Samstag, 19. September 2015

In heaven No. 183 - Unendlichkeit

Vor einigen Jahren stand ich im August mit meinem Sohn zum ersten Mal unter dem klaren, nächtlichen Himmelszelt in den Bergen, hielt mit ihm zusammen nach Sternschnuppen Ausschau und erklärte ihm, dass das Weltall unendlich ist. Nach einer ganzen Weile sagte er zu mir, dass ihn die Vorstellung fast wahnsinnig mache, dass es da draußen unendlich weiter geht, weil er es sich eben nicht vorstellen könne. Unzweifelhaft mein Kind, denn mir ging das auch schon immer so. Während wir den nächtlichen Schauer der Perseiden auf uns herabregnen ließen,  sprachen wir auch in diesem August wieder über die doch beängstigende Grenzenlosigkeit des Universums - unter unseren Körpern das kühle Gras der Erde und über uns die Unendlichkeit. Unbeschränkte Grenzenlosigkeit macht Angst, weil ein engerer Rahmen ein vermeintliches Gefühl der Sicherheit vermittelt. Was man hier auf der Erde immer wieder zu realisieren versucht durch Abschottung vor dem, was uns fremd ist, dem was unberechenbar ist und uns deshalb Angst macht, ist im Universum unmöglich. Räumliche Grenzen existieren dort draußen nicht und so bleiben auch die auf der Erde letztlich eine kleinliche Illusion. Und doch gibt es etwas, das uns Schutz bietet vor der nächtlichen Unendlichkeit des Alls und sich tröstlich und behütend über uns und alle anderen Menschen auf der Erde spannt - das Himmelszelt mit seiner unendlichen Zahl an funkelnden Sternen. 

Unendlich viele Sterne über uns, um uns, sind deutlich weniger furchteinflößend als das unendliche Nichts des Weltraums. Sternengestöber.
64 Sternschnuppen in dreißig Minuten. Laurentiustränen, ohne Pein und Traurigkeit vergossen.
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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minimalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken.
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Kommentare:

  1. sterne nachts endlich zu sehen nach dem tag wo sie vom Sonnenlicht geblendet sind und nicht wargenommen werden können ist immer ein wunder - für mich bringen sie schutz - sie wandern im schwarzen himmel wie kleine laternen...wie das deutsche kinderlied laterne laterne sonne mond und sterne....

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  2. Wunderschöne Sternenbetrachtungen und wie wunderbar, sie gemeinsam zu erleben, liebe Katja! Zu dem Thema 'Unendlichkeit' würde meinem Jüngsten nur Eines einfallen: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter. (Captain Buzz Lightyear) ;)))
    Herzlichst, Nicole

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  3. Wenn ich einen Sternenhimmel sehe, muss ich immer an den kleinen Prinzen denken...und seine Sicht auf die Dinge...;-). LG Lotta.

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  4. Katja, heute nähern wir uns offenbar ein und demselben Thema auf ähnlichen Wegen.... Nur so bezaubernde Sternenhimmel blieben mir versagt. Wie schön, dass Du sie uns heute schenkst.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Leider sind meine Sternenhimmel noch etwas unscharf - ich arbeite noch daran, die Sterne gut zu fotografieren. ;-)

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  5. Hallo,
    ich freue mich heute das erste Mal bei deiner himmlischen Fotosammlung dabei zu sein!
    Zu deinem Post fällt mir folgender Spruch ein:
    " Wenn Sternschnuppen vom Himmel fallen, dann weißt du dass die Unendlichkeit nur einen Steinwurf von dir entfernt ist!"
    Liebe Grüße, Petra

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  6. Für mich ist der Blick in den Sternenhimmel ganz und gar nicht beängstigend. Eher im Gegenteil. In mir löst der Anblick ein Gefühl der Freiheit und Geborgenheit aus.
    Schöne Bilder!

    LG, Varis

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  7. Im Sommer schauen wir ja nachts hier auch in viel Himmel. Und ich staune immer, wenn sich dabei doch so viele an die *Wissenschaft* als des großes Rätsels Lösung klammern. Vielleicht, ja, weil die Unendlichkeit in ihrer Unbegreiflichkeit beängstigt. Oder vorallem, weil mit einem Blick ins funkelnde Universum kein Zweifel bleibt, das man selbst nicht mehr bedeutet als ein Staubkorn... angesichts dieser Größe...

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  8. schönes sternenfoto! ich finde es beruhigend und anregend in den sternenhimmel zu blicken. weil da noch so viel ist ...

    liebe grüße . tabea

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  9. Was für ein schöner Sternenhimmel!
    Liebe Grüße
    Mareike

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  10. es gibt kaum etwas schöneres, als an einem augustabend auf der wiese zu liegen und in die weite des sternenhimmels zu schauen! ich habe keine angst vor der unendlichkeit des weltalls, sondern nur vor dummen menschen, die unseren teil davon irgendwann kaputtmachen könnten.
    lg, mano

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  11. Wunderschön hast du den Sternenhimmel fotografiert,das ist schwierig.
    Nachts wenn ich raus muss beim Fast-draussen-schlafen (VW Bus) in Schleswig-holstein sehe ich auch dieselben Sterne wie ihr alle...Nicht beängstigend!
    Kat

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