Montag, 24. März 2014

Zwischenzeit . Gedankenfasten

Nach religiöser Tradition ist die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern eine Zeit des Verzichts auf Luxus, der Reinigung des Körpers und der Besinnung des Menschen auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben, um seelische Harmonie und Demut zu fördern. Fastenzeit. 

Was hat man als Mensch, der keiner Religion angehört, mit dem Fasten zu tun? Noch dazu in unserer Zeit, in der Religion und Tradition immer weniger bedeuten? Die Grundidee ist bestechend sinnvoll. Innehalten. Unterbrechen. Nachdenken. Inwendig reinigen. Was ist wirklich wichtig in meinem Leben? Was tut mir gut? Wo muss ich achtsamer sein? Mit anderen, mit mir, mit meinem Körper, der mein Haus ist. Der Verzicht auf was tut meinem Körper und meiner Seele gut?

Es macht Sinn, sich von Zeit zu Zeit darüber Gedanken zu machen, mit was wir unseren Körper und unsere Seele füttern. Unsere Gedanken bestimmen unsere Worte, unser Handeln, unsere Realität. Wenn wir unsere Seele nur mit negativen Gedanken  - über uns, über andere, über das was passieren oder nicht passieren könnte - füttern, dann bestimmen diese Gedanken unser Erleben der Realität, unsere Gefühle und unsere Interaktionen mit anderen Menschen, auf die wir unsere negativen Gedanken projizieren, ohne dass sie etwas damit zu tun haben. Besonders Frauen sind geneigt, sich selbst zu hinterfragen, zu beschuldigen, zu beschimpfen und verbal kleinzumachen. Nicht selten füttern wir uns selbst mit Gedankenmüll, der unsere Seele nicht nährt, sondern sie belastet.


Kann man seine Gedanken durch bewusstes Hinlenken seiner Aufmerksamkeit verändern? Durch Verzicht auf negative Gedanken? In gewissem Maß ist das möglich. Es heißt, man muss 10 positive Gedanken denken und aussprechen, um die Prägung durch einen negativen Gedanken zu ersetzen. Ein probates Mittel, um negative Gedankenprogrammierungen zu neutralisieren. Es erfordert Geduld, Disziplin und viele, regelmäßige Wiederholungen, vor allem, wenn es sich um negative Gedankenmuster in Bezug auf sich selbst handelt.

Kann man also Gedankenfasten? Der bewusste Verzicht auf negative, hemmende, herabwürdigende, kritisierende und verurteilende Gedanken in Bezug auf sich selbst ist sicherlich eine der schwierigsten Fastenaufgaben die man sich stellen kann. Was ist wirklich wichtig im Leben? Sich selbst gegenüber wohlwollend, fürsorglich und geduldig zu sein, gehört auf jeden Fall genauso dazu, wie ausreichend zu schlafen.

Mehr Gedanken- und Leibspeisen zur Fastenzeit findet ihr bis Ostern bei Matimuk.
Heute gibt es dort eine der meinen.
Fastenzeit, Selbstbeschimpfungen, Gedankenfasten,  negative Gedanken stoppen, wohlwollend, Selbstliebe, was ist wichtig im Leben, Geduld mit sich selbst, Zwischenzeit, fasten, Ostern, positiv Denken, positives Denken, Affirmationen

Kommentare:

  1. Gedankenfasten! Eine grandiose Idee!!
    Vielen Dank für deinen Post, er hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht.
    Gedankenfasten ist etwas, dass ich nicht nur auf die Fastenzeit beschränken möchte, denn ich arbeite seit vielen Jahren daran. Bisher fehlte mir nur der passende Ausdruck dafür. Eine glückliche Woche wünscht dir Martina

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Katja,

    eine gute Anregung zum Nachdenken... Warum es gerade zehn gute Gedanken sind? Vielleicht genügt auch ein starker, wirksamer? Was bedeutet "religiös"? Definitionssache. Religiös könnte auch schlicht bedeuten "dem Leben zugeneigt, achtsam, im Grunde vertrauensvoll, offen". Man muss ja nicht an einen alten Mann im Himmel glauben, nur weil auf Erden seit Jahrtausenden alte Männer das Sagen hatten und sich Gott nach ihrem Ebenbild erschaffen haben: Einen autokratischen Wüterich, der alles vernichtet, was ihm nicht passt. Es ist auch möglich, an ein Leben vor dem Tode zu glauben...
    Für heute ein gutes solches!
    Deine Sarah

    AntwortenLöschen
  3. Das ist vollkommen richtig - und nicht nur zur Fastenzeit!
    Auf eine wunderschöne Woche mit ausschließlich guten Gedanken!
    Herzliche Grüße, Dani

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Katja,
    ich finde Deine Wortschöpfung "Gedankenfasten" so treffend.
    Er klingt sehr viel aktiver als das Wort "Achtsamkeit".
    In Achtsamkeit mit mir selber übe ich mich jetzt schon seit einiger Zeit und es hat etwas heilendes für die Seele und genau das soll Fasten ja bewirken.
    Und nur wer lernt sich selbst zu lieben, ist in der Lage auch andere zu lieben.
    Und das nicht nur, weil die Gebote es vorschreiben.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche
    Alice

    AntwortenLöschen
  5. Grossartig. Wirklich schöne und wichtige Gedanken, die Du da teilst. Ich merke schon, wie ich sie weiter spinne… :-) Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  6. Danke! Ich wünsch dir, was die Seele nährt ;-), dies behindernde Gedanken loslassen können, sich ihnen nicht aussetzen, sie zu transformieren, ein gutes Thema für diese Zeit jetzt ;-) Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
  7. ja, darin übe ich mich in letzter zeit auch und deine gedanken dazu unterstützen das sehr gut. vielen dank und liebe grüße, wiebke

    AntwortenLöschen
  8. Guter Anstoß zum Fastenthema! Danke!
    Liebe Grüße
    Daniela

    AntwortenLöschen
  9. Wie wunderbar treffend formuliert und bildlich dargestellt, liebe Katja. Der Feind in einem selbst: aushungern soll er.
    Ich drücke Dich.
    Nina

    AntwortenLöschen
  10. Ein guter Anstoß, mal sehen, ob ich in in die Tat umsetze werden... LG Rebekka

    AntwortenLöschen
  11. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  12. als mauna bestandteil der yoga-praxis. so gut. so herausfordernd.
    der satz, den ich so mag dazu (auf basis der idee, gedanken seien immer schon da und schwirren gleichsam herum) :: mit wem will ich tanzen?
    sich diese frage bewusst stellen – eine wohltat.

    AntwortenLöschen
  13. So gut gesagt und in Worte gefasst. Und immer wieder eine schwere Übung. Und eine gute, eine wichtige.

    AntwortenLöschen
  14. Schön, dieses Gedankenfasten.

    Cinzia

    AntwortenLöschen
  15. Ja, liebe Katja, schmeiß sie hinaus...diese ganzen negativen Gedanken...diesen ganzen Gedankenmüll...schlepp dich nicht mehr damit ab...lass keine neuen negativen Gedanken hinein...nicht nur zwischen Aschemittwoch und Ostern...das wäre mir persönlich zu inkonsequent. LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  16. ich üb mich ganzjährig - der selbszerfleischenden, spitzzüngigen ostsozialisation trotzend;);););) umarmung in gedanken von birgit

    AntwortenLöschen
  17. In Gedankenfasten übe ich mich auch schon lange , immer funktionierts nicht , aber ich bleibe dran . Auch das positive aussprechen , wie z.B. statt " ich bin krank " zu sagen " ich bin nicht gesund " .
    Danke für deine Gedanken !
    Liebste Grüße, Ursula

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Katja,
    ein so schöner Beitrag mit vielen, auch unbequemen Wahrheiten. Achtsamkeit gegenüber sich selbst ist gerade in einem sehr durchgetackteten Alltag wirklich harte Arbeit und ich weiß da, wovon ich spreche. Da bin ich auch immer noch am Üben. Dabei ist es so wichtig, sich selbst Raum zu geben, denn die Zufriedenheit, die man dadurch gewinnt, fließt zurück zur eigenen Umwelt und bringt somit auch anderen Freude. Du hast Deinen Post sehr passend und wie ich finde auch wunderschön bebildert. Diese Reduktion auf das Wesentliche in Wort und Bild tut der Seele schon mal sehr gut.

    Liebe Grüße
    Birgit

    AntwortenLöschen
  19. Ein sehr schöner Post!
    Liebe Grüße,
    Markus

    AntwortenLöschen
  20. Liebe Katja - positives Tun, Denken - schönes Wort - Gedanken fasten. Eine wichtige Aufgabe. Auszeit nehmen und reflektieren nicht nur zu Fastenzeit... Danke für diesen besonderen Impuls. Gruß zu Dir Iris

    AntwortenLöschen

Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!