Donnerstag, 30. Mai 2013

Motschekiebchen . Himmelmietzchen

Dienstag... auf der Wiese. Viele Namen trägt er, der Marienkäfer, Huppawermel, Marienkälbchen, Herrgottskäfer und irgendwie sind sie alle liebevoll. Er ist wohl das einzige Insekt, das fast allen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, selbst wenn er direkt auf der Hand landet... mir vor allem.



Ein Glückssymbol ist er und ein so nützliches dazu, vertilgt er in seinem Leben doch bis zu 5000 Blattläuse und Spinnmilben. Die Bauern hielten ihn früher deshalb für ein Geschenk der Jungfrau Maria und benannten ihn nach ihr. 
Die Ameisen dagegen können ihn nicht leiden, denn er frisst ihre Futterlieferanten, betüddeln sie doch die Blattläuse extra, um sich von deren Honigtau zu ernähren. Deshalb versuchte die Ameise wohl auch, den  Marienkäfer von der Skabiosenknospe zu schubsen, denn die beiden waren gerade dabei, sich an den Blattläusen gütlich zu tun. Ich gebs zu - mein Erbarmen mit den Blattläusen hielt sich eher in Grenzen...

Dramen spielen sich im Mikrokosmos unseres schönen Fürther Wiesengrundes ab, das ahnt kein Mensch...

Nachtrag wegen der mehrfachen Frage:
Ich fotografiere nur mit dem eingebauten 3 x IS, 6.2 - 18.6mm 1:2.8 - 4.9 meiner Canon Ixus 85 IS - einer Hosentaschenkamera. In dem Fall mit der Makroeinstellung. Eine richtige digitale Spiegelreflex... ja das wärs. Meine ist noch analog und 30 Jahre alt. :-)
Marienkäfer, Huppawermel, Marienkälbchen, Herrgottskäfer, Motschekiebchen, Himmelmietzchen

Dienstag, 28. Mai 2013

Rückblick.

Es gibt da eine Frau, deren Name ist Fee. Ja wirklich, das ist ihr Name. Fee ist neben vielen anderen Dingen begeistert von Hochöfen, Linolschnitten, alten Fotos und Lomografie und darüberhinaus die disziplinierteste Bloggerin, die ich kenne. Montags Wochenrückblick, dienstags Selbstgemachtes, mittwochs Musik, donnerstags Lomografie, freitags Linkliebe, samstags alte Fotos, sonntags Reisen, Ausflüge und Vermischtes. Immer. Das alles mit soviel disziplinierter Kontinuität, Direktheit, Witz und Selbstironie präsentiert, dass man selten ohne ein Lächeln von ihrem Blog zurückkommt und sich höchstirritiert fühlt, wenn bei ihrem Wochenrückblick die Cahewkerne im Curry fehlen. 
Heute jubiliert sich ihr legendärer Wochenrückblick unter dem Motto "Getragen. Gegessen. Gemacht." zum 100sten Mal. Congratulations, liebe Fee! Aus diesem Anlass schicke ich ihr heute einen Wochenrückblick von mir - zum Jubiläum.

Getragen: schwarzes Leinen, maigrüne Wolle, Gretelzopf und Augenfältchen
Gegessen: gebratenen Spargel mit viel Knoblauch
Gemacht: einen Spaziergang durchs Heimatgrün

Getragen: schwarzes Leinen, Knitterfalten am Po, ungekämmte Haare
Gegessen: Spaghetti mit Knoblauchsrauke, Olivenöl, Parmesan
Gemacht: Federn sortiert (Achtung...Teaser)

Getragen: noch mehr Knitterfalten am Po, weiße Wolle, Dutt mit Stachelschweinstacheln
Gegessen:
im Ofen in Butter und Honig  gedünstete Möhren
Gemacht: reichlich viel gearbeitet und bemustert

Getragen: Longshirt, weiße Wolle, Pferdeschwanz
Gegessen: Penne mit Brokkoli, Käsesoße und ganz viel Petersilie

Gemacht: Grundiert (schon wieder ein Teaser...)


Getragen: schwarzes Leinenkleid (gähn...), abgrundtiefe Übermüdung und Ungekämmt
Gegessen: Vollkornbrötchen mit Hähnchen, Salat und gegrillter Paprika
- Slowmoodfastfood.
Gemacht: ein Projekt abgeschlossen Wochenrückblick, Raumfee Wochenrückblick
Getragen: Nackenknoten, müde Augen, Sonnenbrille, wie immer Schwarz... und ganz viel Gelb
Gegessen: Ravioli mit Ricotta und Walnüssen

Gemacht: Rindenschiffchen schwimmen lassen


Getragen: schwarzes Leinen , Zopf mit Zauselausreissern und kein Hals
Gegessen: viele Erdbeeren
Gemacht: Grundiertes gespachtelt (Teaserwiederholung, zum besseren Merken)









Ja, ich koche tatsächlich jeden Tag. Weil: Essen macht mir Spaß.  
Vielleicht auch deshalb habe ich eine unverkennbare Schwäche für schwarze Oberbekleidung aus Leinen, der alten Hoffnung erliegend, dass Schwarz schlank macht... wie das die meisten Menschen tun, die eher breit als hoch geraten sind. Davon mal abgesehen ist es eine alte Architektenkrankheit - wer den ganzen Tag mit Farben hantiert, der braucht im Privatbereich irgendwann Ruhe für die Augen. Deshalb äußerlich meistens farblos, innerlich natürlich nicht. Und weil meine Phantasie Kleidung betreffend so extrem eingeschränkt ist, dass ich mir ein Leinenkleid das passt und mir gefällt gleich drei Mal kaufe, wird es wohl auch nie zu Birgits genialem Mix it reichen. 
Die Haare bleiben definitiv lang bis sie irgendwann schneeweiß sind, dann plane ich auszusehen wie eine alte Indianerin, lebe als Eremitin in meinem Komfort-Tipi am Waldrand mit den wilden Tieren in Frieden, sammle Wildkräuter, rühre in meinem Hexenkessel und alle kommen zu mir und fragen mich um eine meiner reichhaltigen Lebensweisheiten. So ist das nämlich.

Montag, 27. Mai 2013

Vorbei . Vorbei.

Das war sie, die Frühlingspost. Herr Mörike hat sich komplettiert und der gesamte Gedicht- und Postkartenreigen schückt jetzt unsere Tafelwand in der Wohnküche. Spaß hat es gemacht - das Schreiben, aber auch das Post Bekommen, denn jede Karte ist auf ihre eigene Art einfach wunderschön. Und alle tragen sie die ganz unverkennbare Handschrift ihrer Absenderinnen, das finde ich am allerschönsten...


Ghislana ließ das blaue Band flattern.
Ute schickte Vögelchen ins Briefmarkenalbum, um die frohe Kunde zu überbringen.
Karen reckte die Nase hoch in die Luft, um den Frühlingsduft auch ganz bestimmt einzufangen.

Marion schickte die Düfte per Schiff übers Meer an Land.
Tabeas Katzen trugen ihre veilchen mit Würde.
Bei mir mußten sie erst erst positiv erlesen werden, um balde zu kommen.


Heidi ließ einen blauen Vogel den Harfenton durch die Ferne schicken.
Claude schickte die frohe Kunde durch eine elegante junge Dame.
Melanie würdigte Eduard, denn schließlich verdanken wir ihm, dass wir es alle vernommen haben.



Hier werden sie wohl noch eine ganze Weile hängen... als Erinnung welche Jahreszeit wir haben, wenn man beim Blick aus dem Fenster mal wieder kurz ins Zweifeln gerät, ob es nicht doch November ist. Herzlichen Dank euch allen, die ihr so tolle Karten auf den Weg geschickt habt und herzlichen Dank an Tabea und Michaela für die Idee und Organisation.
Mehr zur Idee der Frühlingspost findet ihr > hier und wie die Karten in den anderen Gruppen aussahen und wie sie entstanden sind, dass könnt ihr in Michaelas Linksammlung nachlesen.
Frühlingspost, Postkarten selbst gestalten. Frühlingspostkarten

Sonntag, 26. Mai 2013

Immer wieder sonntags...

... oder eben auch mal samstags sind wir in im Umland unterwegs. Während es in ganz Deutschland kalt und pitschnass zu sein scheint, sind wir hier irgendwie komplett aus dem Wetter gefallen. Warm und sonnig war es Gestern bei uns und mir war es sehr Recht, denn ich finde, das hab ich mir verdient.
Ziel unseres Ausfluges war das Waldnaabtal in der Oberpfalz, eine Stunde von uns entfernt. Vom Startpunkt an der Hammermühle ging es an der Waldnaab entlang vorbei an Sauerbrunnen und Butterfass zur Blockhütte und über den Mühlnickelweiher zurück. Aus einem Wanderweg von zweieinhalb Stunden Gehzeit haben wir mal wieder eine Tagestour gemacht, so viel gab es rechts und links des Weges zu entdecken - von Kaulquappen über Glitzersand, Schmetterlinge, Rindenschiffchen, Pitscherbäche und Eisvogel bis zu heilsamen Quellen - genau nach meinem Geschmack. Ich würde sagen: Gerne wieder.













Heute hat das Deutschlandwetter auch uns eingeholt - es hat merklich abgekühlt und regnet Bindfäden. Wie gut, dass der Ausflug nicht für heute geplant war. Und bei Euch? Regen oder Sonnenschein? Was auch immer euch heute beschert wird - ich wünsche euch einen schönen, erholsamen Sonntag.naabtal, Blockhütte, Waldnaab, Wandern Oberpfalz, Wanderwege Oberpfalz, Wandern mit Kindern Süddeutschland

Samstag, 25. Mai 2013

In heaven No. 67 - Horizontsuche.




Ein Sonntagshimmel entlang der B14 bei Stein, vier Ansichten.

Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 

Wo war für Euch diese Woche der Himmel?
Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken.

Himmelsbilder, Gewitterhimmel, Wolkenbilder,  in heaven, im Himmel, Wolkenformationen, heaven, Himmelsansichten, Frühlingshimmel

Freitag, 24. Mai 2013

Maiglückchen.

Maiglückchen habe ich sie als Kind immer genannt und es hat sehr lange gedauert bis ich eingesehen habe, dass es so gar nicht heisst. Für mich war es aber schon immer ein kleiner Glücklichmacher und noch heute hüpft mein Herz vor Freude, wenn ich es im Wald irgendwo entdecken kann, das Maiglöckchen, Lily in the Valley oder Marienriesli. Die Menschen haben sich schon immer ganz besonders zauberhafte Namen ausgedacht für dieses zarte, zauberhafte Wesen...




Viele kennen das Maiglöckchen nur als giftige Pflanze und deshalb wird beim Sammeln von Bärlauch auch vor der Verwechslung mit Maiglöckchenblättern gewarnt, da beide oft am gleichen Standort vorkommen. Das Maiglöckchen ist aber nicht nur giftig, sondern aus heilsam, denn die Glykoside des Maiglöckchens finden in der Homöopathie und Naturheilkunde als Herzmedikament  Anwendung. Genauso wie der Fingerhut (Digitalis) ist die Pflanze selbst zwar giftig, ihre isolierten Wirkstoffe sind jedoch als Medikament sehr wirksam gegen Herzbeschwerden.

Vor allem aber ist das Maiglöckchen eins: wunderschön... und sein Duft ist atemberaubend.
Natürlich stammen meine Maiglöckchen, die Holunder und Reseda gerade Gesellschaft leisten, nicht vom Sonntagsspaziergang, sondern aus meinem Hofgarten... Maiglöckchen stehen unter Naturschutz.

Maiglöckchen, Lily of the Valley, Naturschutz, Heilwirkung Maiglöckchen, Frühlingswald, Maiwald, Frühjahrsblüher, weiße Blumen, Tischdeko im Mai
Mehr Blumengrüße im Frühling gibt es wie jeden Freitag bei Holunderblütchen.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Heimatgrün.

Meine grüne Maireihe geht weiter, denn nachdem das verkugelte Grün auf meinem Tisch gelandet ist und ich das Maiwaldgrün durchschritten hatte, führte mich der Weg natürlich auch irgendwo hin. Und wohin? Natürlich ins Grün. In das Heimatgrün meiner Kindheit und meiner Erwachsenensonntage, wann immer ich meine Eltern besucht habe.
Direkt durch das geheime Tor betritt man den angrenzenden Wald, der im Herbst mit all dem Gold  noch so ganz anders aussah und wandert in diesem bergab in den Haselgraben-Grund. Ein Stück Zuhause und der Spielplatz meiner Kindheit. Hier wurden wilde Kämpfe um Baumhausbesitzrechte geführt, waghalsige Mutproben im Klettern bestanden und allerlei lebendige und weniger lebendige Dinge mit nach Haus gebracht, die meiner Mutter die Haare zu Berge stehen ließen. Zielpunkt und Wendestelle der nachmittäglichen Ausflüge war und ist immer das Freilandterrarium, eine kleine Oase auf einer Waldlichtung, wo all das, was man sonst vielleicht nur selten zu Gesicht bekommt, auf engstem Raum versammelt ist. 

Schmetterlingswiese vor dem Freilandterrarium.
Beinwell.

Heimischer Dschungelpfad.

Schilf.


Haselgraben.
Kamm-Molch.
Jedes Jahr wurde der Saisoneröffnung am 1. Mai entgegengefiebert, damit man sich endlich wieder zwischen dem mannshohen Farn ordentlich Schnakenstiche und Zecken einfangen und den Schlangen beim Häuten zusehen konnte. Ich habe mich dort als Schulkind von Mai bis September herumgetrieben und mein Sohn hat dort laufen gelernt. 

Zwiebelblüte.

Bärlauchufer.


Wegrandschönheiten.

Akelei.
Es wird mich wohl immer eine Liebe mit diesem kleinen, unspektakulären Ort für heimische Flora, Fische und Amphibien verbinden. Uns verbindet vor allem das üppige Grün und die Begeisterung für die unspektakulären, ganz kleinen und so schönen Dinge, die man auch bei uns im Wald und auf der Wiese entdecken kann, wenn man nur mit offenen Augen unterwegs ist...

Wer in der Nähe von Nürnberg wohnt, oder dort Urlaub macht, der kann das kleine Freilandterrarium in Stein vom 1. Mai bis 30. September an den Wochenenden zwischen  9 und 18 Uhr besuchen.
Freilandterrarium Stein, Donau-Kamm-Molch, Schlangen,  Ausflugsziele Franken, Ausflugstips Nürnberg.