Mittwoch, 23. Oktober 2013

Holz . Häuser

Wer Holz und Architektur mag, der mag das Schweizer Wallis. Heustadel und Viehscheunen, Häuser und Wirtschaftsgebäude wurden hier jahrtausendelang aus den Bäumen der Alpen gebaut und haben sich dort  - ohne chemischen Holzschutz - teilweise über viele hundert Jahre erhalten. Das Holz vergraut, verwittert und wird dunkel, aber durch die geschickte Bauweise verrottet es nicht, weshalb man hier sogar 600 Jahre alte Stadel aus Holz finden kann.
 




Blatten ob Naters bei Brig . Wallis
Um ihre Vorräte zu schützen, stellten die Walliser ihre Vorratsspeicher auf Stützen aus Holz oder Feldstein und deckten diese mit einer runden, horiozontal gelagerten Felsplatte ab, auf der dann der Stadel ruhte. Der Zugang erfolgte über eine Leiter, die wieder weggenommen wurde. Die Vorräte waren so fern von der Bodenfeuchte und dem Schnee des Winters gelagert und die Mäuse kamen nicht über die Stützen in die Gebäude, weil sie sich an den Steinplatten kopfüber nicht festhalten konnten.



Blatten ob Naters bei Brig . Wallis
Die Dächer waren überwiegend mit Steinplatten gedeckt und hatten große Überstände, um die Fassade vor Feuchtigkeit zu schützen. Wohngebäude wurden im Sockelgeschoß aus Feldsteinen gebaut, während die Wohngeschosse darüber aus Holz in Blockbauweise errichtet wurden.
Konstruktiver Holzschutz und nachhaltige Bauweise - erwachsen aus der Notwendigkeit, die Materialien der Region sparsam und dauerhaft zu nutzen. Ein gutes Beispiel dafür, dass kluges Bauen den Einsatz chemischer Holzschutzmittel überflüssig machen kann und dass manches in der Vergangenheit deutlich zukunftsträchtiger und nachhaltiger war, als viele moderne Errungenschaften das heute sind.





Ernen . Binntal . Wallis
Zum Glück gibt es in den meisten Bergdörfern des Wallis strenge Bauvorschriften, so daß die traditionelle Bauweise und historische Dorfkerne auch erhalten bleiben. Selbst Neubauten fügen sich auf diese Art gut in das Gesamtbild ein und so wird das erhalten, was dieser Region ihre Ursprünglichkeit und ihren Charakter gibt.
In Ernen darf zum Beispiel nicht anders als traditionell gebaut werden und in Blatten wird zumindest der alte Dorfkern erhalten. Was dort rund um die Bergbahn wuchert ist dagegen weit weniger schön... aber das ist ein anderes Thema.

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Wallis, Blatten, Ernen, Binntal, Blockbauweise, Holzhäuser, alpenländische Architektur, Schweiz, traditionelle Bauweise, Vorratsspeicher, Heustadel, Nachhaltigkeit
 

Kommentare:

  1. mich hat es sofort gekribbelt, als ich die bilder gesehen habe mit dem gedanke:"das ist doch...."
    in ernen habe ich skifahren gelernt und auf die belalp fahre ich seit mitlwerweile fast 25 jahren jedes jahr die woche vor ostern.
    unglaublich.
    und unglaublich fantastisch dort.

    liebe ninjassiebengrüße

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  2. Das ist ja wirklich grandios . So schönes altes Holz . Die Stützen stehen aus wie Pilze , lustig ...
    Ich mag altes Holz sehr. Habe in meiner neuen Küche einen Tresen aus einer 300 Jahre alten ( wurde uns so gesagt ) Eichenbohle. Manchmal frage ich mich wo die schön überall war ...
    LG
    Antje

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  3. Ich hätte auch gern so ein Holzhäuschen. Ich finde es unheimlich anstrengend, dass hier bei uns immer alles irgendwelche energetischen Ansprüchen gerecht werden muss. Alles muss isoliert und versiegelt und ausgeschäumt sein. Da müssen dreifachverglaste Fenster überall rein, dabei sind doch die alten aus Holz mit Sprossen viel schöner...

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  4. Traurig, dass immer mehr WIssen über diese nachhaltige Bauweise verloren geht. Ich hoffe dass der aktuelle Trend noch etwas retten kann von diesen wunderschönen Häusern. Deine Bilder dazu machen mich mal wider ganz sehnsüchtig. Liebe Grüße, Wiebke

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  5. Da sieht man mal wieder... man muss nur wissen, wie mans macht. Kaum zu glauben, dass wir "modernen" Menschen meinen, mit unseren Hightech-Werkstoffen so viel besser zu sein, als die damaligen Baumeister. Die wussten nämlich noch, wie man die Materialien aus der Natur so nutzt, dass sie den bestmöglichen Zweck erfüllen. Und ich finde es schön, wenn Gebäude länger leben, als die Generationen, die dort geboren werden und sterben. Kaum ein Gebäude neuerer Zeit dürfte das noch so über Jahrhunderte hinweg schaffen.

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  6. ach, wenn holz doch erzählen könnte... da würden bestimmt spannende geschichten rund um das dorf hoch kommen. und so manch gruselige wäre bestimmt auch dabei! :)
    herzliche grüße
    die frau s.

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  7. Da hast du mal wieder einen sehr wichtigen Aspekt des Bauens angesprochen und gerade wir Architekten sollten uns auch immer wieder rückbesinnen auf althergebrachtes. Die immer strengeren Vorschriften machen das in der Realität leider fast unmöglich. Und wen wundert´s, dass plötzlich so viele Menschen allergiegeplagt sind, wo sie nun in hermetisch abgedichteten Häusern sitzen müssen in denen nichts so gut gedeiht wie der Schimmel.
    Liebe Grüße, Dani

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  8. Deine Fotos sind wunderschön, danke.
    Die sogenannte "Mausabwehr" an Vorratshäusern wurde schon in der Jungsteinzeit gebaut, seit die Menschen Ackerbau betrieben und Getreide lagerten.
    Liebe Grüße, Brigitte

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  9. Deine letzten Posts haben mich stark motiviert, endlich wieder einmal im Wallis Ferien zu machen. Dein heutiger Post hingegen, motiviert mich dazu, ein Kommentar zu schreiben. Ich lebe in der italienischen Schweiz, also noch ein wenig südlicher, und auch hier bei uns, im mTessin, hat es ganz ähnliche Holzhäuser, die bei uns "Rustici" genannt werden. Einige sind modern und respektvoll renoviert worden, richtige Kunstwerke der Architektur. Es lohnt sich also über oder unter den Gotthard zu fahren, um in unseren Tälern diese Schätze zu entdecken. In Google kann man unter Fusio oder Mogno, oder auch Val Bavona, einen Eindruck erhalten.
    Liebe Grüsse und vielen Dank für deine wunderschönen Fotos und Berichte!
    Cinzia

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  10. Ohja ! Durchdacht, einfach, schön + gut.

    Die gesuchte Nachhaltigkeit von heute, lässt sich nicht selten in der Vergangenheit finden. (Wenn einem bei der Realisierung nicht ständig die Verordnungen und engstirnige Menschen im Weg stehen würden...)

    Wunderschöne Fotos. Muss das schön gewesen sein dort umher zu gehen!
    Liebe Grüße :) Minza


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  11. Ich finde Holzbauten und speziell altes Holz total schön. Leider wird auf der Innsbrucker Uni ( so von einer Freundin und ehemaligen Architektur Studentin erzählt)
    gelehrt , dass Holz kein Bauwerkstoff ist , sondern zum Heizen verwendet werden soll.
    ^^ Wunderschöne Fotos schickst du uns wieder !
    Herzliche Grüße Ursula

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  12. Liebe Katja,
    wundervolle Bilder und ein toller Post.
    Die Holzhäuser schauen so schön aus.
    Ja, von der alten Bauweise bin auch ich begeistert.
    Unser Häuschen ist auch uralt :-)
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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  13. Bis auf die Dächer aus Stein, sieht es sehr ähnlich aus, wie früher im Bayerischen Wald. Die Getreidespeicher waren bei uns genauso konstruiert - teilweise hatten sie noch einen doppelten Boden (darin befanden sich nur Steine oder Sand) um das Getreide vor Dieben zu schützen. Wenn diese, um ans Getreide zu kommen, Löcher bohrten - kam durch den doppelten Boden ja nur Sand o. Stein ;0)
    Vielleicht sehen wir uns mal im Museumsdorf Bayerischer Wald - Gruß Doris

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  14. schöne fotos!
    ja, genau so sieht es da aus.....wunderbar ruhig und friedlich!
    liebe grüsse,y

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  15. Wunderschön. Erinnert mich total an Norwegen. Na ja, ähnliche klimatische und geologische Bedingungen führen zu ähnlichen Lösungen.

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  16. Toll, dein Beitrag! Solche "Steinpilze" habe ich auch irgendwo als Getreide-Schober-Träger auf Wiesen gefunden, aber wo..., ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls kamen die Mäuslein so einfach nicht hinein, bevor die Ernte dann abgefahren war. Holz ist einer meiner Lieblings-Wohnungsbaustoffe. Wo viel Holz ist, fühle ich mich auch in Innenräumen sehr wohl, sonst nicht, jedenfalls nicht lange, so ist das... Lieben Gruß Ghislana

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  17. Tolle Fotos! Ich bin gerade aus der Region Südtessin/ Nordpiemont zurückgekehrt, wo eher Stein und Esskastanienholz als Baustoff verwendet werden, incl. Steindächern (Zeige ich in den nächsten Tagen mal auf dem Blog). Nur noch wenige Fachleute kennen sich mit dieser Art des Dachdeckens dort aus.
    In unserer Nachbarschaft hier daheim entstehen gerade Doppelhäuser, die als Architektenhäuser und mit "nachhaltiger Bauweise" beworben werden. Da kann es einem wirklich gruseln - Glas, Stahl, Beton, Fermacell. Passt super in die Bodenseeregion...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  18. Ein wunderbarer Post mit tollen Bildern!
    Die Häuser strahlen irgendwie Ruhe und Robustheit aus, aber auch Geborgenheit.
    Liebe Grüße

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  19. liebe katja, kannst du dir denken, dass deine heutigen bilder mir zur zeit ganz ins herz treffen;) gleich beginne ich ein bissel ruhiger zu atmen und mein herz klopft vor freude:) schöne aufnahmen hast du da aus dem wallis mitgebracht - am meisten haben es mir die "tragenden" pilze angetan;) sei liebst gegrüßt von birgit, die dich zum bratapfel erwartet;)

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  20. wow, was ich alles schönes sehe und lerne bei dir! ich schäme mich ja tatsächlich ein bisschen, war ich doch als schweizerin noch nie im wallis. deine bilder berühren und führen mir vor augen, wie wenig weit man gehen muss, um eine neue welt zu entdecken. danke!

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  21. Wunderschöne Bilder und Deine Infos über die Holzhäuser finde ich richtig spannend! Das wusste ich so noch gar nicht - mich beeindruckt hier ebenfalls, wieviel Wissen es eben doch schon gab, früher.
    Wir meinen oft, wir hätten das Rad erfunden... dabei verschlimmbessern wir heutzutage vieles nur.

    Liebe Grüße,
    Papagena

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  22. diese häuser sind allesamt ein traum, die pilzträger genial und die alten techniken fantastisch. und wie gut, dass dort so vieles erhalten bleibt!
    ich wünschte, wir hätten auch so gebaut!!
    liebe grüße von mano

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  23. Danke für diesen aufschlussreichen Bericht über die Walliser Holzhäuser!
    Ich habe mich während meines diesjährigen Schweiz - Urlaub auch mit den traditionellen Architekturtypen der Schweiz beschäftigt und ein Post über die Häuser im Berner Oberland geschrieben. Leider habe ich es nicht in das Freilichtmuseum Ballenberg geschafft. Beim nächsten Mal...
    Liebe Grüße
    Astrid

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  24. Ja das Wallis ist immer eine Reise wert. Das ist wieder ein schöner und informativer Bericht. Danke
    Liebe Grüsse
    Elfe

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  25. Sehr schön dein Bericht mit herrlichen Bildern, so habe ich wieder etwas dazugelernt!
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  26. Nun bekomme ich aber gehoerig Heim- / Fernweh! Die Holzhaeuser im Wallis (und dem Rest der Schweiz) sind einfach wunderbar!! Tolle Bilder!
    Liebe Gruesse, Kristina

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  27. Das sieht sehr gemütlich aus dort!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  28. Hallo... ich habe gewonnen??????!!! Was ist das denn toll! Wie ich mich freue. ♥ Ach wunderbar. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet!!!
    Und Holzhäuser sind ja wohl ewig cool. Ich liebe diesen ursprünglichen Style. Großartige Fotos, die mich richtig ins Schwärmen kommen lassen. Ich sollte auch mal dringend ins Wallis, auch wenn Norwegen von hier aus irgendwie näher ist. Obwohl auch nicht so viel näher. ;) Was im hohen Norden für schöne, alte Gebäude rumstehen, finde ich immer wieder faszinierend.
    Liebe Grüße :)

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  29. Ohja. Ich mag die Schweizer Holzarchitektur auch sehr sehr gern! :)

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  30. Ach wie schön ! Deine Bilder wecken viele schöne Erinnerungen
    an Urlaube vor langer Zeit .
    LG Patricia

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!