Sonntag, 29. September 2013

Vom Grimsel und dem Bauchgefühl.

Wenn man auf einem Berg steht, auf einer Passhöhe, einer Alm, dann fühlt sich das ganz unterschiedlich an. Überall ist man weit oben und sieht runter ins Tal und überall ist der Blick beeindruckend. Was mir in den Schweizer Bergen aber das erste mal auffiel, ist das unterschiedliche Bauchgefühl, das sich dort oben einstellen kann. Von absoluter Begeisterung über Ehrfurcht, Berührtheit, fröhliche Leichtigkeit, Aufgeregtheit, Entspannung, Energiegeladenheit, Beklemmung bis zu den nicht zurückhaltbaren Tränen des Glücks war alles dabei. Ein unglaublicher Unterschied in der Energie von Orten, den ich bisher noch nie so deutlich wahrgenommen hatte.
Fröhliche Leichtigkeit und positive Energie war war es beim Besuch auf der Alpe Bel oberhalb von Blatten gewesen, doch es gab auch andere Erfahrungen. So erfüllt dort oben auf dem Almplateau alles war von Leichtigkeit, so voller Schwere war es auf der Grimsel-Passhöhe bei knapp 2.200 Metern Höhe. 



 

Die Landschaft grandios, atemberaubend in all ihrer Kargheit und Mächtigkeit, strahlendes Spätherbstwetter und doch umgeben von einer eher beklemmenden Atmosphäre, deren Grund ich gar nicht wirklich an Fakten festmachen konnte. Beklemmung löste die Grimselhöhe bei mir aus, was ich so gar nicht kenne, dort ganz oben, wo ich sonst immer so befreit durchatmen kann. Erstaunt über dieses Bauchgefühl suchte ich nach Ursachen, konnte aber nur raten. Lag es an der Kargheit? An den Eingriffen des Menschen in diesen Ort - den vielen Staumauern aus Beton, dem betonierten Passplateau, der trostlosen Ausflugsgaststätte, den vielen Motorrädern, den vernagelten Fenstern, oder den summenden Hochspannungsleitungen und -masten, die dort oben die Felsen krönen? War das der Grund? 




Eine besonders bedrückende Atmosphäre umgab den See direkt an der Passhöhe, obwohl er an dieser Position so erhaben liegt, glitzernd und eingebettet in felsige Almwiesen. Schaue ich mir die Fotos an ohne den Ort zu spüren, wirkt die Landschaft idyllisch und doch weiß ich - ich fühlte mich sehr unwohl dort oben.

Mitten im Grimselstausee etwas unterhalb der Passhöhe liegt das schöne 4-Sterne-Hotel Hospiz auf einem großen Felsen. Ein beeindruckendes Gebäude und gut geführt und doch... wirkte es auf mich wie die Burg eines dunklen Fürsten. Abweisend und bedrohlich, dabei sieht es doch wirklich schmuck aus. Nur ein Bauchgefühl.





Unbehagen spürte ich, Unruhe, Atemnot, und ich wollte dort oben nur noch weg, die ich doch sonst nicht genug kriegen kann von Berggipfeln, vom Umschauen, glitzerndem Wasser und dem Runterschauen.

Wieder zuhause las ich nach über die Grimselpasshöhe und den dortigen türkisen See, der in mir unerwarteterweise so viel Beklemmung ausgelöst hatte und bekam nachträglich eine Gänsehaut. Totensee heisst er... und das aus gutem Grund.

Speichern Orte die Energie der Ereignisse, die sich an ihnen abgespielt haben wie ein Buch? Hinterlassen Krieg, Gewalt, Verzweiflung, Tod und Leid eine düstere Atmosphäre an einem vordergründig schönen Ort, genauso wie vielleicht Glück, Lachen, Respekt und Liebe? Manche Menschen glauben, dass das so ist - bezogen auf Naturorte, auf Städte und auch auf Gebäude. Ist das der Grund, warum man sich in einigen Häusern sehr unwohl fühlt, obwohl doch alles schön eingerichtet ist und warum man sich an anderen sofort zu Hause fühlt, obwohl sie doch eigentlich karg zu sein scheinen? 

Es gibt vieles zwischen Himmel und Erde, das man nicht mit dem bloßen Auge erkennen kann und doch nimmt man es wahr, spürt es im Bauch, wenn man bereit ist, hinzuhören..... auf das Summen.

Samstag, 28. September 2013

In heaven No. 80 - Himmel draußen und drin.

Die schönsten Himmel entdecke ich meistens zufällig. Manchmal draußen. Manchmal drin.

Sonntag Abend über Oberweihersbuch.
Montag Nachmittag über dem Wohnzimmer.
Dicke Wolken über der Bundesstraße ergeben zusammen mit der untergehenden Herbstsonne einen gebeamten Wolkenschlitzstrahlenhimmel.
Kinderzimmerspiegelkugelzwischenlagerung  im Wohnzimmer ergibt zusammen mit tiefstehender Herbstsonne einen lichtgepunkteten Wohnzimmertupfenhimmel. 
Herbst oben. Himmel innen.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe.  
Wo war für Euch diese Woche der Himmel? Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken.Himmel, in heaven, Wolken, Wolkenbilder, Sonnenuntergang, Sonnenstrahlen durch Wolken, Sonnentupfen, Reflexionen, Gewitterhimmel, dunkle Wolken, Himmelsansichten, im Himmel, sky, Skywatch, clouds

Freitag, 27. September 2013

Septembertisch . Die bodenständige Erdung

Wo letztes Jahr der September nochmal mit filigranen Blüten daherkam, war mir dieses Jahr nach bodenständiger Erdung. Gußeisen, Massivholz, Zinkeimer, Chrysanthemen, dicke Kerzen und dampfender Tee.  Inzwischen blüht der Busch im Freien weiter und die Kerzen sind doch nochmal im Schrank gelandet. Herbstlich kalt und nass war der Beginn des Monats, auch wenn der Sommer jetzt nochmal ganz kurz zurückkam. Doch der Winter kommt... bestimmt.








Monatstische 2013

Januartisch . Das gefallene Mädchen
Februartisch . Das innere Gleichgewicht
Märztisch . Das lila Frauenlob
Apriltisch . Die stachelige Leidenschaft
Maitisch . Der stilllebende Flieder
Maitisch 2.0 . Das verkugelte Grün
Junitisch 2.0 . Der duftende Bauer
Junitisch . Das gelobte Lila

Julitisch . Die verspätete Päonie
Augusttisch . Die duftende Dillwolke












Mehr Monatsansichten versammelt Tabea immer am zwanzigsten des Monats zum 12tel Blick bei sich. Mehr Blumenschmuck von mir findet Ihr > hier und immer freitags auch bei Frau Holunderbluetchen.
Habt ein schönes Wochenende!
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Donnerstag, 26. September 2013

Alpe Bel . Die Schöne und der Bergkäse

Eigentlich sind zwei Wochen nicht wirklich lang für einen Urlaub und trotzdem war dieser gerade vergangene so reich an wunderbaren Erlebnissen in der unglaublichsten Natur, dass ich rückblickend den Eindruck hatte, wir waren mindestens vier Wochen in der Schweiz. Lange habe ich überlegt, ob ich Bilder, die nicht im hundert Kilometer Umkreis um meinen Wohnort entstanden sind, wirklich in meiner Heimatrubrik ablegen soll, aber dann wurde mir bewußt, dass ich mich in den Schweizer Bergen so sehr zuhause gefühlt habe, dass sie das Prädikat Heimat auf jeden Fall verdienen - auch wenn sie mehr als sechshundert Kilometer davon entfernt liegen.

Eine unserer ersten Wanderungen führte uns zur Alpe Bel oberhalb von Blatten, unserem Urlaubsort. Würde im Hintergrund nicht gerade die traumhaft schöne Bergwelt durch den Bau einer weiteren Gondelbahn verschandelt, man könnte glauben, ein Heidi-Idyll betreten zu haben. Kommt, ich nehme Euch mit zum Käse...

Auf der Alpe Bel mit Blick zur Alpe Nessel



Kapelle auf der Alpe Bel.







Sennerei und Kapelle




Frischer Käse.

Reifender Käse.

Fertiger Bergkäse.
Vesper auf der Alm mit frischem Brot und Käse und dabei den Kühen, die die Milch geliefert haben, beim Grasen zusehen... ganz zuhause. Aber natürlich wanderte auch ein großes Stück in den Rucksack für die heimische Küche und daraus wurde dann...

Schweizer Käsesuppe

Zutaten: 
400g Bergkäse, gerieben, 1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe, 1 Becher Sahne, 1 Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, 1/2 Bund Petersilie, ein großes Stück Weißbrot vom Vortag, Olivenöl, 1EL Butter, 1EL Mehl, Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:
Brot in Würfel schneiden und diese mit einer durchgepressten Knoblauchzehe und etwas Salz  in Olivenöl kross anbraten. Beiseite stellen. Zwiebel klein würfeln, Knoblauch durchpressen, Petersilie hacken, Käse reiben. Zwiebeln und 2 gepresste Knoblauchzehen in Butter glasig dünsten. Zwiebeln mit Mehl bestäuben, anschwitzen und dann mit Brühe und Sahne ablöschen und 10 Minuten kochen lassen- dabei gut rühren. Vom Herd nehmen, Käse einstreuen (darf jetzt nicht mehr kochen) und wenn er geschmolzen ist mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Mit den Brotwürfeln (viele) bestreuen.
Almerinnerung.


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