Samstag, 14. März 2015

In heaven No. 156 - Zwielicht

Als zwielichtige Gestalten bezeichnet man allgemein dubiose Personen, die einem irgendwie verdächtig vorkommen, weil sie sich seltsam benehmen oder finster aussehen, so dass man ihnen durchaus zutrauen würde, etwas Böses und Kriminelles im Schilde zu führen. Zwielicht ist aber auch ein fast tageszeitunabhängiges Lichtphänomen, das ein bisschen unheimlich wirkt. Unentschlossen, nicht Fisch, nicht Fleisch, Sonne zwar da, aber etwas Unangenehmes verbreitend, grelles Licht finster nebulös verborgen hinter Dunst und Düsterniss, ein bisschen Gänsehaut verursachend, als würde ein noch unbekanntes Unheil, eine nicht genau zu beschreibende Drohung in der Luft liegen und sich in den Wolken verfangen, die wie schwere Träume den Himmel verdunkeln. Vielleicht kommt daher die Assoziation zu Personen, denen man auf den ersten Blick misstraut?


Dämmrung will die Flügel spreiten,
Schaurig rühren sich die Bäume,
Wolken zieh’n wie schwere Träume -
Was will dieses Grau´n bedeuten?
...
 (Anfang des Gedichtes "Zwielicht" v. Joseph v. Eichendorff, aus dem Roman "Ahnung und Gegenwart", 1815)

Auf dass weder an diesem Wochenende noch in Zukunft zwielichtige Personen euren Weg kreuzen mögen und ihr euch die kommenden Tage nicht im Zwielicht gruseln, sondern in der warmen Frühlingssonne mit positiver Energie aufladen könnt.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder auch irgendwann früher einmal) eingefangen habe.   Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel und den entsprechenden Post hier zu verlinken. 
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Kommentare:

  1. schaurig schön, deine zwielichter! und sie lassen mich sofort an edgar allen poe und james lovecraft denken, deren erzählungen mich in meiner jugend das gruseln lehrten, ich aber nicht aufhören konnte, ihre geschichten fasziniert zu verfolgen. so hat das zwielichtrige doch eine große anziehungskraft - nicht nur für böse buben!
    liebe grüße, mano

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  2. Ich muss gestehen, ich wäre doch froh, wenn der Himmel heute hier wenigstens zwielichtig daher käme...aber er ist einfach nur grau...mausgrau...wer bitteschön braucht denn so etwas...LG Lotta.

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  3. Tolle "zwielichtige" Fotos!Schöne Aufnahmen.Vielen Dank wieder und ein schönes Wochenende!
    LG Steffi

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  4. Diese Spiele mit der Sprache, dem Nachforschen und -lauschen ihrer Bedeutung finde ich immer wieder aufs Neue spannend. Die Aufnahmen passen wunderbar dazu! Unser Himmel beharrt weiter auf einem eindeutigen Blau mit lockender Sonne und trifft einen dann mit fieser Kälte aus dem Rückhalt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. .... bei diesen Bildern kann man schon die Sonne erahnen und das gibt Hoffnung. Gestern war das Wetter besonders schlimm, nicht ein kleinster Lichtblick, so war dann auch die Stimmung und das Befinden. Meine Empfindunge in poetische Worte zu fassen, kann ich leider gar nicht gut.

    Ein schönes Wochenende mit viel Licht wünscht dir
    Paula

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  6. Oh ja, so richtig schön gruselig. Ich mag das ja... Seit langem bin ich heute auch mal wieder dabei. Dir ein schönes Wochenende, viele Grüße, Viola

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  7. Bei zwielichtigen Gestalten fällt mir sofort die Strophe aus der Dreigroschen Oper ein:
    Denn die einen sind im Dunkeln
    Und die andern sind im Licht.
    Und man siehet die im Lichte
    Die im Dunkeln sieht man nicht.
    Und schon summe ich die Moritat den ganzen Tag!
    Schöne Fotos und dein Gedicht passt viel besser!
    Gros bisou
    Sandra

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!