Dienstag, 30. April 2013

Wollen balde kommen...

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike, 1804-1875)
 



Meine Postwand zieren schon fünf wunderschöne Karten mit den ersten fünf Zeilen dieses Frühlingsgedichtklassikers. Gestern kam noch eine dazu, denn die Veilchen, die balde kommen wollen, die kommen von mir. 
Ein altes Pflanzenbuch mit wunderschön geschriebenen Texten über Duft und Schönheit des Unscheinbaren wurde zum Hintergrund für eine botanische Zeichnung . Ganz in meiner Lieblingstradition des positiven Lesens die Gedichtzeile als einzelne Buchstaben in Veilchenblau markiert, erzählen sie etwas kryptisch die Botschaft. Also doch noch ein Kartonlabel vom Flohmarkt angeknüpft und niedergeschrieben. Dazu ein kleines Veilchen von einem besonderen Ort, dessen zarter Duft mir leider nicht gelang zu konservieren. Imagine...

So fügt sich langsam alles zusammen, was zusammengehört. Das schöne Gesamtbild zeige ich Euch, wenn das Gedicht komplett bebildert ist. Balde...

Viola odorata aus "Deutschlands Flora in Abbildungen" (J. und J.G. Sturm, 1796) via www.BioLib.de
Textgrundlage aus "Die Welt der Pflanzen" von R.H. Francé, Südwest-Verlag München, 1962 
 
Die wundervolle Aktion wurde initiiert von Tabea und Michaela und alles rund um die umfassenden Postaktivitäten findet ihr in dieser Sammlung. 
Mehr Upgecyceltes von mir findet ihr > hier und jeden Dienstag auch als Sammlung bei der lieben Nina.

Montag, 29. April 2013

Asparagus officinalis hält sich bedeckt.

Als Bedecktsamer sowieso, aber heute auch auf meinem Teller. Spargel mochte ich als Kind schon gut leiden und konnte mich auch damals nicht entscheiden, ob ich ihn als Butterspargel, oder doch als Spargelgemüse lieber mag. Aber wisst Ihr was? Zum Glück muss ich mich ja gar nicht entscheiden, denn ich mag ihn einfach auf fast jede Art. Gedünstet mit geschmolzener Butter, mit Knoblauchsrauke und Brunnenkresse, gebraten, mit Bärlauchbutter, gegrillt, mit Nudeln, mit Girsch und Hühnchen, als Salat, als Suppe, und ganz besonders gern mag ich ihn auch, wenn er sich bedeckt hält. Bedeckt mit einem Mäntelchen aus sahniger weißer Soße, mit der zusammen er sich dann über den Salzkartoffeln ausbreitet. Obendrauf ein bißchen knackiges Grünzeug und dann bin ich für diesen Moment frühlingsglücklich.



Spargelgemüse mit Kartoffeln und Rucola

Zutaten: 
500g weißer Spargel, 2 Knoblauchzehen, 1 Lorbeerblatt, Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss, eine Prise Zucker, Butter, 250ml Sahne, 1 EL Mehl, 1 EL Butter, 4 große Kartoffeln, eine Handvoll Rucola

Zubereitung:
Spargel schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und bedeckt mit Salzwasser zusammen mit den Knoblauchzehen, dem Lorbeerblatt und der Prise Zucker in ca. 15 Minuten bissfest kochen. Dann Spargel herausnehmen und beiseite stellen. Kartoffeln schälen und in Salzwasser weichkochen. Währenddessen aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen, mit der Sahne und mit so viel Spargelkochwasser auffüllen, dass eine sämige Soße entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und die Spargelstücke wieder hineingeben.
Die fertigen Salzkartoffeln in einen Teller geben, Spargelgemüse obendrüber und ganz obenauf den kleingezupften Rucola geben. Alles gut bedeckt. Guten Appetit!

Und die Reste schmecken am nächsten Tag etwas verlängert mit noch mehr Spargelkochwasser super als Suppe...

Im Mittelalter wurde Spargel in den Klostergärten übrigens hauptsächlich als Heilpflanze angebaut, nicht weil er schmeckt. Er soll harntreibend, entschlackend und blutreinigend wirken und bei Gicht, Lungenleiden und Rheuma helfen. Außerdem gilt er als aphrodisierend.... ob nun wegen der Form oder der Inhaltsstoffe, mir ist das schnuppe, noch gehts ohne.

Und in der Küche warten schon die geliebten Brüder des Spargels darauf, mein Abendessen zu werden - Rhabarber und Erdbeeren. Hach, endlich Frühling.
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Mein Sonntagsspargel wandert heute zu Katjas Montagsrezepten.

Sonntag, 28. April 2013

Der Baumflüsterer.


... Seine Augen wurden groß und er reckte und streckte sich den Zweigen entgegen. Mit einem Jauchzen wölbte sich sein kugelrundes Bäuchlein nach oben und er versuchte mit seinen winzigen Händchen nach den seidig weichen Blättern zu greifen. Was für ein Ausblick! „So müßte der Himmel überall sein!“ dachte er und konnte sich gar nicht satt sehen an dem wogenden Grün des mächtigen Blätterdaches über ihm. In der Luft lag ein Rauschen und Säuseln, ein Flüstern und Raunen und die Zweige schaukelten sanft in dieser Melodie. „Wenn ich nur hier wohnen könnte“, dachte er. „Genau hier, unter diesen Ästen und diesem Blätterdach und immer von diesem wunderschönen Lied und diesem herrlichen Grün umgeben." 
Die Sonne malte kleine Kringel auf die einzelnen Blätter und tanzende Schatten wechselten sich mit den Sonnenstrahlen ab, die an manchen Stellen durch das Blätterdach blitzten...

... Er blinzelte ins Licht. „Wer wohl diese wunderschöne Musik macht? Wie mag der Jemand aussehen, der auf den Ästen, den Zweigen und Blättern dieses wunderschöne Lied spielen kann?“ Gebannt lauschte er der Melodie, die sich aus dem großen alten Baum auf ihn herabsenkte und ihn umhüllte wie eine weiche Daunendecke. Er glaubte, auch ein leises Klingeln zu hören, wie von klitzekleinen Glöckchen...

... "Umba!“ sagte er." "Nein mein Schatz, B-a-u-m. Das ist ein Baum." "Umba!!!" wiederholte er nochmals ganz bestimmt. Und da sah er ihn. Umba. Ganz oben im Baumwipfel setzte er zum Sprung an, ging ganz tief in die Hacken und schnellte sich vor. Im Sprung ergriff er einen der sanft schaukelnden Äste und schwang sich daran quer durch die Baumkrone zur nächsten Astgabel. Es rauschte und raschelte. Auf dem Kopf hatte der Umba ein Hütchen aus Blättern und ansonsten war so bar und nackig wie die Sonne, die durch die Lücken im Blätterdach strahlte. Nur in seinem Bauchnabel, da steckte ein Gänseblümchen, so wie Kinder sich eines in das Knopfloch ihrer Jacken stecken und an den Füßen hatte er klitzekleine Pantoffeln aus Buchenrinde, die an den Spitzen aufgebogen waren und dort ein Glöckchen trugen.
Das Klingeln! Jetzt war ihm alles klar. Der Umba lachte, als sich ihre Blicke trafen und der ganze Baum war erfüllt von diesem hellen Glucksen. Er zwinkerte ihm zu, ergriff einen der langen Äste, schwang sich daran durch die Baumkrone, ergriff einen zweiten und schaukelte an diesen beiden hin und her und her und hin, holte Schwung mit seinen Füßen, reckte seinen blanken Popo keck in die Luft und jauchzte und pfiff dabei.  
Ben war ganz aufgeregt. Er rief immer wieder „Umba!“ und nochmal „Umba!“ und versuchte ihn mit seinen Ärmchen zu erreichen – doch der Umba neckte ihn und schwang sich immer ganz knapp über seiner Nase vorbei, wobei er ihn mit einem Blatt sanft im Gesicht kitzelte...

... Als sie den nächsten Baum erreichten, da wartete der Umba schon auf ihn, schaukelte genau in seiner Augenhöhe, streckte ihm die Zunge raus und pfiff dabei durch eine deutlich sichtbare Zahnlücke. Er hatte riesigen Spaß dabei und Ben quietschte vor Vergnügen. Den ganzen Weg durch den Wald entlang begleitete der Umba den Kinderwagen. Ab und zu warf er mit kleinen Ästen, knotete einen Zweig ganz fix am Griff des Kinderwagens fest oder wickelte ihn um die Achse der Räder. War das ein Spaß!...

... Der Umba setzte sich auf das Verdeck, baumelte mit den Füßen direkt vor seiner Nase und summte ein leises Lied. Das sanfte Klingeln der Glöckchen an den Pantoffeln und die sanfte Melodie machten ihn ganz furchtbar müde und er schlummerte lächelnd ein...

..."Was siehst Du nur dort oben?" Ben blinzelte schlaftrunken in das im Licht der Abendsonne grün flimmernde Blätterdach. Die Luft war erfüllt von einem leisen Säuseln und Wispern, als würden sich die Blätter gegenseitig Geschichten ins Ohr flüstern. Sein Blick wanderte suchend zwischen den Ästen umher. Konnte es sein, dass er das alles nur geträumt hatte? Hatte er etwa der ganzen Weg geschlafen und... aber dieses Klingeln... Da sah er plötzlich einen kleinen nackten Popo von einer Astgabel blitzen und ein seliges Lächeln machte sich auf seinem Gesichtchen breit. "Umba." sagte er... 

Das ist ein Auszug aus einer Geschichte, die ich vor Jahren für meinen Sohn geschrieben habe. Er fand es als Baby furchtbar im Kinderwagen zu liegen und quengelte dauerhaft, kein Reden, kein Singen half. Es sei denn... man schob den Wagen unter Bäumen entlang. Dann wurden die Augen groß wie Suppenteller und er gurrte "Umba..." Noch heute findet er Spazierengehen langweilig. Es sei denn, wir wandern durch Wälder... 
  
Hier gab es schon viele Bilder von Bäumen, denn die Leidenschaft für Bäume und verwunschene Märchenwälder hat mein Sohn von mir geerbt und er streift gerne mit mir durch den Wald. Und sicher wird es noch viele mehr geben, denn sobald sich die Blätterdächer wieder wölben, sind wir am Wochenende genau dort unterwegs - unter den Bäumen.

Ihr wollt mehr Geschichten und Bilder rund um Bäume? Dann werdet Ihr vielleicht bei Rebekka fündig, denn sie liebt nicht nur Himmelsansichten so wie ich, sondern auch Bäume...
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Samstag, 27. April 2013

In heaven No.63 - Blue Hole

Auf jedes Unwetter folgt unweigerlich irgendwann wieder die Sonne und manchmal öffnet der Himmel für uns auch heimliche Portale, um das Licht zu schicken. Und das Blau. Vielleicht auch eine Botschaft.

Und manchmal trägt der Himmel im Frühling auch zartes Schäfchenfell. Oder Orangenhaut. 
Alles eine Frage der Perspektive, wie so vieles im Leben.
Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. 

Wo war für Euch diese Woche der Himmel? 

Wer mitmachen möchte ist herzlich eingeladen, seinen Himmel hier zu verlinken.
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Freitag, 26. April 2013

Silikonschmerz.

Manchmal... weiß man nicht, ob man lachen, weinen, oder einen Arzt rufen soll. Privat natürlich sowieso, aber beruflich eben auch. Wer schon mal selbst umgebaut hat weiß wovon ich spreche und wer auf Adrenalinkicks steht und denkt, er hätte schon alles gesehen und erlebt, dem sei ein Umbau oder ein Neubau ans Herz gelegt. Vergiss Bungee und Houserunning - wer muss sich noch Gummistrippen um die Knöchel binden und sich von einer Brücke stürzen, wenn er das Adrenalin auch so einfach haben kann...


Ja, sie wurde von jemandem benutzt. Genau da. Da kann man schon mal Silikonschmerzen bekommen.

Unter dem Titel " At work" werde ich Euch in Zukunft immer mal wieder Einblicke in meine Arbeit geben. Frisch von der Baustelle oder auch vom Zeichentisch, Lustiges, Nachdenkliches, Informatives. Meine Arbeit nimmt einen sehr großen Teil meines Lebens ein und  manchmal lässt sie auch nur wenig zeitlichen und energetischen Spielraum für die Dinge, die ich ansonsten noch gerne mache. Deshalb finde ich, sie sollte auch ein Eckchen auf meinem Blog finden, der schließlich auch Teil meines Lebens und ein Spiegel dessen ist, was ich tue und wer ich bin.

Donnerstag, 25. April 2013

Gegen Liebe und As kann man halt nichts machen.

Analoge Post ist etwas Wunderbares. Handgeschriebene Worte die von Herzen kommen, berühren ein anderes viel mehr als getippte Buchstaben. Warum ist das so? In beiden Arten zu kommunizieren stecken die selben Gedanken, hinter beiden steckt der selbe Mensch. Und doch ist das handgeschriebene Wort so viel persönlicher und das Beiwerk drumherum ist es auch. Liebevoll gestaltete Karten, Büchlein, Umschläge, Zeichnungen, Stempel ergeben zusammen mit den persönlichen Worten und der Handschrift eine sehr viel persönlichere Nachricht, als eine Mail mit Emoticons das jemals könnte.

Wundervolle Post hat mich in den letzten Wochen erreicht - zur Freude, Aufmunterung und zum Trost.

Ein Gemeinschaftswerk von Ulma und der Post umhüllte ihre wunderschöne, federleichte Karte...

Birgit schickte ein symbolisches Schiff für mich übers tiefe Wasser...

Tabea sorgte dafür, dass die Sonne in meine Seele zurückkommt...

Dania und Svea begannen unwissentlich eine zu komplettierende Serie in meinem Notizbuchregal...

Kerstin ließ eine junge Dame Küchenschellen in meinen Hofgarten wehen...

Marion ließ mit der Frühlingspost kleine Boote über die zahlreichen Wracks hinwegziehen...

Und Tabea verdanke ich auch die finale Erkenntnis aus ihrer handgedruckten Geschichte über As und Zahnbürsten.

Stellvertretend für all die lieben Zeilen auch von Menschen ohne Blog die bei mir mitlesen. Herzlichen Dank Euch allen da draußen, die Ihr an mich gedacht habt in einem für mich so traurigen Frühling. Danke fürs Herzwärmen.Notizbüchlein, Notizbuch, Post, handgeschriebene Post, Bloggerpost

Dienstag, 23. April 2013

Rapunzel, Rapunzel...

Ich gebe es zu, ich liebe Märchen. Wenn die hinterhältigen, gierigen Bösen am Schluß für ihre Missetaten bezahlen und die Guten siegen, um für ihren Mut und ihre Tugend ein Königreich zu bekommen. Das finde ich super. Wenn Landschaften aussehen, als könnte man dort einen Märchenfilm drehen, dann haben sie bei mir schon gewonnen. Die Hersbrucker Schweiz rund um den Arzberg ist so eine Landschaft. Sanfte Wiesen, tiefer Wald mit alten Bäumen, dichtes Unterholz, sonnenbeschienene Lichtungen voller Blumen, überall Bienengesumm und geheimnisvolle Murmelbäche, die über bemooste Steine ins Tal plätschern. 
Die Wege von Leutenbach oder Deckersberg über die Edelweißhütte zum Arzbergturm bin ich schon öfter gegangen und immer wieder bin ich begeistert von den Dingen und Ausblicken, die einem auf diesem Weg begegnen, selbst schon im Frühling.




Der Arzbergturm stammt aus dem Jahr 1885 und wurde nach Jahren des Verfalls in den Siebzigerjahren restauriert. An den Wochenenden im Sommer ist ein Turmwächter anwesend, jetzt im Frühling und an allen anderen Tagen bekommt man den Schlüssel in der Edelweißhütte gegen Kaution und erreicht den Turm von dort aus in einer halben Stunde durch wunderschöne Mischwälder. Das letzte Stück der Turmtreppe erinnert mich immer an Rapunzel und irgendwie erwartet man sie oben auf der Aussichtsplattform anzutreffen. Bisher war sie nie zu Hause, aber dafür hat man einen tollen Blick über den Happurger Stausee auf die gesamte Hersbrucker Schweiz - eines meiner liebsten Ausflugsziele der Region.



Das erste zarte Grün an den Bäumen... auch das ist für mich jedes Jahr wieder märchenhaft.Arzberg, Arzbergturm, Deckersberg, Edelweißhütte, Kainsbach, Leutenbach, Wanderungen Hersbrucker Schweiz

Sonntag, 21. April 2013

Apriltisch . Die stachelige Leidenschaft

Feldhecken und mich verbindet eine stachelige Leidenschaft. Ich liebe Schlehen. Ich liebe ihre filigranen weißen Blüten im Frühling, die gewaltige Dornen so zart dekorieren. Ich liebe die drallen, blauschwarzen Früchte im Herbst, die zungenbetäubende Säure kugelschön verstecken. Ich liebe die bizarren Formen der nackten Zweige im Winter, die vielfarbige Flechten tragen wie die mondänste Abendrobe. Zerbrechliche Wehrhaftigkeit, herbe Schönheit, berührende Eigentümlichkeit auf den zweiten Blick. 

Ich liebe die Unperfektion die menschlich macht, den Bruch in der glatten Fassade, den Riss im polierten Holz, die Einzigartigartigkeit von Handgemachtem, das Kratzen in einer Stimme, Die Überraschung im scheinbar Vorhersehbaren, Empathie aus unerwarteter Richtung und die Falten im Gesicht von Menschen, die ihr Leben mit Herz und Leidenschaft leben. Das berührt mich.



Auf unserem Tisch finden sich jeden Monat Dinge zusammen, die neu in mein Leben einziehen, oder aus anderen Gründen gerade in meinen Fokus rücken. Eigentlich sind ja alle Dinge immer um uns herum, aber wenn uns eine Thematik gerade aus einem bestimmten Grund beschäftigt, dann scheinen dazu passende Dinge, Zufälle, Bücher und auch Menschen auf einmal scheinbar zufällig in unser Leben zu treten - weil sich der Blick und die Aufmerksamkeit fokussiert.
 


Zarte Verletzlichkeit und stachelige Abwehr von der letzten Ruhestätte, Steine für Entspannung, Energie und Harmonisierung die von selbst zusammenfinden in einer Holzschale, die NinaMama auf dem Flohmarkt für mich erstanden hat und ein grandioses Buch über die Leidenschaft. Über die Leidenschaft, die Menschen sinnlicher und schöner macht, als Perfektion und Jugend das jemals könnten. Ein Buch über Maria.

Mein Tisch ist immer ich.
Und so sah es in den vorangegangenen Monaten auf unserem Tisch aus...   

Januartisch . Das gefallene Mädchen
Februartisch . Das innere Gleichgewicht

Monatstische 2013










Märztisch . Das lila Frauenlob
Apriltisch . Die stachelige Leidenschaft









Noch mehr Blickwinkel im März versammeln sich wie immer bei Tabea.
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Samstag, 20. April 2013

In heaven No. 62 - Moments that take your breath away

Momente, die einem den Atem rauben. Kennt Ihr das? Der Klang perfekt komponierter Worte, eine Melodie, die Gänsehaut macht, ein Naturschauspiel, der Himmel... immer wieder der Himmel. 
Danke Mark, für diesen einen Moment.

Moments that take our breath away. Do you know that? The sound of perfectly composed words, a melody that makes you shiver, spectacular nature, the sky ... again the sky.  
Thank you Mark, for this one moment. 


Mark Gee lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf  und Künstler für Visual Effects in Wellington auf Neuseeland. Wer einmal seine Aufnahmen des nächtlichen Himmels über Neuseeland gesehen hat, den lassen sie nicht mehr los. Die Leidenschaft für den Himmel und das Schauen, Schweigen und Staunen angesichts dieses unvorstellbaren Schauspiels des Universums verbindet uns. Und die Demut und Dankbarkeit... Dankbarkeit, dass man daran teilhaben darf. Wenn es etwas Göttliches dort draußen gibt, dann zeigen seine Aufnahmen, wo es zu finden ist.
Danke Mark, für das Teilen deiner unglaublichen Aufnahmen mit allen Himmelsbeobachtern dieser Welt.
Danke Melanie, für das Aufmerksam-Machen auf den richtigen Film zur richtigen Zeit.

Mark Gee lives and works as freelance photographer & digital visual effects artist in Wellington, New Zealand. Whoever saw his images of the night sky over New Zealand, is captured forever.  The passion for the sky and the watching, silence and amazement in face of this unimaginable spectacle of the universe connects us. And the humility and gratitude ... Gratitude that we are allowed to share and be part of it. If there is something divine out there, then his shots show, where to find it.
Thank you Mark, for sharing your incredible pictures with all sky watchers in the world.
Thank you, Melanie, for guiding my attention to the right film at the right time.

Ih könnt > hier nachlesen, wie Mark diese Aufnahme technisch umgesetzt hat.
You can read > here, how Mark took these incredible pictures.

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Für mich ist "blauer Himmel" nur die Minivalversion gegenüber der beeindruckenden und faszinierenden Dramatik, zu der unser Himmel in Verbindung mit Sonne, Mond und Wolken fähig ist. Deshalb zeige ich hier jeden Samstag eines oder auch mehrere Himmelsbilder, die ich die Woche über eingefangen habe. Manchmal berühren mich aber auch die Himmel anderer Menschen so sehr, dass ich sie Euch unbedingt zeigen möchte. Marks Himmel hat mich viele Tränen gekostet und trotzdem war er gleichzeitig unvergleichlich tröstlich.
Wo war für Euch diese Woche der Himmel?

For me, "blue sky" is only the minimal version, facing the beautiful and fascinating drama, sky is able to in conjunction with clouds and sun. Therefore, I will show one (or more) sky pictures I've captured the week before every saturday . Sometimes, other people skies touch me so much, that I want to show it to you anyway. Marks sky made ​​me shed many tears but it was also incomparable comforting. Thanks a lot.
Where was heaven for you, this week ...?

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Freitag, 19. April 2013

Lichtblick.

Magnolienhimmel.

Allen Mut zusammennehmen.
Danke, liebe Ulrike.
Magnolie, Frühling, Frühlingshimmel

Mittwoch, 17. April 2013

Mizuna, Postelein und Winston.

Winston Churchill hat gesagt, „man muss seinem Leib Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Wenn Körper und Seele schlappmachen, dann muss man beide etwas hätscheln, damit sie wieder mitspielen. Der Frühling bietet die besten Voraussetzungen dafür, draußen endlich wieder alles zu finden was man dafür benötigt: frische Luft, Sonne, Vogelzwitschern und - Grünzeug. Alles was Vitamine und Mineralstoffe hat fängt jetzt an zu sprießen und wenn es noch nicht für die Wildgemüsesammlung reicht, dann bietet der Markt das, was noch fehlt. 
Eigentlich bin ich nicht so der Salat-Typ. Ich liebe es warm und deftig, und kombiniere das dann gerne mit einer Handvoll Wildgemüse als Topping. Aber es gibt auch Ausnahmen, wenn der Salat an sich schon so viel Geschmack mitbringt, dass ich ihn sogar direkt aus der Tüte futtere, komplett ohne Dressing. So wie Mizuna und Postelein. Postelein schmeckt wie eine Mischung aus Babyspinat und Gartenkresse, zart und weich, ohne Bitterstoffe und fast ein bißchen süß. Mizuna könnte geschmacklich eine Kreuzung aus Chinakohl, Kresse und Rucola sein, ist knackig und frisch, leicht scharf und die Hälfte davon wandert meistens auf dem Weg vom Markt nach Hause schon in meinen Mund.
Was dann von beiden übrigblieb wurde gestern doch ein Salat, allerdings nur mit minimalem Dressing, das für mich nur dann eine Berechtigung hat, wenn der Salat selber nach nichts schmeckt.

Mizuna & Postelein mit Steinchampignons und Vintage Käse

Zutaten: 

Mizuna, Postelein, Steinchampignons, Gurke, Vintage-Cheddar (Danke, Du Herz, für diese Offenbarung), rote Trauben, Olivenöl, Balsamicoreduktion, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Salat waschen, Champignons putzen, Gurke schälen, Mizuna in mundgerechte Stücke zupfen, Champignons und Gurken in Scheiben schneiden, Trauben halbieren. Alle Zutaten auf einem tiefen Teller vermischen. Vintage-Cheddar drüberkrümeln, Trauben darauf verteilen, etwas Olivenöl und Balsamico, Salz und Pfeffer. Frühling essen.

Die traurigen Ereignisse der letzten Wochen haben mich in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken gebracht. Auch über Lebenführung, Ernährung und die Frage, was man mit seinem Leben, aber auch seinem Körper anstellt. Bei all den Anforderungen des beruflichen und sonstigen Alltags tritt der Blick auf die eigenen Gesundheit und die Frage, was man seinem Körper und seiner Seele manchmal zumutet oft gewaltig  in den Hintergrund. Leere Kohlenhydrate um die Nerven zu beruhigen, Fett um die Seele zu panzern, das Bewegungslevel monatelang eingeschränkt auf den Weg zwischen Bett, Bad, Küche, Kinderzimmer und Bürostuhl, zu wenig frische Luft, zu viel Arbeit, zu wenig Erholungsphasen... So schäbig würden wir kein Haustier behandeln, aber doch behandeln wir uns selbst oft so und leben, als hätten wir noch ein Leben, einen Körper in Reserve - zumindest so lange, bis der Körper die Notbremse zieht. Zumindest bei mir ist das so.

Ende März habe ich meiner Zukunft erschreckend klar ins Angesicht geblickt und beschlossen, dass ich das nicht als unausweichlich akzeptieren werde. Das Leben hat mir schon einige dieser Schockerlebnisse geschickt, um mir einen gewaltigen Tritt in den Hintern zu verpassen, aber womöglich hat es noch etwas mehr Dramatik gebraucht, um mich endlich auf  Trab zu bringen und mir selbst mehr Gutes zu tun, mich mehr um mich zu kümmern. Vielleicht ist ein kleiner Salat der Anfang... hope so.

Mehr herzhafte Rezepte findet Ihr bei mir > hier und jeden Montag bei den Glücksmomenten.
Man muss dem Körper Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen, Postelein, Winterportulak, Mizuna, Frühlingssalat, bunter Salat, Vintage Käse, Cheddar, rote Trauben, gesunde Ernährung