Freitag, 4. Juli 2014

Weideochsenburger mit roter Zwiebelmarmelade

Fleisch essen oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann die Gründe für eine vegetarische oder vegane Lebensweise gut nachvollziehen, aber ich persönlich möchte nicht auf Fleisch und Milchprodukte verzichten. Weil ich konventionelle Massentierhaltung für Quälerei halte, esse ich nur selten Fleisch, aber wenn ich weiß woher es kommt, dann esse ich es mit Genuss. Wer Fleisch isst, sollte sich immer dessen bewusst sein, dass für ihn ein Tier aufgezogen und geschlachtet wird und er sollte sich deshalb aus Respekt auch damit auseinandersetzen, was für ein Leben es bis dahin gehabt hat. Auf der Alpe Dornach bleiben die Kälber bei der Kuh und die männlichen Tiere werden als Ochsen aufgezogen und weiden frei auf den besten Kräuter-Bergwiesen, bis sie erwachsen sind. Ich glaube, dass die Kühe, Kälber und Ochsen dort ein sehr schönes Leben haben, auch wenn es irgendwann für den menschlichen Verzehr endet.


Gestern habe ich euch davon erzählt, dass das Essen, das dort auf unserem Teller lag, eines der besten war, das wir jemals gegessen haben - in seiner ganzen Einfachheit. Wieder zuhause, habe ich deshalb versucht es freihand nachzubasteln und das ist erstaunlich gut gelungen.


Weideochsenburger mit roter Zwiebelmarmelade

Zutaten Burger:

2 Brötchen (hier: Kartoffel-Roggenbrötchen), 250g Hack vom Weideochsen (ich habe nur irisches Weideochsenfleisch bekommen, regionales gibt es hier leider nicht), ein paar Blätter Salat, 2 Essiggurken, jeweils ein paar Blätter Petersilie, Basilikum, Brunnenkresse (oder andere Kräuter, die zur Hand sind), Olivenöl, Salz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung Burger:

Das Hackfleisch kräftig salzen, pfeffern und zu zwei nicht zu dünnen Pflanzerl formen. Diese in heißem Olivenöl bei nur mitlerer Hitze von beiden Seiten jeweils ca. 5 Minuten braten, dann abdecken und warmstellen. Die Brötchen aufschneiden und mit Salat belegen





Zutaten Zwiebelmarmelade (für 2 Gläser):

10 rote Zwiebeln, 3 Koblauchzehen, 3 EL Zucker, 2 EL Balsamico-Essig, 1 Lorbeerblatt, 4 Wachholderbeeren, 2 Nelken, 1 EL Rosmarin, 1 EL Thymian, Salz, Pfeffer

Zubereitung Zwiebelmarmelade:

Die Zwiebeln pellen, längs halbieren und in feine Ringe schneiden, Knoblauch, Thymian und Rosmarin hacken. Beides mit den restlichen Zutaten vermischen und mindestens 4 Stunden stehen lassen, damit die Zwiebeln Saft ziehen (oder über Nacht). Dann zum Kochen bringen und in ca. 30 Minuten unter stetigem Rühren weichdünsten. Falls zu viel Flüssigkeit verdampft, zwischendrin etwas Wasser nachfüllen. Die Masse soll etwa die Konsistenz von Marmelade haben, die Zwiebeln jedoch noch etwas Biss. Lorbeerblatt, Wachholderbeeren und Nelken entfernen (am besten natürlich in einem Tee-Ei oder Stoffsäckchen mitkochen) und die Marmelade nochmal würzig abschmecken. 
Die Zwiebelmarmelade kann man jetzt gleich weiterverwenden, oder kochend heiß in saubere Schraubdeckelgläser füllen und sofort zuschrauben, um sie dnan zu jeder Sorte Fleisch, Käse oder einfach so aufs Brot zu essen.

Weiter:

Die Burger auf Brötchen und Salat legen und mit einer großen Portion Zwiebelmarmelade bedecken. Essiggurken, Kräuter und Brötchendeckel obenauf und dann darauf hoffen, dass der Mund groß genug ist...
Mit Abstand der beste Burger, den ich jemals gegegessen habe. Und wann immer in Zukunft auf den Tisch kommt, werde ich an unseren Ausflug auf die Alpe Dornach zurückdenken.
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Kommentare:

  1. Ich bin mir sicher, das schmeckt auch ohne Brötchen ganz famos! Die Zwiebelmarmelade werde ich auf jeden Fall nachkochen ... die nächsten 2 Wochen habe ich ausreichend Zeit für die Zubereitung so leckerer Wegbegleiter :-)!

    Es schickt Dir allerliebste Freitagsgrüße,
    Steph

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  2. Zum Reinbeißen! Mache ich viel zu selten, selbstgebastelte Burger.... schönes Wochenende euch...

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  3. Da kann ich voll und ganz verstehen das Dein Sohn unbedingt nochmal das Essen von der Alpe Dornach haben wollte. ;-)
    Das sieht super lecker aus und werde ich bestimmt mal nachmachen. Wenn es bei uns Burger gibt, mache ich sie auch immer selbst.
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüße, Kerstin

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  4. jetzt weiß ich, warum dein sohn unbedingt wieder auf die alm wollte!! ich esse meist vegi, aber wenn es mal gutes fleisch (in deinem sinne!) gibt, greife ich auch zu. deinen burger würde ich ratzuputz aufessen!
    danke für das marmeladenrezept - es ist gespeichert für einen ruhigen tag zum nachkochen.
    liebe grüße, mano

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    1. ratzEputz! aber mit u ist es auch nett.

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  5. mir läuft das wasser im mund zusammen... schon am frühen morgen. die kombi von kräftigem fleisch und süß-scharfem mag ich total gern. und da bei uns zur zeit durchs vegane tochterkind tierfreie zone angesagt ist, scheint der appetit noch größer auf dein rezept zu sein;)
    liebst birgit

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  6. Das ist in der Tat eine schöne Erinnerung an die Alpe. Und der Burger sieht sowas von köstlich aus. Und die Zwiebelmarmelade erst. Sehr schöne Fotos sind's obendrein.
    Liebe Grüße. :)

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  7. Hunger!! Obwohl ich doch eigentlich vor Mittag keinen Hunger habe ;)!

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  8. ui, das klingt fein und schaut auch so aus! noch schöner, wenn's von so natürlich aufwachsenden tieren kommt!
    hab eine gute zeit, du liebe!
    herzliche grüße
    dania

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  9. Liebe Katja,
    genau darauf habe ich jetzt Appetit, darbe bei einer Tasse Kräutertee im Homeoffice.
    Die Zwiebelmarmelade muss ich kochen. Wir konnten jahrelang von Freunden Rindfleisch kaufen, die männlichen Tiere hießen immer "Hermann", mittlerweile haben sie wegen Arbeitsüberlastung die Landwirtschaft aufgegeben, also nichts mehr mit Hermann, der im Sommer auf der Wiese herumgelaufen ist.
    herzlich Judika

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  10. Das ist doch endlich mal ein Gericht, bei dem man davon ausgehen kann, keine hängenden Mundwinkel am Tisch bei den Kindern beobachten zu müssen...;-) Zwiebelmarmelade...muss ich mir merken...passt garantiert nicht nur zum Burger...( Das wäre übrigens auch der erste Burger seit 20 Jahren, den ich mal wieder probieren würde...ich bin England-Mc D...geschädigt...;-)) LG Lotta.

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  11. wunderschön aussehen tut es auf alle fälle.
    und die (nicht)fleischessthematik ist mittlerweile dermaßen moralisch und fast schon missionarisch aufgeladen, dass ich, selbst fleischlos unterwegs (und im zweifelsfalle undogmatisch, weil mich das kompliziertsein nervt), dein rezept vor dem hintergrund eines bewussten umgangs mit fleisch und tieren als wohltat empfinde.

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    1. Nur wenige Bloggerinnen trauen sich überhaupt noch Rezepte mit Fleisch einzustellen, weil sie die Morallawine befüchten, die dann auf sie zurollt. Ich finde, dass jeder den Verzehr und die sonstige Verwendung tierischer Produkte mit sich und seinem Gewissen ausmachen und selbst entscheiden muss, was er tun will und verantworten kann.
      Missionarischen Eifer mochte ich noch nie besonders, er hat etwas Geiferndes und Respektloses - und ich selbst würde nie auf die Idee kommen, einen Veganer von einem Steak überzeugen zu wollen.
      Augen zu machen und fest daran glauben, dass Steaks auf Bäumen wachsen, will ich allerdings auch nicht...

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    2. Deine Worte finde ich sehr gut und zutreffend. Und den Burger würde ich auf der Stelle verschlingen;)

      Liebe Grüße

      Margarete

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  12. Das Marmeladerezept kling unglaublich gut und ich werde es bestimmt auch nachkochen . Ich selbst lebe seit einigen Jahren vegetarisch , aber auch ohne dogmatisch zu sein . Es ist nur so dass ich leider schon zuviel llive gesehen und gehört habe . Ich kann einfach keines mehr essen . Aber der Rest meiner Familie isst Fleisch . Am schlimmsten finde ich jene die meinen sie sind bessere Menschen weil sie vegetarisch leben - das nervt unglaublich .
    Liebe Grüße , Ursula

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  13. oh sieht das lecker aus. ja das liebe fleisch. ich bin dafür!

    liebe grüße . tabea

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  14. Das schaut köstlich aus und klingt auch so. Zum Thema Fleisch wurde hier ja schon viel gesagt ... wie du schon sagst, egal für welche Ernährungsform man sich entschieden hat, ich finde es wichtig zu wissen was man da ißt. Augen zu und durch ist nicht das Mittel der Wahl.

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  15. Boah sieht der köstlich aus. Bewusst wenig Fleisch essen mit Genuss, das ist unsere Variante. Und damit sind wir sehr zufrieden. Das Rezept muss ich unbedingt dem Mister zeigen, danke für die tolle Idee mit der Zwiebelmarmelade.
    Liebste Grüße an dich.

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  16. Das Zwiebelmarmeladenrezept nehme ich sofort mit und hoffe irgendwann regional eine zuverlässige Quelle für Weideochsen zu finden..., nicht so leicht, selbst wenn man eher selten Fleisch ("Sonntagsbraten") isst... Ich mag ja Wild, aber der Gefährte nicht so gern.

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  17. Ich mache die Zwiebelmarmelade jetzt schon zum zweiten Mal und liebe sie (auch zu Käse oder auf einem Butterbrot).
    Vielen Dank für das tolle Rezept!

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!