Montag, 12. August 2013

Zuhause bei... Fee ist mein Name

Wer kennt Fee nicht. Fee mit dem Phoenix West-Fetisch, Fee die Lomographin, Fee mit dem legendären Wochenrückblick. Fee aus dem Pott. Wer gerne Blogs liest, die mit Witz und Selbstironie geschrieben sind, authentisch und persönlich, der kennt auch "Fee ist mein Name". Seit ich selbst blogge, lese ich bei ihr gerne, gerade weil sie sich nicht darauf beschränkt, unverbindlich zu bleiben und nur perfekt gestylte Dinge zu zeigen, sondern weil es menschelt und weil ihre Begeisterung herzlich und ansteckend ist. Wenn mir jemand jemals Instagram oder das Leben im Ruhrgebiet schmackhaft machen könnte, dann sie.

Liebe Fee, was bedeutet "Zuhause" für Dich?

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Das Konzept „Zuhause“ wurde mir erst richtig bewusst, als ich mit 21 Jahren bei meinen Eltern ausgezogen bin, um zum Studieren nach Mainz zu ziehen. Vorher hat mir der Begriff nicht viel bedeutet. Es bedurfte für mich erst eines gewissen Abstands und Alleinständigkeit, um damit etwas anfangen zu können. Ich fuhr in der Regel jedes zweite Wochenende zurück nach Dortmund, weil mein Freund dort lebte. Das heißt zweimal im Monat fuhr  ich durch das Rheintal, vorbei an Köln über das Ruhrgebiet nach Dortmund. Fünfeinhalb Jahre lang. Mit der Zeit merkte ich, dass jedes Mal, wenn kleine Zechenhäuschen begannen am Streckenrand aufzutauchen und schließlich das Dortmunder U in Sichtweite kam, mein Herz einen kleinen Satz machte. Es machte mich glücklich meine Geburtsstadt  zu sehen. Ich freute mich auch auf einmal, bei meinen Eltern zu Besuch zu sein. In dem Haus, in dem zwar kaum noch etwas von meiner Anwesenheit übrig war, dass mir aber jedes Mal ein heimeliges Gefühl vermittelte. All das war plötzlich für mich mit dem Begriff „Zuhause“ belegt.
Aber auch Mainz war mein Zuhause. Einerseits waren da meine zwei winzigen Wohnungen, die ich damals bewohnte. Ein-Zimmer-Apartments, das zweite so klein, dass ich ein Hochbett mit Verstaumöglichkeit  darunter brauchte, um meine wenigen Habseligkeiten überhaupt unterzubringen. Aber ich machte es mir gemütlich. In meinem kleinen Reich fühlte ich mich sicher und geborgen. Doch auch Mainz als Stadt fühlte sich richtig an. Jedes Mal, wenn ich aus Dortmund zurück kam und aus dem Hauptbahnhof auf den Vorplatz trat, ging mir das Herz auf. Das klingt kitschig, aber genauso fühlte es sich an. Leider habe ich aus meiner Mainzer Zeit so gut wie keine Bilder. Nur einige wenige erinnern noch an die Zeit, die mir jetzt schon so ewig her vorkommt. Lustigerweise ist es in meiner Erinnerung in Mainz immer warm und lau und sommerlich, während ich Dortmund als eher regnerisch empfand und immer noch tue. Aber das tut der Liebe keinen Abbruch. Und so kam es, dass ich nach dem Studium, obwohl ich auch gerne geblieben wäre, wieder zurück nach Dortmund zog.

Seit fünf Jahren wohne ich nun schon wieder hier und auch wenn mir der Gedanke manchmal reizvoll erscheint, woanders zu leben, ich glaube, ich würde Dortmund sehr vermissen. Ich liebe die alten Industrieanlagen, die im ganzen Ruhrgebiet „herumstehen“, besonders für Phoenix West  empfinde ich eine besondere Zuneigung. Es steht für mich als Überrest einer Kindheit in Dortmund-Hörde, die noch von der Stahlindustrie geprägt war. Heute bleibt daran nur Erinnerung.

 Auch der Phoenixsee, wenn auch noch relativ neu, und der Westfalenpark, den ich als meinen erweiterten Vorgarten ansehe, sind in meinem Herzen tief verwurzelt. Hier kenne ich mich aus, hier fühle ich mich sicher. Wenn ich mal eine Pause brauche oder es mir nicht gut geht, gehe ich gerne an all diesen Orten spazieren und nehme meine Kamera mit, denn all dies zu spüren und zu dokumentieren macht mich glücklich. Es ist Zuhause und mit unzähligen Erinnerungen verknüpft.



Zuhause ist aber auch hier in Dortmund meine Wohnung. Mir ist es unglaublich wichtig, einen Rückzugsort zu haben, an dem ich mich 100%ig wohl fühle. Ich dekoriere gerne, je nach Jahreszeit immer wieder neu, vor allem in unserem Flur. Und jedes Mal, wenn ich die Wohnungstür öffne, fühle ich mich angekommen.

Zuletzt und nicht unwesentlich tragen zu meinem „Zuhause“-Gefühl die Menschen um mich herum bei, allen voran mein Freund und meine Familie. Wo sie sind, da bin ich daheim. Egal, wo das ist.

Danke für deine Antworten, liebe Fee.
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Wann fühlst Du dich zuhause? Was bezeichnest Du als dein Zuhause und was macht es dazu? Wo bist Du zuhause? Diese Fragen habe ich Menschen gestellt, die mich mit dem was sie auf ihren Blogs schreiben und zeigen auf die eine und andere Art berühren. Was sie geantwortet haben, das könnt ihr > hier nachlesen. Ihr wollt mehr über diese Gastblogreihe wissen? Dann könnt ihr > dort mehr darüber erfahren.

Kommentare:

  1. Welche ein schöner Auftakt! :)

    Deine Fotos, liebe Fee, machen das Verstehen Deines Zuhause-Gefühls leicht, die Worte, gerade über Dortmund sind ein Herztreffer, mag ich es doch erinnerungsschwanger so sehr!

    Liebe Grüße :) Minza

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    1. Ich habe ein "e" zu verschenken + gerade klicke ich mich durch die wunderbaren Fee-Links. Danke liebe Katja + toll, liebe Fee!

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  2. wunderbar und so nachvollziehbar! :)
    herzliche grüße
    die frau s.

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  3. fee bei deR fee. ein guteR anfang. ein sehR guteR!
    als doRtmund-sympathisantin fReue ich mich sehR übeR die bildeR. und deine woRte, liebe fee .... hab dank. füR deine ehRlichkeit.
    liebe montagsgRüße. käthe.

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  4. Liebe Fee, liebe Katja,

    das so schön umschriebene Zuhauseheimatgefühl ist ansteckend. Wohltuend. Auch immer und immer wieder im Blog, weshalb ich mich dort gerne manchmal einfach mit Zuhause fühle und immer wieder vorbeischaue... Herzliche Grüße, ein wunderbarer Einstand, Marja

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  5. schöner beitrag, liebe fee! mir fallen dabei so viele dinge ein, die noch dazu sagen wollte ... zuhause ist ein schönes wort. liebe grüße, wiebke

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  6. Danke liebe Katja, dass du mich eingeladen hast, dabei zu sein und den Auftakt zu machen. Es ist mir eine Freude. Danke auch für die lieben Kommentare, die schon hinterlassen wurden. Wenn jemand meine Worte nachfühlen kann, dann habe ich etwas richtig gemacht :)!

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  7. Wie schön, mir gehts da ganz ähnlich! Die Städte, in denen ich gelebt und studiert habe, sind zuhause - aber am meisten dann eben doch, wenn die Berge verschwinden und das ziemlich platte Osnabrücker Land vor mir auftaucht... da geht mein Herz auf! :)

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  8. schön die worte von fee.
    ich wohne in der nachbarstadt meiner heimatstadt und hier bin ich daheim.
    in dortmund habe ich studiert und war noch am wochenede da.
    das war auch wie ein heimkommen. habe ich doch in acht jahren sehr viel da erlebt. aber irgendwann zog es mich zurück ins rheinland. es sind nur ca. 80km, aber es ist ganz unterschiedlich. dus vs. do! beide städte sind toll, auf ihre art und weise.
    liebe ninjassiebengrüße

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  9. Liebe Fee, liebe Katja,
    Den Blog von Fee kannte ich immerhin dem Namen nach, was bei der derzeitigen Blogschwemme ja auch schon mal was ist. Ein sehr schöner Beitrag zu diesem vielschichtigen Thema, der mir sehr gefallen hat. In vielen Worten habe ich mich wiedererkannt, besonders schon fand ich, das auch Dir das Herz aufgeht, wenn Du heim kommst!

    Ganz liebe Grüße
    Birgit

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  10. Ein wunderbarer Post! Eine wunderbare Aktion! Jetzt gehe ich mich mal umschauen...bei Fee...LG Lotta.

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  11. Ein toller Post!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  12. Liebe Fee,

    was für ein wunderbarer Post. Vieles erkenne ich in mir selbst wieder.

    LG
    Rebekka

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  13. Liebe Fee, liebe Katja,
    ich bin von Worten, Bildern und Vielseitigkeit des Beitrages total begeistert. Danke für den schönen Einblick! Und ein spannender Auftakt dieser Reihe, die so neugierig macht.
    Nina

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!