Dienstag, 16. September 2014

Schnöselitis.

"Femke-Nele, schau mal her!" Ich schrecke auf. Ein kleines Mädchen dreht sich um und lächelt in die Kamera einer Profimutter. Sieht eigentlich ganz normal aus, das Mädchen, so wie alle anderen eben... gleich. Ich sehe nur noch grellbunt karierte Rucksäcke. Backpack-Clone.
Der erste Schultag in der weiterführenden Schule ist etwas Besonderes für die Kinder. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, alte Freundschaften lösen sich, neue müssen gesucht und geschlossen werden. Trotzdem ist man glücklich über Freunde. Der erste Blick auf die aushängenden Klassenlisten zeigt: der einzige Freund des Lieblingssohnes, der mit an diese Schule gewechselt ist, soll jetzt trotz geäußertem Wunsch nicht in seiner Klasse sein. Zwanzig Mädchen, sechs Jungs. Er schluckt schwer. Ich versuche zu retten: "Schau, aber Samira ist in deiner Klasse, die ist dir im Kindergarten doch immer hinterhergelaufen und wollte dich sogar heiraten." "Ja. Und in der 1. Klasse hat sie dann Arschloch zu mir gesagt und wollte nichts mehr mit mir zu tun haben." Da ist momentan nichts zu retten.

Alte Schule im Freilandmuseum Bad Windsheim
Der Wunsch-Schulrucksack war lange bestellt, wird aber trotzdem nicht rechtzeitig geliefert. Welcher Zehnjährige möchte noch mit einem autogeschmückten Ranzen in die Schule gehen? Meinen stört es nicht die Bohne, bis ihm auffällt, dass er aus dem karierten Einheitssacklook heraussticht und die erste dämliche Bemerkung kommt. Er sagt: "Mama, jetzt ist mir mein Ranzen peinlich." 
Dann sollen sich alle Kinder um ihre neuen Klassenlehrer sammeln. Wieder eine Frau, die noch dazu an die Handarbeitslehrerin der Grundschule erinnert. Auch das noch. Ich erinnere mich auch gut an sie. Der Lieblingssohn sagte damals: "Mama, diese Frau ist der Teufel!" Er hatte sich fürs Gymnasium so einen Lehrer gewünscht. Der Neustart steht unter keinem guten Stern. 
Ich suche den Blick meines Sohnes und schaue in ein todunglückliches Gesicht, das wie üblich alle um mindestens einen halben Kopf überragt. Die Tränen stehen am Anschlag. Er schluckt tapfer. Ich lächle ihm noch tapferer zu, obwohl ich ihn am liebsten in den Arm nehmen und mitweinen würde. Oder mit ihm weglaufen.

Hinter mir erzählt ein hornbebrillter Wolfstatzenjackenträger mit gegelten Locken dem Nachbarn mit der Moleskinhose und den Budapestern vom zurückliegenden vierwöchigen Roadtrip durch die USA mit der Familie, der selbstverständlich viel zu kurz war, um das Land bis in die Tiefen kennenzulernen. Aber sie werden das ja bald wiederholen. Herr Moleskin sagt, im australischen Outback war es auch nicht schlecht. Roadtrip und so, vor allem für die Kinder kulturell so bereichernd. Ich denke ans Wandern im Allgäu und ringe damit, mich nicht als Losermutter zu fühlen. 
Theodor Otto von Tschischkewitz zu Oberstein spielt weiterhin unablässig mit seinem Smartphone, das er nur für Sekunden in die Tasche seiner Breitcordhose zurücksteckt, um dann kurz an seiner Taschenuhr mit Uhrkette herumzufummeln. Aha. Hornbrille Junior. Katalogkind von den Holzlandboots über die sandbeige Cordbuxe mit Hosenträgern, den naturfarbenen Grobstrick-Sweater mit Hornknöpfen und die Hosenträger bis zur Tweedschiebermütze und dem Brillengestell. Als ich den Namen auf der Klassenliste gelesen hatte, schwante mir schon, welches Kind dazu gehören würde. Den überheblichen Gutsherrenblick kann er schon perfekt.

Alte Schule im Freilandmuseum Bad Windsheim
Oh Gott, mein armer Sohn. Er ist in einer Klasse mit blaublütigen Minimodels aus Hochglanzmagazinen über hochwertiges Landgutleben, Kindern, die nicht nur Femke-Nele heißen, sondern von ihren Müttern auch so gerufen werden, einem ehemaligen Groupie, dass ihn jetzt saublöd findet und in der offensichtlich ein eindeutiges kariertes Markendiktat herrscht, unter dem ein Schulrucksack mindestens 130 Euro kosten muss. Der Direktor sagt in seiner steifen Ansprache (das freie Reden üben wir noch): "Wir erwarten von euch an erster Stelle Höflichkeit. An dieser Schule sind wir höflich zueinander und grüßen uns." Ich denke an die Achtklässler, die sich vorhin im Hof als "Spacko", "Assi" und "Spasti" begrüsst haben. Das war vermutlich höflich gemeint.

Mir wirds schwummerig und mein Fluchtreflex springt an. Kind retten. In meinem Kopf rauschen die Gedanken im Kreis, ob ich ihn nicht doch noch an ein anderes Gymnasium wechseln lassen kann. Eines mit stinknormalen Kindern und Eltern. Noname-Rucksäcken. Alternativen? Es ist das einzige musische Gymnasium und der Lieblingssohn wollte dort unbedingt hin. Nach Installateur mit 8 Jahren wegen der sicheren Berufsaussichten (aufs Klo müssen die Leute immer) und höherer Beamter mit 9 Jahren (weil man da wenig arbeiten muss, viel verdient und viel Freizeit hat) will er jetzt nämlich Klarinettist werden. Er sollte entscheiden und ich dachte: wird schon werden. Ich fürchte, gerade ist mir die Gelassenheit abhanden gekommen.
Ich überlege kurz, ob man mir meine innere Panik und die Fluchtgedanken wohl ansieht und verkrümle mich lieber - bis zum ersten Elternabend heute Abend. 
Herr, gib mir Gelassenheit...

Fortsetzung folgt...
Gymnasium, der erste Schultag, Schnösel, Schule
* Sämtliche Namen wurden natürlich geändert, entsprechen in ihrer Absurdität aber voll und ganz der Realität.

Kommentare:

  1. Dein armer Sohn, ich kenne Deine Gefühle gut, ähnlich ging es mir letztes Jahr bei der Einschulung unserer Großen, in die erste Klasse wohlgemerkt!
    Die Klasse aus 16 Jungs und 7 Mädchen, die Hälfte davon hält sich für was besseres, weil aus einem Elitekindergarten kommend. Das mit den Schimpfwörtern ist noch nicht so ganz schlimm, dafür Bedrohungen mit einem Messer auf dem Schulweg, Eltern pöpeln Mitschüler ihrer Kinder an, wegen angeblichen Fehlverhaltens und die überheblichen Adeligen haben wir auch ....
    In der heutigen Ellenbogen-Gesellschaft gehen die Eltern für angebliche Vorteile ihrer Kinder über Leichen ...
    Wohlstands-Verwahrlosung nenne ich so etwas!
    Stärke Deinem Kind den Rücken und mach weiter so!
    LG Barbara

    AntwortenLöschen
  2. Nachdem ich deinen Post gelesen habe, ist mir noch einmal klar geworden, warum ich da raus musste...
    Hatte allerdings nie eine solche Klientel, eher die No-Name-Sorte. War aber nicht minder schrecklich. Höflichkeit ist nicht nur bei Kindern ein mangelndes Gut, Menschlichkeit bei Kindern noch eher als bei Erwachsenen vorhanden.
    Die andere Seite der Schule ist auch keine goldene, doch die Nöte deines Jungen kann ich schon gut nachvollziehen. Ich hoffe, dass sich da noch was zum Guten wendet, bin aber eher desillusioniert.
    Gelassenheit ist aber in puncto Bildungswesen eine wichtige Tugend...
    Liebe Grüße
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Oh oh, das ist ja wirklich zum Weglaufen! Aber Du hast es so amüsant beschrieben, dass es auch ein bisschen zum Lachen ist. Ich hoffe sehr, dass Dein lieber Sohn sich trotz allem gut einlebt und drücke alle Daumen für ganz viel Selbtsvertrauen gute Freundschaften. Mir wird Angst und Bange, wenn ich daran denke wie es wird, wenn sich mein Sohn im Prenzlauer Berg (!) zwischen den ganzen Prachtexemplaren behaupten muss. Ein Glück ist das noch weit weit weg. Oh je ... Liebe Grüße, Wiebke

    AntwortenLöschen
  4. Ach du grüne Neune,

    na da wäre ich aber mit wehenden Fahnen davongestoben ;o))
    Ich bin mir sicher, dieser ganze überhebliche Nonsens löst sich im Laufe des Schuljahres ganz schnell auf.....ich kenne das nur zu gut. Die Tante meines Mannes war Waldorfschullehrerin und ist auch immer mehr geschwebt, denn gelaufen. Ist aber im Herzen eine gute Frau ;o))
    Ich schicke Dir gute Gedanken und wünsche deinem Sohn trotzdem alles Gute :o)

    Sei lieb gegrüßt
    Bianca

    AntwortenLöschen
  5. Der erste Tag unter lauter Fremden ist immer schwierig und etwas unangenehm, obs nun die Schule ist oder später der neue Job ... bei näherem Kennenlernen werden Femke-Nele und die Schnöselbande wahrscheinlich ganz nett sein und der ein oder andere neue Kumpel wird sich finden. Ich wünsche deinem Sohn ein schnelles Einleben in der neuen Schule! Sei positiv - wenn die Mutter schon skeptisch ist, macht es das einem 10jährigen nicht leichter, optimistisch zu denken ;)

    Sehr gefreut hab ich mich gerade über die Fotos aus Bad Windsheim, vor ein paar Tagen erst war ich im Urlaub in der Gegend und habe auch das Freilichtmuseum besucht.

    AntwortenLöschen
  6. Oh nein. Mir zieht es richtig mein Herz zusammen, bei deinen Worten. Weiß man doch wie schlimm man als Mutter mitleidet (manchmal habe ich das Gefühl, dass es für Mütter noch schlimmer ist).
    Ich wünsche euch, dass es nur vordegründig so schlimm wirkt und vielleicht doch ganz andere, nettere, normalere Kinder dahinterstecken. Und immerhin kommen Kinder oft ganz gut mit neuen, ungewohnten Situationen klar. Ja, ich weiß, das ändert nichts am (schlechten) Gefühl.
    Es hilft nichts, aber ich fühle mit dir!!!
    Liebe Grüße
    Jutta

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Katja,
    würde dir gerne ein paar aufmunternde Worte schicken,aber auch meine (schlimmsten) Erwartungen haben sich mit dem Eintritt auf "die Weiterführende" erfüllt.
    Bloß nichts anmerken lassen, lautet meine Devise, zumindest dem Söhnchen gegenüber.Ein wenig lohnenswertes Unterfangen, da sensibel genug.
    Nicht auffallen, am Besten bis zum Abi anonym bleiben, zumindest für die Lehrerschaft - dieser gute Vorsatz hatte sich nach zwei Wochen erledigt ...was soll ich sagen? So wie es aktuell aussieht, werden es sehr lange acht Jahre.Und ich bin zum ersten Mal in meinem Leben glücklich "nur" ein tolles Kind zu haben.
    Und ja: ich habe ein Problem mit unserem Schulsystem und dem Spiegel, den die armen Kinder von zuhause mitbringen. Denk ich an Deutschland in der Nacht? Tagsüber reicht ... mir auf jeden Fall.
    Liebgruß Sabine

    AntwortenLöschen
  8. Geilomat liebe Katja, ich lach mich schlapp und fürchte unsere neuen Nachbarn schicken ihre Kinder in genau diese Klasse...unfassbar!!!!! Der Vater Vorstandsvorsitzender und natürlich ein "von" im Namen...aber auch diese Kinder kotzen in den Garten und pinkeln an den Baum im Vordergarten, wenn mal grad sturmfreie Bude ist...Hurra!!!!

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Katja, sind die Jungs in der Unterzahl, bilden sie gerne eine verschworene Gemeinschaft. Das war beim Kronprinzen so. Es kann also noch richtig gut werden. Und machen Kleider, Namen, Urlaubsreisen wirklich Leute? Herzliche Grüße, Uta

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Katja,
    wenn es nicht so ernst wäre, wäre Dein Post zum Lachen.
    Ich wünsche Dir und vorallem Deinem Sohn gute Nerven.
    Aber bei solch einer Mutter wird er die Situation bestimmt
    schnell und gut meistern.
    Liebe Grüße, Kerstin

    AntwortenLöschen
  11. Wenn ich das lese, mein Gott, bin ich froh, dass ich das schon hinter mir habe! Ich hoffe für Dich und Deinen Sohn, dass es nicht so übel ist/bleibt und sich manches im Alltag doch glättet.
    Deine Bilder zum Beitrag sind übrigens echt interessant. Man kann nicht übersehen, wie sich die Zeiten geändert haben. Leider, leider nicht immer nur zum Guten, gell.
    Trotzdem wünsche ich Euch in der neuen Schule viel Erfolg und viele frohe Stunden!
    Liebe Grüße
    moni

    Thanks if you visit my blog
    http://www.reflexionblog.de

    AntwortenLöschen
  12. Oje, ich weiß gerade nicht, wer mir mehr leid tut. Dein Sohn oder Du. Beide fürchte ich ... und könnte ein Pöttken mitheulen. Aber ich bin mir andererseits auch ganz sicher, dass nur die ersten Tag hart sind und sich dann alles finden wird. Manchmal unterschätzen wir unsere Kinder auch ein wenig, wenn es darum geht, aus Sch... etwas Gutes zu machen.
    In diesem Sinne drücke ich die Daumen!

    Herzlichst,
    Steph

    AntwortenLöschen
  13. Hallo Katja,
    na, da glaube ich, dass Du vom ersten Eindruck entsetzt bist.
    Mein Sohn war über die Klassenzusammensetzung auch ziemlich unglücklich:
    6 Jungs und 23 Mädchen, auch musikalisch ausgerichtetes Gymnasium, in der Gesangsklasse. Scheint bei Jungs nicht so beliebt zu sein...
    Glücklicherweise fand er seine Lehrerin von Anfang an supercool, nur die paar Jungs in der Klasse seien alle total komisch. Nach ein paar Tagen hat sich die Meinung aber gebessert, selbst der kleine moppelige Junge, der in seiner Anzugweste mit Fliege ziemlich reingepresst aussah, ist eigentlich ganz cool.
    Neben mir stand am Einschulungstag eine Mutter, die die Kinder allesamt beurteilte: Guck Dir mal die Eltern an, da weißte doch schon bescheid, wie kann man sich nur so anziehen, guck mal, wie der sich einschleimt... Aber geben wir den Kindern doch die Chance, zu zeigen, wer s i e sind, und nicht woher sie stammen oder was für Namen ihnen gegeben wurde. Ich drück die Daumen, dass sich eine gute Klassengemeinschaft entwickelt und es besser kommt, als es jetzt scheint!!!
    liebe Grüße von Petra

    AntwortenLöschen
  14. Hallo Katja, oh weia ... sowas kenne ich. Meine Töchter sind zwar schon älter aber dieses "Modediktat" gibt es auch an "normalen" Schulen. Bei meiner Tochter ging das so weit, dass sie in der Pause von Schülern angespuckt wurde - ein Lehrer, der Pausenaufsicht hatte, stand daneben und sagte nichts. Ich habe immer wieder versucht ihr Mut zu machen ... a,Aber man leidet, ich hätte auch Tränen in den Augen gehabt an Deiner Stelle.
    Ich wünsche Euch sehr, dass es nicht so schlimm wird, wie es im Moment aussieht! Liebe Grüsse
    Angelika.

    AntwortenLöschen
  15. Liebe Katja, ich habe oft erlebt, daß der Schuß bei manchen "Freundeswünschen" bei Klassenzuteilungen gehörig nach hinten losgegangen ist. Manchmal, auch wenn man es sich nicht genau bei so einem Wechsel zur weiterführenden Schule wünscht, kommen erst recht tolle Freundschaften zustande. Auch wenn ich total mit dir und deinem Sohn mitfühlen kann, warte erst einmal ab. Ich wünsche euch Gelassenheit, um die Äußerlichkeiten erst einmal links liegen lassen zu können. Alles Liebe, M.

    AntwortenLöschen
  16. Je, das klingt echt ziemlich furchtbar... allerdings fürchte ich, dass man "komische" Typen auf jeder Schule hat. Und die Kinder müssen ja nicht wie die Eltern sein. ;-)
    Auf meinem letzten Gymnasium waren auch nur knappe 10 % Jungs - ich glaube aber, dass die sich da recht wohl gefühlt haben. Ab der achten Klasse oder so haben die Mädels sie quasi hofiert.

    Übrigens gefallen mir die Zukunftspläne deines Sohnes extrem gut ("Nach Installateur mit 8 Jahren wegen der sicheren Berufsaussichten (aufs Klo müssen die Leute immer)...")

    AntwortenLöschen
  17. oi weh - da leidet man ja richtig mit! mit dem sohn und mit dir! und dann versuche ich, mich an meinen ersten schultag auf dem gymi zu erinnern. irgendwie scheint mir, damals war alles anders. wir waren kinder. richtige kinder. mit schief sitzenden frisuren und viel zu großen pullovern. aber ich gebe zu, mir war alles egal, weil meine freundin mit mir auf der neuen schule (und in der gleichen klasse) anfing. das stärkte den rücken. und im rückblick ist wahrscheinlich alles total verklärt und meine mutter hat das gleiche gedacht wie du heute. :) ich drücke euch die daumen, dass es mit der zeit besser wird und der sohn feststellt, dass femke-nele und theodor auch nur kinder sind. allerdings befürchte ich, dass bei den eltern der zug schon abgefahren ist. mit denen wirst du beim elternabend bestimmt noch mächtig spass haben. ;) halte durch!
    herzliche grüße
    die frau s.

    AntwortenLöschen
  18. Hallo Katja,
    ich kann Deine Gefühle so sehr nachvollziehen.

    Meine Töchter sind heute 30 und 23 und dankbar nichts mehr mit der Schule zu tun zu haben, die sie sich einmal voller Zuversicht ausgesucht haben.
    Es handelt sich um ein katholisches Gymnasium, das bei der Einschulung der älteren Tochter einen bemerkenswerten Schulleiter hatte. Da habe ich meine Tochter gerne angemeldet. Ein Jahr später ging er in den vorzeitigen Ruhestand, weil er das Palaver mit den teilweise rechtliche Schritte einleitenden Eltern satt war.
    Danach kam eine Nonne, hochgelobt von einer anderen Schule um diese Schule zu leiten.
    Mobbing wurde ignoriert, Kinder, die als Schutzreaktion optisch auffällig wurden, wurden abgestraft. Die Lehrer waren entweder hilflos oder borniert.
    Leider wollte unser "Kleine" unbedingt an die gleiche Schule wie die "Große".
    Dann massive Übergriffe einer Mitschülerin, die leider schon in der gemeinsamen Grundschulzeit nicht reguliert wurde.
    Wir haben uns professionelle Hilfe suchen müssen und wollten doch eigentlich nur zwei Mädchen, die eine halbwegs normale Schulzeit hatten.
    In der Zeit habe ich begonnen, offen über unsere Probleme zu reden. Und es gab plötzlich ganz viele, die zugaben, dass auch in diesen Familien gelitten wurde. Ein Teil der Kinder hat die Schule gewechselt, die anderen die Schulzeit irgendwie durchgestanden.
    Als unsere Töchter mit der Schulzeit fertig waren, ging die Direktorin und zwei engagierte Lehrer übernahmen die Schulleitung. Seitdem laufen Programme gegen das Mobbing, die wohl auch ziehen. Trotzdem fallen auch solche Bemerkungen, wie du sie gehört hast.
    Das Schlimme ist, dass viele Eltern sich einfach nicht trauen, gegen den "Mainstream" zu sein, sich auch nicht wehren um der Kinder willen.
    Statt dessen wird gekuscht und einige wenige haben das Kommando, bevorzugt die Adels-, Rechtsanwalts- und Arztklientel. Dabei braucht man nur hinter die Fassade dieser Menschen zu gucken, die haben solche Angst davor, dass man die haben solche Angst, dass man sie für (leistungs)schwach hält.

    Katja, ich finde es so toll, wie Du mit Deinem Sohn lebst, welche Werte und Erfahrungen Du ihm vermittelst.
    Ich hoffe, dass er dadurch eine wunderbare Basis hat, die Schulzeit zu bestehen. Er hat ja bei dir gelernt, was wirkliche Werte sind.

    Liebe Grüße
    Alice

    AntwortenLöschen
  19. Femke-Nele???? Ich brech` zusammen...
    und drücke dir und deinem Sohn heftig die Daumen,
    dass auch noch ganz normale Stefans und Sabines
    in der Klasse sind!
    LG
    Daniela

    AntwortenLöschen
  20. Ich habe bekanntermaßen keine Kinder, leide aber trotzdem mit Euch. Wahrscheinlich weil ich das Szenario aus der Kinderperspektive kenne. Heilige Scheiße... ich hoffe, da gibts noch ein paar mehr "normale" Kinder. Das Problem ist ja häufig, dass machen von "denen" gar nicht so schlimm sind, aber aufgrund ihrer Eltern kaum eine Chance haben... Diskriminierung gibt es ja auch andersrum. Und wenn sie es einfach nicht anders gelernt haben! Was bin ich froh, dass die Schulzeit hinter mir liegt!

    AntwortenLöschen
  21. liebe katja,
    uff. und ach. und kopf hoch. tapfer lächeln. du bist eine tolle frau und dein sohn ist ein toller großer kerl! puh...
    so. jetzt aber. ich war in wien am einzigen humanistischen gymnasium - weil mir das gebäude so gut gefallen hat, kein scherz. und die fanny, wer hieß damals schon fanny, die fanny also mit blumenstrohhut und lauraashleykleid vorm sprechzimmer, klar eigentlich eine von und zu... meiner mutter ist das damals nicht leicht gefallen. die kinder waren - puh, ja, die meisten - ekelhaft und arrogant. die eltern nehme ich an, ebenso, ich habe kaum welche kennengelernt. aber:
    ich hab mich trotzdem an der schule wohlgefühlt, weil die fächer und das musische und bildnerische mir lagen. weil ich spätestens ab der oberstufe eine gruppe kleiner wilder rebellen gefunden habe, die sich aus dem adels- und großbüger-einheitsbrei loslösen wollten. die um die umwelt gekämpft haben, die hainburger au besetzt haben. die für die rechte von schülern auf die straße gingen. und die gegen ungerechtigkeiten angefangen haben sich auf die barrikaden zu stellen. die eine schülerzeitung gegründet haben, weil sie sich solidarisieren wollten mit den menschen, die gerade eben die mauer zwischen deutschland haben fallen lassen. ...
    ich habe freunde gefunden, ganz normale. wir sind nicht untergegangen. ich wurde von lehrern nie als etwas "wenigeres" gesehen als die mit geld noten aufbessernden eltern. ich wurde nicht benachteiligt. auch nicht bevorzugt. ...
    abwarten. trotzdem neugierig bleiben. und ich wünsch euch so so sehr, dass er die freude, die man am lernen haben kann, wiederfindet!
    und dir - ich bin mir sicher, du kannst eine löwenmama sein wie ich, und ich weiß, wie schwer es manchmal fällt, sie im käfig zu halten - starke nerven. dein sohn hat etwas, das viele dieser kinder nicht haben, eine mama, die ihm starke selbstbewusste werte vorlebt, und die ihm zuhört und sich für ihn interessiert, die ihn wahrnimmt und ihm als kind raum schenkt. und wenn's doch zu unglücklich zugehen sollte - ein wechsel ist immer drin!
    umarmung - an euch beide!

    herzlichste grüße!
    dania

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ps, die solche leute als hausherren hat samt ihrer kinder. und manchmal kommt mir dabei das kotzen. doch manchmal, wenn sie mich privat näher an sich ranlassen, sind sie ganz normale menschen, die ich eigentlich dann ganz gern hab.

      Löschen
  22. Liebe Katja!

    Natürlich leidet man als Mama ganz grässlich mit, wenn man sieht, dass dem Herzenssohn schwummerig wird, aber ich beschwöre dich: halte deine Gefühle so gut du nur irgendwie kannst in Zaum! Sonst wird es ihm nur schwerer und er kann dann nicht mehr vorurteilsfrei an die Sache herangehen. Vielleicht sind nämlich Femke-Nele (das ARME Kind, wie kann man nur!) und Konsorten viel netter, als ihre Eltern vermuten lassen, vielleicht ergeben sich tolle Freundschaften zwischen den Kindern, die beide Seiten bereichern. Es ist ja überhaupt nicht gesagt, dass das nicht ganz nette, normale Kinder sind, die heilfroh sind, einmal eine andere Welt kennenzulernen und die nicht zwangsläufig die Werte und Ansichten ihrer Eltern teilen. Und ja auch gar nichts dafür können, in welche affigen Klamotten sie gesteckt worden sind!
    Was bestimmt nicht schadet, ist, sich in ein paar Äußerlichkeiten anzupassen wie in der Frage des karierten Rucksackes. Da sind Kinder (gerade in dem Alter und in den nächsten paar Jahren) nämlich so: nur nicht allzusehr aus der Masse herausstechen. Wer das tut, wird dann nämlich nicht mehr als das Individuum wahrgenommen, das er ist (absurd, ja) sondern nur als der Nerd und das wäre ja schade.
    Ich habe übrigens drei Kinder großgezogen, alle sehr tolle und lebenstüchtige Erwachsene mittlerweile. Man kann die Zeit gut überleben, sogar sehr viel Spaß haben - Kopf hoch!
    Und wenn er sehr leidet, der arme, große Kleine - vielleicht lässt sich jetzt zu Schulbeginn doch noch was deichseln mit dem Freund in der gleichen Klasse??

    Ganz liebe Grüße und viel Glück

    Ursula

    AntwortenLöschen
  23. Ach, liebe Katja, ich kann deine Gefühl wirklich gut verstehen...aber meinst du nicht, du solltest diesem Gymnasium erst einmal eine faire Chance geben? So schlecht ist es nicht, unter 20 Mädchen einer von sechs Jungs zu sein...ich spreche aus Erfahrung...ich habe zwei "Damen" hier, die schon immer gern mit Jungs befreundet waren...;-). Wer musisch ist, ist meist auch sensibel...dein Sohn wird also sicherlich auch auf Kinder treffen, die so empfindsam sind wie er...Lass dich nicht blenden von langen Namen und teurem Fummel...Musikalität kann sich letztendlich niemand erkaufen...und am Ende zählen Leistungen...und nicht, wieviel vielleicht der Vater auf dem Bankkonto hat...Gib deinem Sohn die Gewissheit mit, dass du ihn so magst wie er ist, vertraue auf seine Stärken...und dann wird das schon...Normale Gymnasien haben nicht weniger Probleme...höchstens andere...Liebe Grüße, Lotta.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...ich habe übrigens in unserem Gymnasium nicht das Kommando übernommen...;-)

      Löschen
  24. Liebe Katja,
    ich kann dich so gut verstehen. Mein Großer (jetzt Klasse 9) hatte sich damals auch das Gymnasium ausgesucht, wir waren einverstanden und bis zum ersten Schultag war alles gut.
    Als er dann bemerkte, dass er in einer fremden Stadt der Einzigste aus unserem kleinen Ort ist, da standen die Tränen auch schon sehr in den Augen. Er hat es geschafft und viele die am Anfang komisch wirkten sind jetzt echt in Ordnung. Ich drück euch beide Daumen, dass sich alles zum Guten wendet. Evtl. würde ich sonst nachfragen, ob nicht zumindest ein Wechsel in die andere Klasse möglich ist. Aber vertrau auf ihn und auf seine Stärken, lass ihn deine Zweifel möglichst nicht anmerken (auch wenn es schwerfällt) und sei einfach für Ihn da.

    Liebe Grüße
    Annette

    AntwortenLöschen
  25. :)
    Er macht das schon- denn ob Du es glaubst oder nicht: Oftmals sind hinter diesen Fassaden wirklich nette Leute (oder zumindest supernette Kinder)


    Herzlich
    Ute

    AntwortenLöschen
  26. Liebe Katja,
    oje, wie schade, dass der Start nicht glücklich verlaufen ist. Aber: Vielleicht sitzt gerade in dieser Klasse DER Freund fürs ganze Leben, oder aber er lernt bald DIE Lehrperson kennen, welche er (positiv natürlich!) nie wieder vergessen wird. Ich drück' die Daumen, dass alles gut wird!
    Herzlich, Martina

    AntwortenLöschen
  27. Ach, du lieber Schreck. Deinen Fluchtreflex kann ich verstehen. Jetzt heißt es wohl, der neuen Situation Zeit geben und hoffen, es entwickelt sich zum Guten. Aber ich kann das verstehen, sich dämlich fühlen, wenn andre rumprotzen. Und dann sich doch wieder darauf zu besinnen, was wir selber haben und tun. Mein Bruder maulte mal, weil seine Klassenkameraden alle nach "Mallorca ins Hotel" fuhren, naja, das war vor 35 Jahren... und meine Mutter fragte nur ganz ruhig, ob er denke, dass sie dort abends am Lagerfeuer Stockbrot rösten würden, so wie wir am See in Schweden.... dann war das auch durch, mit dem Neid aufs Unbekannte. Kinder merken, wo es echt ist, lebendig und mit Herz. So wie bei dir, mit Kreativität und Allgäu, Höhlen und allem drum und dran. Ich wünsch euch alles Gute!!!
    liebe Grüße, JULE

    AntwortenLöschen
  28. Das Schneiderherz spricht mir aus der Seele. Lass dich nicht von diesen Äußerlichkeiten täuschen. Darunter können Kinder stecken, die nur darauf warten, 'normal' sein zu dürfen. Ich drücke dir und deinem Sohn die Daumen, dass alles viel besser wird, als es jetzt scheint. LG Martina

    AntwortenLöschen
  29. Oh. Mein. Gott!!!!!
    Nicht ist skurriler als die nicht weichgezeichnete Wahrheit - ich wäre nicht direkt geflüchtet, hätte mich aber wohl zum Heuln mal kurz auf Klo verkrochen.
    Natürlich wird der Sproß es schaffen, er ist Dein Kind! Aber daß es sich alles automatisch finden wird, wird sich zeigen...
    Es wird ihm jetzt wohl keine Trost bringen, aber Gegenwind formt den Charakter und vermutlich wird aus ihm eines Tages ein richtig cooler Typ werden. Ihr schafft das.

    Ich wünsche Dir viel Kraft um den Elternabend zu ertragen - das ist für einen normaldenkenden Menschen doch der übelste Spießrutenlauf den es gibt...
    Und bin gespannt was Du berichten wirst, denn bei allem Mitgefühl für den Filius mußte ich über Deine Berichterstattung laut und scheppernd lachen! :-)
    GLG,
    Mel

    AntwortenLöschen
  30. Oh, mein Gott, wie grrausam! Ich kann das so gut nachfühlen. Zum Glück haben wir diese Probleme nicht, das Tochterkind ist von völlig normalen, nicht markengeschädigten Kindern umgeben. Nach deinem Bericht weiß ich unser Glück nun umso mehr zu schätzen!
    liebe Grüße und halt die Ohren steif,
    Dani

    AntwortenLöschen
  31. Liebe Katja,
    ach das weiß ich noch zu gut... ähnliche Situation am hiesigen Gymnasium, Schaulaufen auf ganz hohem Niveau, das Kind unglücklich und eingeschüchtert ob der unverhohlen zur Schau gestellten Hochnasen...
    Es hat sich nach einiger Zeit alles gefügt. Es gab Clübchen, na klar, aber es gab auch die coolen Kids und die herzlichen Lehrer und Eltern!
    Haltet durch. Wenn es gar nicht geht... ein späterer Wechsel ist kein Weltuntergang. Alles, alles Gute zum Schulstart!
    lieben Gruß
    Gabi

    AntwortenLöschen
  32. Hallo Katja,

    das hast du so herrlich schön geschrieben !!! Ich wünsche dir, dass dein Sohn trotz Hornbrillenträger neue Freunde findet und sich schnell eingewöhnt. Das mit dem Allgäuurlaub geht mir auch immer so. Manchmal wird man ein wenig komsich angelächelt, wenn man vom Wandern, Brotzeitbrettln und Zwetschgendatschi schwärmt, anstatt von einer Fernreise.


    Eine schöne erste Schulwoche wünsche ich euch.

    Liebe Grüsse
    Nicole

    AntwortenLöschen
  33. Dein armer Sohn!.....Klarinettist kann er sicher auch werden, wenn er fleißig übt und einen guten Lehrer hat.....und ein anderes Gymnasium besucht....aber vielleicht wird das auch gar nicht nötig sein....aber es ist immer möglich zu wechseln und das ist auch gut so!....Euer beider Fluchtreflex kann ich nur allzugut verstehen.....wenn die Lehrerin gar zu scheußlich ist....versuch doch mal ob er die Klasse wechseln kann.
    Ich drück euch die Daumen und weiß, daß ihr das irgendwie hinbekommt!

    mariechen

    AntwortenLöschen
  34. Ach das wird schon, liebe Katja!
    Manchmal täuscht der erste Eindruck - lasst Euch mal nicht gleich ins Boxhorn jagen!

    Ich hatte letztes Jahr innerlich eine ähnliche Zerissenheit, als ich meine Tochter in die 5.Klasse brachte und hätte sie am liebsten wieder mit heim genommen.
    Aber allem zum Trotz geht sie gerne in die Schule, hat nette Mädels kennengelernt und mag auch die Lehrer gern... Sorgen waren ganz umsonst!

    Ach, und Katalog-Menschen sind auch nur Menschen... nur mit Katalog-Look halt.
    Also eigentlich wie wir, ne?

    Küsschen,
    Papagena

    AntwortenLöschen
  35. hm. na warts mal ab. aus sicht einer lehrerin gibt es ÜBERALL schlimme eltern mit noch schlimmeren kindern. aber dazwischen finden sich auch immer schätzchen. wenn ich das richtig gelesen habe, geht dein junge nicht auf ein gymnasium? dann gesamtschule? ganz im ernst: wenn du ein entspanntes kind behalten willst, lass die finger vom gymnasium. in meine klasse kam vor kurzem ein mädchen, dass sich von sich aus gegen das gymnasium entschieden hat und einfach lust hatte auf ein bisschen mehr leben. richtig so! erstmal atmen und abwarten. und damit meine ich nicht den elternabend. elternabende sind nicht nur für gute eltern die vorhölle ;) und zur not kann er ja immer noch die schule wechseln. bei dir hatte ich ja eher an waldorfschule gedacht (oder sprichst du gar von einer?). aber das mag auch nur ein vorurteil sein.
    lass dich nicht unterkriegen,
    liebe grüße,
    jule*

    AntwortenLöschen
  36. ...sehr schön geschrieben und die alte Schule find ich wunderschön.
    Liebe Grüße von Tatjana

    AntwortenLöschen
  37. Liebe Katja,
    ach herrje, was da so hochkommt! Ich habe die Einführungsveranstaltung in die 5. komplett verheult, da ich leider nicht in die gewünschte Klasse kam. Mir ging es damals richtig sch... Der Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium war für mich richtig schwer. Davon erholt habe ich mich, glaube ich erst in der Oberstufe. Ich drücke fest die Daumen! Meine Kids habe es zum Glück schon einige Jahre hinter sich und reicht gut gemeistert. Das wird schon...
    Liebe Grüße Barbara
    P.S. Ich war nach der 5. Klasse auf keinem Elternabend mehr, ich habe das nicht ausgehalten. Ich war 20 Jahre Trainerin im Handball, die Eltern dort haben mir gereicht, ehrlich!

    AntwortenLöschen
  38. Leider fällt mir auch nur *Bon courage* ein - die Schule habe ich gehasst. Wie man dazu einem Kind also *Lust* vermitteln will, ist mir ein Mysterium. Aber, liebe Katja, wenn ich einer das zutraue, dann DIR :)... herzlich, Micha

    AntwortenLöschen
  39. liebe katja, mir ist gerade das augenwasser über die äpfel gedrückt worden — herrje, ich war nicht so tapfer an den neue-schule-tagen meines hübschmadamchens. aber :: der greuel ist immer verflogen und es wurde doch noch. so wirds auch dort sein. dennoch ists immer so eine gratwanderung zwischen ehrlichbleiben und motivierendsein, die man da als mama beschreiten muss — so schwer. hey, ich wünsche euch, dass ihr etwas lustiges daraus machen könnt; das war für uns immer der beste weg und hat ganz nebenher das schauspielerische talent unserer tochter sehr befördert, haha. sei virtuell gedrückt, alles liebe!

    AntwortenLöschen
  40. Ich möchte nicht wiederholen, was andere schon geschrieben haben, sondern nur mal kurz schriftlich den Kopf schütteln über dieses Plakat mit der Aufzählung all dessen, was "wir ablehnen". Wenn man mit einem Appell möglichst wenig (oder gar die gegenteilige) Wirkung erzielen will, muss man ihn genau so formulieren. So prägen sich die unerwünschten Verhaltensweisen im Gehirn besonders gut ein! Viel aufbauender wäre es, jeden Tag an einem Schild mit den Worten "Freundlichkeit", "Fairness", "Respekt" vorbeizugehen...

    AntwortenLöschen
  41. Ich kann mit dir mitfühlen. Als ich die Klasse im Gym von meiner Tochter sah, bin ich auch erschrocken. Da waren doch tatsächlich nur 4 (!!!) Deutsche Kinder unter 30. Trotzdem ist es eine gute Klassengemeinschaft geworden (bis auf 2, die wirklich Tussi-Model-Besserwisserisch sind - aber die werden von allen gemieden *G*).
    Kopf hoch! Und mit den Lehrern ist das so ein Lotteriespiel - meist sehen sie von außen ganz anders aus als sie im Klassenzimmer sind.
    (da denke ich gerade an die Frazösichlehrerin letztes Jahr, die am ersten Schultag bereits Unterricht gemacht hat und meinte Klassensprecherwahl ist privatsache *lach* . Später entpuppte sie sich zwar als streng, aber nett.Bei ihr hat meine Tochter wesentlich mehr gelernt als die Jahre davor.)
    Liebe Grüße
    Gusta

    AntwortenLöschen
  42. Verzeih, aber ich musste grad so lachen... Eigentlich gar nicht lustig für dich und deinen Sprössling. Aber ich bin mir sicher, das eine oder andere Kind wird sich noch als durchaus "normal" rausstellen. Trotz Bildungsurlaub in Australien und Mainstreamkarorucksack. ;-)

    Wir hatten in unserer Gymiklasse Schüler mit so unterschiedlichem Hintergrund, dass ich nie gedacht hätte, dass das funzt. Hat es aber. Und zwar ganz toll. Und wir sind sicher alle ein Stück relaxter und toleranter geworden. Wir hatten übrigens vor kurzem unser 20-jähriges Klassentreffen - alle immer noch genau gleich und die Party hat gerockt! Wie wenn kein Tag vergangen wäre!
    Alles Liebe und alles kommt gut!

    AntwortenLöschen
  43. Liebe Katja, das hast Du echt so herrlich treffend geschrieben. Für uns hat die Schulzeit nun erst begonnen und doch ist´s erschreckend, dass selbst in der behüteten 1. Klasse bei manchen Eltern und deren Sprösslingen schon solche Ansätze zu sehen sind...unglaublich! Ich hoff Deine Sohn findet einen netten Kerl und guten Freund in seiner Klasse und Dir wünsch ich ganz viel Gelassenheit und freu mich schon auf die Fortsetzung. Liebe Grüße, Silke

    AntwortenLöschen
  44. ach je! ist ja schon so viel gesagt zum thema. ich drücke dir - und besonders dem sohnemann - ganz doll die daumen, dass sich alles zum guten wendet. wir hatten mit unserer tochter das problem in der grundschule und das hat sich leider 4 jahre hingezogen. mit der neuen schule wurde es besser. ich selbst habe sehr, sehr leidvolle erfahrungen mit dem schulwechsel machen müssen. ich kam als arbeiterkind überhaupt nicht klar mit einem halbchristlichen mädchengymnasium voller akademikerkinder und ging dann nach drei jahren wieder zur volksschule (die hieß damals noch so!!) zurück. was besseres hätte mir aber gar nicht passieren können! und abi hab ich später trotzdem gemacht!
    ich bin gespannt auf deine weiteren berichte und hoffe, die klassenkameraden nennen femke-nele dann nur noch femi oder so.
    herzichst, mano

    AntwortenLöschen
  45. ach du vadder, sag ich nur. ich beneide deinen sohn nicht und bin einmal mehr dankbar, dass ich nie wieder 10 oder 14 oder 18 sein muss.
    haltet die ohren steif!

    AntwortenLöschen
  46. Oh Gott, ich kann mir ein Schmunzeln leider nicht verkneifen und kann mir die Darsteller lebhaft vorstellen.... Augen zu und durch, die Schule stimmt von der Gesinnung her und ich denke dass die Kinder bald Freundschaften schliessen ( auch wenn der Jungenanteil so deutlich kleiner ist) ich bange da mehr um dich, wenn du zu, Elternabend musst...*stöhn* ich würde da vorher was hinter die Binde kippen....
    Lg Carmen

    AntwortenLöschen
  47. Najaaaa... da scheinen ja auch von Deiner Seite einige Vorurteile da zu sein, hoffentlich hat Dein Sohn die nicht, damit das um- und eingewöhnen nicht noch schwieriger wird als es auf einer neuen Schule eh schon ist... erstmal abwarten, wird schon alles gut - und zur Not kann er ja immernoch wechseln. ; )

    AntwortenLöschen
  48. Löwenmama, fühl Dich fest gedrückt. Ich halte alle Daumen, dass es trotzdem noch gut wird... ! Ich erlebe es schon im Kindergarten - alles etwas anders gelagert. Und doch, es ist mitunter zum Verzweifeln in dieser Welt ohne Werte (die man doch nicht kaufen kann!...) Herzlich, Marja

    AntwortenLöschen

Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!