Montag, 6. Januar 2014

Von Caspar, Melchior, Balthasar, Larvandad, Awnison, Hormisdas, Gushnasaph, Badadilma, Tanisuram, Mika, Kagba, Kasäd, Sisisba, Libtar... und den anderen.


Wer wäre nicht mal gerne für einen Tag König? Nicht aus Habgier wie die Frau des Fischers, sondern einfach nur mal so, zum Ausprobieren. Ab und zu wird bei uns das ganz große Privileg "Bestimmertag" verschenkt. Dann darf einer den ganzen Tag lang bestimmen - was es zu essen gibt, was unternommen wird, was gespielt wird, welchen Film alle anschauen und wann ins Bett gegangen wird. Besonders beim Kleinzeug ist der Bestimmertag hochbegehrt. Dieses Tagesprivileg kann verschenkt oder sich auch erarbeitet werden und an einem ganz bestimmten Tag im Jahr kann man es sich auch er-essen.
An Heilig´ drei König, dem 6. Januar, darf derjenige für diesen Tag König sein, der die eingebackene Mandel im Dreikönigskuchen erwischt. Verleitet natürlich dazu, noch mehr von diesem leckeren Hefegebäck zu essen als sowieso schon und womöglich den restlichen Tag Bauchschmerzen zu haben, aber was tut man nicht alles,  um einmal König oder Königin zu sein...




Dreikönigskuchen

Zutaten:

500g Mehl, 1 Paket Trockenhefe, 150ml warme Milch, 2 Eier, 100g zerlassene Butter, 100g Zucker, 100g Rosinen (in Apfelsaft oder Rum eingeweicht), 1 TL Salz, Mandelblättchen, 1 Mandel (oder Trockenbohne)
Zum Bestreichen: 1 Eigelb, 1 Prise Salz, 1 Prise Zucker, 2 EL Milch

Zubereitung:

Mehl, Trockenhefe, Zucker und Salz vermischen. Die Butter in der Milch schmelzen lassen und das handwarme Gemisch mit der Mehlmischung und den leicht verquirlten Eiern verkneten. Jetzt die Rosinen zugeben und nochmal gut durchkneten. Teig zudecken und an einem warmen Ort auf die doppelte Größe aufgehen lassen (hat bei uns ca. 1 Stunde gedauert). 
Den Teig vierteln und aus einem Viertel eine Kugel formen, die auf die Mitte eines mit Backpapier ausgelegten Blechs gesetzt wird. Aus den restlichen drei Vierteln sechs Kugeln formen, die um die mittlere Kugel plaziert und mit etwas Wasser angeklebt werden. Nicht vergessen, vorher in einer der Kugeln die Mandel zu verstecken. Den Kuchen nochmal abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 200°C vorheizen.
Eigelb, Zucker, Salz und Milch verquirlen, den Kuchen damit bestreichen, mit Mandelblättchen bestreuen und für ungefähr 40 Minuten ab in den Ofen damit.
Am besten schmeckt dre Kuchen noch leicht warm aus dem Ofen und besonders gut natürlich dem, der die Mandel erwischt und dann den restlichen Tag König sein darf. :-)


Und die ganzen Namen da oben? Naja... Caspar, Melchior und Balthasar heißen "die drei Weisen aus dem Morgenland" nur in unseren Breiten. In anderen Länder herrschen auch andere Meinungen darüber, woher sie kamen, wie sie hießen, wie viele es waren, welche Hautfarbe sie hatten und vor allem auch, ob es Könige waren, oder vielleicht doch - wie im Matthäus-Evangelium beschrieben - heidnische Magier oder Sterndeuter aus dem Osten, aus Syrien oder Persien. Was auch immer davon historisch stimmt - sie sind Teil einer der größten Legenden der Menschheit und dieser Tag wird in fast allen christlichen Religionen als besonderer Tag mit vielen Traditionen gefeiert. Der Dreikönigskuchen ist eine davon.

Die schöne kleine, rotgoldene Lichtschale? Die wurde von Jana Heistermann gemacht.
Vielen Dank, liebe Lotta!
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Kommentare:

  1. König für einen Tag - wie schön! Und vom Hefegebäck würd ich auch ohne Mandelaussicht gern naschen.
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. Liebe Raumfee,
    staune immer wieder was ihr für Traditionen habt, Bestimmertag mit oder ohne Mandel im Hefekuchen, das würde meinem noch zwei Tage lang 11jährigem Sohn auch gefallen. Und ich hätte gerne just im Moment zu meinem Kaffee ein Stück Hefekuchen, aber bitte ohne ertrunkene Stubenfliegen (so nenne ich Rosinen, die ich bereits als Dreikäsehoch abscheulich fand).
    herzlich Judika

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  3. dein königskuchen ist schon rein optisch königlich:) ansonsten hab ich es ja nicht so mit den heiligen - den freien tag bei uns genieß ich aber trotzdem sehr;)
    dir eine gute woche wünschend von herzen birgit, die die schale in ihrer materialkombi sehr fein findet;)

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  4. ein guter brauch und so hübsch anzusehen! erinnert mich an den auch in unserer familie gepflegten dänischen weihnachtsbrauch mit der mandel im milchreis. der "gewinner" darf sich über ein marzipanschwein freuen. bestimmer sein klingt auch sehr gut.
    hier ist business as usual, weil leider kein feiertag, also frisch ans werk!
    liebe grüße,
    wiebke

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  5. bestimmer sein klingt hervorragend! das möchte ich doch auch einmal!
    und dein dreikönigskuchen lässt einem ja das wasser im mund zusammenlaufen!
    ich finde es so toll, was du alles an traditionen hochhältst und welch glückliche kindheit du deinem kleinen bestimmer damit bescherst! solch eine warme und fantasievolle und feinfühlige mama hätte wohl jeder gerne!

    ursula

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  6. wundertoller Beitrag, mit noch tolleren Traditionen. einfach schön, so ein Stück heile Welt... die Schale gefällt mir auch sehr (;

    Liebst,
    Eva

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    1. Als heile Welt empfinde ich alte Bräuche nicht wirklich, denn sie haben ja meistens den ganz realen Hintergrund, Schutz vor Unheil oder dergleichen zu erbitten, oder eben dafür zu danken - eher sind sie für mich ein Innehalten und haben auf mich einen erdenden Effekt, der einfach guttut inmitten all der Hektik der Zeit, in die man allzu oft mit einzufallen droht, so dass das Leben an einem vorbeirauscht, anstatt gelebt zu werden. Alte Rituale des Bittens, Dankens und Reinigens in die heutige Zeit mitzunehmen erinnert mich an Wurzeln, die man nicht ausreissen, sondern pflegen sollte... finde ich.
      Herzlich, Katja

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  7. Das klingt nach einem leckeren Tag!
    Bei uns steckt immer eine kleine Krone im Königskuchen ;)
    Liebe Grüße!

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  8. ich sehe da gerade eine mandel hervorblitzen unter dem sofa — hat sich das füchslein aber ein feines versteck ausgesucht; bloß leider nicht gut genug! ich hol sie mir jetzt raus und gebe dem rest der familie bekannt, dass ich heut bestimmertag habe; immerhin hab ich sie ja gefunden. zwar nicht in so einem feinen kuchen, aber das gilt bestimmt trotzdem. von mir bestimmt nämlich.

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  9. Bei uns ist ja leider kein Feiertag und so einen feinen Kuchen hat auch keiner gebacken, also nix mit Bestimmertag. Find ich aber eine schöne Tradition.
    Liebe Grüße
    Jennifer

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  10. Was für eine schöne Idee, so kenne ich das gar nicht.
    Toll, was ihr euch da überlegt habt!
    Wer darf denn heute? ;)

    Liebe Grüße
    Nanne

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  11. Danke für deine königlichen Fotos und Kommentare, ich genieße sie sehr, nicht nur am Dreikönigstag.
    Liebe Grüße, Brigitte

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  12. ach, herrlich! bestimmertage sind wunderbar - besonders schön waren sie, wenn ich bestimmen durfte ;-)! den brauch mit dem dreikönigskuchen kenne ich nicht, aber nachbacken will ich ihn gern!
    herzlichen gruß, mano

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  13. Was für eine schöne Tradition! Nun bin ich aber wirklich neugierig, wer nun der Bestimmer bei euch sein darf nach dem Verzehr...;-) Ich freue mich, dass dir die Schale gefällt! Viel Freude noch damit...LG Lotta.

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  14. Wie fein, von der Mandel im Kuchen hab ich zwar schon desöfteren gehört, so einen Kuchen aber noch nie gegessen... aber jetzt, nach der Königsbestimmergeschichte, muss ich so einen unbedingt mal backen. : )

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  15. Wir haben den Königskuchen schon öfter bei Freunden gegessen, aber niemand. Hat bisher die gut gehüteten Familie Rezepte rausgerückt:-) Danke, den werden wir dann nächsten Jahr bei uns auch essen!

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  16. Da kann ich doch gleich mal mit einer ersten Frankreich-Tradition starten, dort gibt es den Galette du Roi, in dem eine fève (ursprünglich Bohne) versteckt ist. Wer sie findet ist der König (und Bestimmer) des Tages wie bei euch. Inzwischen sind die Bohnen durch kleine Keramik Figürchen ersetzt worden, die begehrte Sammlerstücke sind und jedes Jahr ein neues Thema haben.
    Ein sehr schöner Brauch wie ich finde.
    liebe Grüße, Dani

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  17. Was für eine schöne Sitte! Die kannte ich noch gar nicht. Unsere Dreikönigs-Zeremonien sind leider ausgefallen, da ich heute überraschend den ganzen Tag arbeiten musste. :( Wir feiern morgen einfach nach, am letzten Ferientag. Leider schaffe ich es nicht mehr, dein Rezept nachzubacken (keine Hefe im Haus und morgen nach dem Frühstück schon was Schönes vor). Aber fürs (über)nächste Jahr tätowiere ich's mir schon mal in den Hinterkopf.

    Liebe Grüße,
    Lena

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  18. Oh wie lecker. Das sieht ja oberköstlich aus. Den Kuchen werde ich nachbacken. Vielen Dank für die appetitlichen Bilder und das Rezept!
    Liebe Grüße. ;)

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  19. Was für faszinierend klingende Namen! Bis auf Mika - so heisst unser roter Kater - hatte ich noch keinen davon bewusst gehört. Eine schöne Sache, so ein Bestimmertag - stell ich mir spannend vor. Vielleicht sogar auch mal entspannend, so als Mamasonstbestimmer... :) Liebste Grüße Katja und nochmals ein Glückliches (Blog)Jahr für Dich! Anette

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  20. das ist eine schöne tradition, die ihr euch da geschaffen habt. natürlich möchte jeder mal bestimmer sein, das zusammenleben gestaltet sich ja schon bei zwei personen manchmal als kleines tauziehen und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sehr ich mich als kind gefreut habe, wenn ich mal sagen durfte, was es zu essen gibt und was im fernsehen geschaut wird. :-)

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  21. zauberhafte idee!

    liebe grüße von lena,die schon eine ganze zeitlang hier liest und sich freut :)

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  22. Die Idee ist klasse und sicher spannend was sich Kinder als König für einen Tag so vorstellen. :-)
    Liebe Grüße Stefanie

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  23. hmmh, sieht das gut aus...wenn ich eines mag, dann so leckeres Hefegebäck!;) Obwohl ja auch im Islam sehr viel über Isa (Jesus) überliefert ist, weiß ich über die Könige gar nicht viel..muss mal ein bisschen nachforschen;)
    alles liebe! sarah

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!