Sonntag, 6. Oktober 2013

Der große Aletsch.

Alten Sagen nach leben in den höchsten Alpen Dämonen, Kobolde, Drachen und Riesen. Gletscher sind als Sinnbild der Reinigung auch Ort der armen, sündigen Seelen, die dort einfrieren, bis sie geläutert wurden. Steht man vor einem mächtigen Gletscher und sieht die ungeheuren Kräfte die dort walten, dann kann man gut verstehen, wie diese Sagen entstanden sind. Sicherlich hatte es früher auch praktischen Nutzen, die Gletscher wegen solche Sagen zu meiden, sind sie doch tatsächlich unberechenbares Terrain mit all ihren Klüften und Spalten. Aber trotzdem - und vielleicht ja auch gerade deshalb - üben Gletscher auch schon immer ein große Faszination auf mich aus. Gletscher sind für mich Synonym für Kraft und Naturgewalt, unbeeindruckt von den Menschen rollen sie Richtung Tal, um sich ganz oben immer wieder zu erneuern.
Unsere Wanderung führte uns an diesem Tag auf 2.200m von der Alpe Bel weiter zum Aletschbord...

Vor uns die Siedlungen Bruchegg und  Lüsga, weiter hinten das Hotel Belalp. Rechts das Weltkulturerbe Aletschwald mit seinen uralten
Arven auf der Rückseite des Hohfluh und Moosfluh, weiter hinten Bettmerhorn und Eggishorn.

Die Riederfurka mit dem Naturschutzzentrum Villa Cassel


Alpwiese bei Lüsga.

Handzahme Schmetterlinge.

Schönheit im Kleinformat.

In den Färrich werden alljährlich Ende August die Schafe von den höheren Alpen getrieben, um sie nach dem Hochalpsommer wieder
zu sortieren und an ihre Besitzer zu verteilen.

Alte Sennerei Lüsga              

Hotel Belalp am Aletschbord

Der Aletschgletscher

Kapelle auf der Belalp am Aletschbord
Gämsensuche.

Füße müde, Seele froh.

Gletscherzunge und Beginn der Massaschlucht.

Kapelle am Aletschbord.
Der große Aletschgletscher oberhalb von Naters im Schweizer Wallis bildet sich aus den vier grossen Firnbecken des Aletsch-, Jungfrau-, Grüneggfirns und des Ewigschneefälds. Diese vereinigen sich mit einer Eisdicke von neunhundert Metern am Konkordiaplatz und fließen mit 80 bis 200 Metern pro Jahr Richtung Tal. Wie alle anderen Alpengletscher, ist auch der Aletsch in den letzten Jahrzehnten mächtig zurückgegangen. Sicherlich auch eine Folge des Klimawandels, erdgeschichtlich jedoch auch ein ganz normaler Zyklus. Im Lauf der letzten Jahrtausende sind die Gletscher immer wieder abgeschmolzen und haben sich dann wieder aufgebaut. Man sieht an der die Massaschlucht umgebenden Landschaft noch sehr genau, wo das Eis vor ein paar hundert Jahren stand.
Wenn die Wolken ihre Schatten auf die umliegenden Berghänge werfen, dann kann man einfach nicht anders, als stehenbleiben, atmen und ... schauen.




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Kommentare:

  1. Ach wie schön....Nach deiner tollen Beschreibung hat man das Gefühl, man wäre selbst dort gewesen...LG Lotta.

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  2. Die Schafsortieranlage ist ja super und die Fotos sowieso!
    Steph

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  3. Der Gletscher ist wirklich beeindruckend ! Ich habe - obwohl ich schon mein ganzes Leben inmitten von Bergen lebe - sehr große Respekt vor ihnen. Aber in Gletscherhölen wohnen ja auch noch die Saligen Frauen die in der Not auch helfen !
    Einen ganz feinen Sonntag wünsch ich dir / euch
    Ursula

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  4. Wunderbar geschrieben und herrliche Bilder!
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

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  5. du bringst mich noch dazu, dass ich in die berge fahre statt ans meer!!
    wahnsinnsbilder, ich möchte sofort die wanderschuhe anziehen und losstapfen!
    herzliche sonntagsgrüße von mano

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  6. Eine schroffe, wilde, raue Landschaft - mit dem Duft nach Freiheit! Eine schöne Wanderung von euch beiden!

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  7. und mitten drin die chinesische mauer, in labyrinthischer version halt, wie fein :)

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  8. Liebe Katja,
    wunderschöne Landschaft, wunderschöne Fotos. Ich werde bei Dir beim Lesen immer ganz ruhig und gelassen. Dein Bericht ist sehr schön geschrieben. Am besten hat mir "Füße müde, Seele froh" gefallen. Wie wahr.

    Ganz liebe Grüße
    Birgit

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  9. Da bekommt man gleich richtig schöne Bergsehnsucht zum Sonntag spendiert. Das steinige Schafslabyrinth ist herrlich. Liebe Grüße
    Andrea

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  10. deinen feinen Beitrag lesen...Augen zu...durchatmen...und man hat das Gefühl man spürt diese wunderbare Freiheit förmlich währen die Nase die Natur erschnuppert... genau das richtige nach zwei Tagen München mit unsympathischen Zicken, die sich für den Nabel der Welt halten....
    einen feinen Sonntag wünscht dir Uli - die Kramerin

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  11. Wunderschöne Fotos und Zeilen..., man bekommt sofort Lust sich aufzumachen in diese Berge - Fotos (meiner gletscherwandernden Schwester) vom Aletschgletscher waren vor Jahren mal Bestandteil unserer "Wasser ist Leben"-Ausstellung. Naturgemachte Klimakreisläufe sind - schaut man im Gegensatz zur Erdgeschichte auf 120 Jahre Industriegeschichte, und davon dann noch mal auf die letzten 50 Jahre - dennoch ein bisschen was anderes als menschenverursachte Zutaten zum Klimawandel, vor allem, was das Tempo angeht. Schön, dass ihr dort so eine zu Herzen gehende Tour hattet - das prägt auch, Schönheit aufsaugen und sich um sie sorgen ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  12. hach. was für wunderschöne Aufnahmen. macht richtig Lust zu wandern. Herbst ist da ja die schönste Zeit. so waren wir auch gerade unterwegs, auf unserem Hausberg.

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  13. Liebe Katja, auch ich bekomme gleich Sehnsucht, mal wieder in die Berge zu fahren... und erinnere mich an eine atemberaubende Gletscherwanderung - auch in den Schweizer Alpen, nur wo genau... lang ist's her. Aber ich erinnere mich mit jeder Faser und jedem Sinn meines Körpers. Auch dank Deiner wunderschönen Bilder. Danke für's "Aufatmen, Einatmen, Atmen"... herzlich, Marja

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  14. WAHNSINN! Ich finde Geologie und Klima der Alpen ein wahnsinnig spannendes Thema! Wenn man sich überlegt, wie und aus was sie entstanden sind, wird mir immer ganz schwindelig!
    Ganz liebe Grüße
    Sandra

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  15. Ohja, beim Anblick Deiner Fotos und dem Lesen Deiner Beschreibungen möchte auch ich sofort loswandern. Gletscher finde ich auch äußerste faszinierend. Ich kenne sie aus Skandinavien und bin immer wieder beeindruckt.

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  16. Gestern schon gesehen und bewundert....
    Was für ein schönes Fleckchen Erde!
    Ich wäre nicht ich, wenn der Schmetterling mich kalt lassen würde. Trotz der Schönheit drumherum - das Bild hat es mir besonders angetan.

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!