mehr durchfüttern müssen, weil ein Großteil davon sehr bald arbeiten und in unsere Sozialsysteme einzahlen wird - etwas, das vielen der am lautesten gegen Flüchtlinge schreienden Bürger fremd ist.

Deutschland ist das drittreichste Land der Erde und kann sich keine Menschlichkeit leisten? Völliger Unsinn. Wir haben es ohne größere gesamtwirtschaftliche Einbußen (auch der Sozialsysteme) geschafft, 2 Billionen (!) Euro für die Wiedervereinigung aufzubringen, haben kürzlich 86 Milliarden Euro im schwarzen Loch Griechenland versenkt und trotzdem einen Jahresüberschuß von vielen Milliarden Euro erwirtschaftet, aber viele glauben trotzdem allen Ernstes, Deutschland geht an 10, 20, 100 oder 200 Milliarden Euro für die Versorgung und Integration von ein oder zwei Millionen Flüchtlingen pleite? Völliger Unsinn.
Die Logistik von ausreichend Wohnraum, Kindergarten- und Schulplätzen, Deutsch- und Integrationskursen ist eine gewaltige Herausforderung, die einschüchtern kann - aber natürlich schafft Deutschland auch das. Millionen Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, die unserer Sprache noch nicht sprechen, unsere gesellschaftlichen Gepflogenheiten und unser Staats- und Rechtssystem nur ansatzweise kennen und eine andere Religion haben, ist eine ebenso große Herausforderung - eine Herausforderung, die vom Willen und Engagement beider Seiten abhängt und nur dann gelingen kann. Und es kann gelingen.

Warum ich mir da so sicher bin?
16 Millionen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten würden, vorausgesetzt sie wären alle Muslime, den Anteil der muslimischen Bevölkerung in Europa von 4 auf maximal 5 % anheben. Bleiben 95% Nichtmuslime. Islamisierung? Völliger Unsinn.

Warum mich 5% Muslime eben so wenig in Panik ausbrechen und rassistische Parolen skandieren lassen wie ein Ausländeranteil von 10% oder die Tatsache, dass der Hauptanteil der Flüchtlinge "gesunde junge Männer" sind?
Weil ich um die gnadenlose Demografie in Deutschland weiß, die uns ohne die Zuwanderung von Arbeitskräften alle unweigerlich in die Altersarmut führen wird, weil wir in 30 Jahren 1/3 weniger Arbeitnehmer und damit Rentenbeitragszahler haben werden als heute... weil natürlich nicht alle Flüchtlinge Akademiker sind, Deutschland aber auch nicht nur Akademiker braucht, sondern vor allem Stellen in den Bereichen, in denen man für wenig Geld hart arbeiten muss nicht besetzt werden können, weil Deutsche nicht mehr so gerne hart arbeiten für wenig Geld, die Wirtschaft aber am Laufen gehalten werden muss... weil 1 Million mehr Menschen auch Wohnungen brauchen, Essen, Kleidung, Transport und Bildung, so dass viele neue Stellen geschaffen werden und die Wirtschaft angekurbelt wird.
Und vor allem: weil ich seit 20 Jahren freiwillig und gerne in einer Stadt mit einem Ausländeranteil von 15% lebe, in der 35% aller Bürger einen Migrationshintergrund (überwiegend türkischstämmige Muslime) haben und dazu in einem Stadtviertel, in dem es sogar 65% sind. Und dort lebe ich auch freiwillig und gerne, dort ist mein Sohn aufgewachsen, immer gerne in den Kindergarten und die Schule gegangen, dort haben wir eine wunderbare, friedliche Nachbarschaft aus Deutschen, Türken, Italienern, Vietnamesen, Griechen, Bulgaren und anderen Nationalitäten jeder Religion, in der man aufeinander achtet und sich gegenseitig hilft. Diese Stadt ist seit Jahrzehnten SPD-regiert, hat die niedrigste Kriminalitätsrate in Bayern und eine moderate Arbeitslosenquote von 6,5%. Es gibt Kirchen jeder Konfession, eine Moschee, ein jüdisches Museum und Geschäfte jeder Nationalität. In den öffentlichen Schulen wird neben Ethik evangelischer, katholischer und islamischer Religionsunterricht angeboten und natürlich ist Deutsch die Sprache, die man miteinander spricht. Muslimische Frauen mit Djilbab gehören ebenso zum Stadtbild wie Männer mit jüdischen Schläfenlocken, Menschen mit Iro, jedweder Haarfarbe, Kopfbedeckung, Dreadlocks, Glatze, sonstiger Frisur oder Kleidung. Die älteren Bauersfrauen auf dem Markt tragen übrigens auch immer ein Kopftuch. Urdeutsche, ländliche Tradition. 
Für mich ist nicht wichtig, aus welchem Land jemand ursprünglich kommt, welche Kleidung er trägt oder an was er glaubt, für mich ist wichtig, was für ein Mensch er ist. Unser Fürther Straßenbild ist bunt, unsere Gesellschaft ist es auch und trotzdem - oder auch gerade deshalb -  ist es deutsch, denn unter diesem Oberbegriff, auf diesem Boden und mit dieser Sprache findet alles tolerant zusammen.
Ich fühle mich in dieser Gesellschaft als Deutsche weder an den Rand gedrängt, in meinen Traditionen eingeschränkt, noch abgeschafft sondern wohl und mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich solchen hochgradigen Unsinn höre oder lese.
Wie gestört muss das eigene Selbstbewusstsein und wie gering das eigene, "deutsche" Selbstwertgefühl sein, um zu befürchten, dass eine oder zwei Millionen Flüchtlinge aus aller Welt zwischen 80 Millionen Deutschen zur Abschaffung deutscher Werte und Deutschlands führen könnten? Es ist doch an uns, die angeblich so gefährdeten und wichtigen christliche Werte wie "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und das deutsche Grundgesetz - das übrigens mit Art. 1 (1)  "Die Würde des Menschen ist unantastbar." beginnt - beispielhaft vorzuleben und sie anderen Menschen dadurch als "deutsche Werte"zu vermitteln. Wie schnell und gut sich Fremde in unsere deutsche Gesellschaft integrieren und daran teilnehmen ist, abgesehen von ihrem persönlichen Engagement, primär eine Frage davon, wie unvoreingenommen, freundlich (und somit christlich) wir sie darin aufnehmen - egal welcher Herkunft oder Religion sie sind.

(Quelle leider unbekannt - wer weiß woher es stammt, bitte melden)


Ich kann nachvollziehen, aus welchen Gründen Menschen sich Sorgen machen und wie Ängste vor "dem Fremden" entstehen, halte sie aber für faktisch völlig unbegründet, was den langfristigen persönlichen Wohlstand, die Sicherheit und die deutsche Identität anbelangt und deshalb muss ich für diese unbegründeten Ängste auch kein Verständnis aufbringen.
Gregor Gysi sagte mal "Ich habe meine Weltanschauung entwickelt, indem ich mir die Welt angeschaut habe" und ich bin der festen Überzeugung, dass man auch nur so zu einer wirklichen Weltanschauung gelangen kann - nicht indem man unreflektiert die populistischen, angstschürenden Parolen von narzisstisch motivierten Volksverhetzern nachplappert, sondern indem man sich selbst so gut und breit wie möglich über Fakten informiert, indem man unvoreingenommen raus geht, um die Welt und die Menschen kennenzulernen und sich dann selbst ein Urteil darüber bildet.
Und deshalb schäme ich mich zutiefst für die Fakten verneinende Ignoranz, den Neid, die Zukurzkommermentalität, das Mitläufertum und den Fremdenhass vieler Deutschen, die sie lauthals in die Welt hinauskrakelen, ausleben und dabei behaupten, "Das deutsche Volk" zu repräsentieren, wenn sie von "WIR", "WIR Bürger" und "DAS Volk" sprechen. Ich schäme mich als Deutsche dafür fremd, weil sie es offensichtlich nicht tun.
Ich schäme mich für euch vor allen Menschen dieser Erde, weil ihr Deutsche seid und ich verwahre mich dagegen, dass ihr in meinem Namen sprecht. Ihr habt nicht das Recht zu behaupten, dass eure persönliche Meinung und Weltanschauung die Meinung "des deutschen Volkes" ist, denn ich, meine Freunde und meine Nachbarn sind ein Teil davon und für uns gröhlt ihr nicht. Für UNS Deutsche belagert ihr keine Flüchtlingsunterkünfte und bedroht ihr keine Flüchtlinge, für UNS Deutsche zündet ihr keine Asylbewerberunterkünfte an, für UNS Deutsche sprecht, diffamiert, fordert und hasst ihr nicht. Ihr seid nicht Deutschland, trotz eurer ewig gestrigen Gesinnung. Ich schäme mich für euch. IHR SEID NICHT "DAS VOLK".

Und eure schützenswerten "deutsche Werte"?
Ich würde mir wünschen das wären Freiheit, Weltoffenheit, Mut, Gerechtigkeit, Humanismus, Weisheit, Aufrichtigkeit, Nachhaltigkeit und Kulturwertschätzung. Das sind Dinge, die Stolz wahrlich rechtfertigen. Pünktlichkeit und Fleiss allein... sind ein menschliches Armutszeugnis. Und falls ihr der Meinung seid, dass ihr und das, was ihr öffentlich darstellt, deutsche Werte sein sollen, dann würde ich hoffen, dass die Deutschen aussterben. Bald.
Aber noch hoffe ich darauf, dass Deutschland beweist, dass unsere Bundeskanzlerin Recht hatte mit ihrer Überzeugung, dass WIR das schaffen - eine Aussage, in der großes Vertrauen nicht nur in die wirtschaftliche und organisatorische Potenz unseres Landes, sondern auch und vor allem in die menschlichen Qualitäten der deutschen Bürger liegt. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir dieses Vertrauen auch rechtfertigen.

Was kann jeder tun?
  • Auf Flüchtlinge zugehen, mit ihnen sprechen, sich ihre Geschichte anhören, christliche und deutsche Werte vorleben, anstatt darüber zu lamentieren. Das ist in jeder Stadt möglich, in der Flüchtlinge ankommen und untergebracht werden. Wenn ihr euch unsicher seid, wo und wie ihr vorort helfen könnt, wendet euch an die Stadtverwaltung oder die örtlichen Hilfsorganisationen wie Caritas, Malteser, Rotes Kreuz oder ASB.
  • Hier in Fürth könnt ihr euch an die Flüchtlingshilfe Fürth wenden und auf der Homepage erfahren, wie ihr mit Sach- oder Geldspenden, Wohnraum, einer Arbeitsstelle und auch mit persönlichem Engagement am besten helfen könnt.
  • Wenn ihr Wohnraum habt, den ihr zur Verfügung stellen könnt, vielleicht ein freies Zimmer in eurer WG, könnt ihr euch an "Flüchtlinge Willkommen" wenden.
  • Ihr könnt euch über Blogger für Flüchtlinge bei verschiedenen Aktionen engagieren und Tips für Sachspenden finden.
  • Ihr könnt mit Geld helfen, das direkt in die Flüchtlingshilfe fliesst - zum Beispiel > hier.
  • Ihr könnt vor allem helfen, indem ihr nicht schweigt, sondern Fremdenfeindlichkeit im Alltag entgegen tretet mit einem klaren "Nein" und euch direkt in eurem nachbarschaftlichen Umfeld dafür einsetzt, dass Integration möglich ist.  Ein freundliches Lächeln und ein Gespräch sind ein Anfang.
http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

Ach so:
Und wenn Sachsen die Autonomie durch Abspaltung von der BRD und EU und die Errichtung von Grenzschutzanlagen will, wie durch Frau Festerling (10% für Pegida bei der letzten Bürgermeisterwahl in Dresden) Gestern proklamiert... dann bitte. Willkommen zurück in der DDR.
Die Sachsen, die das nicht wollen, bitte ich aufzustehen, den Mund aufzumachen und viel lauter zu sein als Pegida, um der Welt zu zeigen, dass DAS nicht Sachsen ist.
Pegida, "Wir sind das Volk", Keine Macht den Ignoranten, Deutschland, Rassismus, Rechtspopulismus, deutscher Kleingeist, deutsche Werte, Wer ist das Volk?, Angela Merkel, Flüchtlingskrise, angebliche Islamisierung, Grundgesetz, #bloggerfuerfluechtlinge

Kommentare:

  1. Du hast in diesem Beitrag alles an- und ausgesprochen, was mein Gehirn seit Wochen beschäftigt - danke!
    Was unsere Kanzlerin anbelangt, geht es mir wie dir. Und sollten sie die machthungrigen Männer zu Fall bringen wollen, würde ich das erste Mal in meinem Leben diese Frau wählen, denn auch für mich symbolisiert sie, dass weibliche Politik doch einen Tacken anders ist als die der alten Patriarchen, nämlich menschlicher.

    Wer sich da im Moment im Namen des Volkes aufschwingt, mein Land zu verteidigen, tut es nicht in meinem Namen. Ihresgleichen haben schon einmal unser Land, unser Volk völlig zerstört und gezeigt, dass es ihnen nur um Destruktion geht. Mein Wert ist das Leben an sich. Und das macht mich stark & zuversichtlich.
    Liebe Grüße
    Astrid

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  2. Großartig! Applaus! Mir fehlen die Worte, ehrlich! Du sprichst mir so aus der Seele und hast deine Wut so wunderbar in Worte gefasst, ich bin begeistert! Jedenfalls im Rahmen dessen in dem man in diesem Zusammenhang überhaupt von Begeisterung sprechen kann! Danke!
    Ganz liebe Grüße
    Biggi

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  3. Applaus!

    Gefühlt dem, was ich seit langem zu dieser Thematik lese, höre und fernsehe, was sich seit Wochen zusammen trägt, in Worten, Taten, Zahlen, Begegnungen und Diskussionen, ich würde es nicht hinbekommen es zusammenzufassen. Du hast vieles davon angesprochen, auf den Punkt gebracht, untermauert, ... es tut gut es zu lesen!

    Danke, Katja!

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  4. Katja, Du verstehst es, Dinge auf den Punkt zu bringen. Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Ein sehr guter Text. Danke dafür! Nur der allerletzte Abschnitt brennt mir gerade auf der Seele und macht mich traurig. Ich wohne seit einigen Jahren in Dresden, eine Stadt, in der ich immer leben wollte. Umso mehr bin ich geschockt und beschämt über die Entwicklungen der letzten Monate. Gerade deshalb, versuche ich, Gesicht zu zeigen, gegen jede Art von (Fremden)hass und Ausgrenzung. Es ist schlimm genug, dass besonders Sachsen gerade so ein hässliches Bild von sich zeichnet. Aber beinahe ebenso schlimm empfinde ich es, dass der Blick auf die Menschen hier immer wieder so verallgemeinert wird. All die negative Berichterstattung demotiviert leider so stark, dass ich mich entschlossen habe, von hier weg zu ziehen, unter anderem auch, um nicht mehr sagen zu müssen, dass ich aus Sachsen komme. Denn nein, ich gehöre nicht zu den 10% und ja, es gibt tatsächlich auch hier sehr mutige, kämpfende Bürgerinitiativen, die gerade hier von rechts besonders hart angegriffen werden. Deshalb tut Mut machen gut und Verallgemeinerung sehr weh!

    Liebe Grüße, Marthe

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    1. Liebe Marthe, wie gut ich dich verstehen kann... Aber doch nicht wegziehen, ich lebe zur Hälfte auch in Sachsen und weiß, es ist wie überall: es gibt ja gar nicht "die" Sachsen. Und wir sind auch da geprägt und manipuliert durch die Berichterstattung, die polarisiert, verallgemeinert, fokussiert, gerade so, wie sie es braucht (oder andere es wollen?). Letzte Woche war ich in Leipzig, in der Spinnerei hängt ein so fröhliches "Refugees welcome". Ich habe mich in der Stadt so willkommen gefühlt, egal, wo ich war. Der Geist von Dresden oder Sachsen ist doch nicht das, was einige irrend oder panisch oder fehlgeleitet von sich geben..Und umso wichtiger ist doch, dass auch wir hier sind ;-) Ich liebe Sachsen, habe dort seit Jahrzehnten engste Freunde und nun in Freiberg auch ein halbes "Nest". Herzliche Grüße Ghislana

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    2. Liebe Marthe, mir tut es sehr leid, was die Pauschalisierungen bei dir anrichten. Das sollte nicht sein, denn es liegt wohl auf der Hand, dass in Dresden auch Menschen ohne rechte Gesinnung leben.
      Es tut mir auch leid für diese geschundene, wunderschöne Stadt, dass sie den Rahmen bildet für Aufmärsche jener Kräfte, die seinerzeit den Untergang der Stadt herausgefordert haben.
      Es ist allerdings für jemanden, der tief im Westen in einer ebenso geschundenen alten Stadt lebt, die ( rein äußerlich ) nie wieder so wie früher auferstehen konnte, auch schwer zu verstehen, wie ein solches Gefühl von Nichtbeachtung & Zukurzgekommensein in Teilen Sachsens entstehen konnte.
      Vielleicht bringt die jetzige Situation uns dazu, in einen Dialog & Austausch zu treten, der damals vor 25 Jahren zu kurz gekommen ist.
      Alles Gute!
      Astrid

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    3. Wegziehen heißt den Rechtspopulisten das Feld überlassen - deshalb habe ich große Hochachtung vor all jenen, die sich im Osten darum bemühen zu zeigen, dass Pegida eben nicht ganz Dresden ist, Legida nicht Leipzig und dass dass der Fremdenhass nicht die Mehrheit der Bürger befallen hat. Dass die Presse besonders das öffentlichkeitswirksame Drama zeigt ist die Regel - gerade deshalb ist es so wichtig deutlich zu machen, dass den 10%, die gerne die DDR samt Selbstschussanlagen zurück hätten, hoffentlich 90% gegenüberstehen, die anderer Meinung sind.

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  6. Liebe Katja,
    Danke!
    Das zu lesen tat richtig gut.
    Herzlichst
    Karin

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  7. Wunderbarer Text, vielen Dank.
    Bitte auch einmal Angela Merkel für uns in Österreich.
    Liebe Grüße
    Anneliese

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  8. Danke für all das was vielen Menschen auf der Seele brennt! An vielen Stellen fühlt man sich nur noch umgeben von Hass, Unsicherheit und der Verbreitung dummer Lügen, gleichzeitig machtlos und kraftlos bei dem Kampf gegen Rassismus und falschen Vorurteilen. Dein Text hat mir grad neuen Mut gegeben weiterzukämpfen für Menschenrechte und Menschlichkeit. DANKE ❤

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  9. Ich gebe dir - wie immer - so recht. Selbst mit der kleinen Einschränkung, dass ich Angela Merkel in ihrer betonten Harmlosigkeit besonders misstrauisch gegenüber stehe. Und gestern nach den Nachrichten - als wieder ein Flüchtlingsheim irgendwo in D brannte - dachte ich, ja wie bitter. Und wie traurig, dass in D immernoch so viel rechtes Potenial lebt... nach so langer Zeit.

    Aber gleichzeitig dachte ich auch, (gerade von außerhalb Ds betrachtet), dass es MINDESTENS eine gleichgroße Menge an Menschen gibt, die gerade ehrenamtlich viel, wenn nicht sogar sensationelles leisten. All die Deutschen, die selbst wenn sie beruftstätig sind, dennoch die Zeit finden, sich irgendwie zu engagieren - da freue ich mich als Auslandsdeutsche über meine Wurzeln.

    Ansonsten kann ich mich nur einem Fazit eines Artikels anschließen, den ich die Tage gelesen habe: Klar, schaffen wir das. Die Zeitgeschichte bahnt sich immer ihren Weg und hat noch alles geschafft. Eine Völkerwanderung findet nun mal statt - ganz egal, ob man nun dafür oder dagegen ist.

    Deshalb empfinde ich deine Haltung dazu nicht nur als die menschlichste sondern auch als die vernünftigste...

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  10. Katja, wo nimmst Du nur immer diese Sätze her? Ganz toll geschrieben, als hättest Du meine Gedanken gelesen und endlich mal klar formuliert.

    Vielleicht kennst du sie schon, aber ich möchte Dich gern zu den "Bloggern für Flüchtlinge" einladen - Dein Text ist quasi dafür geschrieben :-)

    Herzlichst, Anne

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  11. Bravo, liebe Katja. Ich bin aus dem kleinen Nachbarland Luxemburg und habe die letzten Wochen und Monate mit Hochachtung auf Deutschland und ihre menschliche Kanzlerin geschaut. Deine Worte sprechen mir aus der Seele.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

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  12. Liebe Katja, ich habe Tränen in den Augen. Ich bin kein Flüchtling und war nie einer. Und doch gibt es so viele Parallelen zwischen der Geschichte der Gastarbeiter damals, als ich nach Deutschland kam, und dem, was heute geschieht. Danke für dein Appell an die Menschlichkeit!
    Herzliche Grüße, M.

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  13. danke katja, du bringst es mal wieder auf den punkt.
    liebe grüße
    andi

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  14. Besser kann man es nicht sagen!
    Danke für diesen Text.
    Herzliche Grüße
    Ina

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  15. Ja, Bravo! Das hast Du gut geschrieben!
    Das Schlimme ist, egal ob in Sachsen oder Bayern, in NRW oder im hohen Norden- dass immer immer die Armen gegen die Armen ausgespielt werden. Ich habe schon zig mal erfahren, dass Leute, die grad gegen Flüchtlinge stänkerten- weil sie angeblich alles bekommen, Müll nicht sortieren....und was sonst noch an bescheuerten Verallgemeinerungen in Umlauf sind- ganz arg anfangen zu staunen, wenn ich sie frage, ob irgendwas besser wird, wenn Arme gegen Arme wettern. und ob sie nicht meinen, dass sie genau das tun, was den Mächtigen und Reichen nutzt- schon immer genutzt hat. Weil die nämlich nichts mehr fürchten als die Solidarität zwischen denen, von deren zu- wenig- haben sie so viel haben.Bisher haben mir alle Recht gegeben und wurden ganz friedlich...
    Und so sehr ich Angelas Merkels"Wir schaffen das" begrüßt habe, genau wie Du, so sehr mißtraue ich ihr nach wie vor. Weil sie nämlich genau diese Mechanismen der Verteilung von Reichtum nicht in Frage stellt. Und weil sie heute in die Türkei fährt und bei diesem Teufel Erdogan darum werben wird, dass er Leute gar nicht erst weiterlässt....
    Ich habe die Nase auch so voll von den Biedermännern und Brandstiftern, dass ich schon gar keine Nachrichten mehr hören mag. Aber ich tus natürlich trotzdem. Und misch mich weiter in das Gestänker von Leuten ein. So hab ich das Gefühl, ein bisschen Denken anzustoßen:-)
    Viele herzliche Grüße von Lisa

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    1. Natürlich bleibt die Frage, ob man einen Pakt mit dem Teufel eingehen darf, um die Türkei ohne Veranlsssung zum sicheren Herkunftsland erklären zu lassen, nur damit man sich noch mehr Flüchtlinge vom Hals hält. Ich finde nicht. Ebensowenig finde ich es legitim mit Assad zu paktieren oder Saudi Arabien Waffen zu liefern - vieles was sie mitträgt finde ich nicht gut.
      Es stellt sich die Frage, welche Kröten man schlucken muss, um möglichst vielen und noch dazu den Richtigen zu helfen? Ich mache mir Sorgen dass sie unter dem öffentlichen Krawall und den organisatorischen Problemen einknickt, um nicht aus den eigenen Reihen überrannt zu werden. Wir werden sehen was passiert und ob ich meinen Respekt, den sie durch die menschlichen Entscheidungen der letzten Monate gewonnen hat, zurücknehmen muss... ich hoffe nicht, denn ich denke, dass es eine menschliche Chance für Deutschland und ganz Europa ist.

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  16. Ich hatte ähnliche Gedanken.
    Toller Text.
    Schöne Grüße
    Jutta

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  17. Super!
    Du hast alles gesagt, was mir in den letzten Wochen durch den Kopf ging. Leider kann ich diese Gedanken nicht so toll wie du ausformulieren.
    Ich hoffe, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung es auch so empfindet und dementsprechend handelt und waehlt.

    LG Elke

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  18. Danke, liebe Katja, für deine so treffenden Worte!
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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  19. Danke, du sprichst mir aus der Seele!

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  20. Dazu kann ich nur schreiben: Bravo, Bravo, Bravo!
    Anne majorahn.
    PS: Bin kein Technik-Freak - aber kann man deinen Beitrag irgendwie teilen?

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  21. Liebe Katja, hach du bist sooo Klasse! Jemand hat vorher geschrieben, dass du Dinge so formidabel auf den Punkt bringen kannst - das stimmt absolut. Ich pflichte dir bei, wir können nicht einfach zu Hause sitzen bleiben und Däumchen drehen. Damit wir dem Herr oder Frau werden, sollte jede/r mit anpacken und unterstützen wo er/sie kann. Herzlichst bjmonitas

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  22. Danke für diesen Text!
    Liebe Grüße
    Mareike

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  23. Liebe Katja,

    ich habe eine Nacht über deinen Beitrag schlafen müssen, er mich gestern hochemotioniert hat. Und weil es sich nicht gut schreiben lässt, wenn man emotional aufgepuscht ist.
    Und nein, ich gehöre jetzt zu all jenen, die sofort und ganz vehement deine Hand schütteln oder uneingeschränkt Beifall klatschen. Eben weil mich das Thema und dein Beitrag einmal mehr stark aufgewühlt haben.

    Eines vorweg:
    Dass wir all jenen helfen müssen, die in Todesangst vor Krieg, Terror und Verfolgung geflohen sind und auf der Flucht ebensolche Todesangst hatten, steht außer Frage. Ebenso, dass die an Kriegsgebiete angrenzenden Staaten dies nicht allein deckeln können/müssen/dürfen.

    Alles andere aber lässt mich insofern hochkochen als dass es nur noch ein Schwarz-Weiß-Denken gibt.
    Entweder dafür oder dagegen.
    Entweder Gagagida oder dagegen.
    Entweder Sachsen oder dagegen.

    So einfach ist das aber nicht!
    Mehrere Jahre lang wurde die Landeshauptstadt CDU.regiert. Jahre, in denen, wenn es darauf ankam, Stirn zu zeigen, die stark engagierten Antipegidas oberseviert und verfolgt wurden, während rechts munter seine Spielchen treiben konnte.
    Dass es hier in Sachsen (bzw. in diesem Fall in Dresden) derart brodelt, verwundert?
    Wohl aber nur den, der weit genug entfernt ist vom alljährlichen Spektakel und Gewese um den 13.Februar, an dem mit aller Macht am Demonstrationsrecht der Rechten festgehalten wurde, um sie nicht in ihrem Grundrechten zu beschneiden, während die Gegenbewegung schon im Vorfeld mit allen möglichen Mitteln bekämpft wurde. Mit Hilfe des Appartes, der regierungsbezogen aufgestellt und geduldet wird.
    Es verwundert nur den, der an einer Politik vorbeischaut, die die Zweiklassengesellschaft fördert.
    Und natürlich, liebe Katja, lässt es den ein oder anderen Dresden (oder gar Sachsen) mutlos werden im Kampf gegen rechts.
    Das rechts Problem haben wir doch seit Jahren hier, seit jahren gehen wir dagegen auf die Straße. Da braucht es keine Flüchtlinge, das kannst du mir glauben!
    Im übrigen haben wir jetzt einen Bürgermeister, der von Pegida empfohlen und gewählt wurde ... der Sachsen aber mithilfe der Flüchtlingspolitik in ein besseres Licht rücken will.
    Dass sich diesbezüglich Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und manchmal auch Mutlosigkeit breitmachen ... ja, ich gebe es zu, das sind durchaus Eigenschaften, die sich in dem ein oder anderen Sachsen breitmachen, während der gegen Pegida kämpft!

    ------ Fortsetzung folgt ------

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    1. Und dann liebe Katja sind da noch Fakten.
      Fakten all jener, die ganz nah dran sind am Flüchltingsthema.

      Da ist der Kollege vom Bau, der mitwirken darf beim Herrichten eines Flüchtlingsheimes in Meißen:
      Ein ehemaliges Studentenwohnheim, aus dem alle Studenten zwangsausquartiert werden, in Bruchbuden, in denen man freiwillig nicht leben möchte, in denen man hofft, aufgrund des Schimmels nicht irgendwann an chronischem Asthma zu leiden.
      Währenddessen das Heim saniert wird, aus dem wirklich ALLES rausfliegt, was für die Studenten gut genug war und in den nächsten Jahren auch weiterhin genügt hätte.

      Da ist die Mitarbeiterin der Sparkasse, die in Altenberg aus einem provisorisch errichteten Tresorraum mit vergitterter Luke heraus das Geld an die Flüchtlinge verteilt, die sich anderntags ein paar Kilometer weiter in Geising anstellen, um den selben Betrag nochmal in Empfang zu nehmen, während sich die dortigen Geldausgeber wundern, dass am Ende des Geldes noch so viele Flüchtlinge übrig sind.

      Da ist der Leiter eines Flüchtlingsheimes, der von meiner Chefin gefragt wird, wo denn die Feuerlöscher seien? Sie sind weggeschlossen, weil alles, was in den Heimen nicht niet und nagelfest ist, demontiert und vertickt wird.

      Da ist die Kirchgemeinde, die, die liebevoll in ihrem kleinen Ort eine Wohnung herrichtet und sich nach Ankunft der Flüchtlinge anhören muss, dass die Matratzen nicht eingeschweißt und neu wären und man ohnehin lieber in einer größeren Stadt leben wolle.

      Da ist die Freundin in Hannover, die arbeitsbedingt mit ansehen darf, wie Sinti und Roma ihre Kinder an ankommende Flüchtlinge "vermietet", damit diese Kindergeld beziehen können.
      Eben jene Freundin, die mit anschauen darf, die wie Dienststelle der Kollegen zur Notunterkunft für ankommende Flüchtlinge deklariert wird und eben durch jene binnen kürzester Zeit wild verwüstet wird.

      Da sind die ersten Frauen in Dresden, die die Erfahrungen machen durften, dass Frauen im Gesellschaftsbild mancher Flüchtlinge nichts wert sind. Ja, Katja, diese Frauen haben Angst, auch wenn sie nicht bei Pegida mitlaufen! Manche Ängste lassen sich nicht schönreden.

      ------ Fortsetzung folgt ------

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    2. Nein Katja, ich bin nicht das vermeintlich rechtsradikale Sachsen, ich bin nicht Pegida und ich bin schon gar nicht rechts.
      Vielmehr bin ich es leid, dass bei dieser Thematik scheinbar wirklich nur ein schwarz-weiß existiert. Wer sich gedanklich in den fifty shades of between aufhält, der ist eben doch schon wieder Pegida oder Sachsen oder rechts oder. Auf jeden Fall aber ein großes Kopfschütteln und sich erklären müssen wert.

      Und weil ich gerade dabei bin:

      Sachsen hat ca. 4.000.000 Einwohner, 10% davon sind 400.000.
      Verbleiben nach Adam Ries 3.600.000, die nicht Gagagida sind, die sich nicht abspalten wollen.
      Ein Teil davon ist vielleicht, vwie zuvor erwähnt, etwas müde im Kampf gegen rechts, weil der sich schon so lange hinzieht und aus politischen Kreisen oft nur verbal unterstützt wird. (Möge es doch endlich anders werden!)
      Da ist es wenig hilfreich, wenn man hört, dass wir das schaffen.

      In einem Beitrag, in dem du dich dagegen verwahrst, dass Pegida in deinem Namen spricht, fühle ich mich angegriffen und bin traurig, sauer, ja auch wütend wenn ich folgendes lese:

      "Und wenn Sachsen die Autonomie durch Abspaltung von der BRD und EU und die Errichtung von Grenzschutzanlagen will, wie durch Frau Festerling (10% für Pegida bei der letzten Bürgermeisterwahl in Dresden) Gestern proklamiert... dann bitte."

      Du nimmst 10% der Sachsen her, um damit alle über einen Kamm zu scheren, genauso wie Herr Fischer, in deinem oben verlinkten Beitrag proforma allen Ost-Bürgern unterstellt, dass "denen die ewigen Werte des Grundgesetzes bis heute ein wenig fremd geblieben sind und die sich mehrheitlich eine Mischung aus allumfassender Sozialfürsorge und totaler Freiheit von irgendeinem wünschen, der "da oben" dafür verantwortlich ist, dass das Heißwasser warm genug, das Bier billig und die Wohnung kostenlos ist."

      Ja Katja, an dieser Stelle muss ich aufstehen und den Mund aufmachen, weil ich jetzt gerade mal nicht in das allgemeine Beifallklatschen hier einstimmen kann und es in meinem Inneren brodelt.

      Liebe Grüße
      Katja




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    3. Ich setz mich mal hier drunter, weil ich das ganze ähnlich sehe.

      Vorweg:
      Ich bin nicht rechts.
      Ich bin weder legida noch pegida noch sonst irgend eine ...gida.
      Aber ich lebe in Sachsen. Und ich stehe dazu. Einfach weil ich gerne in Sachsen lebe. Klar gibts Dinge, die ich nicht gut finde, aber so würde es mir sicher auch gehen, wenn ich in einem anderen Bundesland leben würde.
      Und hier kommt das, was mich sauer aufstößt: Im letzten Abschnitt des Blogeintrages werde ich mit denen, die Negativ-Schlagzeilen machen über einen Kamm geschoren, dabei habe ich nichts damit zu tun.

      Ich bin sehr dafür, denen zu helfen, die keinen anderen Ausweg sehen als die Flucht. Ich bin erschüttert über so viel Grausamkeit auf der Welt, die Menschen aus ihrer Heimat vertreibt. Und ich bin genauso entsetzt über die, die (werdende) Flüchtlingsunterkünfte anzünden oder anderweitig dagegen vor gehen.

      Und trotzdem sehe ich das, was hier passiert sehr kritisch.
      ... Ich denke da beispielsweise an die (in diesem Fall männlichen) Flüchtlinge, die in der Firma eines Bekannten als Arbeiter zugeteilt wurden, aber nicht arbeiten, da sie sich von einer VorarbeiterIN nichts sagen lassen.
      ... Ich denke da an die Flüchtlinge, die die hier bekommenen Lebensmittel, die sie gerade nicht haben wollen, einfach weg werfen (hat eine Bekannte fassungslos miterlebt)
      ... ich denke an die Flüchtlinge, die nur auf der Durchreise durch Deutschland sind und die empfangenen Hilfsgüter, die sie nicht tragen wollen einfach in den nächsten Straßengraben werfen
      ... ich denke an eine Vergewaltigung mitten am Tag (ja, die gab es tatsächlich, eine ehemalige Klassenkameradin ist bei der Polizei) und an eine erstochene, bereits integrierte Asylantin
      ... ich denke an die einseitige Berichterstattung der Presse (Aussage eines Journalisten: "Das kann ich so nicht schreiben, das würde die Politik untergraben!") --> hatten wir nicht Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland?
      ... Ich denke an einen Wohnblock hier im Ort, der für die Flüchtlinge "nicht gut genug ausgestattet" ist

      Ich betone nochmal: Ich bin dafür zu helfen.
      Aber es muss in vernünftigen Bahnen geschehen.
      Und uneingeschränkt alle Flüchtlinge aufzunehmen, die hierher kommen, halte ich für bedenklich.
      Im Blogeintrag heißt es: "Millionen Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, die unserer Sprache noch nicht sprechen, unsere gesellschaftlichen Gepflogenheiten und unser Staats- und Rechtssystem nur ansatzweise kennen und eine andere Religion haben, ist eine ebenso große Herausforderung - eine Herausforderung, die vom Willen und Engagement beider Seiten abhängt und nur dann gelingen kann."
      Und genau da seh ich das Problem: Nicht alle wollen sich der Herausforderung stellen. Und zwar auf beiden Seiten.
      Man muss bereit sein, Hilfe zu geben (immer entsprechend dem, was man geben kann, übernehmen hilft keinem).
      Aber:
      Man muss auch bereit sein, Hilfe anzunehmen. Und zwar uneingeschränkt, genau die Hilfe, die man bekommt, statt sie auszunutzen (Geld mehrfach abholen) oder wegzuwerfen.

      Und es ist bestimmt nicht in Ordnung, alles schwarz oder weiß zu malen, denn es gibt unendlich viele Grautöne dazwischen.

      Trotzdem liebe Grüße von TAC

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    4. Liebe Katja,

      danke für deine Meinung.
      Sachsen steht hier nicht als einzigstes am Pranger, wenn es eben auch das Bundesland ist, in dem Pegida mit Abstand den meisten Zulauf hat. Über das Warum weißt du sicherlich besser Bescheid als ich, Katja, aber es ist eine Tatsache. Dass eine Frau 10% aller Stimmen bekommt, die den Säxit fordert und Grenzschutzanlagen für Deutschland ist auch eine Tatsache. Dass das bedeutet, dass 90% das nicht tun erschließt sich daraus, aber leider sind die 10% so viel lauter und deshalb bleibe ich bei meiner Bitte, dass die 90% bitte lauter sind, wenn sie nicht wollen, dass Sachsen in die rechte Ecke gestellt wird.
      Und ja, all diese von dir beschriebenen Probleme entstehen durch die Menge an Flüchtlingen und bestehen aktuell und werden weiterhin bestehen, das ist ein Fakt. Sie bestehen, weil zwangsläufig unter einer Million Menschen auch der ganz normale Prozentsatz an menschlichen Ausfallerscheinungen dabei ist, vor allem unter denen, die aus rein wirtschaftlichen Gründen kommen, teilweise auch durch klaren Betrug und diese bisher nicht konsequent abgewiesen oder zurückgeschickt wurden. Und trotzdem sind das Einzelfälle. Bezogen auf die Menge an Menschen die kommen und die Enge, in der sie zusammengepfercht werden, sind diese von dir geschilderten Vorfälle nicht überproportional häufig und kein Aufreger in einem Land, in dem unter den Einheimischen Hartz IV-Betrug, Steuerhinterziehung (also Diebstahl) - Mietnomadentum und Fahrerflucht kaum als Kavaliersdelikt gilt. Das heißt nicht, dass man diese Fälle unter den Teppich kehren sollte, man muss sich aber auch nicht daran hochziehen und sie aufpuschen. So wie Pegida aus Sachsen noch keinen braunen Sumpf macht, so machen einige Kriminelle unter den Flüchtlingen nicht gleich alle Flüchtlinge potentiell kriminell und die Situation untragbar. Für die unberechtigten Asylanträge gibt es das verschärfte Asylrecht und für die Straftaten das deutsche Strafrecht.

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    5. Du möchtest nicht mit 10% Pegidaanhängern üer einen Kamm geschoren werden und fühlst dich deshalb angegriffen, wütend und traurig - aber du scherst ohne mit der Wimper zu zucken nicht 10 Prozent, sondern einige Straftäter unter 1 Million Flüchtlingen über einen Kamm um dir eine Meinung zu bilden über ihre "Schädlichkeit". Das ist verflixt mit zweierlei Maß gemessen.
      Was die Länderverwaltungen und Gemeinden teilweise anstellen mit der Entmietung von kommunalen Immobilien ist ein Skandal, da stimme ich dir zu - ein Skandal allerdings, den man nicht den Flüchtlingen in die Schuhe schieben kann und der für mich eine ganz bewusste rechte Zündelei ist, denn dass man damit die Bevölkerung gegen Flüchtlinge aufbringt, ist vorhersehbar. Und dass es perfekt gelingt, sieht man an deiner Beschreibung dieses Falls - für die deutschen Studenten war es ja wohl gut genug, für die Flüchtlinge muss jetzt alles toll gemacht werden - das ist ehrlichgesagt genau das Horn ("wir kriegen nichts und die kriegen alles"), in das ich gestoßen habe. Die unteren Einkommensgruppen werden gegeneinander ausgespielt.
      Komischerweise wird das mit den Entmietungen und Enteignungen hier in der Region trotz größter Raumnot nicht gemacht (wir haben eine der zwei Erstaufnahmeeinrichtung in Bayern hier, die inzwischen noch 2 Ausweichstellen hat) und ich bin mir auch sicher, dass niemand auf den Gedanken käme, denn es wurden bisher immer andere Lösungen gefunden. Hier werden auch die Erstaufnahmestellen nicht geplündert (natürlich gibt es Feuerlöscher) oder verwüstet (ich weiß das, ich hab da drin mitgearbeitet), keine Supermärkte leergeklaut, niemand muss extra hinter Gittern sitzen für Auszahlungen (Security gibt es immer wo Geld im Spiel ist), es gibt keine sexuellen Übergriff durch Flüchtlinge und als deutsche Frau wird man auch nicht mehr angepöbelt als früher, vor allem nicht von Flüchtlingen.
      Haben wir in Bayern dann generell andere Flüchtlinge als in Sachsen? Ich finde das - gerade bei unserer Landesregierung, die sich mit Freude auf jede kriminelle Strafttat von Flüchtlingen werfen würde, um sie politisch auszuschlachten - sehr unwahrscheinlich.
      Vielleicht hat menschliches Verhalten und die Bewertung von menschlichem Verhaltem auch etwas damit zu tun, wie voreingenommen oder unvoreingenommen man Menschen begegnet und ob man ihnen das Schlimmste zutraut und erwartet, oder das Bestmögliche unter den gegebenen Umständen?

      Gruß, Katja

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    6. Liebe Katja,

      ich schiebe weder den Flüchtlingen die Entmietungsskandale in die Schuhe, noch mache ich aus "Einzelstraftätern" die von dir angesetzte 1 Million geschweige denn pusche ich.

      Mit keiner Silbe habe ich erwähnt, dass ich die Flüchtlinge für schädlich halte. Ich habe Erfahrungen in den Raum gestellt. Aber gut zu wissen, was du alles so in diesen Zeilen lesen kannst.

      Spannend auch dein letzter Absatz mit der Voreingenommenheit.
      Vielleicht sollte nicht nur ich diesen Absatz nochmal ganz langsam lesen ...

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    7. Wenn du "die Flüchtlinge" nicht für schädlich hältst und die Vorurteile gegen sie nicht puschen willst, warum führst du dann explizit an, wo sich Flüchtlinge überall deines Wissens nach danebenbenommen haben oder straffällig geworden sind? Warum führst du nicht auch all die Dinge an, womit gleichzeitig Sachsen in Sachsen negativ auffällig wurden, was sicherlich deutlich mehr Straftaten und Respektlosigkeiten sein dürften? Das wäre doch dann wirklich objektiv?
      Nein, dass du Flüchtlinge für schädlich.. und undankbar, respektlos, frauenmissachtend, verbrecherisch und bevorzugt hältst, hast du mit keiner Silbe erwähnt - du hast es nur ausführlich aufgezählt.
      Gruß, Katja

      Gruß, Katja

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    8. Katja, wir alle kennen das deutsche Strafrecht, in dem der Kinderschänder wegen guter Führung frühzeitig entlassen wird, in dem rechtsextremistische Taten geschönt oder gar unter den Teppich gekehrt werden, in dem der Autofahrer, der aus menschlichem Versagen heraus einem anderen das Leben nahm, manchmal länger einsitzt als eben jene vorgenannten Schwerverbrecher.
      Wir kennen eine Asylpolitik, in denen Familien, die seit mehr als einem Jahrzehnt hier in Deutschland leben, deren Kinder ihr Heimatland auf dem afrikanischen Kontinent noch nie gesehen haben, Menschen , die hier arbeiten und integriert sind, abgeschoben werden, weil ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde feststellt "Oh hups, in drei Monaten ist die Frist zur Abschiebung abgelaufen. Dann mal schnell noch raus mit denen!".
      Oder der afrikanische Musiker und Trommellehrer, der in Berlin auf dem Weg der Abschiebung kollabieren muss, damit man seine Todesangst wahrnimmt, die ihn beherrscht, weil er um seinen sicheren Tod weiß, wenn er in Luanda aus dem Flugzeug steigt, der heiraten muss, um hierbleiben zu können.
      Sind das auch nur Einzelfälle, die doch unter den vielen anderen positiv bestatteten Asylanträgen nun wirklich nicht ins Gewicht fallen?
      Und wenn wir bei Menschlichkeit sind ... darf ich mir in der großen weiten Welt, in der wir uns eine große bunte Gemeinschaft wünschen (die 10% Gagadidas nehme ich jetzt mal aus), nicht aussuchen, wo ich leben und arbeiten will. Wieso nicht?
      Wenn ich doch zum Arbeiten komme und somit auch Steuern zahle, darf ich dann bleiben, auch wenn ich "nur" ein Wirtschaftsflüchtling bin? Wieso nicht? Hat mein Wunsch nach der Möglichkeit eines besseren Lebens, vorallem für das meiner Familie, die ich zurücklassen musste, nicht die gleiche Berechtigung wie die eines Flüchtlings aus einem Kriegsgebiet? Wieso nicht? Es geht in allen Fällen um die Würde des Menschen. Mal mehr, mal weniger.

      Das Thema ist nicht schwarz-weiß, Katja und wer sich in den fifty shades of between bewegt ist noch lange kein Rassist, wie du es schreibst, hat vielleicht noch nicht mal eine festgefahrene Meinung in irgendeine Richtung sondern stellt sich und anderen Menschen einfach Fragen.

      "Liebe deinen Nächsten!"
      "Auch wenn der Fragen stellt?"
      "Hast du was an den Ohren?"

      .......

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    9. Liebe Katja (noz!),

      ich habe mal versucht, die Graustufen zu erkennen. Das sind nach Deiner Aussage
      a) dass in Sachsen zu wenig gegen die Rechten unternommen wurde und viele Leute deshalb "mutlos" werden. (Mir ist hier ehrlicherweise Deine Aussage total unklar. Ist das der Grund, weshalb Leute nun für Pegida auf die Straße gehen?)
      b) dass Flüchtlinge viele schlimme Dinge tun.
      c) dass die Sachsen doch bitte an den 90% gemessen werden sollen, die nicht für Pegida auf die Straße gehen.

      Tut mir leid Katja, aber Deine Grautöne habe ich wohl verpasst, die finde ich hier in keiner Zeile. Und eine lange Auflistung von Straftaten von Flüchtlingen damit abzuschließen, dass Du "mit keiner Silbe" erwähnt hättest, dass du Flüchtlinge für schädlich hälst - vielleicht schläfst Du lieber noch eine Nacht drüber und liest Dir dann Deinen eigenen Text nochmal durch. Und erklärst uns dann, weshalb Du diese Auflistung überhaupt gemacht hast. Einzelne Straftaten als Beispiele für die Charakterlosigkeit ganzer Völker heranzuziehen war ja hoffentlich nicht Deine Idee von Grau.

      Und ich habe noch eine Frage an Dich: Hast Du mal Kontakt mit Flüchtlingen gehabt? Mir scheint, da spricht sehr viel Angst und Unwissenheit aus Deinen Zeilen. Wer Kontakt z.B. gerade zu Syrern hatte in diesen Tagen berichtet eigentlich nur Positives. Ich kann mir z.B. sehr gut vorstellen, von syrischer Kultur zu profitieren, ganz abgesehen von der ohnehin notwendigen neuen Menschenkraft aufgrund der von der Raumfee angesprochenen demografischen Probleme.

      In einem übrigens muss ich der Raumfee wiedersprechen: Nein, es erschließt sich nicht, dass 90% keine Pegida-Anhänger sind. Das erschließt sich für mich erst, wenn 90% ihre Stimme gegen Pegida erheben, aber ich bezweifle stark, dass in den 90% nicht wenige stille Anhänger von Pegida dabei sind (genau wie derzeit überall in Deutschland).

      Ein Mensch wird nicht an seinen besten sondern an seinen schlechtesten Taten gemessen. Das gilt ebenso für Menschengruppen, Völker, Familien. Und für Flüchtlinge, ganz offensichtlich.
      Ich schäme mich als Berlinerin, dass hier mitten in der Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt Menschen nachts auf der Straße frieren müssen. Würde mir das jemand persönlich vorwerfen, ich würde es verstehen.
      Und ich finde es wahnsinnig interessant, welche Sachsen sich für ihr Bundesland schämen und welche ihres verteidigen mit all den gegenwärtigen Vorgängen, so wie Du. Nein Katja, das kann ich ganz und gar nicht verstehen.

      Liebe Raumfee, Du hast an so vielen Stellen so viel ausgesprochen von dem, was in meinem Kopf ist und ich nicht hinbekommen habe zu formulieren, danke dafür.

      Inka

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    10. Liebe Inka,

      a) Es könnte eine gewisse Mut-Rat-Hilfelosigkeit der Grund dafür sein, weshalb nicht genügend Menschen GEGEN Pegida auf die Straße gehen. Könnte. (Ich bin nicht allwissend.)
      Das der Umkehrschluss gleich bedeuten muss, dass sie nun für Pegida auf die Straße gehen, ist erstaunlich. Oder eben auch nicht, denn damit wären wir wieder bei schwarz-weiß.

      b) Es dürfen nur positive Dinge beim Namen genannt werden?

      Wenn der Nazi gegen meine afrikanischen Freunde pöbelt, wenn sie in Deutschland Ausländer und Deutsche jagen, weil ihnen deren Gesicht nicht gefällt oder weil ein Obdachloser in ihren Augen ein Schmarotzer ist, dann bekommt das (zu recht) einen Namen und möglichst ein Gesicht des Bösen.
      Umgekehrt gibt es das nichts Schlechtes?

      Interessant! Und beruhigend zu wissen.

      c) Du kannst von mir aus was du willst messen an wem du willst, aber ich möchte, wenn es Katja sich erlaubt zu sagen, dass sie nicht in ihrem Namen sprechen, ebenso das Recht haben zu sagen, dass sie es auch nicht in meinem Namen tun!

      Du möchtest mir jetzt also sagen, dass ich mich für mein Bundesland schämen soll? Spannend.
      Das nenne ich Reduktion aus das Wesentliche!
      Ich bin sehr gerührt, dass du keinerlei Vorurteile hast.
      Daran werde ich mir eine große Scheibe abschneiden, wenn ich nochmal eine Nacht darüber schlafe, ob Sachsen nicht vielleicht doch noch ein bisschen mehr zu bieten hat als Pegida & Co.

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  24. Es ist jetzt schon nicht zu schaffen, weil Unterbringungsmöglichkeiten fehlen.
    Es dauert jetzt schon bis zu zwei Monaten, um einen Flüchtling überhaupt zu registrieren !
    Erst wenn er registriert ist, wird ihm eine „feste“ Unterkunft zugeteilt und ein Taschengeld ausgezahlt.
    Keiner der Flüchtlinge spricht deutsch. Es stehen schon jetzt nicht genügend Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen man den Flüchtlinge die deutsche Sprache beibringen könnte.
    Lt. Aussage des Bundesarbeitsministeriums sind nur 10% der Flüchtling qualifiziert genug, um in eine Arbeitsstelle vermittelt zu werden. Was geschieht mit den restlichen 90 % ?
    Viele von ihnen sind schlecht ausgebildet und oft sogar Analphabeten. Syrische Flüchtlinge
    kennen nur arabische Schriftzeichen. Selbst die, die bereits seit einem Jahr in Deutschland leben, können sich zwar inzwischen verständigen, aber weder lesen noch schreiben und sind daher nicht in Jobs vermittelbar.
    Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bevor eine Entscheidung über einen Asylantrag gefällt wird. Wird eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt, hat ein Flüchtling Anspruch auf eine Wohnung, eine Wohnungseinrichtung mit allem, was dazugehört – von Tisch, Bett, Sitzgelegenheit bis hin zu Tassen und Tellern. Der Flüchtling bekommt Hart IV und Kindergeld. Die Miet- und Heizkosten werden vom Sozialamt übernommen. Das Kindergeld beträgt: Kinder von 0 bis einschließlich 5 Jahre = 234 Euro, Kinder von 6 bis einschließlich 13 Jahre = 267 Euro, Kinder von 14 bis einschließlich 17 Jahre = 302 Euro.
    Das Bauministerium geht von einem Bedarf bis 400 000 neuen Wohneinheiten pro Jahr aus. Allein in diesem Jahr fehlen schon 700.000 Wohnungen.
    Mindestens 300 000 Flüchtlinge, die 2015 zu uns kommen, sind schulpflichtig. Es werden zusätzliche 1000 Neubauten bzw. Schul-Ausbauten sind nötig.
    Mehr als 20 000 neue Mitarbeiter Beamte und Angestellte werden im öffentlichen Dienst benötigt. Das fordert der Beamtenbund, da man sonst der Lage nicht Herr wird.
    Lt. Aussage der Deutschen Polizeigewerkschafft werden ca. 15 000 zusätzliche Stellen bei der Polizei benötig, um die innere Sicherheit weiter zu gewährleisten.
    Der Städte- und Gemeindebund verlangt 50 000 neue Sozialarbeiter, die notwendig sind, damit die Integration gelingt.
    Laut Statistischem Bundesamt kommen derzeit auf 10 000 Einwohner 40 Ärzte. Zur Versorgung von 1,5 Millionen Flüchtlingen fehlten bis zu 6000 Ärzte. Auch sind 10.000 weitere Krankenhausbetten nötig.
    Das Familienministerium rechnet mit 110 000 Flüchtlingskindern (unter 6 Jahren) dieses Jahr. Es werden 68 000 zusätzliche Kita-Plätze benötigt.
    Das alles zu schaffen ist schon eine Mamut- Aufgabe – es kommen aber praktisch jeden Tag bis zu 10.000 neue Flüchtlinge hinzu. Da stellt sich mir schon die Frage, wie Angela Merkel das finanziell und ohne Steuererhöhungen, höhere Sozialabgaben und höhere Krankenkassenbeiträge schaffen will.

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    1. (Leider konnte ich den kompletten Text nicht einfügen, daher hier der 2. Teil)

      Nicht geschafft hat sie es bis jetzt, andere europäische Staaten, die USA oder die reichen Golfstaaten davon zu überzeugen, sich anteilmäßig am Flüchtlingsstrom zu beteiligen.
      Nicht geschafft hat sie es als mächtigste Frau der Welt, in den letzten Jahren, die vielen Mittelmeertoten zu verhindern. Erst als, die Flüchtlinge vor der eigenen Türe standen, ist sie tätig geworden.
      Sie wird es auch nicht schaffen, den Flüchtlingsstrom einzudämmen, schon gar nicht die Millionen Afrikaner – oder die Klimaflüchtlinge, die schon in den Startlöchern auf dem Weg nach Europa stehen.
      Es gehört schon ein wenig Blauäugigkeit dazu, wenn man glaubt, das alles sei zu schaffen, ohne dass bei den Flüchtlingen selbst die Geduld reißt. Insbesondere bei den vielen jungen Männern, die es gewohnt sind, dass sich der Stärkere durchsetzt.
      Ein großes Herz und Toleranz sind großartige Werte, aber ein großes Herz und Toleranz können auch sehr schnell ausgenutzt werden, wenn man es mit der Großherzigkeit übertreibt.
      Außerdem bin ich der Meinung, dass man in einem demokratischen Land auch seine Bedenken äußern darf, ohne gleich in die sogenannte rechte Ecke gedrängt zu werden.
      Um mich über die rechten Dumpfbacken zu äußern, ist mir meine Zeit und jedes Wort zu schade.
      • Auf Flüchtlinge zugehen, mit ihnen sprechen, sich ihre Geschichte anhören, christliche und deutsche Werte vorleben, anstatt darüber zu lamentieren.
      Dazu müsste ich arabisch lernen, denn kaum eine/r spricht deutsch und nur sehr wenig sprechen englisch, was die Kommunikation sehr erschwert.
      Es ist vielleicht zu schaffen – fragt sich nur wann und in welchem Jahrzehnt ?
      Man stelle sich nur vor, es kommen wirklich jedes Jahr 1 Millionen Flüchtlinge hinzu !

      Viele Grüße
      Laura

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    2. Liebe Laura,
      wozu soll es dienen, Zahlen und Aussagen - viele davon sind übrigens Unsinn oder nicht korrekt zitiert und damit in der Aussage verfälscht - aufzulisten als Beweis... wofür eigentlich? Dass es eine unglaubliche innen- und außenpolitische Aufgabe ist, vor der Deutschland und ganz Europa steht? Genau das habe ich geschrieben.
      Dass ganz viele neue Stellen geschaffen werden und sehr viele Wohnungen und Gemeinschaftseinrichtungen gebaut werden müssen? Genau das habe ich geschrieben. Dass es zu Spannungen unter Menschen kommt, die zu tausenden auf kleinem Raum ohne Privatsphäre zusammengepresst sind? Ja, das ist völlig normal und wer glaubt das ginge ohne ist tatsächlich blauäugig. Dass die Flüchtlinge zu integrieren (darunter fällt auch Deutschunterricht und Unterricht über Deutschland) notwendig ist und auch das viel Geld kosten wird? Genau das habe ich geschrieben. Dass Frau merkel es nicht schaffen wird, die Flüchtlingsströme einzudämmen? Auch das ist richtig und mit "wir schaffen das" nicht gemeint - denn wir haben ein Grundgesetz, das auf der Basis der Mesnchenrechte das Recht auf Asyl (ohne Obergrenzen) garantiert und Europa hat 13.000km offene Außengrenzen. Die Flüchtlinge werden also so oder so kommen, wenn die Fluchtursachen nicht beseitigt werden, also primär durch Beendigung die Bürgerkriege in Syrien, Afghanistan, Afrika. Ansonsten müsste man Deutschland oder Europa mit Grenzschutzanlagen versehen wie von Pegida gefordert und dafür das Grundgesetz sowie das EU-Recht ändern und das halte ich für ausgeschlossen.
      Also ja, es werden noch viel mehr Flüchtlinge kommen, womöglich noch mehrere Millionen und das werden weder partielle Grenzzäune, noch Transitzonen oder Grenzkontrollen verhindern. Und ja, die Logistik der Unterbringung und Integration funktioniert schon jetzt nicht so wie wünschenswert, weil das alles bei dieser Menge an Menschen in kurzer Zeit nicht so schnell umsetzbar ist wie notwendig und das produziert eine Menge Schwierigkeiten und riesige logistische Herausforderungen.
      Jetzt können wir uns hinstellen und demonstrieren und jammern und Bedenken äußern und uns beklagen und anklagen, oder wir können versuchen das zu akzeptieren was wir eh nicht ändern können, das Gejammere mal stecken lassen und das Bestmögliche daraus machen, was eben Unperfekterweise in dieser Situation möglich ist. Das gilt für Politiker wie jeden einzenen Bürger und Flüchtling. Und ja, ich bin mir absolut sicher, dass das zu schaffen ist - wenn man will und nicht rumbockt und rumheult, sondern auch mal Veränderungen und Herausforderungen annimmt und alle zusammenhelfen. Unsere europäishe Geschichte hat immer wieder bewiesen, dass sie mit großen Wanderungsbewegungen klarkommt.
      Zur Straffälligkeit einzelner Flüchtlinge habe ich dem Kommentar auf Katja schon was geschrieben.

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  25. Und ja, natürlich darf jeder seine Bedenken äußern wie er will, das ist sein Recht - aber ich muss trotzdem kein Verständnis dafür aufbringen, das ist mein Recht. Und keinerlei Verständnis habe ich vor allem für das Behaupten angeblicher Fakten zur Untermauerung der eigenen Meinung, die so nicht stimmen und genau jene rassistische Zündeleien sind, die ich meine. Frau Nahles sagte zum Beispiel, dass 10% der Flüchtlinge nicht die Voraussetzungen mitbringen, um DIREKT in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden zu können (mal abgesehen davon, dass sie gar nicht dürfen) - weil sie erst mal Deutsch lernen müssten. Das ist nicht gleichbedeutend damit, das 90% generell nicht werden arbeiten können. Das Kindergeld beträgt in Deutschland übrigens für Deutsche wie für anerkannte Flüchtlinge derzeit für das erste Kind 188 Euro, für das dritte 194 Euro und für alle weiteren 219 Euro. Flüchtlinge bekommen nach Anerkennung auch bei Hartz IV nicht mehr Geld und Sachleistungen als deutsche Bürger, bis zur Anerkennung als Flüchtling sogar weniger. Deine Aussage "Syrische Flüchtlinge kennen nur arabische Schriftzeichen. Selbst die, die bereits seit einem Jahr in Deutschland leben, können sich zwar inzwischen verständigen, aber weder lesen noch schreiben und sind daher nicht in Jobs vermittelbar." - ist schlichtweg verallgemeinernder Unsinn. Die meisten syrischen Flüchtlinge ab Teenageralter (zumindest die vielen, denen ich bei meiner ehrenamtlichen Arbeit begegnet bin) sprechen Englisch, weil sie das an der Schule gelernt haben und können somit auch lateinische Schrift. Hier gibt es auch genug Räume für Deutschunterricht und genug freiwillige Lehrer - und vor allem Schüler, die unbedingt Deutsch lernen wollen. Natürlich kann kaum ein Flüchtling Deutsch, wenn sie hier ankommen, aber sie lernen sehr schnell. Die Afrikaner übrigens auch und ansonsten klappt die Verständigung auch mit Händen und Füssen ganz gut... wenn man will. Man muss sich nicht mit Ausrufezeichen und Konjunktiv vorstellen wie es wäre, wenn jedes Jahr 1 Million Flüchtlinge dazukommen - denn das wird so oder so passieren.
    Du willst nicht in die rechte Ecke gedrängt werden - aber mit vielen deiner Aussagen hast du dich leider selbst dorthin begeben.
    Gruß, Katja

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    1. 10% der Sachsen laufen jemandem hinterher, der sich für die Abspaltung Sachsens von der BRD und der EU ausgesprochen hat. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass 90% dies nicht wünschen!

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    2. Ah .. ok... dann wünschen sich also noch mehr als 10% der Sachsen den Säxit? Das würde bedeuten, ich war bezüglich meiner Meinung über die politische Ausrichtung Sachsens zu optimistisch?

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    3. Danke Katja, für diesen Spaß ... du weißt, wie ich es meinte.

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    4. Liebe Katja,
      das Flüchtlingsthema ist einfach zu umfassend, als dass man es hier im Kommentarbereich deines Blogs diskutieren könnte. Da selbst unser Land bei diesem Thema gespalten und unterschiedlicher Ansicht ist, wird es hier im Blog nicht viel anders sein, wobei sich diejenigen, die anderer Meinung sind als du, wohl eher zurückhalten.
      Mir ging es darum zu verdeutlichen, dass es angesichts der enormen Herausforderung und Kosten, die diese Anzahl von Flüchtlingen für unser Land darstellt, eben nicht so einfach zu bewältigen ist, wie es von vielen Politikern, allen voran Angela Merkel und den Medien, suggeriert wurde und teilweise immer noch wird.
      Was anderes soll sie, Angela Merkel, denn auch sagen? Etwa „Wir schaffen es nicht“ ? Ihr bleibt ja jetzt nichts anderes mehr übrig, als diese Parole ständig zu wiederholen. Sie weiß sehr wohl, dass Deutschland es nicht alleine schaffen kann und schaffen wird, jedes Jahr eine solch enorme Anzahl von Flüchtlinge in dieses Land zu integrieren. Nur, das kann sie natürlich nicht öffentlich zugeben.
      Ich bin es einfach leid, dass sowohl die Medien, als auch viele Politiker diese Flüchtlingskrise schönreden und somit die Bürger für dumm verkaufen. Wobei die Medien inzwischen ihr Fähnchen wieder mit dem Wind drehen. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren und darauf, w i e das alles (Wohnungen, Jobs, Schulen, Kita-Plätze, Lehrer, Ärzte, Deutsch- und Integrationskurse u.s.w., u.s.w.) geschafft werden soll; wie dieser angebliche Plan von Angela Merkel schlussendlich aussieht. Bisher scheint dieser Plan ein Geheimnis zu sein.
      Ich habe weder gejammert, noch rumgeheult oder rumgebockt, sondern lediglich darstellen wollen, dass die Bewältigung all dessen, was ich ausgeführt habe, meines Erachtens ein Riesenproblem darstellt, welches mir Sorgen bereitet. Hinzukommt die scheinbare Überforderung, die Plan- und Hilflosigkeit, die unterschiedlichen Standpunkte der Regierenden, die nicht gerade dazu beitragen, mein Vertrauen in die Politiker zu stärken.
      Traurig finde ich allerdings, dass du mir anhand einiger Äußerungen – ohne mich persönlich zu kennen -, eine rechte Gesinnung unterstellst. Gerade von dir hätte ich mehr Toleranz und „Nächstenliebe“ erwartet. Ich jedenfalls respektiere deine Meinung und nehme auch die Bedenken und Ängste der Bevölkerung ernst. Mich ausdrücklich von den rechten Dumpfbacken zu distanzieren, sollte ich nicht erwähnen müssen, da es für mich selbstverständlich ist. Diesen Dumpfbacken wird meiner Meinung nach, eh schon viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.
      Abschließend kann ich nur hoffen, dass meine ganz persönlichen Befürchtungen, nämlich dass es in diesem Land zu Spannungen und Konflikten kommen kann, (was ja sowohl bei den hässlichen Fratzen, als auch in einigen Flüchtlingslagern bereits der Fall ist), unbegründet bleiben.
      In diesem Sinne wünsche ich dir und uns allen, dass es in diesem Land friedlich bleibt, die Menschen einander mit Respekt begegnen und Nächstenliebe walten lassen.
      Viele Grüße
      Laura

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    5. Nein, Katja, tatsächlich weiß ich inzwischen nicht mehr, wie du es meinst. Erst rechtfertigst du den Rechtsruck in Sachsen als unabdingbare Folge der CDU-Regierung, auch pauschale Vorurteile und Bedenken gegen Flüchtlinge und belegst sie mit vielen "Fakten", die darstellen, wie und wo sich Flüchtlinge überall daneben benehmen, kriminell werden oder wirtschaftlich bevorzugt werden, beklagst auf meinen Einwand hin, dass für straffällige Flüchlinge das Strafgesetzt verantwortlich ist, dieses wäre doch nicht hart genug - erklärst aber, du wärst gegen Rechts und beschwerst dich über die Abschiebung von Asylbewerbern und Wirtschaftsflüchtlingen. Das ist nicht Grauzone, das ist komplett paradox.
      Sind dann in deinen Augen nur generelle Bedenken gegen muslimische Flüchtlinge gerechtfertigt oder nur gegen Kriegsflüchtlinge? Gegen Wirtschaftsflüchtlinge oder gegen afrikanische Flüchtlinge aber nicht? Oder ist Flüchtlingen nur dann vorurteilsfrei zu begegnen und sind sie nur dann aufzunehmen, zu schützen und einzubürgern, wenn sie aus Afrika kommen und du mit ihnen befreundet bist? Araber nein, Afrikaner ja?
      Nein, ich verstehe nicht genau, was du jetzt meinst. Für mich ist erst mal jeder Flüchtling gleich und hat ein recht auf Asyl, wenn er vor Krieg oder Lebensgefahr flieht. Dazu bin ich für legale Möglichkeiten der Einwanderung (also auch aus wirtschaftlichen Gründen), wie jetzt für Balkanstaaten gewährt, aber daran hapert es leider noch weltweit, da gege ich dir Recht.
      Dass in Asylverfahren seit Jahren schlechte Entscheidungen getroffen wurden, dass die vor allem viel zu lange dauern, dass das Arbeits- und Integrationsverbot bis zur Entscheidung großer Mist ist und es unter den Mitarbeitern der Asylbehörden kaltschnäuzige Vollpfosten gibt, das habe ich nicht abgestritten. Dafür wurde ein neues Asylgesetz verabschiedet, das genau das hoffentlich schneller regelt, wenn auch leider nicht das Arbeitsverbot. Ob das Gesetz Verbesserungen bringt, wird sich zeigen müssen. Eine legale Einwanderungsmöglichkeit finde ich übrigens absolut wünschenswert und notwendig.
      Aber wie deine Haltung aus deinen ersten Kommentaren, in denen du mit "Fakten" die pauschalen Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen rechtfertigst und die Haltung deines letzten Kommentars, indem du es empörend findest, dass Flüchtlinge abgeschoben werden (sofern du die Einzelfälle kennst) zusammenpassen, das verstehe ich wirklich nicht, denn das hat auch mit Grauzone nichts mehr zu tun.

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    6. Liebe Laura,
      du schreibst "Mir ging es darum zu verdeutlichen, dass es (...) eben nicht so einfach zu bewältigen ist, wie es von vielen Politikern, allen voran Angela Merkel und den Medien, suggeriert wurde und teilweise immer noch wird."
      Aber genau das ist doch der Punkt, der nicht stimmt. Es wird gar nichts verharmlost, vor allem nicht von Frau Merkel. Auch sie, aber nicht nur sie haben immer wieder betont, dass Deuschland nicht alleine alle Flüchtlinge aufnehmenn kann, dass die ganze EU sich daran beteiligen muss und welch gewaltige Herausforderung das für Deutschland darstellt, auch wie dankbar sie der deutschen Bevölkerung ist, dass diese mit so großer Zahl einspringt, wo die Behörden einfach komplett überfordert sind. Es wurde finanzielle Unterstützung für die Länder bereitgestellt - nicht zum Spaß und um Flüchtlinge nur zu füttern, sondern um eben genau die Stellen zu schaffen und Fachkräfte einzustellen, die notwendig sind. Weil natürlich klar ist, dass die Länder das nicht alleine und mit dem wenigen Personal schaffen können. Jeden Tag treten dutzende Politiker vor die Presse und reden über die Probleme und über Kapazitätsgrenzen und noch mehr selbsternannte Experten werfen mit drohenden Szenarien um sich, die sich dann als völliger Humbug herausstellen (wie der Chef der Polizeigewerkschaft, dessen Aussagen zu kriminellen Umtrieben in Flüchtlingsunterkünften von den meisten Landespolizeien erstaunt vernommen und inzwischen dementiert wurden) oder unser Innenminister, der gerne jeden einzelnen aus dem Ruder laufenden Flüchtling als Respäsentant des Gesamtflüchtlingscharakters darstellt und damit in seiner Position auf eine Art und Weise die Vorurteile und Ängste der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen anschürt, die einfach völlig unverantwortlich ist. Die Menschen nehmen für bare Münze, was Politiker öffentlich von sich geben und viele auch, was die Presse schreibt. Dabei gehen dann wichtige Details verloren und verbreiten sich dann viele Gerüchte, als wären sie unumstößliche Wahrheit - was sie aber eben nicht sind. Du hast viele davon aufgezählt, wie z.B. dass Syrer nur arabische Schriftzeichen lesen könnten. Das ist schlicht falsch. Aber mit solchen Aussagen schürt man Angst und Ablehnung und sie lassen eine sowieso schon große Aufgabe unlösbar erscheinen. Ich habe keinen Politiker vernommen, der behauptet hätte, dass wir das ganz locker schaffen - aber dass wir es schaffen, darin gebe ich ihnen Recht.
      Das Problem mit der rechten Ecke ist, dass das Aufgreifen und Weiterverbreiten von Horrorszenarien, Gerüchten und Halbwahrheiten über Flüchtlinge und die Folgen derer Aufnahme eben dazu führt, Fremdenfeindklichkeit und rechte Radikalisierung bei anderen zu schüren. Und insofern müssen sich die Personen, die das warnend tun und nicht, weil sie Lösungen dafür finden wollen und sich an die Umsetzung machen, den Vorwurf gefallen lassen, rechts zu zündeln - ob sie sich nun selbst dort einordnen würden oder nicht.
      Dass die Politik bisher noch keinen Aktionsplan veröffentlicht hat, was alles konkret angeschoben wird im Hinblick auf personelle Verstärkung bei Polizei, Schulen, Kindergärten, Sozialarbeitern und im Bereich des Wohnungsbaus liegt meiner Meinung nach daran, dass auch dort alle überfordert sind. Dass sie hier nicht in die Pötte kommen kann man ihnen tatsächlich vorwerfen, weil man sich von einer Regierung mehr Effektivität, schnelleres Handeln und eine bessere Informationspolitik wünscht. Lösungen statt Jammern.

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    7. Man versteht ohnehin immer nur das, was man verstehen will.
      Bringt es dich jetzt durcheinander, wenn ich dir schreibe, dass sich unter meinen Freunden und Bekannten auch Muslime befinden?
      Wenn ich oder z.B. Laura Zahlen und Einwände bringen, die du als nicht ausreichend belegt ansiehst und für die du keinerlei Verständis aufbringen kannst, sind sie nichtig, nimmt man Beispiele aus dem eigenen Umfeld, heißt es, ich schütze nur die, die aus Afrika kommen und meine Freunde sind.
      Katja, man kann es sich schön/schlecht/hoch oder niedrig reden.
      Vorurteile hegst du genauso anderen Menschen gegenüber, wie du es mir oder Laura unterstellst und deine Toleranz endet an der Stelle wo dein eigenes Verständnis aufhört. Das hat dann nichts mehr mit Aufeinanderzugehen und in den Dialog kommen zu tun.
      Aber stimmt, darum ging es ja auch nicht wirklich.
      Ich vergaß.
      Es ging ja darum, dass Sachsen sich ruhig abspalten darf.
      Ich geh jetzt mal tief in mich, ob ich da jetzt noch Flüchtlingshilfe betreiben muss, wenn wir doch sowieso bald nicht mehr dazugehören und das ja auch nicht weiter schlimm ist.

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    8. Yoh. Man versteht immer nur das, was man verstehen will. Das was du hier unterstellst, habe ich nirgendwo geschrieben.

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    9. "Und wenn Sachsen die Autonomie durch Abspaltung von der BRD und EU und die Errichtung von Grenzschutzanlagen will, wie durch Frau Festerling (10% für Pegida bei der letzten Bürgermeisterwahl in Dresden) Gestern proklamiert... dann bitte. Willkommen zurück in der DDR. "

      "Und keinerlei Verständnis habe ich vor allem für das Behaupten angeblicher Fakten zur Untermauerung der eigenen Meinung, die so nicht stimmen und genau jene rassistische Zündeleien sind, die ich meine. "

      "Ich kann nachvollziehen, aus welchen Gründen Menschen sich Sorgen machen und wie Ängste vor "dem Fremden" entstehen, halte sie aber für faktisch völlig unbegründet, was den langfristigen persönlichen Wohlstand, die Sicherheit und die deutsche Identität anbelangt und deshalb muss ich für diese unbegründeten Ängste auch kein Verständnis aufbringen."

      "....du scherst ohne mit der Wimper zu zucken nicht 10 Prozent, sondern einige Straftäter unter 1 Million Flüchtlingen über einen Kamm um dir eine Meinung zu bilden über ihre "Schädlichkeit"."

      "Du willst nicht in die rechte Ecke gedrängt werden - aber mit vielen deiner Aussagen hast du dich leider selbst dorthin begeben."

      .....

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    10. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    11. Liebe Katja,
      (liebe Inka),

      ich habe jetzt nochmal eine Nacht darüber geschlafen und möchte gern noch etwas dazu schreiben:

      Ich erkläre die vielen Anhänger von Pegida nicht per se als unabdingbare Folge einer fehlgeleiteten CDU-Politik, so wie du, Katja es herausgelesen hast, sehe darin aber mögliche Ursachen. Damit kann ich falsch liegen oder (in Teilen richtig), das wissen wir nicht und werden es wohl auch nie erfahren.

      Die Auflistung meiner "Fakten" dient nicht dazu, die eine Million Flüchtlinge über einen Kamm zu scheren, sondern mögliche Ursachen für (eventuell) vorhandene Bedenken von Menschen aufzuzeigen, die momentan zweifeln, und ja, die auch Ängste, Sorgen und Nöte haben, wie auch immer diese im Detail aussehen mögen, ob auch immer sie begründet sind oder nicht.

      Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind von einem anderen Menschen missbraucht oder ermordet wird, ist gerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands hin verschwindend gering - allein diese Tatsache jedoch nimmt mir nicht meine Angst. Diese Angst ist existent! Sie raubt mir an manchen Tagen, wenn mein Kind zu spät heimkommt, den letzten Nerv und hat mein Herz so manches Mal höher schlagen lassen, wenngleich ich sie den Rest des Jahres gut im Griff habe.
      Ich spreche manchmal mit anderen Menschen darüber und lasse mich gern davon überzeugen, dass die tatsächlich existierenden Fälle von Kindesmisshandlung oder gar Tötungsdelikten nicht mein Leben bestimmen dürfen.
      Den Eltern von Anneli-Marie, die vor kurzem in der Nähe von Meißen zwei habgierigen durchgeknallten deutschen Erpressern zum Opfer gefallen ist, brauchst du nicht damit kommen, dass ihre Ängste unbegründet sind/waren.

      Die Tatsache, dass du nachvollziehen kannst, aus welchen Gründen Menschen sich Sorgen machen und wie Ängste vor "dem Fremden" entstehen, dass DU sie aber für faktisch völlig unbegründet haltst, was den langfristigen persönlichen Wohlstand, die Sicherheit und die deutsche Identität anbelangt, und DU deshalb für diese unbegründeten Ängste auch kein Verständnis aufbringen musst, bedeutet leider nicht, dass in den manchen Menschen eben jene Ängste, Sorgen und Nöte NICHT vorhanden sind.

      Gerade wegen jener existierenden Gedanken sollten man ins Gespräch kommen, denn dann kann man Grenzen abbauen, Zweifler, Besorgte, Fragende vielleicht davon überzeugen, dass ihre Ängste/Sorgen/Nöte nicht wirklich begründet sind. Man könnte sie vielleicht davon überzeugen, dass die Flüchtlinge eine Bereicherung sein werden, dass die helfen können, unser instabiles Sozialsystem zu festigen, dass sie vielleicht auch dafür Sorge tragen werden, dass Stellen besetzt werden, in einem Markt, in dem jetzt gut ausgebildetete Fachkräfte fehlen.
      Dass ihre Kultur eine Bereicherung sein kann und unsere vermeintliche deutsche Identität (Wie genau sieht die eigentlich aus?) nicht darunter leiden wird.

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    12. Sich in jener Situation hinzustellen und zu sagen: ICH halte deine Ängste/Sorgen/Nöte faktisch für unbegründet und habe kein Verständnis dafür, um ein paar Kommentare weiter unten, dann aufzuführen, dass wir uns mit unseren Gedanken in die rechte Ecke begeben haben, sorgt weder für eine bessere Verständigung zwischen den Menschen, noch dafür, dass du Menschen für eine Sache gewinnen kannst, die dir am Herzen liegt.
      (Vielleicht wolltest du ja auch gar niemanden gewinnen, sondern nur aufzeigen, dass alle, die nicht so denken wie du, faktisch rechts sind, das weiß ich jetzt nicht so genau.)

      Jedenfalls sorgst du damit dafür, Katja, dass ich dich an DIESEM Punkt leider als sehr intoleranten Menschen erlebe, der durchaus Vorurteile hat.
      Da finde ich weder die von dir immer wieder betonte Querdenkerin, noch die Katja mit Herzensbildung, Bodenhaftung, allen Sinnen und Humor.

      In der Problematik des Flüchlingsthemas gehört es - wie bei vielen anderen Themen auch - einfach dazu, die Menschen ernst zu nehmen, auch wenn das mehr Arbeit macht, zusätzliche Kraftressourcen braucht und so manches Mal wirklich einen erhöhten Schub von Empathie.

      Sich hinzustellen und zu sagen: 'Ich kann zwar nachvollziehen, woher deine Ängste kommen, aber Verständnis hab ich keines dafür.' - das kann man machen. Muss es aber nicht.
      Weil das die Fronten nur verhärtet.

      Liebe Grüße
      Katja

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    13. Liebe Katja,

      zu deiner Auflistung meiner Zitate: Die verstehe ich nicht wirklich, worauf bezieht sie sich konkret?
      Ich habe angeführt, dass ich nirgendwo geschrieben habe, dass Lauras Zahlen und Einwände nichtig wären und daß ich einen Säxit gut fände - auf diese Unterstellung bezog sich meine Antwort.
      Ansonsten finde ich deinen heutigen Kommentar deutlich klarer nachvollziebar als die der vorigen Tage, wenn ich auch viele Ansichten nicht teile.
      Dass du mich in meinem Post nicht als die erkennst, als die ich mich selbst einschätze ist dein gutes Recht, da deine subjektive Meinung. Ich sehe das anders, denn für mich sind da keine Diskrepanzen auszumachen, abgesehen vom Humor, der mir bei diesem Thema tatsächlich abhanden gekommen ist. Welch Wunder.  Meiner Meinung geht viele Monate langes Querdenken über Sorgen, Bedenken, Realisierbarkeiten, Nichtrealisierbarkeiten, Angemessenheit, Chancen und Humanität voraus und dazu viele eigene Erfahrungen mit dem Leben in einer (unter den Prämissen der Bedenkenträger) "islamisierten" Stadt, mit Flüchtlingen, dem eigenhändigen Helfen und mit offiziellen und ehrenamtlichen Helfern.  Also mit allen Sinnen und sehr bodenständig geprüft. Dass Menschen Sorgen und Bedenken haben, toleriere ich, aber trotzdem wehre ich mich dagegen, dafür Verständnis aufbringen ZU MÜSSEN, ebenso wie für rechstpopulistische Zündelei. Und ich bleibe dabei: Die Verfehlungen von Flüchtlingen in unserem Land und die riesigen Herausforderungen vor die uns ihre Aufnahme und Integration stellt wieder und wieder aufzulisten, um die Bedenken vieler Bürger zu rechtfertigen - auch die Forderung, dafür Verständnis haben zu MÜSSEN - halte ich für eben diese Zündelei, wenn sie auch womöglich so direkt nicht beabsichtigt ist. Weil sie Ängste massiv schürt, anstatt zu Lösungen einer Situation beizutragen, die wir aktuell nicht ändern können, ohne uns gegen Menschenrechte zu vergehen. Sich nicht an dieser Bedenkenträgerei und Panikmache zu beteiligen, falsche angebliche Fakten zurückzuweisen und kein Verständnis dafür aufzubringen, bedeutet nicht im Umkehrschluß die tatsächlich vorhandenen Problemstellungen zu verneinen, ignorieren oder schönzureden.
      Wäre ich übrigens so intolerant wie du anführst, dann würde ich Kommentare, die nicht meine Meinung wiedergeben, einfach löschen und mir nicht die Mühe machen und die Zeit nehmen, darauf einzugehen.

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    14. Der Vergleich mit den Ängsten eine Mutter um Leben und Verletzlichkeit ihres Kindes hinkt übrigens meiner  Meinung nach heftig. Hierbei geht es um ein - wenn auch sehr kleines Risiko - dass Leben und Gesundheit des Kindes in Gefahr sein könnten. Die Ängste und Bedenken vieler Bürger beziehen sich aber primär auf eine mögliche Änderung ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensumstände, nicht auf Gefahr für Leib und Leben. Dagegen suchen die Flüchtlinge aus genau diesem Grund Schutz bei uns - weil sie um ihres und das Leben ihrer Familien, ihre Gesundheit und Zukunftsperspektiven fürchten. Diese Ängste sind nicht irrational, sondern sehr real.
      Auf die wirtschaftlichen Ängste wurde offiziell bereits ausführlich eingegangen, auf die gesellschaftlichen ebenso und diese lassen sich auch durch die Erfahrungen aus Städten mit hohem Ausländeranteil widerlegen. Wie oft muss das wiederholt werden, um von den Bedenkenträgern anerkannt zu werden? Ob die Integrationssorgen berechtigt sind oder nicht, wird sich beweisen müssen. Da das zu 50% vom Willen der Bevölkerung abhängt, hängt es auch von den Bedenkenträgern ab und da sehe ich aufgrund der pauschalen Ressentiments das größte Risiko für das Gelingen oder Blockieren der Integration. Ob die wirtschaftlichen Sorgen berechtigt oder unberechtigt sind, wird sich herausstellen - die Regierung wird sich einfach an ihren dahingehenden Aussagen messen lassen müssen. Das Geld in Deutschland ist da und auch mir ist das Retten von Menschenleben durchaus auch mein eigenes Geld wert, solange ich deshalb nicht existentiell gefährdet bin - dass nicht jeder gerne etwas abgibt (auch eigene Hürden im Kopf) um anderen Menschen zu helfen ist mir bewusst, traurig finde ich es trotzdem.
      Wie kann man diese Bedenken denn abbauen? Das kann man am besten, indem man sich nicht nur auf mögliche Horrorszenarien und seine Ängste konzentriert, sondern auch die Fakten berücksichtigt, die zeigen, dass wir das schaffen können, dass Flüchtlinge auch eine Chance sind und dass man vor Flüchtlingen, speziell muslimischen, keine Angst haben muss. Das gelingt aber nur, wenn die Ängstlichen mit den Flüchtlingen in direkten Kontakt kommen, wenn sie mit ihnen umgehen, auf sie zugehen (die haben auch Ängste, vor allem vor Ablehnung), mit ihnen sprechen (ja, das geht auch,wenn man nicht die selbe Sprache spricht). Wo aber diese Bereitschaft fehlt (die Möglichkeit zur Begegnung gibt es in fast jeder Gemeinde), da sehe ich diese Fronten sich immer weiter verhärten, weil es nur leicht ist jemanden in der Masse abzulehnen, den man nicht persönlich als Mensch kennt. Sich Ängsten stellen, um sie womöglich auszuräumen, statt sie immer weiter hochzupushen, indem man die Verfehlungs-Aufzählungen jener absorbiert, die Angst schüren wollen.
      Gruß, Katja

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    15. Liebe Katja,

      die Befürchtungen beim Namen zu nennen - und seien sie für dich noch so großer Unsinn - ist für manche Mitbürger aber die einzige Möglichkeit, sich damit auseinander zu setzen und somit ins Gespräch zu kommen. was wiederum dazu führen könnte, diese Bedenken auszuräumen.
      In dem wir uns hinstellen und sagen: Hey, du Rassist! (ja, das hören die Menschen, wenn ihnen rassistische Zündelei unterstellt wird), schaffen wir Barrieren, die dann größer und bei einigen vielleicht unüberbrückbar werden.
      Wenn wir uns vor andere Menschen hinstellen und sagen: "Völliger Unsinn, was du da behauptest!" - was macht das?
      Schafft das eine Grundlage, um ins Gespräch zu kommen?
      Nein.
      Ganz sicher nicht.

      Ich stimme in ganz, ganz vielen Punkten mit dir überein, um das jetzt mal klar zu benennen - aber ich bin anderer Ansicht, was den Umgang mit Bedenkenträgern angeht.

      Denn wenn ich mich vor diese mit deiner Haltung hinstellen würde, bin ich mir ziemlich sicher, das gegenteil zu erreichen.
      Wenn du dir sicher bist, dass nur so klare Worte helfen, wie du sie hier gegenüber den Bedenkenträgern aussprichst, dann bitte ich dich inständig, am kommenden Montag deine Erklärungen zum Thema Flüchtlinge genau so vehement, wie du es hier online getan hast, jenen Bedenkenträgern offline ins Gesicht zu sagen, die sich im Moment im falschen Demonstrationszug befinden.
      Damit wir aus den 90% vielleicht wieder 95% machen können.
      Danke!

      Katja

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    16. Das ist Aufgabe der Dresdner, ich mache das hier in meiner Region, wo immer sie mir begegnen - und bin durchaus auch froh, dass das nur Vereinzelte sind. Vor allem aber fordere ich sie zu Information und Begegnung auf, bevor sie sich ein Urteil bilden, denn eine "Masse" kann man leichter hassen als Menschen, die man kennengelernt hat und für lautstarke Ignoranz fehlt mir erst Recht jegliches Verständnis.
      Leider besteht diese Bereitschaft aber bei vielen nicht - die sehr viele Bedenken leicht ausräumen könnte. Nicht umsonst ist Ignoranz und Dummheit die Folge von mangelndem Willen zu Information und Wissenserwerb. Bequem ist es noch dazu.
      Ich habe Respekt vor jedem, der Bedenken hat und deshalb in Bürgerversammlungen und/oder eine Flüchtlingsunterkunft zum Helfen geht, um sich im direkten Kontakt selbst ein Bild zu machen und zu schauen, ob seine Bedenken zutreffen oder entkräftet werden können - das machen aber leider nur wenige und beharren lieber weiterhin auf haarsträubenden Gerüchten. Und dann hört mein Verständnis auf. Und gar nicht vorhanden ist es defitiv, wenn Menschen Lügen und Horrorgeschichten unhinterfragt glauben, verbreiten und damit Ängste und Ablehnung schüren.
      Bedenken zu haben, zu zweifeln und sich auch zu sorgen, wie und ob das alles zu schaffen ist, ist menschlich und normal - aus diesen Ängsten aber zu schließen, dass sie automatisch auch Realität sind und sie als solche zu proklamieren, ist dumm und gefährlich.

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    17. Diese Aktion > https://www.facebook.com/dresdenoffenundtolerant
      finde ich übrigens neben Nopegida genau so ein "lauter sein", wie ich gemeint habe. Das schafft es dann auch in die Presse und bildet eine Relativierung zu Pegida und zu 15% für AfD und NPD.

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    18. Liebe Katja,

      Solidarität und Bündnis im Kampf gegen Rassismus enden an den Grenzen einer Stadt oder eines Bundeslandes?
      Wow!

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    19. Ich wüsste nicht, wo ich mich gegen eine regionalübergreifende Solidarität gegen Rassismus ausgesprochen hätte und ich wüsste auch nicht, dass mein Blog oder Facebookaccount nur regional lesbar wäre...
      Dieser Satz ist wieder komplett wirr. Wenn ich Sachsen als Bundesland mit dem höchsten Anteil Rechtswählern und Ursprung und Hauptaktionskreis von Pegida bitte, gegen Rechts aufzustehen, dann fühlst du dich in deiner Sachsenehre angegriffen, schließlich bin ich ja aus Bayern udn kenne mich in den speziellen politischen Hintergründen Sachsens nicht aus. Aber ich soll mich und mein Engagement gegen Rechts und für Flüchtlingshilfe nicht primär hier vorort einbringen, sondern dafür nach Sachsen fahren? Das ist jetzt schon reichlich absurd. Dann darf ich dich demnächst auch hier auf der Demo begrüßen, wenn du in Nürnberg gegen die NPD auf die Straße gehst?
      Ich bin davon überzeugt, dass rassistische Propaganda in Deutschland keine Chance hat, wenn jeder in seiner Region Face to Face sein Möglichstes tut, um dagegen aufzustehen und anzugehen.

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    20. Ach Katja, ich glaube, es ist egal, was ich schreibe, denn spätestens nach der Aufzählung der "Fakten" in meinem zweiten Kommentar habe ich deinen Stempel der rassistischen Zündelei aufgedrückt bekommen, bin automatisch in die rechte Ecke gerückt und gehöre somit nun zu all jenen, die dumm und gefährlich sind.
      Du urteilst ebenso über Menschen, die du nicht kennst, wie du anderen vorwirfst, über Menschen zu urteilen, die sie nicht kennen.
      Mir ging es in dieser Thematik nicht darum, meine eigenen Befindlichkeiten darzustellen, sondern zu hinterfragen, was bei manch einem Mitläufer oder Bedenkenträger die Ursachen sind für derartige Gedanken. Ursachenforschung kann nämlich tatsächlich bewirken, dass man mit Menschen ins Gespräch kommt, um dann mit überzeugenden Argumenten Ängste abbauen kann.
      Und da auch ich mit Menschen in meinem Umfeld ins Gespräch komme, die derartige Gedanken haben, wäre es interessant gewesen, zu sehen, welche Argumente ich noch finden kann. (Jaja, nicht jeder ist so wortgewandt wie du, man möge es verzeihen!)
      Dass man dabei Dinge nicht benennen darf, die Einzelfälle darstellen, um nicht gleich abgestempelt zu werden, war mir nicht bewusst, aber ich werde es mir merken.

      Falls du es irgendwie überlesen haben solltest - ich schrieb nicht, dass du dein Engagement nicht mehr primär bei dir vor Ort einbringen solltest, sondern: "....., dann bitte ich dich inständig, am kommenden Montag deine Erklärungen zum Thema Flüchtlinge genau so vehement, wie du es hier online getan hast, jenen Bedenkenträgern offline ins Gesicht zu sagen, die sich im Moment im falschen Demonstrationszug befinden."
      Nicht mehr, nicht weniger.
      Und darauf bezog sich meine Frage zu den Grenzen der Soldiarität und des Bündnisses.
      Wusstest du das jetzt wirklich nicht oder wolltest du es nur anders lesen?

      Ob du dich in den speziellen politischen Hintergründen in Sachsen (nicht) auskennst, kann ich nicht beurteilen. darüber haben wir nicht gesprochen.

      Ob ich mich in meiner Sachsenehre angegriffen fühle? Nein Katja, es sind deine Pauschalurteile über Menschen, die du nicht kennst, während du sie veruteilst, dass sie Pauschalurteile fällen, über Menschen, die sie nicht kennen.
      Das betrifft Sachsen und Nichtsachsen gleichermaßen.

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    21. "Das ist Aufgabe der Dresdner, ich mache das hier in meiner Region, wo immer sie mir begegnen - und bin durchaus auch froh, dass das nur Vereinzelte sind."
      Ich darf dich zitieren:
      "Solidarität und Bündnis im Kampf gegen Rassismus enden an den Grenzen einer Stadt oder eines Bundeslandes?
      Wow!"

      Auf jedes deiner immer wieder wiederholten Argumente bin ich bereits x-Mal eingegangen. Es langweilt mich.
      Ich bin nur verantwortlich für das was ich tue, schreibe und sage, nicht für das was du interpretierst oder gerne hineinlesen möchtest und ich stehe nach wie vor zu jedem Wort, das ich geschrieben und gemeint habe. Du hast eine andere Meinung - das ist dein gutes Recht.
      Dein seltsamer Drang, unbedingt in deiner Argumemntation mir gegenüber bestätigtes Recht haben und mich widerlegen zu wollen sei dir gegönnt, aber er langweilt mich ebenso. Ich habe aktuell und generell Wichtigeres und Zielführenderes zu tun.
      Konzentriere deine Energie doch einfach auf das, was du für den richtigen Weg hältst und arbeite in deiner Heimat Dresden aktiv daran, ihn zu verbreiten und dort alle davon zu überzeugen - da gibt es sicherlich genug zu tun.
      Gruß, Katja

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  26. Ach so: "Da stellt sich mir schon die Frage, wie Angela Merkel das finanziell und ohne Steuererhöhungen, höhere Sozialabgaben und höhere Krankenkassenbeiträge schaffen will."
    Wie das möglich ist, hatte ich in meinem Post beschrieben. Anonsten schafft sie es halt mit. Eine Finanzgeschäftstransaktionssteuer von 0,1% würde das alles schon finanzieren. Dass sie das bisher vermieden hat, um die Reichen nicht zu verärgern, finde ich nicht gut, wie einiges andere auch nicht, aber mir ging es in diesem speziellen Fall auch um die aktuelle Flüchtlingspolitik.

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  27. Daß nicht alles reibungslos und einfach vonstatten gehen würde, das dürfte jedem klar sein. Alle Syrer, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, sprechen Englisch - der eine besser, der andere schlechter. Mit Händen und Füßen macht man den Rest. Kommunikation ist jedenfalls möglich. Sprachkurse werden emsig genutzt. Meine Erfahrung seit jeher ist, daß Menschen, denen man mit Wertschätzung begegnet, immer bereit sein werden mehr zu leisten, als man gemeinhin von ihnen erwartet. Schwarze Schafe gibt es überall.

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  28. Habe hier interessehalber mitgelesen - die merkwürdige Überschrift fiel mir auf.

    Interessant für mich - ich verfolge diverse Diskussionen zu diesem Thema, v.a. in meinem Haus- und Heimforum - die Argumentationen verlaufen absolut ähnlich, fast deckungsgleich, mal mehr, mal weniger geistreich.

    Da immer dieselben Argumente aneinanderprallen, habe ich für mich entschieden, gar nichts mehr selbst zu schreiben und nur noch zu lesen. Es gibt so gut wie keine Annäherung im Gespräch - jeder bleibt auf seinen Argumenten hocken.

    Alles wird sich entwickeln - ob mit oder ohne Diskussionen in Foren oder Blogs.

    Was mittlerweile absehbar ist - wenn man die medien aufmerksam verfolgt - "mother merkels" Plattsprüche kann bald keiner mehr hören - UND - es ist durchaus intelligent, wenn es gelingt, zwischen " rosa-Brille und braun" -Argumentationen die klar-logischen Erkenntnisse rauszufiltern.

    Ich arbeite seit 25 Jahren täglich im Bereich Daf und habe deshalb auch aktuell mit Flüchtlingen zu tun. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb möchte ich das Eingangsposting gar nicht unterschreiben.

    LG, avignon

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  29. Wortgewandt - wie immer! Die Sache auf den Punkt gebracht. Ich kann nur still nicken und mit gepackten Kisten (Kleidung, Decken und Geschirr) aufwarten. Herzlichst, Nicole

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  30. Prima, wie immer, großartig.

    Mehr bleibt mir nicht zu schreiben.

    Lieben Gruß Eva

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  31. Die "hässliche Fratze" hat sich ja am Samstagmorgen in meiner Stadt gezeigt ( und auch, dass sie kein Phänomen des Ostens ist ). Ich fürchte die inzwischen mehr als all die Flüchtlinge, da mit den nationalistisch aufgewiegelten keine Verständigung möglich ist und Zerstörung ihr Programm. All die Angst um blonde Frauen usw. - Ist völlig vergessen, dass diese Herrschaften 1939 - 45 all ihre blonden Frauen, ihre kostbaren Söhne und Kinder nicht vor Tod, Gewalt, Hunger und Vertreibung zu schützen vermochten bzw. ja auch nicht wollten "weil es das deutsche Volk nicht wert" war?
    Von all den anderen Menschen ganz zu schweigen, aber das interessiert Nationalisten nicht.
    Nein, wir sind nicht ins Mittelalter zurückgefallen, sondern drohen in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts abzustürzen. Das ist meine Angst...
    LG
    Astrid

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  32. Ich finde deinen Post sehr gelungen und danke dir für diese offenen Worte. Du hast meine eigenen Gedanken genial auf den Punkt gebracht, schließe mich dir voll an. Auch die Auseinandersetzung mit den Kritikern hier...genau passend von dir beantwortet, da ziehe ich meinen Hut. Ich freu mich über jedes klare Wort...und versuch dies in meinem Umfeld auch. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr man durch diese Debatte die Menschen neu kennenlernt...sowohl sehr negative aber auch positive Überraschungen habe ich da erlebt. Lasst uns weiterhin den Mund aufmachen gegen jede Form der Feindlichkeit gegenüber "Andersartigkeit"...manchen Menschen macht das Angst, ich erlebe das als Bereicherung. Als lesbische Frau werde ich immer wieder mal gefragt, ob mir das keine Angst machen würde, dass da Menschen in unser Land kommen, die diese Lebensform nicht tolerieren würden...NEIN, mir machen die Menschen Angst, die hier leben und noch immer nicht erkannt haben, dass "unser Deutschland" ein buntes, offenes und menschenfreundliches ist...oder sein kann...oder sein sollte...
    Das einzige Kritische was ich zu deinem Post anzumerken habe...ich bin auch überrascht über die Kanzlerin...und bei mir bleibt aber auf jeden Fall die Vorsicht einer Frau gegenüber, die wichtige Themen bis jetzt ausgesessen hat und deren Haltung gegenüber der offenen Ehe selbstverständlich so ganz und gar nicht teile...
    Ich danke dir noch einmal für deine offenen Worte...Liebe Grüße...Silke-Lara

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!