Donnerstag, 2. April 2015

Grüner Donnerstag.

Am Gründonnerstag, dem fünften Tag der Karwoche, gedenken die christlichen Kirchen des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern. Über die Herkunft der Verbindung dieses Tages mit der Farbe Grün gibt es ganz unterschiedliche Theorien, vom "Greinen" (Weinen) der Büßer, über die lithurgische Farbe Grün und die Symbolik des nach der Dürre und absolvierter Buße wieder grünen, lebendigen Holzes, bis zu dem Brauch, an diesem Tag im Einklang mit den Fastenvorschriften bevorzugt frische Triebe von jungem, grünem Gemüse und Kräutern zu essen. Damit sollte die Kraft des Frühlings und eine Heilwirkung für das ganze Jahr auf den Menschen übergehen*. Aber auch ohne religiösen Hintergrund ist der Frühling einfach die Zeit, in der zumindest ich mich unbandig freue, endlich wieder üppig junges Grün auf dem Teller zu haben, das nicht nach Kohl schmeckt, sondern scharf und bissig, frisch und zitronig und einfach gschmackig ist. So hat das Grün auf unseren Tellern heute auch keinen lithurgischen Hintergrund und auch rein gar nichts mit Buße zu tun, sondern nur mit purer Lust am Frühlings-Geschmack von Spargel, Postelein und Bärlauch.




Spargel mit Postelein, Kartoffeln und Bärlauch-Pesto

Zutaten für 2 Personen:

1kg Spargel, 200g Postelein (gibt es hier auf dem Markt als Portulak), 2 Knoblauchzehen, 8 mittelgroße Kartoffeln, 50-100g Butter, 1 Prise Zucker, 1 EL Apfelessig, 1 Lorbeerblatt Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Postelein vorsichtig waschen und abtropfen lassen. Er ist glasig und filigran und verträgt keine grobe Behandlung.
Spargel schälen, holzige Enden kappen und ihn in reichlich Salzwasser zusammen mit Knoblauchzehen, Lorbeerblatt, einer Prise Zucker, ein paar Pfefferkörnern und einem Eßlöffel Essig bissfest garen.
Kartoffeln schälen und parallel zum Spargel in Salzwasser kochen. Beides braucht ca. 15 Minuten.
In der Zwischenzeit das Bärlauchpesto (Rezept unten) herstellen und die Butter auf dem Herd flüssig werden lassen, salzen und pfeffern.
Aus dem Postelein ein Nest auf dem Teller bereiten, Salzkartoffeln und Spargel darauf legen und mit der flüssigen Butter übergießen. Bärlauchpesto auf den Spargel setzen und dann am besten mit jedem Bissen von allem etwas aufgabeln. 
So schmeckt für mich der Frühling.


Bärlauch-Pesto

2 Bund Bärlauch mit 1/2 Tasse Olivenöl, 1/2 Tasse gemahlene Mandeln, 1/4 Tasse Parmesan, eienr großzügigen Prise Salz, schwarzem Pfeffer, 1 Spritzer Zitronensaft, 1 Prise Zucker im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer Paste zerkleinern.
In ein Schraubdeckelglas gefüllt und mit Olivenöl abgedeckt hält es sich im Kühlschrank mehrere Wochen.


Mein absolutes Lieblings-Blattgemüse Postelein (auch Gewöhnliches Tellerkraut oder Kubaspinat) ist reich an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen, liegt vom Geschmack zwischen Feldsalat und milder Kresse, frisch und leicht nussig und wird auf dem Markt meistens als (Winter)Portulak angeboten, was botanisch aber nicht wirklich richtig ist. Portulak ist eigentlich eine andere Pflanze. > Hier ist das ganz gut erklärt.

Noch Bärlauch übrig? Wie wäre es dann mit Bärlauchbutter? Oder doch Bärlauchschnecken?
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* Quelle: Wikipedia

Kommentare:

  1. Da läuft einem wirklich das Wasser im Munde zusammen...so lecker...Hier versinkt die grüne Natur am Gründonnerstag gerade unter einer weißen Schneedecke...was hat sich Petrus denn dabei gedacht...? LG Lotta.

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  2. Mmmmhh.. Katja!! Wie kannst Du uns nur schon in Allerherrgottsfrühe dieses Mahl kredenzen.. grins?! Jetzt habe ich Schmacht auf Spargel (und das noch vor dem Frühstück!)! Danke für's gründonnerstagtägliche (oder so!) Rezepteteilen! Herzlichst, Nicole

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  3. Hmm, ich überlege ob ich heute noch irgendwo die Zutaten finde...
    Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Das könnt ich jetzt glatt zum Frühstück haben. Sieht so lecker aus!

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  5. Gibt's schon deutschen Spargel??? Und Bärlauch, immer her damit. Welch ein Festschmaus! Liebe Grüße und Frohe Ostern! :D

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    1. Hier gibt es den ersten. Noch etwas dünn, die Stangen, aber schmeckt schon.
      :-)

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  6. ...oh sieht das lecker aus,
    da könnte ich gleich zu Messer und Gabel greifen...

    wünsche dir frohe Ostertage mit deinen Lieben,
    LG Birgitt

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  7. Ich liiiiebe Postelein! In Amerika ist die Salatpflanze als Miner's lettuce oder Indian lettuce bekannt, was davon zeugt, dass die Minenarbeiter, vor allem die Goldgräber und die Indianer früher die vitaminreiche Pflanze zu schätzen wussten. Dort hat sie wohl manchem hungrigen Goldgräber mit einer kräftigen Portion Vitamine die Gesundheit erhalten. Im Westen Nordamerikas wächst sie wild, während sie bei uns erst seit ein paar Jahren angebaut wird..
    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Ja, liebe Katja, auf Bärlauch freue ich mich auch schon.
    Unserer im Garten ist aber noch viel zu klein.
    Warten ist angesagt :-)
    Und Postelein kenne ich noch nicht,
    werde aber auf dem nächsten Markt mal Ausschau halten.
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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