Donnerstag, 27. August 2015

Augusttisch . die strahlende Sonne

Keine Blume symbolisiert der Hochsommermonat August besser als die Sonnenblume mit ihren symbolhaft sonnengleich leuchtenden Blüten. Passenderweise blüht sie auch im Hochsommer und findet sich so meistens im Juli und August mindestens ein Mal auf meinem Tisch. Vielleicht liegt es daran, dass ich im Hochsommer zu ihrer Blütezeit geboren wurde, dass die Sonnenblume mich auf unterschiedliche Weise schon mein Leben lang begleitet. Zur Zeit meiner Geburt stand sie als Symbol der Hippiebewegung für eine friedvollere Welt, für Licht, Fröhlichkeit, Wärme und Hoffnung. Doch ihre Symbolkraft wurde nicht erst im 20sten Jahrhundert entdeckt - bereits bei den Azteken galt sie als Abbild des Sonnengottes und somit als religiöses Symbol für Fruchtbarkeit, Gesundheit und Weisheit, weshalb sie ihre Tempel mit Nachbildungen von Sonnenblumen aus Gold schmückten und ihre Priesterinnen Kronen aus ihren Blüten getragen haben sollen.



Ein sehr beeindruckendes Erlebnis waren die unendlichen Sonnenblumenfelder in Zentralspanien, das ich mit 18 Jahren durchquert habe. Dort beobachtete ich fasziniert, wie alle Sonnenblumen ihre Gesichter der Sonne entgegenreckten und ihrem Verlauf den Tag über folgten. Alle? Nein. In jedem Feld gab es einige unter Tausenden, die trotzig in die andere Richtung schauten. Ein Umstand, der mich damals tief berührte. Auch bei den Blumen gab es offensichtlich immer einige, denen der Herdentrieb abging. Passend, dass die Sonnenblume nicht nur für geballte Stärke, Lebensenergie und Großzügigkeit steht, sondern auch für Rückgrat, persönliche Kraft und Individualität. Jedes Mal, wenn ich eine solche Sonnenblume in einem großen Feld erspähe, musste ich auch heute noch unweigerlich lächeln.



Die Sonnenblume ist übrigens eine der Pflanzen, die sich des Goldenen Schnitts, beziehungsweise des Goldenen Winkels von 137,5° bedienen, um ihre Kerne anzuordnen - perfekte Proportionen und präzise Mathematik, die keine Abweichung auch nur von einem halben Grad zulässt, ohne alles durcheinander zu bringen. Jeder Kern ist dazu Teil einer rechts- und einer linksdrehenden Spirale, deren jeweilige Anzahl immer benachbarte Fibonacci-Zahlen sind. Woher kennen Sonnenblumen die Fibonacci-Zahlen? Das müsste man dann auch Pinienzapfen, Gänseblümchen, Palmen, Kohl und Ananas fragen, die sich für ihrer Struktur des gleichen Prinzips bedienen. Nichts ist so perfekt wie die Natur und wenn es auf den ersten Blick noch so willkürlich aussieht.

Monatstische 2015
 
Juni . Juli . August

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Kommentare:

  1. Unseren Esstisch schmückt auch ein Strauß Sonnenblumen, liebe Katja! Denn auch mir zaubern Sonnenblumen ein Lächeln ins Gesicht. Und wie Du so schön gesagt, ist die Sonnenblume die perfekte hochsommerliche Blume ;)) lieben Gruß, Nicole

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  2. Das ist ja interessant!! Jetzt hast du mich dazu gebracht, über zig Artikel hinweg quer zu lesen! Bin jetzt wieder ein bisschen schlauer! Danke :))
    Lieben Gruß
    Gabi

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  3. liebe katja, der gelbe tupfer reiht sich fein in deine fotoreihe ein. ich find es immer seltsam, wenn die vertrockneten sonnenblumen auf dem feld dann später alle versteinert in eine richtung blicken ...

    tabea grüß

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  4. Einen schönen Monatstisch hast du! Die Sonnenblumen gehören auch zu meinen Lieblingen. Ich kann an keinem Sonnenblumenfeld vorbei gehen, ohne wenigstens Bilder gemacht zu haben.
    Liebe Grüße Andrea

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  5. Jetzt muss ich los, in den Schulgarten, da müssten doch nun auch endlich die ersten Sonnenblumen... ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  6. Jetzt stehen mal dieselben Blumen auf unser beider Tische. Wir haben hier noch öfters Sonnenblumenfelder und auch ein paar zum Selberpflücken. Jetzt schaue ich sie mir wieder mit ganz neuen Erkenntnissen an.
    Liebe Grüße
    ANdrea

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  7. Vor einer Stunde habe ich auch auf einem Feld ein paar Sonnenblumenstängel geklaut äähh ich meine gepflückt,die meisten waren aber schon abgeblüht, blöderweise habe ich nur auf die Sonnenblumen geguckt und nicht auf den Weg und habe mir deswegen die Beine ganz gräßlich mit Brennnesseln verbrannt, das war wahrscheinlich die Strafe fürs Pflücken, ;-).
    Dass Sonnenblumen, Ananas und einige anderen Pflanzen sowohl den goldenen Schnitt als auch die Fibonacci-Zahlen kennen habe ich im vergangenen Jahr in Gießen im Mathematikum gelernt.
    herzlich Judika

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  8. herzlich willkommen im alltag! offlein würde ich auch gut hinbekommen.

    liebe grüße . tabea

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  9. Liebe Katja, dein Post bringt mir die Sonnenblume wieder näher, ich habe sie in den letzten Jahren zugegebenermaßen etwas verschmäht....
    So viele Informationen, ich bin immer wieder begeistert von deinem Allgemeinwissen !!!
    Der französische Name der Sonnenblume ist nicht ohne Grund "Tournesol" :-)
    Ganz herzliche Grüsse und eine gute Woche, helga

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!