Samstag, 31. August 2013

Zuhause bei... Smukke Ting.

Birgit bloggt mit Leidenschaft, das kann man sicherlich so sagen. Innerhalb kurzer Zeit hat sie eine riesige Fangemeinde auf ihrem Blog Smukke Ting versammelt, die gespannt verfolgt was sie bastelt, werkelt, bäckt, kocht, dekoriert, einrichtet und fotografiert. Und natürlich auch, was sie im immer sehr lockeren Ton und mit Selbstironie und Begeisterung darüber schreibt. Einfach sympathsich und natürlich. 

Liebe Birgit, was bedeutet "Zuhause" für Dich?

__________________________________________________ 


Als Katja mich gefragt hat, ob ich einen Gastpost für ihre Blog schreiben möchte, habe ich mich sehr gefreut. Ich mag Katjas Blog unheimlich gerne lesen. Sie bringt ihre Themen mit sehr gut gewählten Worten auf den Punkt und hat mir schon in einigen Posts sehr aus der Seele gesprochen.

Was bedeutet für mich Zuhause?



Zunächst einmal ist mir mein Zuhause extrem wichtig und ich bin jemand, der auch gerne zuhause ist. Das liegt wohl auch daran, dass ich als Scheidungskind durch unsere vielen Umzüge jahrelang kein wirkliches Gefühl mehr für ein Zuhause entwickeln konnte. Kurz bevor meine Eltern beschlossen, getrennte Wege zu gehen, starb mein älterer Bruder. Wir hatten ein sehr schönes Zuhause. Meine Mutter hatte einen unnachahmlichen Geschmack und ein sehr sicheres Stilempfinden. Auch wenn ihr Stil völlig anders ist als meiner, mochte ich sehr, wie sie unsere Wohnung eingerichtet hat und hab unser Zuhause sehr geliebt. Aber es war eben nicht mehr dasselbe. Es fehlte jemand, der zu diesen Zuhause gehört und es mitgestaltet hatte. Und der nicht mehr wiederkommen würde.



Heute ist für mich vor allem wichtig, meinem Sohn ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz zu vermitteln. Unser Zuhause ist der Ort, an dem wir so sein können, wie wir sind und uns auch mal fallen lassen können. Ein Ort, der Sicherheit bietet in einer immer verrückter werdenden Welt. Uns umgeben viele Dinge, die mich seit Jahren begleiten und mir sehr ans Herz gewachsen sind. Dieses Stück Kontinuität ist mir sehr wichtig, denn es vermittelt mir in unserer hektischen Zeit einen Ruhepunkt, den ich persönlich sehr brauche.
Ohnehin habe ich es zu Hause gerne ruhig. Bei uns dudelt nicht den ganzen Tag das Radio vor sich hin, der Lärmpegel aus dem Zimmer meines Sohnes reicht mir da vollkommen :-) Natürlich gibt es auch mal Tage, so wie vorgestern, wo ich meine Lieblingsmusik schön laut aufdrehe und mit dem Staubsauger in der Hand durch die Wohnung tanze und klar Schiff mache...



Zuhause bedeutet für mich auch, von Dingen umgeben zu sein, mit denen ich mich verbunden fühle. Ein Zuhause ohne meine Bücher wäre für mich z.B. kein Zuhause mehr. Und auch andere Dinge, die mich an Reisen, Ausflüge oder einen lieben Menschen erinnern, sind mir in meinem Zuhause sehr wichtig. Auch wenn diese Dinge vielleicht nicht der gängigen Mode entsprechen und nicht vom Label XY sind. Nichts finde ich so furchtbar wie Wohnungen oder Häuser in denen es nur ums „zur Schau stellen“ geht. Wo sich ständig alles ändert, nur weil gerade dies oder das ganz hip ist. Wo alles jederzeit austauschbar ist und nie die Chance hat, zu einem „liebgewordenen Ding“ zu werden...



Liebe Birgit, vielen Dank.

Birgit ist 44 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Hamburg unweit der Elbe. Sie arbeitet im Büro und bloggt als Ausgleich dazu mit Leidenschaft...
___________________________________________________________

Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog

Freitag, 30. August 2013

Zuhause bei... Die kleine Werkstatt

Steph liebt Vintage. In jeder Ecke gibt es liebevolle Kleinigkeiten zu entdecken und es wird niemals langweilig, denn sie räumt auch gerne um und werkelt unermüdlich. Besonders im Moment, denn ihre Hochzeitsvorbereitungen gehen in den Endspurt und in jeder Ecke wird schon dafür gesammelt und gewerkelt und dekoriert und jeder auf ihrem Blog *Die kleine Werkstatt* mit der Vorfreude auf dieses Ereignis angesteckt.  Eine Gartenhochzeit wird es werden und die perfekte Location dafür hat sie direkt hinter ihrem Haus, in dem sie mit vier Familiengenerationen unter einem Dach lebt.

Liebe Steph, welche Bedeutung hat der Begriff "Zuhause" für Dich?

__________________________________________________


Als Katja mich einlud, zu diesem Thema zu sprechen, war im ersten Moment klar was ich schreibe. Im zweiten Moment allerdings überhaupt nicht mehr. Es folgte eine Auseinandersetzung tief in meinem Inneren ... und eine Erkenntnis. 
Ein Zuhause hatte ich eine sehr lange Zeit nicht. Dabei habe ich natürlich gewohnt, aber eben nur das. Viele Wohnungen und Häuser habe ich im Laufe von gut 16 Jahren renoviert, eingerichtet. Immer mit Hoffnung, Freude … und doch wieder verlassen. Hinzu kam, dass ich irgendwann auch nicht mehr in mehr selber zuhause war – vielleicht auch schon vorher nicht. Das war und ist im Nachhinein der schlimmste Albtraum meines Lebens.
Die Kraft, mich mit diesem Unbehagen auseinanderzusetzen, gab mir die Geburt meines Sohnes Paul vor über 7 Jahren. Ich ließ mir helfen, ein Zuhause in mir wiederzufinden und ging aus dem Haus, welches eigentlich bis ans Lebensende ein glückliches Familienidyll hätte sein sollen.
Die besten Entscheidungen meines Lebens.

Jetzt, im Generationshaus mit Kind, Eltern und Großmutter sowie einem wundervollen Partner an meiner Seite bin ich angekommen. Zuhause. Dass ich mich dem Einrichten, Renovieren nach wie vor hingebe, sehe ich heute nicht mehr als Flucht vor etwas an. Es ist meine kreative Ader und mein Ventil. Und dass es jemanden gibt, der mich darin unterstützt, sehe ich als großes Gut und nicht als Selbstverständlichkeit.

Wenn ich die Tür öffne weiß ich, ich bin sicher.

Ich mag alte Treppenhäuser, unseres ganz besonders.

Ich liebe meinen Fast-Mann dafür, dass er jeden Quatsch mit und für mich macht


Ich liebe unser altes Haus mit all seinem Schnickschnack.
Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich zuhause. 4 Generationen, die Halt geben.


Ich wohne, wie ich bin. Und ich entwickele, verändere mich, habe verschiedene Launen. Und all das spiegelt sich in unserem Zuhause wieder. Unserem!


Liebe Steph, vielen Dank.

Steph ist 42 und lebt mit ihrem Sohn, ihrem Lieblings- und gleichzeitig Baldehemann und zwei spanischen Straßenkatzen in einem Mehrgenerationenhaus in Rheine bei Münster, wo sie im Bereich Marketing und Kommunikation arbeitet und auch schon an ganz neuen Geschäftsideen tüftelt...
___________________________________________________________

Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog

Donnerstag, 29. August 2013

Zuhause bei... Werkeltagebuch.

Damit ein Mensch mich erreicht muss er authentisch sein, herzlich, empathisch, gerne selbstironisch, sich ausdrücken können, machen anstatt nur davon zu reden und vor allem geradeheraus sein.  
Nina erreicht mich. Ihre Art, ihr Tun auf ihrem Blog Werkeltagebuch zu beschreiben, zaubert mir immer ein Grinsen ins Gesicht und ihre Ideen, Dingen anlässlich ihres Upcycling-Dienstag einen ungewöhnlichen Nutzen zu geben sind legendär. Sie kann aus alten Spiderman-Socken ein Federmäppchen nähen, Batman-Kostüme für Kuscheltiere machen und aus Schwarzbrot-Verpackungen Konfetti. Für mich ist sie die Mrs. McGyver der Wiederverwertung. Gib ihr einen Fahrradschlauch, eine Heißklebpistole, eine Nähnadel, eine alte Schallplatte, ein ausgebranntes Teelicht und ein Schweizer Taschenmesser und Du wirst erleben, wie sie damit die Welt rettet. Mindestens.
Davon mal abgesehen geht sie auch noch arbeiten (Superheldentarnung), zieht so ganz nebenbei drei Kinder groß, ist einer der ehrlichsten und hilfsbereitesten Menschen die ich kenne und hat sich direkt in mein Herz gequatscht. 

Liebe Nina, wo ist dein Zuhause und was bedeutet es für dich?
_____________________________________________________________ 


Wo ist Zuhause?

Katja möchte mehr darüber wissen, wo (mein) Zuhause ist und Ihr ja vielleicht - oder hoffentlich - auch. Dieser Beitrag ist eigentlich weit über die Grenzen hinaus, die für mich persönlich beim Bloggen gelten und so ganz wohl ist mir nicht damit. Und er lässt desweiteren die Blickweise außen vor, dass man sich selbst ein Zuhause und diese Begrifflichkeit damit nicht ortsgebunden ist. 

Mein "Zuhause" zu definieren, fällt mir schwer. 

Vermutlich deswegen, weil man sich doch immer mit anderen vergleicht, bewusst oder unbewusst. Für viele Menschen ist ihr Zuhause ihre Behausung, gefüllt mit Familie oder anderen lieben Menschen, persönlichen Dingen, Erinnerungen, Geschichten. 

Zuhause ist für mich immer dynamisch, nicht zu jedem Wohnort oder Wohnsitz konnte ich dieses Gefühl aufbauen. Zudem bin ich etwa 20x umgezogen und wenn heute jemand anruft und wir sprachen länger nicht, ist immer die erste Frage: "Wo wohnst Du jetzt?" 

Die Kinder haben meine Taktung deutlich verlangsamt. Wir leben schon seit 10 Jahren in derselben Stadt. Mein Zuhause ist sie nicht, aber unsere Wohnung, in der wir seit 3 Jahren sind, ist toll.

In meiner Kindheit lebten meine Großeltern im Westerwald. Dieses alte Haus, das zuvor als Schule gedient hatte, hängt mir bis heute nach. Aber nicht in Form von Erlebnissen, sondern mit seinen Gerüchen. Der Kohlenkeller, der Dachboden und das Badezimmer im ersten Stock hatten ganz spezifische Düfte. Noch heute passiert mit mir Eigenartiges, wenn ich etwas Ähnliches wahrnehme. 

Eine Spanne von etwa einem Jahrzehnt gab es, deutlich später, da war Irland mein gefühltes Zuhause. Es gab also viele Urlaube und irgendwann eine Auszeit von einem Dreivierteljahr (Anfang des neuen Jahrtausends), innerhalb derer ich mir den Traum erfüllte, in Irland in einer Jugendherberge zu leben und zu arbeiten. 

Zuhause sind heutzutage Momente. 

Viele Situationen mit meinen Kindern. Am liebsten die, in denen wir lachen oder anders nah beisammen sind. Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen. Am Meer sitzen, die Füße im Sand vergraben bei Sonne und leichtem Wind. Gern lebte ich am Meer.

Denke ich bisweilen darüber nach, wo "Zuhause" ist, dann überkommt mich an guten Tagen die Zuversicht, dass wir uns irgendwann begegnen werden, "mein Platz" und ich. Schön wird das.


Liebe Nina, ich danke Dir herzlich für diesen Einblick in dein Leben. 

Nina ist 41 und lebt mit dem großen und dem kleinen Krawallix und ihrem Lieblingsmädchen in Lünen.
___________________________________________________________

Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog

Mittwoch, 28. August 2013

Zuhause bei... 45 lebensfrohe Quadratmeter.

Julika hat eine Traumaussicht von ihrem Balkon. Sie blickt hoch über der Stadt Chur direkt auf die Alpengipfel und sieht von dort die unglaublichsten Sonnen auf- und Untergänge. Ihr Beruf als Architektin führte sie aus der platten norddeutschen Ebene in die Schweizer Berge und nun könnte man ja meinen, dass sie dort ihr Traumzuhause gefunden hat. Und doch... können eine schöne Landschaft und 45 lebensfrohe Quadratmeter nichts ausrichten gegen das Zuhause in unserem Herzen, nach dem wir uns sehnen. 

Liebe Julika, Du lebst an einem der schönsten Orte der Welt, reist sehr gern durch die Welt und doch zieht es Dich jetzt dorthin zurück, wo deine Wurzeln liegen. Was macht dein Zuhause so wichtig für Dich?

____________________________________________________


Zuhause - gesucht, gefunden und immer dabei

Hey! Ich bin Julika und ich blogge auf 45 lebensfrohe Quadratmeter übers Lesen, Wohnen, Kochen, Welt entdecken und über alles, was das Leben schöner macht. Mit viel Herz und einer Portion Verstand. Und heute erzähle ich hier bei der lieben urlaubenden Raumfee über das, was für mich mein Zuhause ist.

Ich war schon immer jemand, der gern Zuhause in den eigenen vier Wänden ist. Ich mag es, rumzukramen, zu lesen, zu zeichnen, zu kochen und zu backen, auf dem Balkon rumzusitzen und die Aussicht zu genießen und ich mag das Gefühl, mich in meine vier Wände zurückziehen zu können und wenn ich mag, zu tanzen, lachen, singen, hüpfen, rumliegen, Pläne schmieden, faul sein oder fleißig, die Tasse da erst morgen abzuwaschen, die Schuhe ungeputzt in den Schrank zu stellen, die reifen Erdbeeren auf dem Balkon direkt und ungewaschen in den Mund zu stecken, das Bett zu machen oder auch nicht und all mein Zeugs um mich herum zu haben.


Obwohl ich in den letzten zwölf Jahren zehnmal umgezogen bin und dabei in vier Ländern gelebt habe, war meine jeweilige Wohnung immer mein Zuhause. Und das auch immer fast augenblicklich. Ne Freundin hat mal zu mir gesagt, dass sie es unglaublich findet, dass die Wohnung nach nur zwei Tagen nach dem Umzug bereits nach mir aussieht. Das ist so, weil ich die Kisten nicht gepackt lassen kann, ich pack die zur Not auch nachts aus, schlafen kann ich ja immer noch später. Ich räum zwar nach dem Auspacken alles ständig hin und her, aber wenn ich nicht weiß, wo was ist, und das weiß ich nicht, wenn alles in Kisten verstaut ist, dann werde ich leicht verrückt. Denn erst wenn alles da ist, ich es sehen und woanders als in einem der zwanzig Kartons finden kann, stellt sich das Zuhause sein Gefühl ein. Auch in der neuen noch fremden Wohnung. Und ganz egal, wo sich diese Wohnung befindet. Denn alles, was mich an meine lieben Menschen oder an meine liebsten Orte oder Landschaften erinnert, hab ich bei mir. Durch Erinnerungsgegenstände, Fotos, Bilder oder ganz einfach in meinem Herzen. Und dieses Gefühl, Zuhause zu sein, ist toll! So sicher und geborgen und wohlig und warm.

Zum Beispiel fühle ich mich zuhause, wenn ich mein grünes Ringelshirt im Schrank sehe, mein erstes selbstbezahltes Shirt, das ich mir vor ungefähr zwanzig Jahren auf Föhr gekauft hab. Ich pass da nicht mehr rein und an manchen Stellen wird es nur noch durch Löcher zusammengehalten, aber das ist egal. Denn es erinnert mich an meine Kindheit, in der ich jedes Jahr aufs Neue mit meinem Bruder und meinen Eltern Urlaub auf Föhr gemacht habe. Es erinnert mich an Sand, Strandkörbe, Nordsee, Micky Maus Bücher, Möwen und die Mittelbrücke. Und seither fühle ich mich Zuhause, wenn ich Möwen sehe. Selbst wenn Sie auf einem See in der Schweiz zu finden sind.

Ich fühle mich zuhause, wenn ich den Ring trage, den mein Opa einst meiner Oma schenkte. Ich bin Zuhause, wenn ich mein Kätzchen sehe, die seit gut neun Jahren meine kleine Begleiterin ist. Und ich bin Zuhause, wenn ich mein altes rundes Regal betrachte, das ich mit sechzehn von meiner Mama zum Geburtstag bekommen habe. Bestückt heute mit noch jeder Menge Erinnerungen mehr, die mich alle an Orte und Menschen zurückbringen, die mir das Gefühl von Zuhause geben. Zum Beispiel den kleinen Glockenengel, der früher, als ich ganz klein war, immer neben meinem Bett stand und der an das Haus erinnert, in dem ich aufwuchs. Die drei Porzellanharlekine, die von meiner Sammelleidenschaft in den Neunzigern zeugen. Die Glocke aus Belgien, die ich mit einer lieben Freundin in einem schrulligen kleinen Laden gekauft habe. Die kleine goldene Bahn, die mein Vater mir mitgebracht hat. Und die einer von vielen Gründen ist, weswegen ich nach San Francisco reisen möchte. Denn auch da bin ich Zuhause. Auf meinen Reisen, weil ich da so nah bei mir selbst sein kann, wie sonst selten. Weil die Welt drumherum still steht und ich mehr als sonst den Moment genieße, den Sand unter den Füßen spüre, aufs Meer gucke, neue Städte und Lieblingsorte entdecke und ich mich frei und in mir verankert fühle. Und dabei auch noch die wunderschöne Welt entdecke, auf der wir ja alle irgendwie zuhause sind.


Neu ist für mich das Gefühl, mich auch in einer Landschaft oder einer Gegend Zuhause zu fühlen. Nagut, nicht ganz neu, der Blick auf die Nordsee ist schon lange eine Art Zuhause für mich, bestimmte Orte wie Wien und Trier oder Ausblicke auch. Neu aber ist für mich, dass ich mich zwar in meiner kleinen Wohnung in den Bergen Zuhause fühle, in den Bergen selbst aber nicht so sehr. Entdeckt habe ich das bei einem meiner vielen über Nacht Zugfahrten ins platte Norddeutschland. Morgens, als ich aufwachte und meine Glieder am Fenster stehend einrenkte und so einen wunderschönen Weitblick hatte und dann noch mit einem so tollen Sonnenaufgang! Ja, da war es irgendwie klar. Ungefähr hier gehöre ich hin. Und im Bauch wurde es warm. Dieses wohlige Zuhause sein Gefühl, mit dem alles leichter ist, das findet sich für mich im Norden Deutschlands. Da bin ich mir jetzt, nach langem unterwegs sein und an so vielen Orten gelebt zu haben, ganz ganz sicher. Und da mein Herz und mein Bauch so ziemlich die wichtigsten Entscheidungsfinder für mich sind, geht es für mich bald gen Norddeutschland, auf in ein neues Abenteuer, mit neuem Job, neuer Wohnung, die ganz bestimmt wieder schnell mein Zuhause wird, und neuem Balkon mit Aussicht. Jeay! ♥ Mein Bauch gluckst vor Freude und mein Herz hüpft! ... und Dir, liebe Katja, wünsche ich das auch. Ein so vielschichtiges Zuhause. Das Finden eines neuen Wohlfühlortes, ohne Atemnot, mit glucksendem Bauch und hüpfenden Herzen.

Alles Liebe! Julika*


Danke liebe Julika.

Julika lebt momentan noch in Chur in der Schweiz, wo sie als Architektin arbeitet. Bald jedoch geht es für sie in ihre alte Heimat nach Norddeutschland zu einem neuen Job und zu neuen Abenteuern.
___________________________________________________________

Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht

Dienstag, 27. August 2013

Zuhause bei... Mano.

Wenn ich an Mano denke, dann denke ich neben einem sehr herzlichen Mensch vor allem an alte Schachteln. Ich denke an 365 alte Schachteln, gefüllt mit den unglaublichsten Wunderdingen, die wir alle auf manoswelt bestaunen durften, einzeln und einige auch ganz real, als sie ausgestellt wurden. Wenn ich mir Manos Zuhause vorstelle, dann sind da in meiner Vorstellung neben einem wunderschönen Garten, Vintage und einem kreativen Arbeitsplatz unzählige Regale und Schränke voller Kisten mit Wunderdingen, die sie zu ihren Kunstwerken verarbeitet und aus denen ab und zu kleine Tiere und Gegenstände entkommen, um sich heimlich einen Platz irgendwo zwischen Manos Sachen zu suchen.

Liebe Mano, was bedeutet dein Zuhause für Dich?

__________________________________________________________


vor ziemlich genau 10 jahren habe ich mich über einen längeren zeitraum künstlerisch mit dem thema „haus – zu hause – heimat“ auseinandergesetzt. entstanden sind dabei meist großformatige acrylbilder in warmen, dunklen tönen auf leinwand sowie eine serie von 15 schwarz-weißen bildern auf derbem packpapier mit reinweißen pigmenten, kohle und sand.



diese bilder, von denen ich hier nur einige auf fotos zeigen kann (einige sind verkauft, andere wohlverpackt auf dem boden) drücken für mich trotz des dunklen hintergrundes keine düsternis oder bedrohung aus, sondern spiegeln ruhe und wärme wieder. so werden die häuser in ihrem inneren zum zufluchtsort und sind orte der geborgenheit und der helle in der dunkelheit - das haus steht hier als symbol für schutz und rückzugsmöglichkeiten.





diese gruppe von bildern, die den titel „huset“ (das haus) trägt, ist hingegen von dunklen linien auf hellem grund geprägt. sie enthalten eher etwas kaltes, abweisendes. die dunklen wände zeichnen sich nicht mehr durch einladende ruheangebote aus, sie lassen eher ein gefühl des eingeschlossenseins aufkommen. sie haben keine, oder nur vergitterte fenster und türen, sind dicht und verschlossen, haben oft nur angedeutete dächer, sind unvollendet, es ist kein ausgang zu finden. gedanken an eingesperrtheit, verlorensein und verlassenheit kommt auf, einsamkeit ist zu spüren.
auch das kann ein haus, ein zuhause sein: ein gefängnis, ein ort, den man eigentlich nur verlassen möchte, um weite und freiheit zu erleben, sich zu trennen von einengung und abhängigkeit.

zuhause ist für mich ein ort der geborgenheit. ein ort, wo die liebsten sind und wo ich mich wohlfühle. wo ich so sein kann, wie ich bin. wo ich mit allen meinen positiven, aber auch negativen seiten akzeptiert werde, wo ich mich fallenlassen kann. wo ich aber auch die freiheit genieße, mich zu verwirklichen, wo genügend raum vorhanden ist, meine eigenen neigungen zu realisieren.
Danke liebe Mano - für deine Gedanken und Bilder. Für so vieles.

Was Mano´s Atelier verlässt könnt ihr auf ihrem ihrem Blog manoswelt  bewundern und manches auch in ihrem kleinen Kunstkaufladen kaufen. Aber auch wenn einige ihrer Fundstücke wieder ausziehen möchten, sind diese manchmal für alle zu haben.

___________________________________________________________


Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht

Montag, 26. August 2013

Zuhause bei... Amalie loves Denmark.

Amalie liebt Dänemark. Also so richtig. Nicht ein bißchen mögen, so wie andere ihre Ferienziele schön finden, sondern sie lebt die Liebe zu diesem skandinavischen Land mit jeder Faser ihres Herzens und feiert sie mit jedem Post. Auf ihrem Blog Amalie loves Denmark zeigt sie Ihr Zuhause, das geprägt ist von dieser Liebe zu Dänemark, aber auch Orte und versteckte kleine Läden in Dänemark, dänische Strände, dänische Häuser und dänisches Essen (aber auch andere Leckereien). Nein, Dänin ist sie nicht, aber sicherlich die dänischste Nichtdänin, die ich mir vorstellen kann. Natürlich verbringt sie jede freie (und manche berufliche) Minute in Dänemark, um uns darüber zu berichten und wer auch immer etwas über Dänemark wissen möchte - bei ihr ist er sicherlich an der besten Adresse. 

Liebe Amelie, Du hast ja Familie in Dänemark und liebst das Land sehr, lebst aber in Deutschland. Wo fühlst Du dich denn zuhause? 
_____________________________________________________ 

Als Katja mich fragte, ob ich etwas zum Thema „Zuhause“ schreiben mag, wusste ich sofort: ich bin dabei. Denn wo ich mich zuhause fühle und was ich dafür brauche - das weiß ich genau.
Für mich ist Zuhause kein bestimmter Ort, sondern der Platz, an dem ich mich zuhause fühle. Dazu gehören Dinge, die mir gut tun. In unserem Zuhause gibt es Ecken, in denen dieses Gefühl ganz besonders stark ist. Drei von diesen Lieblingsplätzen sind...

Rund um unseren Esszimmertisch. Dort wird zusammen gesessen, gegessen, Kaffee getrunken, geklönt, gebastelt, gearbeitet und sortiert. Ich versuche oft, ihn so ordentlich, wie auf dem Bild zu halten, doch meist ist er voll mit Dingen, die ich schön finde, die ich machen will oder die einfach nur aufgeräumt werden wollen. Immer, wenn ich an ihm vorbei gehe, fühle ich mich wohl.
Mein Lieblingssofa, denn dort ist es für mich richtig hyggelig. Umgeben mit Zeitschriften und Büchern, Kaffee oder abends ein Glas Wein, sowie Strickzeug und Schreibutensilien. Mit diesen Dingen bin ich gern auch allein. Dann fühle ich mich wohl und geborgen, entspanne und tanke auf.
Unsere überdachte Terrasse. Damals, als wir unser Haus zeichneten, war mir diese ganz, ganz wichtig, Ich kenne das von dänischen Ferienhäusern und schätze es sehr. Man kann Dinge draußen lassen kann und auch bei Regen draußen sein. Durch das Dach fühlt man sich außerdem geborgen.
Ich liebe es hier morgens meinen Kaffee zu trinken, mich mit der Familie, Freunden oder Nachbarn zu treffen und wir nutzen sie rund um das Jahr.
Doch wenn ich nicht hier bin oder nicht hier wohnen würde, dann mache ich es mir woanders hyggelig. Ganz ohne geht es für mich nicht, dann würde mir etwas fehlen. Ich brauche ein paar Dinge, die mir ans Herz gewachsen sind, wie etwas zu lesen und zu schreiben… und einen Becher Kaffee.  Dann bin ich „ICH“ und kann mich an vielen Orten zuhause fühlen. Eben fast so wie es der Slogan des Hamburger Abendblatts sagt:  „Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen.“.
Bei Deinem Blog, liebe Katja, fühle ich mich zuhause. Ich mag gerne lesen, was und vor allem wie Du schreibst. Deine ruhige Art und deine gemütlichen Bilder geben mir ein wohliges Gefühl. Und den Kaffee, den mache ich mir, bevor ich Deinen neusten Post lese... Ich freue mich dabei zu sein und danke Dir, dass Du an mich gedacht hast. Euch wünsche ich richtig schöne, erholsame und erlebnisreiche Ferien. Und freue mich darauf, weitere Blogposts zu lesen.
Alles Liebe





Vielen Dank, liebe Amalie, für deine Gedanken zum Thema Zuhause.
 
___________________________________________________________


Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog

Sonntag, 25. August 2013

Zuhause bei... Held & Lykke

Auch Wiebke lernte ich schon vor meinen Blogzeiten in einem Wohnforum kennen, wo mir die Fotos ihrer tollen Wohnung sofort ins Auge fielen. Mit großer Stilsicherheit mixt sie alte Möbel und neue, Vintage, Selbstgemachtes und Gekauftes zu einem modernen, skandinavischen Ambiente mit Berliner Flair. In jeder Ecke gibt es wundervolle Kleinigkeiten zu entdecken und alles fügt sich perfekt zu einem Ganzen.  Wenn sie etwas in die Hand nimmt, dann ist auch das einfachste Ding danach veredelt und wer Kissen mit grafischen Mustern liebt, der wird bei ihr mit Sicherheit fündig. 
Auf ihrem Blog Held & Lykke, was auf Dänisch "Viel Glück und alles Gute" bedeutet, schreibt sie über ihre grafischen Projekte, Fundstücke und ihre Erlebnisse in Berlin. Wie auch ich träumt sie von ausreichend Schlaf und der Ruhe auf dem Land, lebt aber in der Großstadt. Die kleidet sich bei ihr jede Woche in Streifen - vertikal natürlich, das macht schlank - und zeigt, dass sie vielschichtige, spannende, aber auch ruhige, grüne Ecken hat.

Liebe Wiebke, Du bist Halbdänin, in Norddeutschland geboren, in einem Ökodorf auf dem Land in Hessen aufgewachsen und lebst heute mit deinem Kind in der Großstadtmetropole Belin. Wo fühlst Du Dich zuhause?

__________________________________________________


Liebe Katja, 
Deine Anfrage hat mich ins Grübeln gebracht und ich habe gemerkt, dass ich diese Frage gar nicht so leicht beantworten kann. Mir fällt ganz viel dazu ein, aber nicht alles kann ich so gut beschreiben, wie ich es gerne möchte.

Zuhause ist für mich zuerst mein Sohn, meine Wohnung und meine leider weit verstreute Familie.

Mit vier Jahren bin ich mit meiner Familie von Norddeutschland nach Hessen in die Waldlandschaft der Rhön gezogen, wo ich in einem idyllischen Ökodorf mit meinen fünf Geschwistern bis zu meinem 21. Lebensjahr aufgewachsen bin. Wir haben sehr viel Zeit in der freien Natur verbracht, mit tollen Freunden, gemeinsam begangenen Jahresfesten und nur drei Minuten Fußweg zur Schule. Es wurde alles selbst gemacht, geschneidert, gefärbt, eingekocht, gesammelt, getrocknet, gebaut und angebaut, gebastelt, gemalt und gestrickt. Das steckt bis heute in mir drin.

Leider gibt es dieses Zuhause nicht mehr. Meine Mutter wollte wieder nach Hause, nach Dänemark und mein Vater kam mit. Zwei Schwestern und ein Bruder leben auch dort. Die andern beiden sind mindestens anderthalb Stunden entfernt, also sehen wir uns alle nicht sehr oft. Obwohl ich gerne in der Stadt lebe, fehlt mir diese Gemeinschaft und das Dorf manchmal sehr, in dem ich seit vielen Jahren nicht mehr war, weil ich es so in Erinnerung behalten will, wie es war und heute sicher nicht mehr ist.



Umso wichtiger ist mir deshalb meine direkte Umgebung, meine Wohnung, die mein Zuhause ist. Mir ist aufgefallen, dass ich ähnlich wohne, wie meine Eltern gewohnt haben: viel, Skandinavien, Flohmarkt, Gefundenes, Handgefertigtes, Selbstgebautes (ganz wenig schwedisches Möbelhaus) und ganz viele Bücher. Ich habe auch eine Poul Hennigen Leuchte über dem Esstisch, eine Architektenlampe auf dem Schreibtisch und zusammengewürfeltes Geschirr.


Diese ganzen gesammelten Schätze bilden mein Zuhause aus Dingen, viel wichtiger sind mir aber die Beziehungen zu Menschen, die mir Heimat geben. Trotzdem fühle ich manchmal heimatlos und nicht wirklich angekommen, würde gerne mehr in mehr ruhen und mehr Talent zum Glücklichsein haben. Ich bin also noch auf dem Weg!


Vielen Dank, liebe Wiebke, für deine Gedanken zum Thema Zuhause.

Wiebke ist 41 Jahre alt, hat nach einer Ausbildung als Werbetechnikerin visuelle Kommunikation studiert und lebt seit fast 5 Jahren in Berlin. Sie hat einen dreijährigen Sohn und arbeitet als freie Grafikdesignerin. Neben ihrem Blog Held & Lykke hat sie einen kleinen Kartenladen und einen Shop bei Envelop, wo man sich aus ihren grafischen Entwürfen Kissenbezüge machen lassen kann.

___________________________________________________________


Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog

Samstag, 24. August 2013

Zuhause bei... talie fee.

Wenn man mit zweitem Namen Pepper heisst, dann könnte man das ja bereits als Omen deuten, nämlichen im Hinterteil zu haben... und davon hat sie eine ganze Menge. Ganz besonders liebe ich ihre Freitagsfragen-Fotoshootings... allein daraus könnte man ein Buch machen. Natalie lernte ich kennen, als ein Magazin Ideen zum Thema Nachhaltigkeit suchte und uns gegenseitig unsere Beiträge positiv auffielen. Natürlich waren sie zu wenig Mainstream für dieses Medium, aber das ist ein ganz anderes Thema. Dafür las ich mich bei talie fee fest und war fasziniert von ihrer beeindruckend kraftvollen und gleichzeitig unheimlich poetischen Bildsprache, ihrem Umgang mit Worten, ihrer Authentizität und Selbstironie, ihrem Humor und ihrer mitreissenden Begeisterungsfähigkeit für das was sie liebt. Ihre Fotos sind atemberaubend und einen Koffer voller Steine, Muscheln, Federn und Zapfen aus Neuseeland nach Hause mitzubringen war mir sofort sehr sympathisch... wen wunderts. 
Und backen kann sie auch noch. Also echt jetzt.

Liebe Natalie, Du liebst es zu reisen, wirst dabei aber von großem Heimweh geplagt. 
Was bedeutet für dich dein "Zuhause"?

___________________________________________________


Mir war immer klar: ich werde eine große Weltenentdeckerin. Vielleicht die erste Frau, die barfuß und ohne Geld die Welt bereist. Oder der erste Mensch, der wirklich jedes Land dieser Erde besucht hat. Diese Zukunftsvorstellung spiegelte sich auch in meinen Berufswünschen wieder: Archäologin, Ethnologin, Missionarin.
Frühe Anzeichen einer chronischen Weltenbummleruneignung habe ich zunächst übersehen und später ignoriert. Mit 11 Jahren war ich zum ersten Mal auf einem Pfadfindercamp am Bodensee. Monatelang hatte ich mich auf dieses Ereignis gefreut und dann befiehl mich dort das schlimmste Heimweh aller Zeiten. Ich vermisste alles Mögliche, allem voran mein Meerschweinchen Speedy. Meinem Cousin ging es genauso und so waren wir die meiste Zeit dieses Camps damit beschäftigt, hingebungsvoll darüber zu jammern, wie schön doch zu Hause alles sei.
Aber ich war ja noch ein Kind und Kinder haben nun mal Heimweh nach ihren Meerschweinchen. Diese Erfahrung hielt mich nicht davon ab, mit dem Erreichen meiner Volljährigkeit nach Afrika zu reisen. Die Erwachsenen in meinem Umfeld hatten dieses Vorhaben stets belächelt und taten es als jugendliche Spinnerei ab. Ich dagegen war ja von meiner abenteuerlichen Zukunft überzeugt. Die ganze Welt würde mein Zu Hause sein.
Als ich mit 18 genug Geld gespart hatte, buchte ich mein Ticket nach Tansania. Ich organisierte die Unterkunft bei einer Missionarsfamilie für einen Monat. Mein halbes Leben hatte ich davon geträumt  und nun war es endlich soweit. 

Schon am ersten Tag holte mich das Heimweh wieder ein. Und es wurde mit jedem Tag schlimmer. Denn alles war ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Vor allem die Menschen dort. Mit der Einstellung und Lebensweise der Bevölkerung kam ich einfach nicht zurecht.

Ich fing an, die Tage bis zu meiner Abreise im Kalender abzustreichen und musste mich zwingen, bei meiner Ankunft am Frankfurter Flughafen nicht dem ersten Zollbeamten um den Hals zu fallen.
Spätestens jetzt musste ich mir eingestehen, dass ich nicht als Globetrotterin geeignet war. Das Thema Afrika war ein für allemal erledigt, die Weltenbummlerkarriere beendet.
Trotzdem habe ich meiner kleinen, verkümmerten Weltenbummlersynapse vor ein paar Monaten nochmal einen Ausflug in die Welt der Träumerei gestattet. Als klar war, dass wir für einen Monat nach Neuseeland reisen werden, kam sie kurz auf den Gedanken, dass es vielleicht ganz schön wäre, für immer dort zu leben. Ist es bestimmt auch. Aber nicht für mich. Der Urlaub war schön, das Land beeindruckend und die Menschen sehr freundlich. Aber das Heimweh war trotzdem ein ständiger Begleiter.



Heimweh wird auch die „Schweizer Krankheit“ genannt, weil dieses Krankheitsbild im Deutschen im Jahre 1688 von dem Arzt Johannes Hofer in Basel zuerst beschrieben wurde. Beobachtet wurde diese Krankheit damals bei Schweizer Soldaten im Ausland, die oft aus Heimweh Fahnenflucht begingen.
Ich kann die Jungs wirklich verstehen, mir würde es wohl genauso gehen.

Was aber macht mir eigentlich immer so zu schaffen, wenn ich weit weg von zu Hause bin? Ich weiß doch schließlich, dass ich wieder zurück kann.
Zu Hause bedeutet für mich nicht in erster Linie unsere unspektakuläre, enge 70 qm Wohnung mit Blick auf benachbarte Häuserwände, die mir zunehmend auf die Nerven geht. Es ist viel mehr das Gefühl von Sicherheit und Berechenbarkeit.


Ich weiß, wo ich anrufen muss, wenn mein Haus brennt, der Hund Gift gefressen hat oder die Waschmaschine leckt. Ich weiß, was die Lebensmittel hier kosten und welche Verkehrsregeln gelten.
Ich kenne den DHL-Fahrer und den Mann bei der Post, ich treffe Freunde und Bekannte bei der Lottoannahmestelle, beim Einkaufen und beim Spazierengehen. Der Mann im Dönerladen weiß inzwischen, dass ich gern Peperoni esse. Wenn ich bei Edeka an die Kasse komme, blitzt Erkennen in den Augen der Kassiererin auf und sie lächelt. Das ist zu Hause.
Wenn Freunde über die Frau tratschen, wie hieß die doch gleich, die mit 60 noch den alten Herrn aus der Straße bei der Kirche geheiratet hat und die jetzt beide in dem Haus neben der Apotheke wohnen oder, dass das Haus mit dem hässlichen gelben Geländer verkauft wird und ich weiß um wen es geht und in welcher Straße das Haus steht, dann fühle ich mich zu Hause.
Mit dem Rad und einer Flasche Sekt zu meiner Schwägerin zu fahren, um auf den neuen Job anzustoßen und mich zweimal pro Woche mit meiner Schwester im Fitnessstudio zu treffen, das ist zu Hause.


Wenn Freunde erzählen, dass sie einen Bauplatz im Ort gekauft haben und ich mich freue, weil das heißt, dass sie hier bleiben und unsere Kinder vielleicht später zusammen im Verein sind, dann fühle ich mich zu Hause.
Die Vorstellung, dass wir ein Haus mit einem schönen Garten haben werden, in dem wir Freitags mit Freunden bei einem Bier zusammen sitzen, in dem unsere Kinder Nacktschnecken sammeln und der Hund Brotreste vergräbt, lassen den Wunsch nach Abenteuer in weite Ferne rücken.



Auch wenn ich hin und wieder darüber nachdenke, wie schön es sein muss, am Meer zu leben oder in den Bergen – mein zu Hause ist hier. Der Ort ist nicht besonders schön, weder landschaftlich noch sonst irgendwie. Es sind die Menschen hier, die ihn zu meinem zu Hause machen.
Und deshalb kann ich nicht barfuß und ohne Geld durch alle Länder dieser Erde reisen.  

Sei frech und wild und wunderbar!
talie fee


Danke liebe Natalie - für deine Gedanken und Bilder.

Natalie ist 26 und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Heidelberg, wo sie in der Druckbranche arbeitet. Kein Traumjob, wie sie selbst sagt, sondern Broterwerb, denn ihre Träume lebt sie privat.

___________________________________________________________


Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht