Dienstag, 29. September 2015

Septembertisch . Die süße Mahd

Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eine meiner liebsten Pflanzen auf den wilden, feuchten Wiesen und an unbegradigten Bachläufen. Vom Frühjahr bis zum Herbst überragen seine bis zu zwei Meter hohen, duftigen Blüten die Wiesen und verströmen ihren schweren, süßen Duft. So lieblich die zarten Blüten dieser zu den Rosengewächsen zählenden Pflanze auch aussehen, soll der Name doch wenig bis gar nichts mit süßen Mädchen zu tun haben, denn er kommt wohl vom "Mahdsüße", dem süßen Duft, den das angewelkte Mädesüß zwischen dem gemähten Gras - der "Mahd" - verströmt. Eine Andere Erklärung geht davon aus, dass der Name sich von "Metsüße" herleitet, weil das Mädesüß wohl früher auch zum Würzen von Met verwendet wurde, damit der etwas fade Honigwein nicht ganz so langweilig schmeckte. Ich tendiere zur ersten Erklärung, denn wer schon einmal von Mädesüß durchsetzes, frischgemähtes Gras gerochen hat, der weiß, wie süß das duftet...






Mädesüß: Fürther Wiesengrund
Keramik: Flohmarkt
Kissen: DIY
Karte: mme ulma

Mädesüß war eine der wichtigsten, heiligen Pflanzen der Germanen und der keltischen Druiden, Imker rieben ihre neuen Bienestöcke damit ein, damit die Bienen sie annahmen und es wurde neben anderen Kräutern wie Gundermann und Dost dem elisabethanischen Bier in England beigesetzt. Zur Beduftung von Wohnräumen wurde es früher auch auf den Holzdielen der Stuben als Streukraut eingesetzt und ist heute noch in vielen englischen Duftpotpourris enthalten. 

Man kann die aromatischen Blüten des Mädesüß - ähnlich den Holunderblüten -  für Sirup oder Gelée verwenden oder Getränke, Sahne und Süßspeisen damit aromatisieren. Die Blätter können als Salat oder wie Spinat zubereitet werden.

Aufrund des Gehalts an Salicylaldehyd, das ähnlich wie Acetylsalicylsäure wirkt, sowie der enthaltenen Falvonoide und Gerbstoffe wird Mädesüß als Tee oder Tinktur schon seit Jahrhunderten  in der Naturheilkunde als schmerzlinderndes, entzündungshemmendes, fiebersenkendes, antirheumatisches, antimikrobielles, antioxidatives, schweiß- und harntreibendes Heilmittel angewendet.

Andere Namen des Mädesüß: 
Beinkraut, Geissbart, Geißripp, Spierstaude, Wiesenkönigin, Wilder Flieder, Krampfkraut, Wiesengeißbart, Rüsterstaude, Bacholde, Federbusch

(Quellen: Wikipedia.de, Heilkräuter.de, kraeuter-buch.de )

Monatstische 2015
Meine vergangenen Monatstische findet ihr auch nochmal alle  > hier


 
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Kommentare:

  1. Das blüht ja noch wie wild! Letztes Aufbäumen vor'm Winter... Die Bilder sind (wie immer) wunderbar.
    Das Kraut riecht auch sehr intensiv, wobei mir der Name Mädesüß natürlich schon deshalb gefällt, weil ich ein Mädchen bin. Tandaradei ;)

    Lieben Gruß, Sieglinde Maria

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  2. Oh, ich bin neugierig gemacht. Mal schauen, ob ich hier Mädesüß in Ufernähe irgendwo entdecke - ich muß doch jetzt wissen, wie das riecht!
    Herzliche Grüße... von Spaßbremse zu Spaßbremse :)

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  3. zauberhaft deine septemberblüten!
    liebste grüße & wünsche an dich ;-)
    amy

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  4. Dein Mädesüß mag ich...genaus so...sehr. Und könnte es sogar ganz praktischerweise im Moment recht gut gebrauchen...Liebe Grüße.

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  5. da sollte ich woll mal sammeln gehen ;o) für schlechte zeiten. sieht kuschelig aus, das mädchen.

    liebe grüße . tabea

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  6. Wie eine weiße Wolke, die über deinem Tisch schwebt... Schön, dass ich jetzt wieder etwas mehr über Mädesüß gelernt habe. Man sieht es dann doch mit neuen Augen an.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Mädesüß! Wie gerne wäre ich gemeinsam mit Dir am Wasser entlang gelaufen und hätte meine Nase in die duftige Blumenwolke hineingesteckt, Katja! Dein Septembertisch ist wunderbar und auch die kuscheligen Kissen sind wieder da ;)) man merkt es ist Herbst! Liebe Grüße, Nicole

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  8. Wunderschöne puschelige Blüten ... die sich dann irgendwann auf dem Tisch ergießen. Wie der erste Schnee! Ich mag ihn, Deinen Wildblumenstrauß!

    Liebe Grüße,
    Steph

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  9. Oh, was dazugelernt....die Pflanze kannte ich noch gar nicht, muss ich auch mal die Augen offenhalten am Donaurand!

    Sieht toll aus, Dein Strauß.....nervt Dich nicht die "Sauerei", die da dann ständig entsteht?
    LG
    U.

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    1. Keine Sauerei, nur Blütenblättchenkonfetti. Nein, das macht mir gar nichts aus. :-)

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  10. oh, danke schön für diesen exkurs! ich bin heuer erstmals glückliche besitzerin einer ackerparzelle gewesen und habe unter anderem auch mädesüß angebaut. aber ehrlich gesagt nur deswegen, weil ich den namen so gerne mochte und ohne zu wissen, was ich wirklich damit anfangen könnte. so ist es eben einfach nur gewachsen und nie geerntet worden und hat auch leider nicht geblüht. daher wusste ich gar nicht, was für bezaubernde weiße wolken da entstehen könnten!
    nächstes jahr werde ich mit mehr wissen und aufmerksamkeit an die sache herangehen!
    ursula

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  11. wie gut, dass ich jetzt endlich weiß, wie sie heißen, die federfeinen. am wochenende erst hab ich eine ganze wiese voll davon bewundert.
    im übrigen tendiere ich auch zu etymologie nummer 1.

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  12. Sehr schöner Septembertisch. Von Mädesüß habe ich zwar schon mal gehört, aber noch nie genaueres dazu gelesen. Danke für die Informationen! Liebe Grüße, Kathreen von "Mach mal"

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  13. Betörend schön passt das Mädesüß in die Flohmarkt-Keramik. Bei mir wächst es am Teich, jedes Jahr freue ich mich über einen Stengel mehr, diesmal waren es schon vier, aber ich bringe es noch nicht übers Herz einen abzuschneiden... Wie ungemütlich doch für Manche der Weg von Sauerei zu Blütenkonfetti scheint..., dabei könnte der so leicht sein. Gerade rieseln die Blätter der letzten Rose aus dem Freundinnen-Garten auf den Tisch. Der Freund "Ich weiß, nicht wegwischen, sie sind schön..." ;-) Liebe Grüße an deinen Mädesüß-Tisch Ghislana

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  14. ich mag ihn so gerne, das mädesüß. mit weißem oder rosanem köpfen stehen sie auch bei uns im garten. mir geht es ähnlich wie ghislana, ich lasse sie lieber am teichrand stehen, aber wenn sie einmal mit richtig vielen blüten mich bescheren, dürfen sie gerne wie anderes gartengesellen in die gute stube. leider habe ich sie schon lange nicht mehr in der freien natur gesehen. liebe grüße, éva

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  15. Bis zu 2 Meter hoch ??? So großes Mädesüss habe ich noch nie gesehen...
    Aber, als wir im August nach Deutschland fuhren, ist mir aufgefallen, dass es in Bayern sehr gut zu gedeihen scheint und ich hatte eine tolle Idee für meine Aktion. Wieder zurück in Österreich habe ich es nirgends gefunden...
    Herzliche Grüsse und bis morgen, helga

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  16. mädesüß wächst hier an unserem bach vor der haustür und ich bin glücklich darüber - ich mag den duft so gern. deinen septembertisch auch. diese herrliche keramik vom flohmarkt? du glückspilz!
    liebe grüße, mano

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  17. @ Liebes Holunderblütchen, im Pinzgau (Land Salzburg) gedeiht das Mädesüß auch ganz wunderbar, wenn man z.B. von Lofer nach Zell am See fährt, sieht man es auch immer entlang der Zäune auf den Heuwiesen stehen. Allerdings nicht so spät im Jahr, sondern immer im Hochsommer, im Juli/August. Ich mag Mädesüß sehr gerne und trockne jedes Jahr einen Vorrat, der dann in den winterlichen Hustentee kommt. Danke liebe Raumfee für diesen wunderschönen Strauß! lg, Gabi

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