Freitag, 13. September 2013

Zuhause bei... stefi_licious addicted

Stefi ist die Frau mit dem kompliziertesten Blognamen, den ich kenne. Wie gut, dass man Blogs einfach abspeichern und aufrufen kann, denn sonst würde ich wohl wegen Vertippens viel verpassen. Das wäre sehr schade, denn auf Stefis Blog °stefi_licious addicted° gibt es viel Schönes zu entdecken. Sie näht Taschen und Kissen, belegt Burger mit Spinat, überbäckt Rote Beete mit Schafskäse und gibt immer wieder auch Einblicke in die fortschreitende Renovierung ihres Hauses und wie sie es sich dort nach und nach immer schöner macht.

Liebe Stefi, was bedeutet "Zuhause" für dich?

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als katja mich einlud, den begriff „zuhause“ zu definieren, war ich total hin und weg. ich freue mich riesig über diese einladung. natürlich sagte ich sofort zu. und dann saß ich da. zuhause. was sollte ich denn eigentlich darüber schreiben? wie definiere ich denn tatsächlich den begriff? wie fülle ich das wort mit inhalt? die ganze sache gestaltete sich plötzlich als herausfordernder als gedacht. plötzlich denkt man nach. was genau macht das zuhause denn aus?
ich fing an, laut zu denken und hatte plötzlich diskussionen mit herrn m. und freunden, was genau denn ein zuhause ausmacht. spannend! wirklich sehr spannend! für mich wurde dabei immer klarer: zuhause ist ein gefühl. ein gefühl, das gar nicht so leicht zu beschreiben ist. das sich nicht unbedingt an konkrete orte knüpft, sondern durch erinnerungen, die wach gerufen werden, bestimmt wird. es ist ein sich wohl fühlen im moment. ein mit sich im reinen sein. ein sich geborgen fühlen. ein inne halten. ein kraft tanken. ein ‚hier kann mir die welt nichts anhaben’.

aber wodurch ergibt sich das alles?

ich glaube, sich zu hause zu fühlen, wird stark durch das geprägt, was man in seiner kindheit vermittelt bekommen hat. wenn man sich geborgen gefühlt hat und es einem sorgenlos gut ging. diese erinnerungen sind unterschwellig immer da und werden geweckt durch gerüche, licht, farben, geräusche – und menschen. mein zuhause hängt sehr von den menschen ab, die ich dort treffe und die mir das gefühl geben, genau hier richtig zu sein. das ist wohl auch der grund, warum ich mich an mehr als einem ort zu hause fühle. ich bin nämlich nicht nur da zu hause, wo ich wohne.

selbstverständlich ist das der idealzustand – sich da zu hause fühlen, wo man wohnt. bisher, habe ich den eindruck, ist mir das immer gelungen. egal, ob in einer wg, in einem stadtteil oder im nachbarschaftlichen umfeld. letzteres hat vor allem in meinem jetztigen lebensabschnitt eine unglaubliche bedeutung gewonnen. wir, der herr m. und ich, haben nämlich vor 3 jahren einen bungalow gekauft. ein altes schätzchen von 1977. in einer gewachsenen und fertigen nachbarschaft. tja. so ganz geheuer war mir das am anfang nicht. aber die leute um uns herum, haben es uns so wahnsinnig einfach gemacht, dazu zu gehören, dass wir fast nicht anders konnten, als uns hier sofort zu hause zu fühlen. man hilft sich, man quatscht und tratscht, man feiert, man arbeitet hier in einer großen gemeinschaft. der kleine plausch am gartenzaun (der auch gern mal mit wein oder kaffe und kuchen ergänzt wird) gehört selbstverständlich dazu.

aber dann stand, bzw. steht immer noch, die große frage im raum, wie macht man aus einem haus ein zuhause??? das war vor allem vor dem umbau ein ziemlicher berg, den es zu erklimmen galt. wie will man denn leben? welche fliesen wird man auch noch in 30 jahren mögen? 

ich habe für mich festgestellt, dass ich klare linien brauche, denn durch das alltägliche leben gibt es genug unruhe in den räumen (ich sage bloss, zettelwirtchaft in der küche!). und ich bevorzuge überwiegend gedeckte bzw. neutrale farben. ich setze lieber mit deko bunte akzente, die ich dann wieder austauschen kann. und zum glück ist herr m. damit einverstanden. ;-) 

besonders wichtig in unserem hausprojekt ist der koch- und essbereich. wir haben uns für einen offenen raum, mit theke, entschieden. ein platz, an dem man zusammen kommt, redet, isst oder manchmal sogar arbeitet. nach jedem urlaub, oder kurztripp, stellen wir immer wieder fest: wenn wir unseren kaffee zusammen an der theke trinken, dann sind wir zu zuhause. dann bleibt für einen moment die zeit stehen und alles andere tritt in den hintergrund.

es gibt noch viele viele bereiche im und um das haus herum, die noch lange nicht so sind, wie ich sie gerne hätte. die mir aber trotzdem in ihrer unvollständigkeit das gefühl von zuhause geben. denn hier muss und kann ich noch selbst hand anlegen. kann meine ideen und überlegungen ausprobieren. und wenn ich feststelle, das war nix, dann macht man es eben wieder anders. :-) und herr m. und ich können voller überzeugung sagen, dass wir an unserem haus mittlerweile jeden stein mit vornamen kennen. in diesem haus steckt unser herzblut und unsere arbeit – und wir freuen uns jeden tag darüber. auch das bedeutet zuhause sein.


Liebe Stefi, vielen Dank.

Stefi ist 41 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und Hund Paula in Bielefeld. Als gelernte Diplomingenieurin für Umwelttechnik arbeitet sie heute in einem Maschinenbau-Unternehmen. Auf ihrem Blog °stefi_licious addicted° schreibt sie über alles was sie spannend findet, aber auch ihren Hausumbau und die Gartengestaltung und natürlich über das Nähen, ihr großes Hobby. Ein paar genähte Schätze findet ihr  in ihrem gleichnamigen dawanda-shop.

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Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr während meiner Sommerpause > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren 
.Zuhause bei..., Die Raumfee besucht, De Raumfee zuhause bei..., Gastposts Zuhause gesucht, Wohnen, Wohntips, Wohnidee, Wohnblog, Zuhause gefunden, Was macht Zuhasue aus? Zuhause fühlen, in sich zuhause sein, Zuhausegefühl, Wohntips 

Kommentare:

  1. Wunderbar, sich ein Haus als Zuhause einzurichten. Ich mag Deinen Bericht sehr. Und die Stühle in eurem Esszimmer haben wir auch (auf Tipp von Katja hin). ;)
    Liebe Grüße.

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  2. ...ich bin auch wieder ganz hin und weg vom lesen, nicht nur weil mir Stefi`s Wort-Gedanken-Spiel gefällt, sondern weil sie auch meinen Geschmack mit der Einrichtung trifft :) Stefi sollte in meinen Augen Bücher schreiben und das Nähen an den Nagel hängen ;)

    Weiter so....ein Fan!!!

    Silke

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  3. Ich lese die "Zuhause bei..."-Serie total gerne, und all die verschiedenen Denkanstöße bringen mich immer wieder zum Nachdenken. Interessant, dass für viele "zu Hause" mehr ein Gefühl als ein Ort ist, wie Stefi noch mal so gut zusammenfasst. Mir geht es ganz ähnlich.
    Mir wird immer wieder gesagt, meist wohl als Kompliment gemeint, wie gut sich meine Kinder überall sofort zu Hause fühlen können. "mein zuhause hängt sehr von den menschen ab, die ich dort treffe und die mir das gefühl geben, genau hier richtig zu sein", sagt Stefi. 'Und genau das ist es doch! Auf den Punkt formuliert. Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Lena

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  4. Liebe Steffi,

    ich hab´s dir ja schon drüben gesagt: Wunderschön!
    Nicht nur dein Zuhause an sich, sondern auch wie du es beschrieben hast, diesen Zustand des Glücks. Von wegen zu viel, von mir aus hättest du noch weitere Seiten füllen können.
    Spannend finde ich ja, dass du dieses Thema mit Herrn M. und deinen Freunden besprochen haat - waren die Ansichten auch mit Freunden da ähnlich oder gab es durchaus kontroverse Haltungen?

    Liebe Grüße & danke Katja für die vielen Bloggerinnen, die du für dein wunderbares Projekt gewinnen konntest!

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  5. Wie schön das alles klingt! Man merkt genau, wie sehr Dir und Herrn M. Euer Haus/Heim/Zuhause am Herzen liegt und das find ich ganz ganz wunderbar. :)

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!