Freitag, 11. September 2015

Wanderlust?

Eintausendvierhundertsiebenundzwanzig Urlaubsbilder warten darauf sortiert und gezeigt zu werden. Bilder von wunderschönen Wandertouren durch wildromatische Landschaften, urtümliche Wälder und auf aussichtsreiche Gipfel. Wandertouren, die wir zum Spaß und zu unserer Freude gemacht haben, Anstrengungen und Aufstiege, die wir freiwillig auf uns genommen haben - nur für schöne optische Eindrücke, für den Ausblick von Oben, zu unserer Erholung und aus Freude an der Bewegung durch die Natur. Urlaub als analoge Blase, abgeschottet von Nachrichten und der Welt da draußen. Wieder zurück zu Hause, in den Alltag und die Realität mit aller Härte hineingeworfen, trifft die Welt dann um so härter. Jedes Mal wenn ich in der letzten Woche angesetzt habe um Bilder zu bearbeiten und den Text zu einer schönen Wanderung zu schreiben, wurden meine Hände schwer und blieben mir die Worte im Mund und in den Fingern stecken. 

Wanderlust - das Wandern aus der Lust heraus, durch die Natur zu laufen, erscheint so unglaublich aufgesetzt, falsch und banal angesichts der Millionen Menschen, die derzeit aus Zwang quer durch den Nahen Osten, durch den Balkan und durch Afrika wandern, hunderte, tausende Kilometer zu Fuß durch Hitze, Staub, Regen, Kälte. Nicht weil sie große Lust darauf haben, sondern weil sie versuchen ihr nacktes Leben zu retten und für sich selbst, für ihre Familien, für ihre Kinder ein besseres Leben in Sicherheit und mit einer Chance auf Bildung, Arbeit und Wohlstand zu erreichen. 
Sie wandern los, ohne sich vorher über den besten Trekkingschuh, den ergonomischsten Rucksack oder die idyllischste Hütte für eine Rast Gedanken gemacht zu haben, ohne abends in eine kuscheliges Bett sinken zu können und lassen alles zurück, was vorher ihr Leben, ihre Heimat war, oft auch ihre Familien im Krieg - in der Hoffnung, sie später legal nachholen zu können, wenn sie erst ihr Ziel erreicht haben und wenn sie bis dahin überleben. Nicht Wandern aus Lust am Wandern, sondern Wandern um sein Leben zu retten, wandern um eine Chance auf Zukunft zu haben. Geradezu ignorant erscheint es mir da, über Wanderlust zu schreiben.

Wenn morgens in meiner Timeline die ersten Postings aufploppen die da lauten "Ist das nicht ein herrlicher Tag heute?"... "Leckeres Frühstück"... "Liege hier am Traumstrand" oder "Schaut mal, was für ein tolles neues, fünfhundertneunundneunzigstes Dekodings ich mir gekauft habe", dann klicke ich wieder weg, weil mir das Unbehagen eiskalt den Rücken hochkriecht und sich wie ein fettiger Putzlumpen übelkeitserregend in meine Magengrube legt. Dann übe ich wieder einen Tag mehr Abstinenz von Bloggerwelt und sozialen Netzwerken und schwanke zwischen Entsetzen und Bewunderung für die Fähigkeit, das Weltgeschehen ausblenden und sich gänzlich auf das eigene Universum konzentrieren zu können. Ich glaube, man lebt viel glücklicher und länger, wenn man eine dickere Haut hat. Eine dickere Haut, die man sich in Zeiten wie diesen wie eine Kapuze über Ohren und Kopf ziehen kann, um Aufmerksamkeit und Gesichtsfeld auf den Boden vor den eigenen Füßen einzuschränken. Gerade würde ich mir mehr Haut wünschen, dickere Haut, zwischen mir und der Welt. 

Wenn ich eine dickerer Haut hätte...
Dann würde ich wieder unbeschwert wandern können, ohne dabei immer den Flüchtlingsstrom vor mir zu sehen, der die Autobahnen entlangwandert, Berge überwindet und Wälder durchquert und in nicht seetüchtigen Booten über das Mittelmeer strömt - immer der Hoffnung nach, Richtung gelobtes Land... 
Dann wäre ich sicher, dass alles gut wird, dass Europa diese Million verzweifelte und traumatisierte Menschen nicht nur wirtschaftlich verkraftet, sondern auch gesellschaftlich und dass daraus etwas fruchtbares Neues erwächst...
Dann wäre ich voller Zuversicht, dass der islamistische Terror zurückgedrängt und der Nahe Osten ebenso befriedet werden kann wie Zentralafrika, auch wenn ich selbst keine Lösung dafür parat hätte...
Dann würde ich daran glauben, dass die vielen Millionen Menschen in den Flüchtlingslagern in Jordanien, im Libanon und der Türkei in ihre Heimat zurückkehren und sie wieder aufbauen können und dass die Kinder wieder in die Schule gehen können, damit diese Generation nicht verloren ist und daraus neuer Zündstoff erwächst...
Dann könnte ich unbeschwert im Mittelmeer baden, ohne tausende Ertrunkene vor mir zu sehen...
Dann könnte ich wieder ruhig schlafen, wandern und davon Bilder zeigen.
Diese dicke Haut habe ich leider nicht.

Europa wird gerade daran gemessen, wie es mit der Flüchtlingskrise umgeht und gleichzeitig scheint die Welt an immer mehr Stellen zu kollabieren. Dass es keine Lösung ist, Waffen in Krisengebiete zu liefern, die totalitären Führer zu beseitigen und die zerbombten Länder dem Chaos und Machtvakuum zu überlassen, wird uns gerade schmerzhaft vor Augen geführt. Ernte, was du mitgesät hast und trage die Verantwortung dafür. Eine Million Flüchtlinge wird Deutschland verkraften. Vielleicht zwei. Die Lösung kann jedoch letztlich nicht sein, die ganze Welt in Europa, in Deutschland aufzunehmen. Was dann? 
Bietet diese Bewährungsprobe für Europa und die ganze Welt eine Chance, sich als kluge, humanitäre Gemeinschaft zu bewähren, Fehlentscheidungen zu überdenken, gemeinsam etwas Neues, Besseres erwachsen zu lassen und gestärkt daraus hervorzugehen... oder versinkt die Welt in anarchistischem Chaos? Man könnte einfach Wetten darauf abschließen... wenn man eine dickere Haut hätte.

Kommentare:

  1. Ich muss dir ja schon völlig zustimmen: Es ist furchtbar. Aber ich glaube, man MUSS eine dicke Haut gegen die Dinge haben, die man selber nicht ändern kann.
    Jeden Tag verhungern Kinder, werden Frauen vergewaltigt und Männer tot geprügelt. Man soll die Augen nicht davor verschließen, und tun, was man kann, um zu helfen - aber leben muss man ja trotzdem.
    Ich glaube, dass das zeitweise Ausblenden ein natürlicher Reflex ist, keine Gleichgültigkeit.

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  2. Ich denke auch, dass Leben hier muss weiter gehen. Wenn das Mitleid so weit geht, dass man selbst nicht mehr gut leben kann, ist das auch falsch. Wir können nur helfen, wenn wir selbst noch genug Substanz haben. Und wenn zur Bewahrung dieser eine schöne Wanderung oder eine gute Zeit bei einem leckeren Essen etc. gehört, dann ist das so. Nur dann ist es möglich, gesundes Mitleid in hilfreiche Aktionen umzuwandeln. Denke ich....
    Lieben Gruß
    Gabi

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  3. Man muss keine dicke Haut haben und kann sich dennoch an seinen Blümchen erfreuen, muss es tun, vor allem, wenn einem klar ist, dass man nicht mehr viel ( Lebens-) Zeit hat. Ich habe mich all die Jahrzehnte politisch engagiert und sehe jetzt, wie in der globalen Welt auf einmal alles wieder ins Rutschen gerät, ich ertrage momentan nicht nur ein, zwei familiäre Katastrophen und habe endlich, endlich auch mich mal in den Blick gekriegt und darf mich auch freuen. Gelehrt haben mich das die sogenannten Demenzkranken, mit denen ich zuletzt so viel zu tun hatte, die, die wieder wie die Kinder werden, die wissen, dass Lachen besser ist als Grübeln, Klagen, Sorgen. Weil letztendlich alles endlich ist, genieße ich auchbdazu, was schön ist. Sonst könnte ich mir gleich den Strick nehmen.
    Anpacken, helfen kann man doch nur, wenn man Kraft dafür hat.
    LG
    Astrid

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  4. Liebe Katja, ich teile deine Gedanken. Und gerade deshalb ist es mir mehr als sonst so wichtig, dem ganzen Elend, etwas Schönes in unserem Alltag entgegen zu setzen. Eine dicke Haut habe ich nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Umso mehr weiß ich, daß ich nur gut mit anpacken kann, wenn ich auch Sorge dafür trage, daß mir nicht die Puste ausgeht. Herzliche Grüße, M.

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  5. Bei manchen Menschen fehlt dieser Selbstschutz-Reflex zum Herausnehmen leider und es ist keine Frage der bewussten Entscheidung. Das "Leider" steht hier bewusst und keinstenfalls polemisch. Ich halte es für deutlich besser, wenn es diesen Ausknopf gibt.

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  6. Sich ein dickeres Fell zuzulegen, ist meiner Ansicht nicht hilfreich und wird häufig damit verwechselt, dass die UnDinge in diesem Weltgeschehen an einem abprallen sollen. Durchlässigkeit, Mitgefühl und die Balance, auch eben genau hinzuschauen … was macht das mit mir, was da draußen passiert und nicht an diesen grauseligen Bildern zu zerbrechen, sondern selbst in Bewegung zu kommen …. Die Welt ist ein Spiegel und all diese Menschen in ihrer Not konfrontieren uns mit unseren tiefsten Ängsten. Es geht letztendlich „nur“ darum, die Verantwortung nicht abzugeben an die bösen Mächte dieser Welt, sondern selbst zu übernehmen. Jede/r für sich und auf sich selbst zu schauen, auch etwas zu wagen und vorzuleben.
    Selbst in Bewegung zu sein … ja auch zu wandern, sich mit der Natur oder Mutter Erde wieder zu verbinden in unserem Inneren etwas zu verändern. Wieviele Menschen müssen noch auf solch tragische Weisen umkommen, bis WIR endlich aufwachen, die Dickhäutigkeit, das dicke Fell abstreifen und erkennen, dass Flucht keine Lösung ist ? Damit neues geschehen kann, muss etwas sterben, dass ist der Lauf der Natur.
    Ich würde Deinen Satz „wenn ich eine dickere Haut hätte „ für mich gerne umformulieren : Wenn ich selbst mehr Vertrauen in meine eigene Stärke und das Universum hätte, würde/könnte ich ….. wäre ich bereit, alle Anhaftungen loszulassen und würde losgehen und das tun, was mir wirklich gut tut und zum Wohle der Gemeinschaft ist. Die Welt lebt von Vorbildern.
    Mir kommt gerade das Bild, sich zu solidarisieren, gemeinsam auf einem Weg zu sein, vielleicht auch gemeinsam zu wandern …. und damit ein Zeichen zu setzen.
    Einen herzlichen Gruß zu Dir
    Joona

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    1. Dass so viele Menschen - jung und alt - in den letzten Wochen aufgestanden sind, sich auch ganz offen gegen die offizielle Haltung ihrer Regierungen gestellt und diese mit ihrer Hilfsbereitschaft beschämt und ein Stück weit zum Umdenken gebracht haben, das ist sicherlich eine Form davon, selbst die Verantwortung zu übernehmen und etwas zu tun. Wenn es auch keine globale Lösung für das Flüchtlingsproblem ist, ist es doch ein Signal, dass etwas in Bewegung ist, dass die Menschen zunehmend wieder mehr Verantwortung übernehmen, wieder mehr darauf vertrauen, etwas bewegen zu können, wenn sie nicht einverstanden sind mit dem was passiert. Ob es nun Petitionen sind gegen die Folterung von Journalisten, ob es unbürokratische Hilfe im Kleinen ist, oder die bewusste Entscheidung gegen Menschen ausbeutende Billigprodukte, gegen mit Tierqual oder Chemieeinsatz erzeugte Nahrungsmittel - wo ein Mensch scheinbar nicht viel erreicht, erreichen viele Menschen durchaus etwas. Nicht nur Zeichen, sondern auch politisches Umdenken - und wenn es nur aus Sorge ist, Wähler zu verlieren.

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  7. Ähnliche Gedanken sind mir gestern beim Schreiben meines heutigen Blogbeitrags durch den Kopf gegangen. Nein, das letzte was ich mir im Laufe des Lebens zugelegt habe, ist ein dickes Fell. Leider.
    Aber ich kann das Schlimme in der Welt nur ertragen und helfend eingreifen, wenn ich an den Schönheiten (und zwar die, die man nicht kaufen kann) nicht achtlos vorüber gehe, sondern sie einsammle. Feldmausphilosophie ala Frederick...

    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Ich gehe mit den meisten der Kommentare hier vor mir konform: Mir geht das alles ebenfalls sehr nahe und trotzdem (oder gerade deswegen) schaffe ich mir mit und durch meinen Blog schöne Auszeiten. Das ist grundsätzlich die Philosophie meines Blogs und hilft mir im Umgang mit vielen. Das heißt aber nicht, dass das Thema nicht gärt oder ich nichts tue. Aber das muss man können. Und es ist ein Segen, wenn man es kann... finde ich!

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  9. Ich weiß nicht, ob alle Blogger, die über Deko, Reisen und Co. schreiben, eine "dickere" Haut haben, die derzeitige aktuelle politische Lage zu verdrängen, kann auch eine Schutzfunktion sein...weil die Haut so dünn ist...Oder man ist schlicht nicht interessiert an politischen Vorgängen auf der Welt. Sich allein eine Meinung zu bilden anhand emotionsgeladener Bilder wie das von dem toten Jungen, ohne an politischen Hintergründen interessiert zu sein, halte ich übrigens für ähnlich problematisch wie die Flüchtlingsthematik für sich auszublenden. Zitat:"Bietet diese Bewährungsprobe für Europa und die ganze Welt eine Chance, sich als kluge, humanitäre Gemeinschaft zu bewähren, Fehlentscheidungen zu überdenken, gemeinsam etwas Neues, Besseres erwachsen zu lassen und gestärkt daraus hervorzugehen... oder versinkt die Welt in anarchistischem Chaos?" Ganz ehrlich? Wenn ich das derzeitige Agieren unserer Bundesregierung so anschaue, neige ich eher zu Letzerem...LG Lotta.

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  10. Liebe Katja, ich verstehe sehr gut die Fassungslosigkeit angesichts all der überbordenden, nun endlich sichtbar auch hier sichtbar werdenden bodenlosen menschlichen elendsbewegungen, die von uns allen ursächlich mitproduziert wurden und der dekosüchtigen Süßlichkeit mancher Menschen, die nicht nur im Internet sich als wäre nichts anderes wichtig, um sich selber drehen und drehen und drehen. Allerdings möchte ich auch Glauben, dass viele eben nur dies zeigen und ihre Tiefen, ihre Hilfsbereitschaft und ihr erwachsenes Händeln einfach nicht thematisieren. Ich weiß das von einigen, und ich hoffe es für viele. Ich denke, erwachsen sein heiß , die Not zu sehen und für notwendig zu erkennen. Wir gehören zu einer Generation, die so etwas nie hautnah

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  11. ...Sorry, mein ipat spielt verrückt...
    Erleben mussten

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  12. So, letzter Satz...was ich sagen will ist, dass ich froh bin, wie viele ins handeln kommen. Und froh bin, dass es mehr sind, als ich gedacht hätte. Und dass wir alle uns eben mehr als bisher werden kümmern müssen. Denn wie du sagst, ist es die Ernte, die wir alle gesäht

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  13. Ach, liebe Katja, ich verstehe dich. Lisa, Joona, Astrid und Lotta - so ähnlich hätte auch ich es schreiben können. Das Schöne in unserer Welt und auch unter schwierigsten Bedinungen sehen und erleben zu können... - was sonst sollte uns Kraft geben? Zum Handeln. Schritt für Schritt, Stück für Stück. Ohne verrückt zu werden, aber auch ohne Ignoranz. Sei gedrückt! Ghislana

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  14. Ich darf oder ich muss wandern und die Natur spüren, um für meine Flüchtlingsarbeit bestärkt zu sein!! Denn sie kostet viel Energie und ist nicht < nur< mit Kleider-und Gebrauchwarensammlung bewältigt.- Darüber hinaus erlebe ich viele Vorträge, wo das Thema Völkerwanderung neu beleuchtet wird-da müssen wir noch viel lernen!! Und ich hoffe, dass VIELE mitmachen. Da ist jeder mit seinem Gewissen gefragt.
    heiDE

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  15. Liebe Katja.
    Du schreibst sehr treffend, was auch ich fühle. Ich leide an den Kollisionen der persönlichen Alltagsbanalitäten und dem Weltgeschehen. Ich leide an dem Bewusstsein (welches öfters in den Kommentaren auftaucht), dass ja immer irgendwo jemand gerade "sein Drama" erlebt und ich ja doch irgendwie leben muss und mich nicht runterziehen lassen darf. (Wirklich nicht?). Ich leide an der hilflos-überforderten Betroffenheit, wo geschrieben wird, wer wieviele Kleidungsstücke irgendwo vorbeigebracht wurden, damit man sich stolz als "Teil der refugees-welcome-Bewegung" zu fühlen (alles gut und wichtig, aber doch eigenartig, das zu lesen). Ich lese und lese und lese und mein Herz tut weh und ich frage mich die ganze Zeit, was meine Aufgabe in dieser Zeit ist. Und wie ich noch irgend etwas schreiben kann. Und was.
    Gute Grüsse, Martina

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  16. Ja, was kann ich dich verstehen! Aber ohne Natur um mich, würde ich möglicherweise anfangen durchzudrehen. Verrückt geworden an dieser verrückten Welt. Mit Abstand betrachtet, geht diesem Planeten mehr und mehr die Aufenthaltsqualität ab. Denkt man etwa noch das Klima, das Artensterben usw. mit. Und bei aller Liebe zur Hoffung: DAS ALLES soll wieder gut, besser werden? Vielleicht doch lieber wieder schnell zurück in das heimelige Nest der Illusion und des Egoismus. Das Zeitgeschehen mit all den Flüchtlingen wird auf jeden Fall Geschichte schreiben. Und wir befinden uns erst am Anfang. Sicher ist: irgendwann sind die *Kapazitäten* von Europa ausgelastet. Und dann?
    Ach ja, man möchte sich einigeln. Sich Hornhaut wachsen lassen. Ganz dicke. Und ein bißchen Trost bei Mutter Natur suchen. Über das Geschlecht der Menschen herrschen können soll. Dahin hat es also die Menschheitsgeschichte 2000 gebracht?! Wenn das nicht zum Verzweifeln ist, dann weiß ich auch nicht...

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    1. ... verbessert: über Mutter Natur, über das das Geschlecht der Menschen...

      Wanderlust in eine andere Welt bleibt ein schönes Bild...
      schönes WE, liebe Katja

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  17. Liebe Katja,

    Man sollte sich nicht blenden lassen, von der virtuellen Welt...
    Trotz scheinbar fröhlichem Backen, Dekorieren etc. stecken hinter diesen Posts und Blogs doch sicherlich (!?) auch Menschen mit Tiefgang...
    Das hoffe ich zumindest sehr!
    Aufgrund all dieser schrecklichen Katastrophen, die auch mein sentimentales Mama-Herz stark trauern lassen, steht die Welt aber nun mal nicht still.
    Ich lasse sie für meine Kinder weiter drehen...
    Ich möchte ihnen schöne Momente schaffen als Polster für ihr Großwerden, für traurigere Zeiten...
    Wir blenden nicht aus, wir haben geholfen, wir helfen und wir werden noch mehr helfen...
    Auch auf meinem Blog...
    Denn dafür kann man die virtuelle Welt auch nutzen...
    Nach jeder Katastrophe, nach jedem Schicksalsschlag ist die Welt nicht mehr die, die sie vorher war.
    Wir sollten daraus lernen, für andere und für uns!
    Und denn geht es weiter, mit veränderter Sicht, mit neuen Ideen, Gedanken,...
    Ich glaube nicht, dass das etwas mit einem dickeren Fell zu tun hat.
    Eine außergewöhnlich starke Sensibilität kann einem im Lebens viele besonders intensive Momente schenken...
    Positiv wie negativ...
    Ich wünsche mir einfach eine Gesellschaft, in der Menschen mit "dünner Haut" nicht als besonders schwach gelten, sondern als Menschen mit besonders viel Mut, den sie haben und brauchen, um dieses Leben zu leben, zu meistern, zu erleben.

    LG Julia

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!