Dienstag, 29. April 2014

Osternachlese... in Pinzberg

An Ostern wollten wir eigentlich ein paar der berühmten Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz anschauen - so war der Plan. Schnell stellten wir jedoch fest, dass wir mit dieser Idee nicht alleine waren, sondern dass viele tausend andere Menschen die gleiche Idee hatten. Noch schneller waren wir uns deshalb einig, dass wir die Osterbrunnen mit all den Reisebussen voller Rentner und den schon weit vor den Dörfern stehenden Parkeinweisern großräumig umfahren werden und uns lieber immer der Nase nach durch die Fränkische Schweiz treiben lassen wollen. Immer dorthin abbiegen, wo es am schönsten aussieht. Eine meiner liebsten Ferienbeschäftigungen und immer Garant für schöne Erlebnisse und Entdeckungen entlang des Weges. So führte uns unser Bauchgefühl und ein schmales Sträßchen auch nach Pinzberg zu zwei kleinen Kapellen in einem blühenden Obstgarten...


Apfelschnee.











Marienlieder auf Knopfdruck und ansonsten völlige Ruhe fanden wir in und rund um die Marienkapelle am Lohranger in Pinzberg. Die kleine Annakapelle von 1847 reichte nicht mehr für all die Betenden und so ließ eine Bauernfamilie 1869 zu Ehren der Mutter Gottes die Marienkapelle errichten. Unpompös und doch von einer rührenden Schönheit mit all dem Licht, das durch die hohen Fenster fällt. Besonders verliebt habe ich mich in die schmiedeeiserne Außentreppe zur Empore...
Für mich sind die kleinen, unscheinbaren Kapellen im ländlichen Raum wunderbare Orte der Stille... weil es dort klar, ruhig, kühl und behütet ist - ein Ort,  an dem ich mich selber denken hören kann.

> Kapelle auf der Alpe Bel, Schweiz
> Kapelle am Aletschbord, Schweiz
> Kapelle in der Nähe von Schlüsselfeld, Franken
> Dorfkirche in Postbauer Heng, Oberpfalz
> Dorfkirche in Pottenstein, Fränkische Schweiz
> Kapelle auf Burg Prunn, Altmühltal
Fränkische Schweiz, Dorfkirchen, Dorfkapellen, Pinzberg, Marienkapelle, Lohranger, Ostern, Marienlieder, Kirchenschiffe, Kapellen Franken, Heimat

Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Katja,
    Dein Gespür hat Dich an einen schönen Ort geführt! Das Foto mit den bemoosten Steinen und dem schmiedeeisernen Gitter hat mich besonders angesprochen. Und natürlich die Marienlieder auf Knopfdruck, scheinbar ohne vorherigen Münzeinwurf?! Ein echtes Wunder. Da steht gleich wieder eine Heiligsprechung an, denke ich. Apropo Wunder: Ich hoffe Ihr seid ohne virales Souvenir nachhause gekommen?! Dass ich Dich zitiert habe, ist jetzt auf dem Blog offiziell (ich habe mich nicht bewusst erinnert, aber da ich diesen Post mit Sicherheit gelesen hatte... hast Du mich ebenso sicher inspiriert!)
    Herzliche Grüße Deine Sarah

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  2. kein osterbrunnen der welt kann so liebenswert und anheimelnd sein wie diese kleinen kapellen. hier im norden gibt es derer nicht so viele, dafür aber viele schlichte romanische kirchen, in denen ich mich auch immer zu hause fühle.
    liebe grüße, mano

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  3. liebe katja, danke für die schönen bilder aus der fränkischen schweiz. einen solchen ort wo man sich selbber denken hört, brauche ich auch mal wieder (bisher passiert das nur nachts um drei im bett, aber da sollte man ja eigentlich schlafen ...). ich habe mich über familienbesuch an ostern (und schreibtischabstinenz) gefreut, aber die natur hat mir trotzdem gefehlt. ihr habt das einzig wahre getan. liebe grüße, wiebke

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  4. Liebe Katja,
    die Fränkische Schweiz ist immer klasse.
    Marienlieder auf Knopfdruck habe ich allerdings noch nie gehört - welch eine Idee. Ihr habt wohl getan den "beige gewandetenen Silveragern" die Brunnen zu überlassen, obwohl die in der Fränkischen Schweiz sehr sehr schön sind, die Rhöner Osterbrunnen sind meist etwas kitschig.
    herzlich Judika

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  5. Christina Lehmann29. April 2014 um 12:40

    Hallo Katja, das ist ja ein toller Ort!! Muss ich unbedingt auch einmal aufsuchen...

    Warst du schon in der Basilika in Freystadt? Dort waren wir kürzlich - das war auch ganz besonders! Besonders erstaunt hat mich, wieviele Menschen in der halben Stunde, in der wir dort waren, hereinkamen, sich in die Bänke setzen, beteten und wieder in ihren Alltag gingen. Das habe ich noch nie so erlebt und ich habe schon einige Kirchen und Kapellen "besichtigt".

    Ein Osterbrunnentour hat mein Mann auch aus den von dir genannten Gründen abgelehnt - er hatte wohl recht damit. Aber unsere Osterbrunnen hier in Schwabach waren auch sehr schön!

    Liebe Grüße Christina

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  6. Ich mag es, dass deutsche Sakralbauten (sogar die katholischen) allgemein weniger überladen sind als in Österreich. Deine Fotos repräsentieren für mich genau das, wofür Ostern für mich steht: Frühling, Stille, innere Einkehr. Schön!
    Herzliche Grüße!
    P.S. Marienlieder auf Knopfdruck. Ist das nun fortschrittlich oder schon wieder retro? Skurril allemal.

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  7. Was für eine gute Entscheidung ;-), sich einfach dem Gefühl überlassen und Unerwartetes entdecken. Mit solch schönen Kapellen als Rückzugsorte kann mir das in Brandenburg leider nicht passieren, und auch die Dorfkirchen sind allermeistens verschlossen..., hier bleib ich also bei den alten Bäumen, aber Fränkische Schweiz steht schon eine Weile auf meiner Neugierliste ;-) Herzlich Ghislana

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  8. Marienlieder auf Knopfdruck....das hat ja schon fast wieder was rührendes an sich....;-) Wunderschön, diese kleine Kapelle. An der Küste gibt es...auch eher abseits der Touristentrampelpfade...wunderhübsche kleine Kirchen...mit zugehörigen Pfarrhäusern...so schön! Bilder zeige ich noch....LG Lotta.

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  9. marienlieder auf knopfdruck! herrlich!
    eine schöne kapelle hast du da gefunden und das wetter war ja ganz zauberhaft!
    hoffe, du hattest ein paar feine ostertage,
    liebe grüße
    die frau s.

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  10. Das Bauchgefühl wünsche ich mir! Die Bilder! Ich weiß nicht, welches ich besonders
    schön finde. Die Apfelblüten sind ein Gedicht. Wenn ich eine poetische Ader hätte,
    würde ich mehr schreiben! Welcher Dichter fände die passenden Worte?
    Herzliche Grüße! M.

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  11. Ich schließe mich M. an. Das Bauchgefühl war ja so gut, die Bilder sind traumhaft. Ich möchte jetzt sofort genau da hin und die Ruhe genießen. Und dann ein Marienlied auf Knopfdruck. :)
    Liebste Grüße, Eva

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  12. Offene Kirchen und Kapellen halte ich für zwingend nötig, weil sie Orte des Rückzugs und der Stille sind. Sofort fällt mir die Geschichte einer ehemaligen Arbeitskollegin, bzw. deren Mitbewohnerin ein. Selbst wenn sie mit Religion und Kirche nichts zu tun hatte, saß sie mehrere Stunden in der leeren Kirche - nachdem sie ihre Aids-Diagnose erhalten hatte. Eben auch für solche katastrophalen Momente ds Lebens braucht es - wenn schon keine Seelsorger vorhanden sind - dann Orte, in denen Versammlung leichter ist.

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!