Donnerstag, 2. Januar 2014

Postweihnachtliches Quittieren.

In den letzten Wochen vor Weihnachten entstehen hier meistens so viele Dinge, dass die Tage bis zum Fest dann nicht ausreichen, um alles zu zeigen, was sich vielleicht als Geschenk-Anregung eignet. Nehmt es also einfach als Anregung für die nächste Adventszeit mit, oder aber ihr macht es einfach für euch - einfach weil es manchmal schön ist, sich selbst zu beschenken. Quitten gibt es auch jetzt noch zu kaufen, denn sie lassen sich gut einlagern. Nach dem Naschwerk fürs gute Gewissen und der Giftmischerei gab es vor Weihnachten nämlich auch noch die komplette Zuckerschlacht. Für jeden möglichen zu Beschenkenden war also etwas dabei bei meinen essbaren Gaben zum Fest und nur Masochisten zählen auch an Weihnachten Kalorien.
Nachdem sie zwei Wochen lang meine Küche beduften durften, wanderten die Quitten also dann doch noch in den Kochtopf. Und weil bei uns (fast) nix wegkommt, wurde auch außer den Kernen alles verwendet. Weihnachtliches Quittengelée und Quittenkonfekt wurde daraus und beides wanderte unter den Weihnachtsbaum und in einige Päckchen.





Quittenkonfekt mit Vanille

Auf der Suche nach einem Rezept für das Konfekt bin ich bei Steph gelandet, allerdings habe ich es dann doch etwas  anders zubereitet. 

Zutaten:

2,5kg Quitten, 1kg Rohrohrzucker, 2 Vanilleschoten, 1 Zitrone

Zubereitung:

Die Quitten waschen und trockenreiben. Achteln, Kerngehäuse rausschneiden und die Quitten mit ca. 3l Wasser bedekcen, dem der Saft einer Zitrone zugesetzt ist. Tof auf den Herd, aufgeschlitzte Vanilleschoten zugeben und in ungefähr 30 Minuten ganz weich kochen. In einem Sieb und auf einem Tuch abtropfen lassen, Saft auffangen. Das geht gut über Nacht. Nicht ausdrücken, sonst wird das Gelée trüb. Vanilleschoten herausnehmen, Fruchtfleisch pürieren oder durch ein Sieb streichen. Das Fruchtpüree mit der gleichen Gewichtsmenge Zucker auf dem Herd zum Köcheln bringen. Also bei 1kg Frucht - 1kg Zucker, oder entsprechend mehr oder weniger nehmen. Das Mus unter ständigem Kochen so lange rühren, bis es richtig fest ist und der Kochlöffel fast drin stehen bleibt. Dann ca. 1cm dick auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Einige Tage trocknen lassen und dabei mindestens einmal auf ein anderes Blech mit Papier wenden. Wie lange es zum Trocknen braucht, hängt davon ab, wie lange und wie "trocken" ihr es davor gekocht habt.



Wer ungeduldig ist (wie ich), der schiebt das Blech bei ca. 70°C für ungefähr 5 Stunden in den Ofen und klemmt einen Holzlöffel in die Backofentür. Trocken genug ist es, wenn es in etwa die Konsistenz von weichen Gummibärchen hat. Anschließend in Zucker, Puderzucker (oder Kokosklocken) wälzen, mit Backpapier zwischen den Schichten in Keksdosen oder Gläser füllen und luftdicht verschließen. Hält monatelang ohne Geschmacksverlust und ist seeeehr lecker. Finde ich.


Und der Saft? Der wurde natürlich auch gleich weiterverwendet, für...




Weihnachtliches Quittengelée

Zutaten:

2,5 l Quittensaft vom vorigen Rezept, 1kg Gelierzucker 3:1, 1 TL Lebkuchengewürz

Zubereitung:

2,5 Liter Saft abmessen und mit dem Gelierzucker vermischen. Falls der Saft nicht reicht, kann man eventuell mit Apfelsaft auffüllen. Das Lebkuchengewürz zum Saft dazugeben. Zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen. In heiß ausgespülte Twist-Off-Gläser füllen. Für ein paar Minuten auf den Kopf stellen (die Gläser natürlich), dann wieder umdrehen.
Das Gelée schmeckt nur ganz leicht weihnachtlich - ich mag diese Geschmacksnote sehr, vor allem auf dunklem Roggenbrot. Wer es lieber unweihnachtlich mag, der lässt das Lebkuchengewürz einfach raus.


Wer keine Quitten mag, aber gerne etwas Winterliches auf seinem Frühstücksbrot hätte, könnte es ja vielleicht mal mit Bratapfelmarmelade versuchen. Oder doch Apfel-Ingwer-Gelée? Eignet sich alles prima als kleines Mitbringsel für eine Essenseinladung - auch weit nach Weihnachten und Silvester..
Mein schönstes Neujahrsgeschenk waren eure lieben Kommentare zu meinem Jahresrückblick - vielen Dank euch allen dafür.
Quittengelée, Quitten, Quittenkonfekt, Quittenbrot, Quittenfruchtgummi, Fruchtgummi selber machen, weihnachtliche Marmelade.

Kommentare:

  1. Frohes neues Jahr und vielen Dank für die tollen Anregungen. Quitten sind mir dieses Jahr leider bisher aus dem Weg gegangen. Sollten doch noch welche meinen Weg kreuzen, werde ich ganz sicher Deine Rezepte verwenden. Ich liebe Quittengelee ...
    Bei uns gab es dieses Jahr ganz viel Bratapfel-Marmelade mit einem Schuss Rum ;-)
    LG Steffi

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  2. Köstlich! Ich liebe Quitten. Meine Schwester hat mir zu Weihnachten kandierte Quitten und Quittenlikör geschenkt. Ersteres schon längst aufgegessen und ich bin so begeistert, dass ich jetzt gleich mal Dein Konfekt-Rezept ausprobieren werde. Quittengelee ist sowieso ganzjährig mein Favorit. Mjam.
    Herzliche Grüße!

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  3. Ich gestehe: Quitten sind bislang völlig an mir vorbei gegangen... Ungewollt, denn eigentlich machen sie mich sehr neugierig auf ein gegenseitiges Kennenlernen. Nach diesen Rundumverwertungsvorschlägen werde ich sicher demnächst einen Annäherungsversuch wagen...

    Liebe Grüße, Nicole

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  4. Einfach klasse finde ich, dass auch bei Dir nix in die Biotonne kommt - alles wird noch zu leckeren Sachen weiterverwendet. Ich persönlich bin zwar kein Qittenmöger, aber meine Mama ... der stecke ich doch gleich mal die Rezepte :-)!

    Wunderschönen Donnerstag Dir,
    Steph

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  5. Quittengelee ist lecker...Wir haben hier im Garten einen Quittenbaum....die Früchte werden jedes Jahr zu Gelee verarbeitet. Eine schöne Woche noch! LG Lotta,

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  6. mmmh ich liebe Quittenpäschtli (so heisst das Konfekt bei uns). Dieses Jahr habe ich aber alle Quitten verschenkt, da ich einfach keine Zeit für neuen Gelee hatte und im Keller ausserdem noch ein paar Gläser stehen...
    Grüess Pascale

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  7. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen... werde ich nächste Saison sicher ausprobieren!

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  8. quittenkonfektliebe auf den ersten blick!

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    1. oh, und juhu, captcha-code-eingabelos, lebenszeitgewinnfreude!

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  9. Oh, das sieht interessant aus! Ich glaub nicht, dass ich es selber machen würde, aber wenn jemand ein Stückchen zum Probieren übrig hätte... Wie schön wäre es, wenn du um die Ecke wohnen würdest und ich in solchen Fällen einfach mal reinschneien könnte, um ein Häppchen abzugreifen... ;)

    Liebe Grüße,
    Lena

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  10. Ich war nie sonderlich für Quitten zu begeistern, allenfalls für getrocknete Quittenscheiben zum Dekorieren. Du hast es geschafft mich zu überzeugen und umzustimmen. Als Gummibärengroßverzehrerin habe ich mich über Dein Konfekt hergemacht und musste mich bremsen, nicht alles hintereinander wegzuputzen. Es ist, nein es war sehr LECKER und auf der Butterstulle mag ich sie inzwischen auch. Dank Deiner !!
    Liebe Grüße und auch auf diesem Wege Dir ein wunderbares Jahr 2014
    Joona

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  11. Bei den ersten Zeilen der Zubereitung, dachte ich, ich muss ihr schreiben, dass ich dieses Mus in den Backofen schiebe . . . aber sie macht es natürlich eh so ! ;O
    Wir essen dieses Konfekt am liebsten zu Käse.
    Herzlichst,
    Doris

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  12. Liebe Katja, erstmal ein frohes Neues! Ja sieht lecker aus dein Quittenbrot . dunkler als meins, liegt warscheinlich am längeren kochen und am braunen Zucker. Ansonsten ist es ja doch recht ähnlich - aber es ähneln sich warscheinlich alle Rezepte sehr. Das mit dem Kokos ist noch ne gute Idee, um evtl. etwas von der Süße wegzubekommen. Wird getestet (nächsten Herbst)!
    Grüße Steph

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  13. Mmmmmm, lecker! Und: Ungeduld beim Trocknen zahlt sich aus. Darauf hab ich nämlich das letzte Mal verzichtet, und dann ist mir die Paste tatsächlich verschimmelt! Deshalb wird ab sofort bei mir immer aktiv gewärmt! Dafür haben meine Schafe das, was im Sieb zurückbleibt, gefressen. Das hat dann meine Verwertungsbilanz wieder ein bisschen verbessert... ;-) Und das Gelée geniessen wir selbst natürlich auch jeden Tag!
    liebe Grüsse
    Martina

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  14. Hallo Raumfee, vielen Dank für Deinen wunderschönen Beitrag über Quitten und Quittengelee und das köstliche Quittenbrot.Ich glaube das wissen nur noch "ältere Jahrgänge" so wie ich ;-) zu schätzen.
    Ich versuche mich jedes Jahr aufs Neue am Quittenbrot, aber so richtig wie bei Muttern früher wurde es eigentlich nie. Einmal ist es mir auch verschimmelt ;-( das Geheimnis ist wohl langes langes Rühren des Quittenbreies , gar nicht so einfach denn das Zeug brodelt wie ein wütendender Vulkan und spritzt durch die Gegend.
    Auf jeden Fall richtigen Zucker nehmen, keinen Gelierzucker wie bei Marmelade.
    Und die Kerne die kann man sogar auch noch sehr gut für verschiedenes gebrauchen. Sie helfen gegen Halsschmerzen einfach ein paar Kerne lutschen.
    Man kann sie auch unter das Quittenbrot mischen, sieht lustig dekorativ aus und im Inneren der Kerne ist ein heilsamer Quittenschleim.
    http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/tag/quittenkerne
    Ich liebe diese dicken goldenen duftenden Früchte zum Backen usw. einfach wunderbar. Das weckt in mir Erinnerungen an Kindheit und Weihnachten.
    DAS war die Krönung auf dem "bunten Teller".
    Liebe Grüsse von Conny (stiller Mitleser)

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  15. Quittenkäs ist für einen Quittenfan wie mich unverzichtbar - ebenso Gelée. Feines, zartes Aroma - wie der Duft der Früchte. Auch die Blüte im Frühjahr möchte ich nicht mehr missen. Wir kochen meist Quittenmarmelade und ich werde Dein leckeres Quittengeléetrezept ausprobieren. Lieben Gruß zu Dir Katja. Iris

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  16. Hallo Katja,
    also das Quittenkonfekt, das würde ich gerne kosten, ob man das auch ausstechen könnte, je nach zu beschenkenden, Früchte, Tiere, Musikinstrumente, Bärchen, Yeti, Lemminge.... Tja werde ich wohl selber austesten müssen... irgendwann.
    herzlich Judika

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  17. ach das sieht zu köstlich aus:) LG daniela

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  18. Das sieht nach sehr viel Arbeit aus! Ich habe einmal im Leben Quitten verarbeitet, seitdem dürfen sie nur noch Deko-Objekte sein :-)
    Liebe Grüße,
    Markus

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  19. Mmmmmh, sehr lecker sieht der Quittenkonfekt aus, und ist eine tolle Möglichkeit, das Fruchtfleisch zu verarbeiten.

    Ich wünsche dir ein wunderbares neues Jahr 2014!

    Liebe Grüße
    Nanne

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  20. Ob als Gelee, als Marmelade (im Ernst, ich mag das sogar mit Kernen) oder als Brot.
    Ich liebe Quitte!

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  21. Was für Bilder, liebe Katja. Und danke für die Rezepte.
    Aus wohlunterrichteten Kreisen weiß man: Es schmeckt noch besser, als es aussieht. Beides.
    Drück Dich.
    Nina

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  22. Liebe Katja, ich liebe Quittengelee und habe nun dank Deiner wunderschönen Bilder ziemlich grossen Appetit darauf. Und wo bekomme ich jetzt noch Quitten her...?! Das ist ein bisschen gemein... Gut, dass ich mich hier bei Dir ja auch ganz leicht anders sättigen kann. An Himmelsblicken und Januarschön. Liebste Neujahrsgrüße, Marja

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  23. wir haben grad weihnachten das letzte glas deiner allseits geschätzten bratapfelmarmelade verspeist. ich habe sie des öfteren schon verschenkt und alle waren begeistert!. jetzt wird es zeit, neue zu machen! quittengelee gibt es schon, aber apfel-ingwer könnte durchaus auch noch aufs frühstücksbrot!
    liebe grüße von mano

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!