Sonntag, 1. September 2013

Zuhause bei... Spielpause.

Wenn Marja eine Spielpause einlegt, dann bedeutet das eine Pause von ihrer Arbeit als Musikerin. Diese Pausen verbringt sie primär mit ihrer kleinen Tochter und dieses gemeinsame Leben samt aller Höhen und schwierigen Phasen dokumentiert sie auf ihrem Blog. Wenn Marja mal Pause hat vom Flöten und Mamasein, dann näht sie sehr gerne und viel und ich bin immer mitaufgeregt und mitenttäuscht, wenn der kleinen Madam ein Kleid nicht zusagt. Schließlich sind die Dinge aus Marjas Hand doch alle wunderschön und besonders , auch wenn sie für sich selber näht.

Liebe Marja, du lebst in der Großstadt Leipzig. Ist dort auch dein Zuhause?

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Mein Zuhause ist für mich nicht zwingend an einen Ort gebunden. Vielmehr ist es ein Gefühl - ein Wohlgefühl. Es ist für mich das Gegenteil von sich fremd fühlen. Es sind vor allem das vertraute Lachen meines Kindes und feste Familienbande. Der wohlige Schauer, der mich auch nach vielen Jahren noch beim Musikmachen durchfährt. Ein Duft, ein Mensch, ein Anblick, ein Geräusch - all das kann mich im größten Trubel nach Hause holen. Als ich diese Zeilen schreibe, bin ich in der Fremde. Ohne mein Kind, ohne Familie, ohne Vertrautes. Nur die Musik habe ich dabei. Außerdem Nadel und Faden, ein paar kleine Stoffreste und viel Zeit für kleine Handarbeiten.  
 
Die Tage verstreichen, ich mache mich mit der Gegend und den Menschen vertraut und finde Orte und Situationen, in denen ich mich zuhause fühle. Meist ist es die Wiese am Fluß nach einem kleinen Spaziergang. Die Stille, die ich fernab des Trubels finde. Auch sind es die Musik, die wohlige Erschöpfung, der herzliche Applaus und das Beisammensein nach einer gelungenen Vorstellung. Was bleibt und täglich wächst, ist die Sehnsucht nach dem Kinde und so greife ich immer öfter zu Nadel und Faden. Setze Stück um Stück zusammen und bin dabei in Gedanken bei meiner kleinen Tochter, die - so ich denn irgendwann fertig werde - ihre Puppen unter der entstehenden Decke betten wird. Jeder Stoff trägt eine kleine persönliche Geschichte in sich. Manche Stücke kamen von lieben Menschen zu mir, ein anderes ist der Rest eines Lieblingskleides. Jedes weckt in mir eine schöne Erinnerung und holt mich so - wenigstens in Gedanken - für einige Zeit nach Hause.  

Inzwischen sind wir wieder beisammen. Ich freue mich am Kinderlachen und die Decke wächst weiter. Ich bin zu Hause und genieße es sehr.

Liebe Katja, Dir und Deinen Lesern wünsche ich einen wunderschönen Sommer und danach ein gutes Nachhausekommen! 


Vielen Dank, liebe Marja.

Marja ist 33 Jahre alt, arbeitet als Flötistin und lebt mit ihrer dreieinhalbjährigen Tochter in Leipzig. Seit 2012 bloggt sie über das Mamasein und Leben mit Kind und das Nähen (gerne und immer wieder Recycling). Ein kleiner Shop für Kindersachen ist in Planung.
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Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
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Kommentare:

  1. sich ein zuhause schaffen in der ferne im basteln am puppenzuhause, an der tochterherzfreude — das passt für mich zu marja, das ist einfach schön.

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  2. Wieder ein schönes Porträt einer liebenswerten Person! So empfinde ich Marja, seit ich ihr Blog mitverfolge.
    LG
    Astrid

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  3. Wenn man so mit der Musik verbunden ist, dann hat man das große Glück, sich durch die Musik überall ein bisschen zu Hause zu fühlen...wie ich finde...Und wenn man dann noch handwerklich so begabt ist und in der Fremde dann etwas werkeln kann für die Heimat, dann ist das einfach nur wunderschön! LG Lotta...die jetzt in Konzerten mal die Augen offen hält, wer da so an der Flöte sitzt...;-)

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  4. Ja ;-), ich erkenne sie wieder und finde es schön und beruhigend, wie es ihr in ihrem bewegten Leben der (nicht nur) Ortsveränderungen von Kindesbeinen an gelungen ist, "Zuhause" dann doch für sich stimmig erfahren und fühlen zu können, wo auch immer... - ein bisschen davon ist auch hier, bei mir. Ich sitze gerade an der Stelle, wo wir zusammen Ball gespielt haben, um Sommer, mit dem kleinen Töcherchen, bei dem "nach hierher" vielleicht nun auch schon kleine Zuhause-Gefühle wachsen... Liebe Katja, ein dickes DANKE nochmal für diese Reihe... LG Ghislana

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  5. Ach diese Sehnsucht nach dem Kind kann ich gut verstehen, so ging es mir gerade auch (nach zwei Tagen!). Schöne Grüße und an dieser Stelle noch einmal liebe Katja, ein großes Dankeschön für diese Reihe und immer wieder neue Einblicke in die Gedankenwelt der anderen! Wiebke

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  6. liebe maRja. das ist so schön.
    und ehRlich. meRci.
    liebe gRüße. käthe.

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  7. Habt Dank Ihr Lieben, hab Dank, liebe Katja! Dass ich Dein Gast sein durfte. Hier bei Dir, wo ich beim Lesen und Betrachten so oft ein Wohlgefühl erfahre. Fast schon heimelig :-). Herzlich, Marja

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!