Sonntag, 10. Februar 2013

Muss nur noch kurz die Welt retten...


... singt Tim Bendzko in seinem gleichnamigen Lied. Und diese Überzeugung verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Gehörten derartige Ambitionen früher etwas verächtlich in die esoterische Müsliecke, sind sie heute zum Trend geworden. Wer nicht mitrettet ist out. Was früher der Fortschritts- und Technologiehype war, die Vereinfachung der Nahrungsbeschaffung durch Convenience und die Freude über Shirts für 2,99€, ist heute dem Nachhaltigkeitshype gewichen. Die Menschen machen sich auf einmal vermehrt Gedanken über die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens und Lebensstils und wollen nicht zu denen gehören, die den Weltverbesserungstrend verpassen. Denn Nachhaltigkeit ist Trend.
Nicht nur Natur- und Umweltorganisationen werben für die Weltverbesserung und persönliche Zufriedenheitsoptimierung durch einen nachhaltigeren Lebensstil, indem sie zum Beispiel wie der WWF im Rahmen eines Glücks-Experiments der Frage nachgehen, ob ein nachhaltiger Lebensstil glücklicher macht, auch Lifestyle-Magazine starten ganze Dokumentationsreihen zu dieser Thematik. Die Welt zu verbessern ist trendy.


Macht es glücklicher, ein hochpreisiges T-Shirt zu kaufen von dem man weiß, es wurde nicht durch Ausbeutung von Arbeitskräften und der Vergiftung der Umwelt hergestellt, oder macht das Schnäppchen glücklicher? Macht es glücklicher, ein Essen aus Biozutaten oder sogar selbstgesammelten Zutaten eigenhändig zuzubereiten und zu essen, oder seinen Hunger innerhalb von 5 Minuten mit Fastfood zu stillen? Macht es glücklicher, etwas selbst herzustellen, oder es fertig zu kaufen? Macht es glücklicher, etwas auf dem Flohmarkt zu erjagen, oder es neu im Laden zu erstehen? Macht es glücklicher, den Konsum zu minimieren und das mehr wertzuschätzen, was man schon hat, oder macht die Möglichkeit des schnellen und unbegrenzten Konsums glücklicher? Macht ein individueller, kreativer Lebensstil glücklicher? Kann man mit Nachhaltigkeit die Welt retten? Macht das glücklich? Glücklicher...?

Eine kleine Gruppe von Menschen denkt das schon lange und versucht danach zu leben, aber es werden immer mehr. Biosupermärkte schießen überall wie Pilze aus dem Boden, Handmade-Märkte ebenso. Das würde nicht passieren, wenn es dafür keinen Markt gäbe. Menschen schätzen vermehrt Traditionelles, die pflegen Beziehungen, sie entschleunigen ihr Leben, sie wohnen mit Flohmarktfunden und Erbstücken, sie achten auf  gesunde Ernährung und gehen achtsam mit der Natur und mit Tieren um, sie trennen Müll, recyclen und - sie upcyceln. Alte Kleider werden kreativ reaktiviert oder daraus etwas ganz Neues geschaffen, aus Pullovern werden Kissen und aus Dingen die andere wegwerfen oder nicht mehr brauchen, werden ganz neue. Handgemacht, mit Herzblut und ganz vielen Ideen. Und ja, das macht glücklich. Das macht denjenigen glücklich, der etwas Totgeglaubtes zu neuem Leben erwecken kann und das macht denjenigen glücklich, der etwas Einzigartiges erwirbt, in das ein anderer viel Ideen, Zeit und Herzblut gesteckt hat. Konsum wird dadurch nicht nur nachhaltiger, er wird auch persönlicher, individueller und: menschlicher. Menschlichkeit macht immer glücklich.

Die Raumfee // Papierschiffchen-Mobilé

Die Raumfee // Papierschiffchen-Mobilé

Die Raumfee // Papierschiffchen-Mobilé
Retten wir die Welt mit Upcycling? Naja... es ist ein Anfang. Upcyceln statt wegwerfen schont Ressourcen, es schafft einzigartige, außergewöhnliche Dinge und bringt das Beste in vielen Menschen zum Vorschein - ihre Einzigartigkeit, ihren Ideenreichtum und ihre Begeisterungsfähigkeit. Das sind doch schon mal ganz gute Voraussetzungen, um das Leben deutlich glücklicher zu machen, finde ich.
Und über die Glücksschiene, da bekommt man auch die, die eigentlich ausschließlich und opportunistisch auf ihre persönliche Glücksoptimierung aus sind, denn was dahingehend Potential hat, das ist auch massentauglich. Also darf Nachhaltigkeit und Upcycling ruhig Trend sein, wenn ein dementsprecher Lebensstil so auch die breite Massen erreicht und damit in Summe die Welt ein klitzekleines bisschen besser macht.
Erinnert Ihr Euch noch an die Gemeinheit der Parabel und die Sache mit der partiellen Integration?  Hier hat sie also ein vorläufiges Ende gefunden und darf als Schiffchen um die Welt (k)reisen...

Papierschiffchen-Mobilé
Die Raumfee // Papierschiffchen-MobiléZutaten:
1 altes Buch (hier ein altes Mathematikformel-Buch), 1 alter Kleiderbügel, Faden, kleine Perlen

Die Raumfee // Papierschiffchen-Mobilé
So geht es:
Schiffchen in unterschiedlichen Größen falten (wer vergessen hat wie es geht, der findet zum Beispiel > hier eine Anleitung). Jeweils eine Perle am Ende eines Fadens festknoten und von unten durch die Schiffchenmitte stechen. Faden durchziehen und oben in unterschiedlichen Höhen am Kleiderbügel festknoten. Die Perle verhindert das Durchrutschen. Erst hatte ich mehr Schiffchen geplant, aber es gefel mir dann reduziert doch besser.
Jetzt nur noch aufhängen... fertig!
Die Raumfee // Papierschiffchen-MobiléMehr Upgecyceltes von mir findet ihr > hier und jeden Dienstag auch als Sammlung bei der lieben Nina.
Kann nachhaltige Ernährung auch lecker sein? Vielleicht findet Ihr ja in meiner "Lecker"-Rubrik eine Anleitung, oder Ihr schaut mal, was man aus dem machen kann, was man in der Natur so findet, vom Löwenzahn und Holunder über Bärlauch und Gundermann bis zum Obst. 
Kann man nachhaltige Freizeitgestaltung betreiben? Vielleicht, indem man nicht mit dem Flugzeug verreist, sondern seine Heimat erkundet? Oft ist es direkt vor der Tür schöner als man gedacht hätte.
Ausprobieren! Upcycling, Redesign, Buchrecycling, Bookrecycling, Nachhaltigkeit, die Welt verbessern, ich muss nur noch schnell die Welt retten, alte Bücher, alter Kleiderbügel, Mobilé, Schiffchen Mobilé, Mobilée aus Papierschiffchen, Papierschiff falten

Kommentare:

  1. Das ist ein interessantes Thema - oft auch bei uns diskutiert.

    Mich machen schon seit jeher hübsche, handwerklich gefertigte Dinge glücklich, aber auch Lebensmittel vom Produzenten und Selbstgemachtes. Solches kann ich auch nur mit Mühe wegschmeißen - es hat einfach einen höheren Wert und verdient Respekt.

    Was ich auch noch toll finde: Zu Tauschen! Auch im Sinne von "Einer trage des andern Last". Das ist für mich ein sehr aussagekräftiger Satz - und macht glücklich.

    AntwortenLöschen
  2. ein wunderbarer post, liebe katja! ja, es macht nicht nur sinn, sondern auch glücklich, diese "höher-weiter-schneller-billiger"-mentalität zu durchbrechen und sie zu vermeiden, wo es einem selbst möglich ist. du hast genügend beispiele dafür gebracht, was man dazu tun kann.
    dein zauberhaftes schiffsmobile am herren- und knabenbekleidungsbügel (göttlich!!) ist wunderbar geworden. ich nehme nur lieber botanik-bücher statt mathe... ich könnte sonst allergisch drauf reagieren ;-).
    herzlichst, mano

    AntwortenLöschen
  3. Also mich macht auf jeden Fall dieser Bügel glücklich. Aber dieses Geschäft gibt wohl schon lange nicht mehr, ich kann mich auch nicht daran erinnern ob ich als Kind mal mit dem Bruder oder so in dieses Geschäft musste.

    Das ist auch mal ein schönes Thema von Couch, leider kann man nur mit Facebook-Anmeldung daran teilnehmen. Mal schaun wie lange ich noch um dieses Gesichtsbuch herumkomme.

    Viele Grüße aus Würzburg
    Steph

    AntwortenLöschen
  4. Ist das ein tolles Posting! Respekt!

    Viele Grüsse, Bine

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Katja,
    das hast Du wirklich gut geschrieben! Hier am Frühstückstisch haben wir aber gerade festgestellt, dass wir gar nicht mehr sagen können, wann genau auch bei uns ein anderes Bewusstsein im Alltag eingezogen ist! Aber Tatsache ist, dass Lebensmittel aus der Region, nach der Saison und möglichst Bio gekauft wird und ich lieber bis unters Kinn - gefährlich jonglierend - die Einkäufe nach Hause trage ....ohne eine Plastiktüte im Geschäft zu nehmen (wie früher). Für eine bessere "Umwelt" und ein gutes Miteinander tun wir tatsächlich mehr ...aber es könnte eben auch noch mehr sein!
    Viele Grüße von Swantje

    AntwortenLöschen
  6. Ein wundervoller Post! Danke dafür!
    Liebe Grüße,
    Markus

    AntwortenLöschen
  7. Ein Beitrag, der mich so richtig anspricht und ein Thema,das hier oft diskutiert wird. Tatsächlich kenne ich immer mehr Menschen, denen es ähnlich geht.

    Viele Grüße,
    Caroline

    AntwortenLöschen
  8. liebe katja,
    wiedrr mal ein top post! alle daumen hoch!!!
    hab ein glückliches wochenende, mit vielen schönen flohmsrktfunden,
    die frau s.

    AntwortenLöschen
  9. Guten Morgen liebe Katja!
    Eines steht mal fest: mit diesem schönen Post hast Du diesen Morgen zumindest für mich ein bißchen besser gemacht (nicht, daß er vorher nicht gut gewesen wäre!) - und nach verschiedenen naturwissenschaftlichen und esotherischen Theorien dürfte sich diese Freude wellenartig ausbreiten und dabei sogar potenzieren. :-)
    Ich muß zugeben, bei mir ist nicht das ganze Leben auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Würde sagen, der Mix macht´s?
    Dir wünsche ich einen wundervollen Sonntag.
    GLG,
    Mel

    P.S: Die Mathe-Boote sind besonders klasse!

    AntwortenLöschen
  10. Ganz wunderbar geschrieben! Und ich kann jedem deiner Worte einfach nur zustimmen!

    AntwortenLöschen
  11. Ein Bewußtsein für die bestehenden Ressourcen ist so notwendig.
    Energien, Wasser, Luft sind zu kostbar, um damit achtlos umzugehen.
    Du hast es super formuliert!
    Ja - es macht mich glücklicher das Wenige was ich beitragen auch zu tun (auch wenn es nicht immer konsequent möglich ist). Aber das Papierschiffchen-Mobilé werden ich veruschen nachzubauen - ohne etwas dafür zu kaufen... LG Iris

    AntwortenLöschen
  12. Ein ganz wunderbarer Sonntagspost, liebe Katja. Das Glück liegt mir ja am Herzen und das tolle ist: wirklich jeder kann sich sein Glück erschaffen. Und dass muss nicht teuer sein, wie so oft behauptet. Liebste Sonntagsgrüße, Anette

    AntwortenLöschen
  13. Guten Morgen liebe Katja, manchmal reichen auch schon schöne Worte am Sonntagmorgen, die mich glücklich machen. Zusammen mit dem wunderschönen Mobile hast Du wieder einmal einen tollen und sehr wahren Post geschrieben. Lieben Dank.
    Hab einen glücklichen Sonntag, liebe Grüße, Annette

    AntwortenLöschen
  14. Großartige Gedanken in Worte gefasst erhellen mir heute den Tag! Garniert mit den tollen Bildern ... perfekt!

    Ganz viele glückliche Momente wünsche ich Dir!
    Steph

    P.S.: Ich habe heute für die komplette Familie den Anti-Erkältungstrunk mit Ingwer und Apfel gemacht ... ja, der ist in der Tat saulecker!!!

    AntwortenLöschen
  15. liebe katja.
    was für ein toller post,der mich sehr zum nachdwnken anregt.
    und die schiffchen sind wunderschön.
    vielen dank.

    alles liebe dir.

    AntwortenLöschen
  16. super Beitrag, ich kann mich nur anschließen..im kleinen anfangen;) ich sagte ja schon: ich bin gespannt was aus den buchseiten noch entsteht;)
    sarah

    AntwortenLöschen
  17. Sehr schön geschrieben... und das Schiffchen-Mobile wieder einmal eine wunderbare Idee!

    Schönen Sonntag und liebste Grüße... Birte

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Katja, du sprichst mit aus der Seele... ich kaufe so wenig wie möglich...man könnte fast sagen, ich bin ein "Konsumverweigerer", was natürlich wiederum schlecht für die Wirtschaft ist...
    Ich liebe deine Papierfaltbötchen, die bastel ich auch ab und an, sie sind so einfach und doch so dekorativ...
    und ich liebe deine Globussammlung
    Viele liebe Grüsse, helga

    AntwortenLöschen
  19. Wäre doch schön, wenn sich der Trend zur Nachhaltigkeit wie ein Lauffeuer ausbreitet. Ich praktiziere das schon seit Jahren...Kleidung wird oft Secondhand erworben...zum Beispiel ersteigert...Dann kommt sie in die Kleiderkammer oder zur Verwandtschaft...Möbel ziehen ebenfalls fast nur im bereits gebrauchten Zustand ein. Seit einiger Zeit versuche ich, mich im Kauf von Dekoartikeln einzuschränken, denn wie du, liebe Katja immer so eindrucksvoll zeigst, man braucht eigentlich nur Materialien aus der Natur oder upcycelt irgendetwas...schon hat man etwas Neues...Lieben Dank für diesen wunderbaren Post! LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  20. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  21. Ja, da steht wohl viel viel Wahres in Deinem post - ein klitzekleines bisschen Welt retten macht eben einfach glücklich! :)

    AntwortenLöschen
  22. Liebe Katja,
    danke für diesen wichtigen und sorgfältig recherchierten Post. Danke Dir auch für die Mühe alles zu verlinken. Beim Lesen der WWF-Seite habe ich mich an dieses sehr hübsch gezeichnete Video erinnert, ich schaue es mir seit ca. 1 1/2 Jahren immer wieder an, es hat für mich noch nichts von seinem Zauber verloren: A reminder of the important things in life: http://www.youtube.com/watch?v=choOYBFZBVA

    herzlich Judika

    AntwortenLöschen
  23. deine schiffchen find ich wunderbar! (zu würzburg muss ich dich noch befragen;) und deine worte sprechen mir aus dem herzen und vielen anderen auch. ein bisschen ist das bild in unserer bloggergemeinschaft vielleicht verklärt...denn, wenn ich mir den neueröffneten primark in ka. anschaue, bin ich nicht überzeugt, dass die masse die welt retten und glücklich damit sein will...
    sei liebst gegrüßt von birgit

    AntwortenLöschen
  24. schöne gedankem, aber ich sehe das leider weniger optimistisch, schließlich habe ich den nachhaltigkeits- und biotrend schon mal miterlebt. und mit entsetzen festgestellt, dass die "ökofuzzis" der 80er es nicht mal für wert befunden haben, ihre lebensphilosophie der nachkommenden generation zu vermitteln. ihre kinder sind mit völlig anderen werten groß geworden: "ich will alles, und das sofort" lautete eine zeit lang bei uns ein werbeslogan (jetzt werben sie mit: das leben ist ein wunschkonzert).
    ja, ich stimme dir zu, dieser lebensstil macht glücklicher, aber diejenigen, die ihn als trend mitmachen, sind in erster linie glücklich, weil sie "in" sind, trendy sind und sie laufen mit fliegenden fahnen zum nächsten trend über, der mit garantie auf den jetzigen folgt (und wahrscheinlich möglichst konträr zur momentanen nachhaltigkeitswelle sein wird, denn sonst wird ja kein neuer markt geschaffen!).
    trends verändern die welt selten dauerhaft - interessanterweise habe ich grade festgestellt, dass die wortherkunft "trendeln" kreiseln bedeutet - also drehen wir uns im kreis ...
    aber, um nicht ganz pessimistisch zu sein, hoffe ich, dass sich aus dem kreis eine spirale entwickelt, die langsam, aber stetig in die richtige richtung führt.
    zu hoffe wäre also, dass ein paar hängen bleiben, dass es wenigstens bei einigen klick macht und sie einen trend zur überzeugung werden lassen.
    lieben gruß!
    susi

    AntwortenLöschen
  25. Hallo Katja,
    wie immer hast du einen Nerv, auch meinen Nerv getroffen! Ich beschäftige mich beruflich mit diesem Thema, schon seit fast zwanzig Jahren. Man stelle sich vor: Als meine Mutter (fast 91) noch ein Kind war, gab es keine Müllabfuhr, denn es gab keinen Müll in den privaten Haushalten! Heute undenkbar. Abfallwirtschaft im heutigen Sinne gibt es erst seit den 80iger Jahren. Heute gibt es diese Schlagworte wie "Nachhaltigkeit" (kann man sogar studieren), "Urban Mining", "Ressourcenschonung", "Recycling" (dieser Begriff ist erst seit diesem Jahr in Deutschland gesetzlich verankert) und und und! Das wird noch dauern, bis das nachhaltige Wirtschaften in den Köpfen ankommt, aber es geht (wenn auch zum Teil langsam) voran!
    Ich versuche bewusst zu leben! Und das in allen Lebenslagen! Es gelingt natürlich nicht immer, aber mir persönlich ist das wichtig.
    Danke für diesen Post! Und schönen Sonntag
    LG Barbara

    AntwortenLöschen
  26. Sehr schöner Beitrag; ich denke auch schon länger über diesen Trand nach und bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt. Mathematikformeln zu Schiffchen umzuwandeln, die dann den Raum verschönern ist auf jeden Fall eine tolle Idee! Liebe Grüße, Wiebke

    AntwortenLöschen
  27. Ein interessantes Thema. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute alles in einem Laden kaufen wollen. Schon der Gedanke, die "knappe Zeit" damit aufzubringen, in mehrere Läden zu gehen, löst Panik aus. Zeit zum Selbermachen? "Wo soll ich die denn hernehmen? Ich arbeite Vollzeit/bin selbständig/alleinerziehende Mutter/..." Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und außerdem haben die Menschen ja keine Geduld mehr, sie wollen alles jetzt sofort. Zeit für die Essenszubereitung? Wozu denn, wenn man doch ein Fertiggericht in die Mikrowelle schieben kann. Okay, in Großstädten ist es mit Selbersammeln usw. schwer, aber ich werde nie und nimmer dem britischen Trend nach Fertigfutter nachgeben. Für mich sind deutsche Supermärkte immer wieder eine Offenbarung mit ihrer Produktvielfalt und ihrem relativ beschränkten Angebot an Fertigfutter. *Ende der (vielleicht etwas verwirrend aufgebauten) Tirade* Es wollte einfach so raus.

    Einen wunderschönen Sonntag mit wunderbaren Dingen, Menschen und Gerichten wünscht dir

    Rebekka

    AntwortenLöschen
  28. Ja, ja, JAAAAA!!! Ganz genau!!! Das kann ich alles ganz genau so unterschreiben.

    Ich liebe dieses stöbern auf Flohmärkten, Kleiderbörsen, das Tauschen, Weitergeben, Ausleihen (gerade bei dem ganzen Kinderzubehör) und ich bin einfach nur happy, wenn ich aus einem alten Bettbezug ein schönes Kleidchen, aus meiner kaputten Jeans eine neue Hose für die Kinder machen kann. Und das ist nicht nur das ökologische Gewissen, dass sich da freut, sondern ich finde es einfach so viel besser als einfach im Laden kaufen. Das kann ja nämlich jeder. Für alles andere brauchts Phantasie und Ideen, und das macht eben richtig glücklich :-)

    Liebe Grüsse, Sabine

    AntwortenLöschen
  29. That's so beautiful! Thanks for sharing!

    AntwortenLöschen
  30. Liebe Katja, danke! Dein Post spricht auch mir ganz aus der Tiefe der Seele. Jeder kann ja anfangen, auf seine Weise, mit seinen Gaben, die er in sich trägt. Schön am "Trend" ist, dass das Thema Nachhaltigkeit endlich in größerem Maßstab auf die Tagesordnung kommt, irreführend und verlogen daran, dass der Begriff inzwischen oft verkommt, auch zu Feigenblatt-Nachhaltigkeits-Portfolios aber auch der größten Luft-, Boden- und Nahrungsvergifter. Und Die schönen Landschaftsbildchen auf den Lebensmittelverpackungen tun beim Verbraucher ein übriges, das Nachhaltigkeitsgewissen zu beruhigen, obwohl (immer öfter?) kein Bio drinsteckt (http://www.mdr.de/fakt/video103008.htm). Das sind echt schwierige Geschichten: die Glaubwürdigkeit von angeblich nachhaltig und/oder bio handelnden Firmen einzuschätzen, eine Gesellschaft, deren Wirtschaft u. a. davon lebt, dass viele Menschen viele Sachen kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen, die aber auch keine wirklich andere tolle Befriedigung ihrer Sehnsüchte mehr finden (der Kontakt zu den echten ist ihnen ja abhanden gekommen...). Ich halte es mit einem meiner Lehrer auf dem Wege in das, was ich heut tue und was zu meiner Wahrnehmung von Glück beiträgt: "Hoffnung ist eine Haltung, die durch die Fähigkeit charakterisiert ist, die bestehenden Probleme wahrzunehmen und sich trotzdem eine gelingende Zukunft vorzustellen und dahin-gehende (Handlungs-) Möglichkeiten wahrzu-nehmen und zu nutzen... Gewiss ist es schwer, auf die Wirkung der eigenen sich meist bescheiden ausnehmenden Taten zu vertrauen,
    aber genau damit hat das Prinzip Hoffnung zu tun." Armin Held. Die Beziehung von Mensch und Natur als Thema der Lehrerfortbildung. 2000, S. 205, 211). Die Freude daran, dass es hier in den Blogs Upcycling, Tauschen, Selbstversorgung, naturnahes Gärtnern usw. gibt, hat mich u. a. zum Bloggen gebracht
    Oje, das war jetzt arg lang... - Einen guten Sonntag noch! Ghislana

    AntwortenLöschen
  31. Danke für die wohlüberlegten Gedanken! Ich muss schon sagen, dass sich Selbermachen für mich ganz persönlich sehr viel besser anfühlt als kaufen. Andererseits geht es auch nicht ganz ohne. Aber ein Anfang ists allemal! Und das Mobile gefällt mir auch sehr!
    LG, Micha

    AntwortenLöschen
  32. liebe katja, ein supertoller post!
    hast du klasse geschrieben, spricht mir aus dem herzen. auch bei uns gibt es viel vom flohmarkt, manches vom sperrmüll...lecker selbstgekochtes...(wobei sich das die 19jährigen kids leider nicht abgucken :( )
    und upcyclen liebe ich, das spart geld und ressourcen und macht tatsächlich - glücklich ! :)
    viele liebe grüße von dornrös*chen.
    freue mich auf weitere ideen von dir!

    AntwortenLöschen
  33. danke für diesen glücklicherweise (oder zumindest hoffentlich) immer mehr menschen aus der seele sprechenden beitrag, liebe katja. ich bin ganz bei dir; und mag, was die mathematikunfreundin zartes gezaubert hat. so hübsch inszeniert auch.
    liebe grüße °°°u.

    AntwortenLöschen
  34. ein toller beitrag! vielen dank dafür.
    liebe grüsse, holunder

    AntwortenLöschen
  35. Liebe Katja,
    da hast du ja wieder ein super Thema angesprochen. Sehr komplex und umfangreich. Ich denke grundsätzlich ist Nachhaltigkeit etwas sehr gutes. Ich habe darüber bzw über deren Messbarkeit auch meine BWL Diplomarbeit geschrieben. Aber ich meine, dass es extrem schwierig ist es in der Gesellschaft zu verankern. Es sind so kleine Dinge, wie sich im Supermarkt entscheiden zu müssen zwischen dem Bio-Apfel aus Neuseeland oder dem behandelten aus Deutschland. Was ist jetzt richtig oder falsch? Die Veränderungen der letzten 100 Jahre sind so gravierend, dass es schon unmöglich fertig Antworten geben kann. Mein persönliches Fazit: Es ist gut diesen Trend zu haben, denn er eröffnet die Möglichkeit zur Diskussion und Weiterentwicklung. ABer wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wie gesagt: Sehr interessantes Thema :))
    GGGGGLG Jana

    AntwortenLöschen
  36. Das hast Du wirklich richtig toll geschrieben. Da finde ich mich auch wieder. Ich habe in meinem Leben z.B. nur ganz wenige neue Möbel gekauft denn ich lebe gerne mit den guten alten Stücken in denen noch wirkliche Handarbeit steckt.
    Eine gute Woche wünscht Dir Marie

    AntwortenLöschen
  37. couch was? sofa kenne ich ;) also noch nie gehört. die welt hätte ich gern gerettet, wenn ich nur davon gewusst hätte. andere waren fleißig. alles in ordnung also. das leben geht weiter.

    ich wünsche dir viel erfolg mit deinem beitrag. und was ist nach der mode? aus der mode! das wüsche ich dieser bewegung nicht. da kann die mode ja mal eine ausnahme machen, oder?

    liebe grüße . tabea

    AntwortenLöschen
  38. Katja, Dein Mobilé liebe ich !
    genauso mag ich Gemachtes ....
    schauen was da ist ....
    und eine Idee ....
    und so Schööööönes entsteht ....
    da hüpft mein Herz ganz dolle Du .... :)

    AntwortenLöschen
  39. Glück ist ja nun sehr individuell, also gibt es die Leute, die mit Upcycling glücklich sind, andere kaufen lieber neu usw. Ich finde Deine Upcycling-Ideen alle toll und Deine unerschöpfliche Kreativität ist bewunderswert. Lass die Schiffchen schweben!

    AntwortenLöschen
  40. dein mobilé ist wunderschön! die ide dahinter, die umsetzung und überhaupt! liebe grüße * julia

    AntwortenLöschen
  41. einer der besten Beiträge zum Blog Star Award, die ich bisher gelesen habe, sehr schön geschrieben, tolle Bilder!
    Mein Beitrag dreht sich um ein ähnliches Thema:

    http://taliefee.de/wohlstandsmuell-mein-beitrag-zum-couch-blog-star-award/

    Das Mobile werde ich auf jeden Fall mal nachbasteln, das ist richtig süß!

    AntwortenLöschen
  42. Bestes Recycling für alte Mathebücher;-)
    ♥Kerstin

    AntwortenLöschen
  43. Ich versuche auch gerne im Alltag die Welt zu retten und ja, es macht mich glücklicher!
    Die Idee mit dem Mathebuchrecycling macht mich auch glücklich und die Welt ist tausendmal schöner mit fliegenden Schiffen, als mit mathematische Formeln. Liebe Grüße, Éva

    AntwortenLöschen
  44. Liebe Katja,
    das hast du schön geschrieben. Hoffentlich ist das wirklich der Anfang vom allgemeinen Umdenken.

    Diese kleinen Papierboote liebe ich und weiß selbstverständlich noch, wie man sie faltet. In meiner Heimatstadt Vegesack hat man die Kunst, sie zu falten, zu einem Kunstwerk verarbeitet, das am Hafen aufgestellt ist: Auf Bodenplatten sind die einzelnen Faltschritte eingeritzt, und am Ende steht ein kleines Mädchen aus Bronze, das ein gefaltetes Boot in den Händen hält. Ich muss jedes Mal lächeln, wenn ich da vorbei komme!
    Viele liebe Grüße
    Ursel

    AntwortenLöschen
  45. Liebe Katja, wieder mal ein durch und durch wunderbar geschriebener Beitrag mit gewohnt tollen Bildern und so einer schönen Mathematik-upcycle-Idee.
    Das mit dem Umdenken ist ein schöner Gedanke. Ich glaube aber leider, dass er nach wie vor nur eine Nische besetzt und oft nicht mehr ausdrückt, als die Sehnsucht nach einer heilen Welt.
    Das ist eine berechtigte Sehnsucht. Und ich bin auch sehr für EIGENE Schritte, seien sie noch so klein. Da möchte ich nicht falsch verstanden werden.
    Trotzdem glaube ich, dass die Welt nicht gesunden wird durch die, so oft zu Unrecht ironisch bezeichneten, Gutmenschen, sondern durch politische nationale und internationale Entscheidungen.
    Der derzeitige Heimat- und Regional- und Übersichtlichkeitstrend treibt auch Blüten, die unheimlich und schlimm sind. Eine meiner Töchter schreibt grade ihre Examensarbeit darüber. Es ist erschreckend, welches braune Gesocks sich die Sehnsucht der Menschen zunutze macht. Da wird das Vertraute heimelige dann wieder abgegrenzt von dem Anderen, dem Fremden , dem Zugereisten. Es wird ausgeschlossen und mißtrauisch beäugt. Und das alles auf der Selfmade- home-sweet-home- Welle. Hast Du in der LANDLUST (die ich auch gerne lese- keine Frage) schon mal einen südländischer aussehenden oder gar dunkelhäutigen Menschen gesehen?? Ich unterstelle der LANDLUST um Himmels Willen keinen Rassismus!!! Aber würden Bilder von o.g. Menschen in ihr Image passen? Wir müssen aufpassen, ohne neurotisch zu werden oder die Freude an unserem Tun und unseren kleinen Schritten zu verlieren.
    Viele liebe Grüße
    Lisa

    AntwortenLöschen
  46. Huhu, meine Liebe,
    ein wunderbares Projekt, ich bekomm sofort Fernweh ...
    Sei geherzt und einen guten Tag für Dich.
    Drück Dich,
    Nina

    AntwortenLöschen
  47. Liebe Katja,

    Ein toller Post, in jeder Hinsicht.

    Herzliche Grüße,
    Doro

    AntwortenLöschen
  48. Ein ganz zauberhaftes Mobile, liebe Katja, und ein wunderbar geschriebener Post, über ein sehr interessantes Thema. Auch wir sprechen und diskutieren im Familien- und Freundeskreis oft darüber allerdings spielt dabei die Glücksschiene eine eher untergeordnete Rolle.

    Mich regt das, was Du geschrieben hast, jedenfalls sehr zum Nachdenken an und ich sehe das auch etwas zwiegespalten.

    Ganz liebe Grüsse an Dich und entschleunige Du auch mal!!

    AntwortenLöschen
  49. Wirklich ein tolles Mobile :)
    Ich habe auch das Thema Upcycling bzw. Recycling in meinem Post für die Couch aufgegriffen.

    www.craftifair.com

    AntwortenLöschen
  50. Flaschen und Kunststoff sammeln war der Anfang.Recycling geht heute wirklich in vielen Bereichen und ist nicht mehr vergleichbar mit früher. Ich denke es ist auch wichtig zu recyclen.Die Generationen nach uns sollen es auch noch schön haben.
    Viel Grüße Dieter

    AntwortenLöschen
  51. Ein toller Post mit interessanten Gedanken. Musste heute oft drüber nachdenken. Und als ich heute im beim Bauern in der Gegend Pastinaken vom eigenen Acker gekauft habe, und ein zauberhaftes Abendessen mit allem, was ich noch im Kühlschrank hatte, daraus fabriziert hab, merkte ich "Und ja, es macht glücklich!" Glücklich hat mich dann auch das Kleiderbügelschiffchenmobile gemacht, das hab ich dann mal leicht abgewandelt nachgebastelt. Und es sieht sooooo schön aus!
    Liebe Grüße, There

    AntwortenLöschen
  52. Jetzt weiß ich endlich, was ich mit meinem alten Kleiderbügel anfangen kann. Eine tolle Idee mit dem Mobile!
    LG Anke

    AntwortenLöschen
  53. schön, schön, schön. Wunderschön.
    So klar und dennoch verspielt und leicht.

    AntwortenLöschen
  54. Hallo Katja,
    dein Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich befinde mich gerade in einer "Umstrukturierungsphase". Vor zwei Wochen bin ich durch Zufall bei Youtube auf die Dokuentation "Planet Plastic" gestoßen. Die hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Seitdem nehme ich mein Konsumverhalten und unsere Lebensgewöhnheiten genau unter die Lupe. Da ich auch ein kreativer Mensch (leider auch mit viel zu wenig Zeit^^) bin, gucke ich nun genau hin was ich selbermachen bzw. verwerten kann. Dabei ist deine Seite und pinterest super für Anregungen :D Ich freue mich schon auf besseres Wetter damit die Flohmarktsaison endlich weider startet^^
    Viele Grüße
    Saskia
    P.S.: Dein Heringsschwarm steht schon auf meiner Agenda^^

    AntwortenLöschen
  55. Hallo Katja,
    ich war heute sehr negativ überrascht darüber, dass du nicht unter den Finalisten bist!
    Als ich neulich deinen Beitrag gelesen habe, war ich eigentlich sicher, gerade den Gewinner-Post gelesen zu haben. Du wärst meine Favoritin gewesen.
    Ich habe es leider auch nicht unter die ersten 10 geschafft.
    Naja, wenigstens habe ich so dein Blog gefunden und diese tolle Idee mit den Schiffchen!
    Du wirst einen Platz in meiner Blogroll bekommen :)

    LG
    talie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Die besten Beiträge" ist ein dehnbarer Begriff, da Geschmack immer subjektiv ist und sich zusätzlich eben manchmal auch auf bestimmte Gruppen von Leuten konzentriert... die bei Blogst dabei waren zum Beispiel. ;-)
      Und man sollte sich auch nie mit jemandem aus dem Inner Circle angelegt haben, oder ihm auf die Füsse getreten sein, das hilft auch. ;-)
      Nein, das sind objektiv nicht die besten 10 Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit. Dein Beitrag war prima.
      Wie ernst das Thema redaktionell genommen wird, zeigt der Voting-Preis. "Nimm soviel in China produzierte Billigkleidungsstücke wie Du tragen kannst"... Joh.

      Löschen
  56. ach. wie wahR. hieR ist das mobilé.
    und eigentlich gefällt mir deins besseR. es wiRkt natüRlicheR. schlichteR. inteRessanteR.
    veRRückt. hätte nicht gedacht, dass ich so etwas einmal doppelt sehe. naja .... vielleicht sollte ich endlich mal die RosapuffReisbRille abnehmen. abeR du waRst zueRst. haha.

    AntwortenLöschen
  57. Ein ganz wunderbarer Beitrag zu einem so wichtigen Thema. Ob Trend oder nicht - solche Gedanken allein machen schon glücklich.
    LG
    Christiane

    AntwortenLöschen

Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!