Donnerstag, 29. August 2013

Zuhause bei... Werkeltagebuch.

Damit ein Mensch mich erreicht muss er authentisch sein, herzlich, empathisch, gerne selbstironisch, sich ausdrücken können, machen anstatt nur davon zu reden und vor allem geradeheraus sein.  
Nina erreicht mich. Ihre Art, ihr Tun auf ihrem Blog Werkeltagebuch zu beschreiben, zaubert mir immer ein Grinsen ins Gesicht und ihre Ideen, Dingen anlässlich ihres Upcycling-Dienstag einen ungewöhnlichen Nutzen zu geben sind legendär. Sie kann aus alten Spiderman-Socken ein Federmäppchen nähen, Batman-Kostüme für Kuscheltiere machen und aus Schwarzbrot-Verpackungen Konfetti. Für mich ist sie die Mrs. McGyver der Wiederverwertung. Gib ihr einen Fahrradschlauch, eine Heißklebpistole, eine Nähnadel, eine alte Schallplatte, ein ausgebranntes Teelicht und ein Schweizer Taschenmesser und Du wirst erleben, wie sie damit die Welt rettet. Mindestens.
Davon mal abgesehen geht sie auch noch arbeiten (Superheldentarnung), zieht so ganz nebenbei drei Kinder groß, ist einer der ehrlichsten und hilfsbereitesten Menschen die ich kenne und hat sich direkt in mein Herz gequatscht. 

Liebe Nina, wo ist dein Zuhause und was bedeutet es für dich?
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Wo ist Zuhause?

Katja möchte mehr darüber wissen, wo (mein) Zuhause ist und Ihr ja vielleicht - oder hoffentlich - auch. Dieser Beitrag ist eigentlich weit über die Grenzen hinaus, die für mich persönlich beim Bloggen gelten und so ganz wohl ist mir nicht damit. Und er lässt desweiteren die Blickweise außen vor, dass man sich selbst ein Zuhause und diese Begrifflichkeit damit nicht ortsgebunden ist. 

Mein "Zuhause" zu definieren, fällt mir schwer. 

Vermutlich deswegen, weil man sich doch immer mit anderen vergleicht, bewusst oder unbewusst. Für viele Menschen ist ihr Zuhause ihre Behausung, gefüllt mit Familie oder anderen lieben Menschen, persönlichen Dingen, Erinnerungen, Geschichten. 

Zuhause ist für mich immer dynamisch, nicht zu jedem Wohnort oder Wohnsitz konnte ich dieses Gefühl aufbauen. Zudem bin ich etwa 20x umgezogen und wenn heute jemand anruft und wir sprachen länger nicht, ist immer die erste Frage: "Wo wohnst Du jetzt?" 

Die Kinder haben meine Taktung deutlich verlangsamt. Wir leben schon seit 10 Jahren in derselben Stadt. Mein Zuhause ist sie nicht, aber unsere Wohnung, in der wir seit 3 Jahren sind, ist toll.

In meiner Kindheit lebten meine Großeltern im Westerwald. Dieses alte Haus, das zuvor als Schule gedient hatte, hängt mir bis heute nach. Aber nicht in Form von Erlebnissen, sondern mit seinen Gerüchen. Der Kohlenkeller, der Dachboden und das Badezimmer im ersten Stock hatten ganz spezifische Düfte. Noch heute passiert mit mir Eigenartiges, wenn ich etwas Ähnliches wahrnehme. 

Eine Spanne von etwa einem Jahrzehnt gab es, deutlich später, da war Irland mein gefühltes Zuhause. Es gab also viele Urlaube und irgendwann eine Auszeit von einem Dreivierteljahr (Anfang des neuen Jahrtausends), innerhalb derer ich mir den Traum erfüllte, in Irland in einer Jugendherberge zu leben und zu arbeiten. 

Zuhause sind heutzutage Momente. 

Viele Situationen mit meinen Kindern. Am liebsten die, in denen wir lachen oder anders nah beisammen sind. Der Geruch von frisch gebackenem Kuchen. Am Meer sitzen, die Füße im Sand vergraben bei Sonne und leichtem Wind. Gern lebte ich am Meer.

Denke ich bisweilen darüber nach, wo "Zuhause" ist, dann überkommt mich an guten Tagen die Zuversicht, dass wir uns irgendwann begegnen werden, "mein Platz" und ich. Schön wird das.


Liebe Nina, ich danke Dir herzlich für diesen Einblick in dein Leben. 

Nina ist 41 und lebt mit dem großen und dem kleinen Krawallix und ihrem Lieblingsmädchen in Lünen.
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Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.
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Kommentare:

  1. Gerüche können ganze Emotionswelten auferstehen lassen, finde ich. Sie bleiben viel länger hängen als irgendwelche visuellen oder ähnlichen Erinnerungen. Ein schöner Beitrag und schön auch Deine Vorfreude auf Deinen Platz. :)

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  2. An guten Tagen habe auch ich diese Zuversicht, dass mein Platz mir noch begegnen wird. Es wird passieren! Schöne Grüße, Wiebke

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  3. die momente .... ja sie machen es. eineR füR sich und viele im gRoßenganzen. hab dank füR diesendeinen blick.
    liebe gRüße. käthe.

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  4. ja, schön wird das. ein blick auf das klobige zuhause-wort, der so feinsinnig sich herantastet — wirklich schön.

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  5. Liebe Raumfee, dein Gastblogprojekt zum Thema "zuhause" ist einfach wunderbar! Bin gespannt, wer hier noch alles zu Wort kommen wird...
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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  6. Ich plädiere auch für mehr Meer - aber das weißt du ja liebste Nina. Gefühlt könnte auch dort mein Zuhause sein.
    Und du liebe Katja hast wunderbare einleitende Worte gefunden - die unterstreiche ich nämlich in allen Punkten!
    Liebste Grüße von steffi

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  7. Liebe Katja, schöner, feinfühliger, wärmender hättest du diese wundervollen Begegnungen mit Nina nicht beschreiben können. Genau so ist sie. Wundervoll, einfach wundervoll! Man kann gar nicht anders, als sie mögen. Und sich über gigantischen Recyclingprojekte kaputtlachen, weil sie manchmal so herrlich schräg daherkommen.

    Und Nina, du bist und bleibst einmalig! Ganz groß, ganz fein, ganz du!
    Danke, dass du über deinen imaginären Schatten gehüpft bist und ein bisschen aus dem Heimnähkästchen geplaudert hast. Von Irland wusste ich zum Beispiel noch nichts. Und das Haus deiner Großeltern ist ein Traum!
    Ein wenig Wehmut am Ende, aber das kenne ich, wenngleich ich mich ebenso wie du, mit der Wohnung angefreundet habe und dennoch ringsherum nicht alles mein zuhause ist. Ein bisschen rastlos und auf der Suche sind wir eben ...

    Liebste Grüße

    Katja

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  8. Ich kann mich beiden Katjas nur anschließen. Was soll man da noch viel sagen! ,-)
    Aber ich bin froh, euch beide, dich und Nina hier kennengelernt zu haben. Beide eine Bereicherung der ganz besonderen Art!
    Liebe Grüße an euch und bitte weiter so
    Claudia

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  9. Hier fühle ich mit...
    Auf der Suche... Vielleicht irgendwann?!?

    Andrea

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  10. noch kenne ich deinen blog noch nicht, liebe nina - aber das wird sich sicher ändern. ein schönes zuhause-porträt!
    viele grüße von mano

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  11. Das mit den Gerüchen und Zuhause kenne ich. Das habe ich auch, zumal ich auch nicht an einem Ort hänge. Ich kann über all auf der Welt leben und finde mein Zuhause in meinen Ritualen und Routinen.
    GGGGGLG Jana

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  12. Zuhause + Gerüche...genauso ist es!
    Oh wie ich das liebe, wenn mich ein Geruch 30 Jahre zurückkatapultiert! Eine Zeitreise
    Ohne Maschine, sozusagen...lg Carmen

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  13. liebe nina,
    wie schön ist es, dir hier wieder zu begegnen.... und wie seltsam mich dieses interview berührt. ich hatte irgendwie die befürchtung, mich nur selbst immer so "noch- nicht- ganz- angekommen" zu fühlen.

    danke für diese schönen fragestellungen, katja!
    ich sehe jetzt öfter mal vorbei.
    grüße aus hamburg!
    anja

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  14. Ja, an Gerüche hätte ich gar nicht gedacht. Aber wie Recht Du doch hast! Ein sehr schöner Einblick in Deine Welt! LG, Annette

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  15. Liebe Nina,
    ich kenne die vielen Umzüge und dieses Gefühl, daß es wahrscheinlich nicht der letzte war... ich finde, Du hast sehr schöne Worte gefunden. Ich trage mein Zuhause auch in den Kindern, unseren Ritualen und ein paar Herzstücken mit.
    Herzliche Grüße von Tine

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  16. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich die viele Freundlichkeit verarbeitet hatte, um mich an dieser Stelle eher wortkarg zu bedanken. Ich bin dolle gerührt. Dankeschön. Nina

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!