Donnerstag, 31. Oktober 2013

Holz . Wood

Ich liebe Bäume. Schon immer. Dabei haben sich bei mir schon seit frühester Kindheit Freundschaften und Abneigungen entwickelt, die ich zwar nicht rational erklären kann, die aber für mich ganz klar spürbar sind. Alle Laubbäume mag ich, nur Erlen, die mag ich nicht. Ich mag Fichten, Lärchen und Wachholder, nur Kiefern, die mag ich nicht. In Holunder bin ich verliebt und bei großen, alten Laubbäumen klopft mein Herz vor Freude heftig. Aber nicht nur die Bäume selbst, auch ihr Holz und das was man daraus machen kann, hat mich schon immer fasziniert. Von meiner Begeisterung für die traditionelle Holzbauweise im Schweizer Wallis habe ich euch ja schon erzählt, aber vor allem mag ich... einfach nur Holz.
Ganz besonders liebe ich die Veränderungen des alternden Holzes, wenn die weichen Jahresringe langsam verwittern, die Oberfläche sich durch die Sonne grau färbt und der Charakter des Holzes immer deutlicher zu Tage tritt... wie tiefe Falten, die sich mit den Jahren in die Gesichter von Menschen einprägen. Charakter.





Meine Angewohnheit, die Nase auf frischgehobelte Bretter zu drücken und den säuerlich-würzigen Duft der Eiche, den frischgebackenen Brotgeruch der Buche und den unvergleichlich aromatischen der Weihmutskiefer einzusaugen und feingeschliffenes Holz zu streicheln, hat meinem alten Meister in der Dorfschreinerei zutiefst irritiert. Dort war Holz ganz pragmatisch ein Baustoff aus dem man Schränke, Türen und Fenster baute und der verschiedene Härten und unterschiedliche Farbtöne zwischen fast weiß und dunkelbraun hatte. Ob ihm wohl jemals aufgefallen ist, wie unterschiedlich die Maserungen sind? Er wurde immer ungeduldig, wenn ich stundenlang Bretter sortierte, um die mit der richtigen Fladerung oder Streifung, mit dem richtigen Farbton für ein bestimmtes Möbelstück herauszufinden. Ob er bemerkt hat, wie sehr Holz duftet? Auch heute hüpft mein Herz, wenn ich im Wald an eine Stelle komme, an der frischgeschlagenes Holz liegt und der ganze Wald erfüllt ist von diesem Geruch, oder wenn ich die Möglichkeit habe, über den Holzplatz eines Sägewerkes zu laufen.... und zu schnuppern.






Wie ein gefallener Engel verliert dieses Haus langsam seine kunstvollen Federn. Lange stand ich davor und bewunderte dieses wunderschöne Federkleid, das jetzt dem Verfall preisgegeben ist. Was einen Vogel wärmt und schützt, hüllte hier einmal fast poetisch, aber auch sehr funktional ein Haus ein. Ein bionischer Hausvogel. Umarmt von großen Flügeln... auch ansonsten ein schöner Zuhause-Gedanke.

Gerne würde ich irgendwann altern wie ein Lärchenbalken im Schweizer Wallis: gezeichnet von den Erlebnissen, dem Wetter, der Sonne, von vielen gelebten Jahren und dem Alter, verwittert aber immer noch aufrecht und stolz. Und gerade durch all die Spuren der Zeit... lebendig schön.
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Dienstag, 29. Oktober 2013

Herbstimpression . Herbstinspiration


Woher die Inspiration für meine Arbeit kommt, davon habe ich Euch kürzlich hier und bei Rebekka erzählt. Als ich meine Fotos der letzten Wochen gesichtet habe fiel mir auf, dass sich auch in unserem Zuhause vieles ganz deutlich wiedererkennen lässt, was mich kurz davor in der Natur berührt hat. Der Fürther Stadtwald im Okober ist sicherlich hier stellvertretend für meine Waldliebe in Form und Farbe eingezogen.
Dass das sogar funktioniert, wenn ich einen Ort noch nie gesehen habe, weil ich ihn wohl schon immer in mir trage, dass zeige ich Euch bald...
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Montag, 28. Oktober 2013

Dràdewixpfeiferl . Bubespitzle

So heißen sie in verschiedenen Regionen Deutschlands. In der Heimat meiner Eltern und so auch in meiner Kinderzeit kamen sie in Butter gebraten mit Zimtzucker und Apfelmus als Bubespitzle auf den Tisch, an unserem damaligen Wochenendziel im Schwarzwald wurden sie mit Schinken und Sauerkraut als Schupfnudeln kredenzt. Wichtig ist der Kartoffelteig, aber ansonsten mag ich sie auf beide Arten sehr gern. Ein kleines bißchen lieber mag ich sie aber doch als...


Schupfnudeln mit Specksauerkraut

Zutaten:

Schupfnudeln: 1kg  Kartoffeln, 4 Eigelb, 200g Weizenmehl, Mehl zum Ausrollen
Kraut: 500g Sauerkraut, 5mm-Scheibe Schwarzwälder Schinken, 1 Zwiebel, 
Ansonsten: Salz, schwarzer Pfeffer, scharfer Paprika, Muskat, 1 Lorbeerblatt, (wer mag: Kümmel), Butterschmalz, Petersilie

Zubereitung:

Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in Salzwasser gut gar kochen. Abgießen und durch die Kartoffelpresse drücken, oder gut stampfen. Restliche Zutaten dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Die Masse muss relativ fest sein, eventuell noch mehr Mehl untermischen, falls es noch klebt. Aus der Masse fingerdicke Rollen machen und in ca. 4cm lange Stücke schneiden. Jedes der Stücke mit der Hand überrollen und dabei die Enden spitz zulaufend modellieren. Die Schupfnudeln in kochendes Salzwasser geben und wieder herausnehmen, wenn sie oben schwimmen. Gut abtropfen lassen.
Für das Sauerkraut einen großen EL Butterschmalz in der Pfanne zerlassen und darin die gehackten Zwiebeln mit dem gewürfelten Schinken anschwitzen. Sauerkraut samt Flüssigkeit und Lorbeerblatt dazugeben und mit geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten dünsten. Deckel runternehmen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und Flüssigkeit verdampfen lassen.
Die Schupfnudeln in Butterschmalz rundum goldbraun anbraten, dann Sauerkraut dazugeben, untermischen, mit scharfem Paprika abschmecken und mit Petersilie bestreuen. 
Hausmannskost, deftig und lecker. Guten Appetit!


Wer es schneller haben will, der nimmt fertige Schupfnudeln aus dem Kühlregal und Vegetarier lassen den Schinken einfach weg.
Mehr Rezepte von mir findet ihr > hier und jeden Montag auch bei Frau Noz.

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Das Probierset von Reishunger geht an den Kommentar Nr. 22 - Wiebke von Held & Lykke
Herzlichen Glückwunsch!

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Sonntag, 27. Oktober 2013

Simplon.

Zwischen dem Rhônetal im Schweizer Wallis und dem italienischen Val d´Ossola liegt als wichtige Alpen-Verkehrsverbindung der Simplonpass. Direkt in Brig beginnt er und führt hinauf auf die 2.006m hoch gelegene Passhöhe. Auf der Südseite streift er das Dorf Simplon, in dem man unbedingt Halt in der örtlichen Sennerei machen und den Bergkäse mit Alpenrosen und den Karamelljoghurt probieren... und sich dabei nicht vom etwas mürrischen Senner verschrecken lassen sollte. Der Pass führt auf der Südseite über die Alpenengstelle Gondo nach Italien und endet in Domodossola, dessen Wochenmarkt sehr sehenswert ist. Alpenpässe haben es mir angetan, wobei dieser wegen der vielen Baustellen etwas mühsam zu befahren war. Aber mal eben zu Mittag nach Italien zu fahren, war dann doch zu reizvoll...




Der Simplonpass wurde von Kaspar von Stockalper, dem damaligen Inhaber des Salzmonopols im 17. Jahrhundert ausgebaut, um seine Waren besser transportieren zu können. Später wurde die Passstraße von Napoleon weiter befestigt, um sie für seine Truppen befahrbar zu machen.
Erwin Friedrich Baumann, ein Schweizer Künstler und Architekt mit starker Liebe zu Ägypten, errichtete auf der Passhöhe zu Ehren der Gebirgsbrigade einen steineren Adler, der seitdem den Blick auf die italienischen Alpen richtet und das Wahrzeichen des Simplonpasses ist. 



Der Blick von dort oben ist toll, wenn die Passhöhe durch den heftigen Verkehr auch nicht wirklich ein Ort der Stille ist. Die Vegetation ist hier dafür eine ganz besondere Mischung aus niedrigem Wachholder, Enzian, Alpenrosen und Erika... ein kurzer, störrischer Duftteppich, der sich über die wunderschönen Felsen legt und in Kombination damit eine ganz besondere Landschaft formt.
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Samstag, 26. Oktober 2013

In heaven No. 84 - Sonnenuntergang



Sonnenuntergang über Roßtal.
Eine Heimfahrt. Drei Stopps. Drei Perspektiven. Manchmal ist einmal eben nicht genug. 

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über (oder vor Kurzem, im Urlaub) eingefangen habe.  
Wo war für Euch diese Woche der Himmel? Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken. Himmel, in heaven, Wolken, Wolkenbilder, Sonnenuntergang, Sonnenaufgang, Gewitterhimmel, dunkle Wolken, Himmelsansichten, im Himmel, sky, Skywatch, clouds, blauer Himmel, blue sky

Freitag, 25. Oktober 2013

Oktobertisch . Der inwendige Wald

Dass ich Zauberwälder mit alten Bäumen und viel Moos liebe, ist kein Geheimnis. Wenn die Heidelbeeren im Frühjahr in voller Blüte stehen, dann gefällt mir auch unser archaischer Kiefernwald. Im diesem Oktober habe ich mir deshalb mit Heidelbeeren, Moos und Eicheln ein bißchen Wald nach drinnen geholt. Inwendiger Wald... sozusagen.










Glasgefäß, Kerzenleuchter, Wandspiegel  und Messingschale: Trödel 
Ahorngirlande: fRau käthe
Kissen: D.I.Y.
Laubbild: Schwedenkaufhaus (gibt es nicht mehr)
Heidelbeeren, Moos, Eicheln: Wald 


Januartisch . Das gefallene Mädchen
Februartisch . Das innere Gleichgewicht
Märztisch . Das lila Frauenlob
Apriltisch . Die stachelige Leidenschaft

Monatstische 2013







Junitisch 2.0 . Der duftende Bauer



















Junitisch . Das gelobte Lila





 





























Bis meine Heidelbeerfeenglöckchen aufgehen wird es noch mindestens zwei Wochen dauern, aber das macht nichts. Mir gefällt das knospige Kraut auch unbeblüht. In der Fünflitervase ist es zudem auch ein fellmonstersicherer, kostenloser Tischschmuck... 
Und ja, ich weiß, wie man Chaos schreibt. C war aus. :-)

Mehr Monatsansichten versammelt Tabea immer am zwanzigsten des Monats zum 12tel Blick bei sich. Meine Monatstische des bisherigen Jahres findet ihr > hier, mehr Blumenschmuck > dort und immer freitags auch bei Frau Holunderbluetchen. Habt ein schönes Wochenende!
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