Samstag, 16. Mai 2015

In heaven No. 165 - Ein Schläfer und 14 Nothelfer

Heute gibt es vorab nur einen kleinen Himmelsvorgeschmack, denn den weiten Himmel bis zum Horizont, den müsst ihr euch heute erst mal virtuell erarbeiten, indem ihr mit mir zusammen auf 596m über N.N. hinaufsteigt - auf den Parkstein bei Weiden in der Oberpfalz. Nur sanfte Hügel soweit das Auge reicht - und dann ragt er auf einmal steil vor uns auf, gekrönt von einer kleinen Bergkirche. Nicht einfach nur ein großer Fels in der grünen Landschaft, sonder ein ganz besonderer geologischer Ort. Was für einer? Davon später mehr. Wir starten erst mal beim Wanderparkplatz in Parkstein und folgen dem geologischen Lehrpfad immer bergauf...





Ein Blick durch die Bäume auf den Rauhen Kulm gibt einen ersten Hinweis darauf, auf was wir uns gerade befinden - denn in der Oberpfalz gibt es noch mehr davon. Nicht so spektakulär wie der Parkstein, aber sie sind überall... die Schläfer. Schlafende Vulkane. 

Der geologische Lehrpfad erklärt anschaulich mit entsprechenden Felsbrocken die Gesteine, die der Parkstein einst vor etwa 24 Millionen Jahren aus der Erdkruste mit sich gerissen und in der Landschaft verstreut hat. Eines davon wird Morgen noch eine besonders tragende Rolle spielen...


Kurz vor dem Gipfel des Parkstein durchquert man die Ruinen der ehemals prächtigen Burganlage "Hoher Parkstein". Im Jahr 1052 erstmals urkundlich erwähnt, überstand die Burg zwar die schwedische Belagerung im 30-jährigen Krieg, wurde aber 1759 wegen Baufälligkeit aufgegeben und geschleift - die Dorfbewohner ließen nichts verkommen und bauten ihre Häuser aus den Resten der Burganlage. Heute sind nur noch Mauerfragmente und die Fundamente einiger Türme vorhanden und zeugen von der einstigen Wichtigkeit, die Parkstein als Sitz der Landsgerichtbarkeit im Mittelalter hatte.






Auf den Ruinen der Burg "Hoher Parkstein" wurde 1851-1852 die kleine Bergkirche "St. Marien zu den 14 Nothelfern" im neoromanischen Stil erbaut und dient seitdem als wichtiger Wallfahrtsort, erreichbar über einen Kreuzweg aus dem Ort und den geologischen Lehrpfad.
Im Inneren finden sich neben den Statuen der Maria mit Kind und Josef als Beschützer der Altar mit einem Bild der vierzehn Nothelfer, denen die Kirche geweiht ist und die je nach Anliegen angerufen werden. Altarbild und Marienststue wurden aus der durch Brand 1835 zerstörten Kapelle im Ort gerettet und hier wieder aufgestellt.



S. Blasius
bringt wegen Halsweh Fürbitten dar
S. Georgius
ist anzurufen in Kriegsgefahr
S. Erasmus
für Därm und Leibesschmerzen
S. Vitus
ein großer Freund der Kinderherzen
S. Pantaleon
Patron der Ärzte, bei Gott mächtig
S. Christoph
für Hagel und Wetter beschützt er kräftig
S. Dionysius
im Hauptweh wird gerufen an
S. Cyriakus
von Teufeln Besessenen helfen kann
S. Achatius
dem christlichen Kriegsvolk hilft er behänd
S. Eustachius
Betrübnis in der Ehe abwendt
S. Katharina
wenn Weisheit im Studieren mangelt
S. Barbara
im Tod die Sakrament erlangt
S. Margaretha
wo Teufelslist ein Zugang findt
S. Aegidius
hilft zur Erkenntnis heimlicher Sünd.

(Quelle: Pfarrei Parkstein)



Eine schlichte Kapelle auf einem sehr magischen, kraftvollen Ort - einem erkalteten Vulkan. Nirgendwo kann man den Kräften der Erde und des Himmels wohl verbundener sein, als mit den Füßen auf einem Vulkanschlot stehend und über einem nichts als der Himmel.
Wer einen Kraftort sucht, ist immer gut beraten nach Plätzen zu schauen, an denen vor hunderten von Jahren Burgen, Kirchen und Kapellen errichtet wurden - in früheren Zeiten machte man sich das Wissen um die Geomantie, das "Deuten der Erde", noch zu Nutze und errichtete wichtige Gebäude an besonders kraftvollen Plätzen - so wie hier oben auf dem Parkstein.
Von hier geht der Blick weit in die sanfthügelige Oberpfälzer Landschaft - und viel bayerischer Himmel spannt sich darüber und treibt Schäfchenwolken rund um den Parkstein.




Warum der Parkstein nicht einfach nur ein erloschener Vulkan ist, sondern jener, den Alexander von Humboldt als den schönsten Europas bezeichnet haben soll? Das erzähle ich euch dann Morgen...
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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.
   Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. 
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Kommentare:

  1. Na, dann bin ich aber mal auf morgen gespannt, Katja! Wundervolle Aufnahmen von einem wundervollen Ausflug. Wie entspannt dein Sohnemann wirkt.. herrlich! Diese wolkenbetupften Himmel sind mir übrigens die liebsten.. lächel! Liebe Grüße, Nicole

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  2. was für ein wunderbarer ort, liebe katja! diese kapelle auf dem berg ist ein schatzkästlein, in dem ich auch gern mal verweilen würde!
    liebe sonntagsgrüße
    mano

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  3. Weiden in der Oberpfalz, da könnte ich direkt auch mal hinfahren zu diesen herrlichen Wegen und Burgen, denn wir fahren immer nur dran vorbei, wenn wir auf der Autobahn nach München düsen.
    Nach deiner tollen Bilder-Reportage bekomme ich direkt Lust darauf, diese Gegend mal genauer kennen zu lernen.
    Danke für dies tolle Story und der Himmel zeigt sich natürlich auch von seiner besten Seite !
    ♥liche Grüße

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  4. Ich schließe mich Mano gern an...was für ein wunderbarer Ort! Und du hast eine wunderbare Gabe, uns solche Orte nahezubringen! Über die 14 Nothelfer habe ich mich ja köstlich amüsiert (wenn man das so öffentlich sagen darf...?! ;-)). S. Aegidius...hilft zur Erkenntnis heimlicher Sünd...;-)...oder S. Katharina...( die hätte ich so manches Mal gebrauchen können...) und S. Panthaleon ist mir auch sympathisch...Ich freue mich schon auf morgen...LG Lotta.
    P. S. Gestern wurde mich erzählt, dass Fürth eine ganz nette Altstadt hätte...ich habe nur abgewinkt und gemeint, könne ich mir nicht vorstellen, denn dann hätte Katja ja längst mal davon berichtet...;-).

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  5. wunderbarer panorama. ob man glaubig ist oder nicht, solche orte wie du zeigst haben eine gewisse anziehungskraft und deine bilder klingen harmonisch miteinander. habe diese woche auch ein Ort besucht der auf ein Volkan liegt. es ist bestimmt nicht umsonst dass jedes Jahr sehr viele Pèlerins gerade da vorbeikommen.
    liebe grüsse
    monique

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  6. Ein wunderschöner und interessanter Post!Vielen Dank dafür und ein schönes Wochenende!
    LG Steffi

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  7. Danke, dass du auch mich mitgenommen hast auf diesen spannenden Weg. Ja, diese magischen Kraftorte werden einem erst offenbar, wenn man sich ein bisschen mehr mit den örtlichen Gegebenheiten beschäftigt. Meist liegen dann noch älterer Kultstätten aus heidnischer Zeit darunter.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Liebe Katja,
    es ist schön, nach langer Zeit wieder dabei zu und jetzt hoffentlich wieder öfter mit dem neuen Blog. Und es ist schön, wieder deine Gedanken und Ausflugsberichte zu lesen.
    Liebe Grüße von Antje

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  9. Von den vierzehn Nothelfern habe ich, zu meiner Schande gereichend, erst durch das Buch "Paul vier und die Schröders" von Andreas Steinhöfel gehört. Aber dass ihre Zuständigkeiten so sauber verteilt sind....! Herrliche fotos sind das und ein wunderbarer Ausblick! Sieht aus, als wäre die Oberpfalz ganz flach, von da oben!
    Freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil!
    Gros bisou
    Sandra

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