Dienstag, 24. März 2015

Die Tante bastelt für Ostern.

Gibt es sprachliche Formulierungen, die auch euch höchst befremdlich erscheinen, oder euch die Nackenhaare aufstellen? Als Freundin von Worten und Sprache zucke ich öfters mal zusammen, wenn jemand Formulierungen benutzt wie "Schau mal, was die Tante da macht."... wenn es sich bei nämlicher Person nicht um die Tante des angesprochenen Kindes handelt. Automatisch frage ich mich dann immer, warum man Kindern Glauben machen will, fremde Frauen wären ihre Tanten. Oder Onkel. Oder alle Frauen und Männer, mit denen sie nicht verwandt sind, wären Tanten oder Onkel. Ist das nicht paradox in sich? Wenn die Mitarbeiterin der Krankenhausküche damals meinen Vater täglch fragte "Was wollen wir denn heute essen?", dann musste ich mich immer sehr beherrschen sie nicht zu fragen, wie sie zu dieser Kumpanei mit meinem ihr fremden Vater kommt, so dass sie ungefragt ein einheitliches Essduo mit ihm bilden wollte.
Für mich ist es eine Frage des Respekts vor anderen Menschen, sie als autonome, gleichwürdige Personen in ihrer Position - in jeder Position - wahrzunehmen. Mir fremde, erwachsene Menschen, egal welcher Nationalität, duze ich nicht ungefragt und ich bin keine Tante fremder Kinder. Die Tante bastelt also nicht für Ostern - ich bastle für Ostern. Gerne tue ich das, nur dieses Jahr bin ich abgesehen von meinen WirEiern noch nicht dazu gekommen, weil hier noch ganz unösterliche Dinge anstehen, die getan werden wollen. Aber da gibt es ja auch schon so einige Osterprojekte aus den vergangenen Jahren und falls jemand noch auf der Suche nach Inspiration ist, ist ja vielleicht hier schon mal etwas dabei. Ein Klick auf den Namen führt euch zum entsprechenden Post...


 


















Dieses Jahr gibt es also Drahteier an Ostern und dann noch... mal sehen... vielleicht die recycelten Hasen auf den Kerzenleuchtern dazu? Oder ein paar Schwalben und Buchfinken in Nestern? Oder...
Und Ihr? Benutzt Ihr an Ostern traditionellen Osterschmuck, den Ihr jedes Jahr wieder hervorholt, oder soll es jedes Jahr anders aussehen?

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Eine Frage in eigener Sache an die Österreicherinnen unter euch: Könnte mir wohl jemand ein Exemplar der am 27.03. erscheinenden österreichischen WOMAN mit Osterbeilage besorgen und zuschicken - natürlich gegen Unkostenerstattung? Dann meldet euch doch bitte per Mail bei mir.

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Kommentare:

  1. Also ich würde jederzeit gerne ein *einheitliches Essduo* mit dir bilden, auch wenn du nicht meine Tante bist ;)
    Bei uns ist gerade *Baustelle total* - da würde Osterdeko sang- und klanglos untergehen... die Narzissen auf dem Tisch müssen reichen.

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  2. Ha, mir ging es neulich genauso das eine Kundin meinte zu Ihrem Kind "Komm jetzt, die Tante ist da mit der wir was besprechen wollen" - echt schlimm. Ich hab mich auch kurz aufgeregt, aber nützt ja nichts, diesen Frauen (ich habe sowas noch nie von Männern erlebt, könnte aber natürlich auch sein) kann man nicht aus Ihrer kindfixierten Welt helfen. Fast genauso schlimm finde ich übrigens von älteren Herrschaften (ist mir bis jetzt erst einmal passiert) als Fräulein angesprochen zu werden (ich bin 33).
    Deine Ostersachen sind toll, ich werde wohl noch etwas brauchen bis ich es schaffe zur Osterbasteltante zu werden.
    Grüße

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  3. Das ist genauso nervig, wie wenn wildfremde Menschen in den Kinderwagen greifen und Babies streichen - beides geht gar nicht und mir stellen sich da auch die Nackenhaare auf.

    Ich hab schon ne Osterkiste und dekoriere so manches jedes Jahr. bisher ist es allerdings noch ganz unösterlich, bis auf die neuen Perlenhasen am Strauch. Aber was nicht ist kann ja noch werden....

    LG
    Annette

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    1. Hallo, du sprichst mir aus der Seele mit den "Tanten" und und der Sache mit deinem Vater. Mich hat einmal ein Chirurg nach einer komplizierten Kieferop. gefragt: "Na, wie gehts uns denn?" Meine Antwort: "Wie es ihnen geht weiß ich nicht, mir gehts jedenfalls schlecht".
      Deine Ostersachen finde ich toll. Und als Österreicherin besorge ich dir gerne das WOMAN Heft und schicke es dir. Liebe Grüße aus Wien Erika.
      Meine Mail-Adresse: erposa08@yahoo.de

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  4. der origami Dürer ist der Kracher!! ..und in Sachen Sprache...ich kann es gar nicht leiden, wenn Menschen in der 3. Person Singular über sich selber rede. so nach dem Motto: schau mal, was die Oma da schönes für den... näht! boah da fliehe ich..sei herzlich gegrüßt Denise

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  5. Hach ja, wenn ich nur die Muße hätte, mal wieder zu basteln. Aber wie's gerade aussieht, wird es wohl ein eher dekoarmes Ostern werden! ;)
    Ja, der Sprachgebrauch anderer Menschen ist dem eigenen nicht immer verwandt. ;)
    Liebe Grüße.

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  6. In den unreifen Jugendjahren meines Krankenschwesterdaseins ( ich war Florence Nightigale !!!) habe ich einmal zu einem Patienten gesagt . "So jetzt wollen wir uns mal waschen ", darauf der ältere Herr : " Bitte, waschen sie sich ruhig, aber nicht in meinem Zimmer, und wenn, dann lassen sie den Vorhang auf ( am Waschbecken).
    Eine Distanzlosigkeit antwortet auf die andere. Danach war ich geheilt.
    Deine Ostersachen finde ich wunderbar, dezent und geschmackvoll. Ich werde nicht osterbasteln. In diesem Jahr verlässt mein ljüngstes Kind die Schule. Seit 3 Jahrzehnten bin ich Mutter und habe viel gebastelt. Viel. Jetzt ist Pause. Bastelpause.
    Ein Strauß Blumen und das Zwitschern der vögel im Garten tuts für mich. Lg Gitta

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  7. Wunderbar Deine ganzen Osterideen. Haben so einen ganz eigenen, bezaubernden und doch schlichten Stil.

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  8. Also erst mal zu deinen Osterdeko-Ideen: da könnte ich gleich die komplette Fotoserie nachbasteln, so wunderbar schlicht, stylish und stimmig, finde ich sie!!
    Aber genau wie du, habe ich einen gewissen Fundus, der immer wieder zum Einsatz kommt.
    Ab und zu fällt etwas raus, weil es mir nicht mehr gefällt, dann wird auch wieder mal was Neues gebastelt, verstärkt natürlich, seit ich mein Blog habe.
    Und bei dem Tanten-Thema habe ich sehr geschmunzelt:
    Ich bin Jahrgang 61, da wurden mir wildfremde Frauen oft als Tante bezeichnet, die (damals so genannt) Kindergärtnerin war auch eine Tante...
    Jahre später, ich arbeitete als Erzieherin(!!) in einer Kita war dieses leidige Tante, Gottseidank aus dem Sprachgebrauch verschwunden, wenn auch noch nicht aus den Köpfen einiger Eltern.
    Die machten wir dann freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam, dass wir Frau XYZ heißen.
    Meine Aversion gegen das Wort Tante geht sogar so weit, dass ich mich von Neffen und Nichten auch nur mit dem Vornamen ansprechen lasse, was aber alee in unserer Familie so handhaben.
    So, die "Tante" hat jetzt genug geschrieben,
    LG,
    Monika

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  9. So ein schöner Osterreigen! Hier wurde bisher auch noch keine Zeit gefunden zu basteln, auch wenn mir das eigentlich immer großen Spaß macht. Aber die Ergebnisse der letzten Jahre sind immer noch schön.
    Ja, das Tanten-Tamtam kenne ich und fand es schon immer befremdlich, auch wenn ich von mir manchmal behaupte eine Basteltante zu sein ...
    Liebe Grüße, Wiebke

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  10. Und: Schau mal was Oma für Dich hat! Dabei ist es gar nicht Oma. Argh, schlimme Wortwahl, ja! Sehr schlimm. Das ver"wir"en aller Handlungen stellt sich ja auch bei einigen Frisch-Muttis ein. Was ja ein Stück weit süß ist, weil es im Grunde ja die enge Verbindung von Mutter und Kind widerspiegelt, aber manchmal wird das zu viel. Von wegen 'Wir brauchen ne frische Windel'.
    Irgendwie erwartete ich, dass Fest-Deko, Weihnachten wie Ostern, sich irgendwie über die Jahre ansammelt und man ohne viel Müh schnell was parat hat... aber dazu braucht es erstmal ein Anfang... und dann ist schneller das Fest da als man gucken kann...

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    1. Ja, Tante ist nahtlos zu ersetzen durch Oma... und noch etwas respektloser. Mama + Baby = Wir ist auch eine befremdliche Kombination... vor allem wenn es um volle Windeln geht. ;-)

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  11. Wow, sehen die toll aus! Klasse!

    LG Sylvia
    atelier-waldfee.de

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  12. Einfach genial und die Buchfinken machen ihrem Namen ja wirklich alle Ehre!
    Danke für diesen herrlichen Post! LG Martina

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  13. Liebe Katja,
    ich stamme auch aus der Generation, in der jede Nachbarin und Bekannte oder Freundin der Mutter mit "Tante" angesprochen wurde. Damals war das ganz normal, ein Stück weit hat es sogar Geborgenheit gegeben. Denn wir wußten alle, dass auch andere Erwachsene sich verantwortlich für uns Kinder fühlten und ansprechbar waren. Inzwischen erlebe ich diese Bezeichnung auch eher als unangenehm( nicht mal meine Neffen und Nichten nennen mich ja noch "Tante", sondern einfach nur "Lisa").
    Nachdenklich macht mich aber, wenn ich, z.B. in der Türkei erlebe, wie junge Leute ganz selbstverständlich Fremde mit Bruder, Schwester oder, wenn wesentlich älter, mit Onkel und Tante ansprechen. Iranische oder israelische Freunde berichten die gleiche Sitte aus ihren Ländern. Wenn ich Hilfe brauchte bei meinen Türkeireisen, wurde mir als "Schwester" oder "Töchterchen" immer, sofort, ohne Rücksicht auf eigene Unannehmlichkeiten, geholfen. Wie man es vielleicht eben unter Familienmitgliedern macht...
    Wie ich es erlebe ist im Osten Deutschlands, zumindest auf dem Lande, die Tanten- und Onkelsitte noch recht verbreitet.
    Auch wenn ich es selbst, genau wie Du ja auch, eher befremdlich finde, von anderen Erwachsenen als "Tante" bezeichnet zu werden, ist es vielleicht gar nicht respektlos gemeint, sondern in der betreffenden Familie einfach noch usus.
    So möchte ich für weniger Ärger werben:-) und bewundere nach wie vor Deine österlichen Basteleien.
    Herzliche Grüße von
    Lisa

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    1. Oh, ich glaube durchaus, dass das nie despektierlich gemeint ist, sondern nett - ich finde es nur trotzdem doof. ;-)

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  14. was das Tanten-und-Onkel-Nennen angeht - darüber rege ich mich auch immer auf
    nicht nur wegen der Vereinnahmung meiner Person
    wie sollen kleine Kinder lernen, was Familie und was fremd ist, wenn so alle in einen Topf geworfen werden?

    deine gesammelten Oster-Inspirationen sind zauberhaft
    danke dafür

    lieben Gruß
    Uta

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  15. Wunderschöne Osterdekoration !
    Allein das Wort basteln ist für mich ein Reizwort.
    Mit der Tante könnte ich mich noch anfreunden.
    ( Lisas Beitrag nimmt auf angenehme Art und Weise die Luft aus der Diskussion ,
    diese Argumente kann man doch gelten lassen ).
    Herzliche Grüße
    Angela

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  16. Zu Weihnachten...ja...da habe ich so einiges, was ich immer wieder gern jedes Jahr aus dem Schrank hole...Aber zu Ostern? Komischerweise ist es da anders...da dekoriere ich sehr reduziert...und spontan. Meine Kinder bemalen gern ausgeblasene Eier, die hängen wir an den Strauß...jedes Jahr sind es andere...ich mag das sehr. Ein langes Leben haben sie allerdings nicht...wegen der Katzen...;-). LG Lotta.

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  17. Ja, ich grinse zwar gerade über das ganze Gesicht, aber das mit der Tante ist kein bisschen komisch. Ich verstehe Dich da nur zu gut. Warte nur, bis Du von der "Tante" zur "jungen Frau" mutierst - dann, wenn Du so über 60 bist. So viele Nackenhaare hast Du gar nicht, wie sich dann hochstellen möchten.
    Lieben Gruß
    Katala

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    1. So, jetzt hast du mich ertappt. Ich schäme mich. Ich habe gestern auch zu der Frau in der Bäckerei gesagt "Der junge Mann kommt zuerst dran." udn den Herrn um die 70 gemeint. Aua, ich gelobe selbst Besserung. ;-)

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  18. Oh, und ich ertappe mich dass ich immer du sage...auf der Baustelle ist das total normal, auch bei uns im Dorf sind alle! Kinder mit den Erwachsenen per du. Sogar mit der Lehrerin. In der Schule wechseln die Kinder dann zum Sie und das klappt ganz wunderbar. Ich finde du so sympatisch dass ich fast erschrecke wenn mich jemand mit dem Nachnamen anspricht. Auch mit meinen Kunden - wir sind alle per du, mit einigen bin ich nach Bauvollendung sogar privat befreundet, aber Tante, nein sowas kennt man dähier in der Schweiz eher nicht.
    Du hast wieder wundervollste Österlichketen gebastelt und uch bin hin und weg!
    Leider fehlt mir die Zeit dazu, in meinem Büro ist seit 2 Monaten die katastrophenzeit angebrochen. Wieder alles aufsmal, es ist nicht schön!
    Lg Carmen

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  19. Das mistige iPad, dass sich auf meinem Bauch auf dem Sofa liegend befindet, schreibt nach einem verdammt anstrengenden Tag, zwei, drei Gläsern Wein und zuwenig Schlaf einfach nicht fehlerfrei...hardwarefehler...tsssss....sorry....
    Darfst alle Fehler behalten, ausdrucken und zu den Österlichkeiten hängen *hicks*
    Lg Carmen

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  20. Das sind alles wunderschöne Osterinspirationen. Bei mir muss es nicht immer etwas neues sein, ich hole gerne mal die alten Sachen hervor. Vielleicht nicht gerade die Deko vom letzten Jahr, aber die vom vorletzten. Wenn ich Zeit habe, wird etwas neues dazu gemacht und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.
    Übrigens: bie den Tanten und Onkeln rollen sich mir auch die Zehennägel hoch... meine Mutter ist da so eine - das bringst du aus der Frau nicht raus *grrrr*
    Liebe Grüße
    Gusta

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  21. In Japan werden Damen und Herren jenseits der 45 mit Tantchen und Onkelchen angeredet, oder auch so über sie gesprochen. Obasan und Ojisan. Nicht zu verwechsel mit Oma und Opa, da heißt es Obaasan und Ojiisan! ;-)
    Im Deutschen erinnert mich dieser Sprachgebrauch irgendwie immer an Heinz Erhard Filme....!
    Gros bisou
    Sandra

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!