Sonntag, 24. Mai 2015

Immer wieder sonntags...

... geht es raus. Oder in diesem Fall - rein. Denn als wir in Parkstein ankamen, drohten noch dunkle Wolken den Aufenthalt im Freien sehr ungemütlich zu machen und so holten wir uns die Hintergrundinformationen eben, bevor wir den Vulkan "Hoher Parkstein" in der Oberpfalz erklommen haben. Denn in Parkstein gibt es nicht nur eine Burgruine und die tolle Aussicht vom Vulkan, nachdem man ihm über den Geopfad aufs Dach gestiegen ist, die erstarrte Lava in Form einer beeindruckenden Basaltwand und die Möglichkeit über die Felsenkeller ins Innere des Vulkans vorzudringen, es gibt auch ein neues Vulkanmuseum - und das hat es im wahrsten Sinn des Wortes in sich.


Im ehemaligen Landrichterschloss, das auch eine lebhafte Vergangenheit als Schule, Zoigl-Wirtschaft und Wohnhaus hinter sich hat, entstand 2013 das neue Museum "Vulkanerlebnis Parkstein". Neben der sehr bewegten Ortsgeschichte von Parkstein, wird dort über drei Etagen, auf einer im Tertiär beginnenden Zeitreise, multimedial die Entstehung des Vulkans, des Ortes an seinen Flanken und die Entwicklung bis zur Gegenwart dargestellt. Der museale Rundgang beginnt mit dem Eintauchen in den schwarzen Basalt und einem großen Knall...


Während die Augen noch damit beschäftigt sind, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen und man gerade begonnen hat, sich in die Erdgeschichte einzulesen, beginnt das Licht plötzlich zu flackern und ein dumpfes Grollen lässt die Wände des Museums erzittern. Rauch dringt aus dem Boden und füllt den Raum, während das Donnern und Schütteln der Erde lauter und lauter und lauter wird. 

Wenn sich der Vulkanausbruch dann mit Lichtfeuer, Rauch und Getöse seinen Weg durch die drei Etagen des Museums bahnt, dann steht man ehrfürchtig und doch mit ziemlichem Herzklopfen mitten in dieser beeindruckenden Simulation. 




Bis zum anschließenden Geröllprasseln und Ascheregen dramatisch akkustisch begleitet, ist der stündliche Vulkanausbruch das absolute Highlight des Museums. Schnell wird der Rauch danach wieder abgesaugt und man kann seinen Weg "durch den Vulkan" in die oberen Etagen fortsetzen und dort viele interessante Details über Parkstein, seine Entstehung, seine ehemalige Burganlage, seine Herrscher, Aufstieg, Niedergang und heutige Bedeutung erfahren.




Falls wir das nächste Mal einen ausbrechenden Vulkan für den Kindergeburtstag benötigen, dann versuchen wir uns vielleicht auch besser an einer Lichtsimulation nach Parksteiner Vorbild - das macht weniger Schweinerei auf dem Tisch. :-)



Das Museum ist bis zum Dach barrierefrei zugänglich, die Eintrittspreise sind erfreulich moderat und die multimedialen und textlichen Inhalte in Deutsch, Englisch und Tschechisch abrufbar. Ein museumspädagogisches Programm wird ebenso angeboten wie Führungen, Sonderausstellungen, Vorträge und Konzerte .
Wer sich über aktuelle Termine und Öffnungszeiten informieren möchte, kann das auf der Homepage des Museums tun.

Ein überraschend ambitioniertes Museum in einem so kleinen Ort in der Oberpfalz und zusammen mit den "Liveerlebnissen" rund um, auf und in dem echten Vulkan direkt vor dem Museum ein absolut rundes Gesamterlebnis. Daumen hoch für das detailreich, aufwändig und liebevoll gestaltete und für Besucher zugänglich gemachte "Vulkanerlebnis Parkstein".
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Kommentare:

  1. Ohja...das würde meine Familie gefallen...da bin ich ganz sicher. Erinnert mich ein wenig an das, was ich gestern mit meiner Familie besucht habe...von der Konzeption...und so...;-). Ich liebe deine Beiträge von "Immer wieder sonntags..." Hatte ich das eigentlich schon mal erwähnt...;-)? Dir einen schönen Pfingstsonntag! LG Lotta.

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  2. Oh da scheint sich ja wirklich etwas Besonderes gemacht zu haben, auf dem Parkstein! Ich glaube das letzte Mal war ich als junges Mädchen mit meiner Großtante dort .. vor etwa 40 Jahren! Ein Grund wieder mal hinzufahren .... das *Blaue Haus* ist ja auch in der Richtung....
    Danke für den informativen Beitrag!
    Gruß Papierfrau

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!