Samstag, 14. September 2013

Zuhause bei... Rosarood goes Stockholm.

Auf Maren traf ich durch Zufall im Internet, als ich einen neuen Bezug für mein altes Sofa vom Schweden suchte. Ich stolperte über ein Foto ihres Wohnzimmers in Amsterdam und schrieb sie an um zu erfahren, wo man diese schönen grauen Bezüge bekommen kann. Einen neuen Bezug für mein Sofa habe ich immer noch nicht, aber dafür stehen Marens Sofas inzwischen nicht mehr in Amsterdam, sondern in Schweden in einem traumschönen Haus. Wie das alles gekommen ist? Das könnt ihr auf ihrem Blog "Rosarood goes Stockholm" nachlesen. Dort berichtet sie über ihre Haussuche, den Umzug nach Stockholm ins "kleine Schwarze" und ihre ersten Schritte in der neuen Heimat - vom Lernen der Sprache, der Einschulung ihrer Söhne und der Annäherung an die schwedische Küche und die einheimischen Bräuche, bis zu einer Sightseeingtour zu den Sehenswürdigkeiten rund um Stockholm.

Liebe Maren, Du sagst, dass du Seefahrerblut in deinen Adern hast. Tatsächlich hast du als geborene Bremerin auch schon als Matrosin und Skipperfrau auf einem Segelschiff gelebt und vor Stockholm in Amsterdam, wo auch dein Mann herstammt. Gibt es einen Ort, den Du als dein Zuhause bezeichnen würdest, oder fühlst Du dich überall zuhause?

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Zuhause.
Was ist das? Ein Ort oder ein Gefühl? Vielleicht beides zusammen? Was macht
aus einer Behausung ein Zuhause? Wann und wo fühlst Du dich zuhause?

Diese Fragen stellte mir Katja,...und so überlegte ich....eine ganze Weile...

„Zuhause ist da, wo dein Herz ist“ sagt ein Spruch... ja, das stimmt für mich ein wenig. Für mich hat zuhause nicht soviel mit einem bestimmten Ort zu tun, viel mehr ist es ein Gefühl.

Das Gefühl in mir zuhause zu sein, beschreibt es am besten. Natürlich ist für mich mein Zuhause auch immer noch mein Elternhaus und die Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Allerdings fühle ich mich dort schon lange nicht mehr zuhause in dem Sinn, dass ich dort hingehöre und dort wohnen muss... zu lange schon wohne ich weit weg. Hin und wieder überfällt mich zwar ein leichter Lokalpatriotismus, aber im wesentlichen habe ich grossen Abstand, dass mein Zuhause nicht mehr Bremen ist. Und ich bin immer total begeistert, wenn ich irgendwo in der Welt jemanden aus meinem Heimatstadtteil begegne:„Echt?! DU kommst aus Bremen? Super!!“... zur Entgeisterung meiner Mitreisenden *lach*. Und je länger ich hier so drüber schreibe, desto mehr wächst in mir die Vermutung, dass dies Heimat ist... meine Heimat... aber nicht mein Zuhause!

Seit meinem 19. Lebensjahr bin ich bisher fünfzehnmal umgezogen... Ich habe alleine gewohnt, zusammen gewohnt, in Deutschland gewohnt, in den Niederlanden gewohnt, in Einzimmer-Appartements, Häusern, Bauernhöfen, Wohnungen und auf einem Segelschiff... und ich habe mich überall zuhause gefühlt!


Für mich ist mein Zuhause also mehr ein Gefühl als ein Ort. Nachdem ich ein Jahr in Amsterdam wohnte, stürzte unsere Wohnungsdecke -beinah- ein und wir waren innerhalb von 2 Stunden „obdachlos“, nachdem die Wohnungsbauaufsicht unsere Wohnung als unbewohnbar erklärte. Da standen wir dann mit ein paar schnell gepackten Koffern und drei Kindern auf der Straße... Wir sind dann in ein Hotel gezogen für eine Woche, zwei Wochen in ein Ferienhaus und dann in eine Ersatzwohnung am anderen Ende der Stadt! Die Zeitangabe von unserer Mietgesellschaft betrug bei Einzug dort 4-6 Wochen, letztendlich wurden es acht Monate! 

In dieser Zeit fühlte ich mich eher nicht zuhause, wir hatten zwar einen Teil unserer Möbel dort, aber es war nicht unser Heim... sondern eine zeitweise Behausung! Ich verspürte auch keinen Drang, es schön einzurichten, denn eigentlich sollten wir ja so wieder ausziehen... In mir herrschte ein Meer der Verzweiflung, der Ohnmacht und Trauer... als ich dies einem befreundeten Arbeitscoach erzählte, guckte der mich völlig verständnislos an und fragte mich, ob ich noch nie gehört hätte, dass neben dem Verlust einer geliebten Person der Verlust von Wohnraum auch den Verlust von Sicherheit bedeutete... also noch ein wichtiger Aspekt: Zuhause bedeutet für mich Sicherheit!

Als wir danach eine andere Wohnung gekauft haben, war ich sehr froh, und fühlte mich schnell zuhause in unseren eigenen vier Wänden. Mir lag daran, es gemütlich einzurichten und dort ein Zuhause für uns zu schaffen, in dem wir uns alle wohl fühlen konnten.

Das ist also ein wichtiger Aspekt: Ich muss mich wohlfühlen! Ob alt oder neu, Schiff oder Haus, klein oder gross, oben oder unten... alles nebensächlich... für mich persönlich zum Wohlfühlen ganz wichtig: Es muss hell sein, sauber und ordentlich... Ich mag keine vollgestellten Räume und auch Deko hält sich bei mir eher in Grenzen... ich glaube, ich habe es zuhause gerne reizarm. ;-)

So ist es auch jetzt... hier im kleinem Schwarzen in Schweden! Ich fühle mich hier zuhause,...in diesem großem Land voller Wälder und Seen! Es fühlt sich an, als wenn ich von hier komme... hm, wie soll ich das umschreiben?! Vielleicht kennt ihr das Gefühl, an einen Ort zu kommen... und zu denken, hier war ich schon mal, obwohl man dort noch nie zuvor gewesen ist. Gleichzeitig aber zu fühlen von dorther zu kommen. Ganz stark hatte ich das Gefühl im Urlaub in der Dordogne... ich fühlte mich dort gleich zuhause! So wie jetzt hier... hier gehöre ich hin!




Ich könnte nie ein Haus bauen oder kaufen unter dem Aspekt, da drin bis zu meinem Lebensende wohnen zu bleiben. Ich bewundere Menschen, die das tun, keine Frage... aber ich bin dazu nicht in der Lage... in mir schwappt das Seefahrerblut meiner Großväter! Ich habe in den letzten 15 Jahren ein Schiff und zwei Häuser verkauft, ohne dem hinterher zu trauern. Das Materielle daran ist mir nicht wichtig... ich nehme die Erinnerungen mit! Wohlgehütet in mir... in meinem Zuhause.. und euch habe ich gerne ein paar Ausschnitte davon gezeigt ;-)

Ein dickes Tack an Katja und ihre wundervolle Idee!

Kram,
Maren


Liebe Maren, vielen Dank.

Maren lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Schweden in der Nähe von Stockholm.
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Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr während meiner Sommerpause > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
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Kommentare:

  1. Also aus der Wohnung mit Blick auf die Schiffe wäre ich ganz bestimmt nie wieder ausgezogen...grins. LG Lotta.

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    1. Hej Lotta! Stimmt, war auch sehr schön dort! Und nächstes Jahr sucht die Wohnung einen Käufer ;-)
      Kram,
      Maren

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  2. wow! seit ich diesem blog hier folge wohl einer der bewegendsten berichte. vielleicht auch, weil ich es so sehr nachvollziehen kann mit dem verlust der wohnung. und ein bisschen neidisch auf das häuschen in schweden bin ;)
    und wunderbar eingerichtet. danke für diesen beitrag.

    liebe grüße,

    jule*

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  3. ...was habe ich gerade genossen !Herzlichen Dank!Ganz viele, liebe Grüße,Petra

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  4. ganz genau so geht es mir auch;) ein wundervoller beitrag!
    liebe grüße!
    sarah

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    1. Tack! Schön, dass es dir auch so geht!
      Kram,
      Maren

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  5. das kenne ich. und es ist so wohltuend.
    und bei diR ist es veRdammt schön, liebe maRen!
    liebe gRüße. käthe.

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  6. Liebste Maren, dein Bericht ist soooooo schön! Ich begleite dich ja schon eine Weile auf deinem Blog und du beschreibst so wunderbar, was Zuhause bedeuten kann. Das Gefühl sich plötzlich in einer Gegend "Zuhause" zu fühlen, obwohl man noch nie zuvor dort war, hatte ich auch bereits. Ist doch irgendwie interessant, oder?
    Glg
    Sandra

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  7. Ich bin immer wieder gerne "zu Gast" im kleinen Schwarzen. Und käme auch ins nächste Heim wieder mit. Denn eins ist gewiss, es wird ganz "rosarood" sein . Und das mag ich. Herzlich, Marja

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  8. Zuhause bedeutet Sicherheit - das ist nur zu wahr. Und: Wunderschön ists bei Dir!

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  9. Toll geschrieben, toll erklärt, tolle Frau!
    Liebe Grüsse!

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  10. Liebe Maren,
    wirklich schön geschrieben und ich freu mich so sehr für euch, daß das kleine Schwarze nun EUER ZUHAUSE ist.
    Ganz herzliche Grüße,
    Manu

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  11. Ein wunderschöner Beitrag, der einmal mehr die Vielfalt des Begriffs Zuhause zeigt. Das Haus ist wunderbar und schön, dass Du so schnell loslassen kannst.
    Liebe Grüße.

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  12. Ganz, ganz großartig...liebe Maren, ein Zuhause ist auch wo man es sich schön macht und sich wohlfühlt !
    ♥Kerstin

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  13. Superspannend, liebe Maren, ich werde mal auf deinem Blog weiterlesen!
    Ich mag es, wie du Dein Verständnis von "Zuhause" erklärst und bebilderst.
    herzliche Grüße von Tine

    Ps Bremen liebe ich übrigens auch sehr, da hab ich meinen Mann kennen gelernt ;)

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!