Dienstag, 29. Januar 2013

Logarithmen, Integrale und Reinkarnation

Zu Weihnachten bekam ich ein Paket alter Bücher, denn meine Vorliebe dafür ist ja kein Geheimnis. "Die Anfangsgründe der Differentialrechnung und Integralrechnung" von Dr. Richard Schröder aus dem Jahr 1905 ist dabei mein absolutes Lieblingsbuch. Ein Buch das "zum Selbstunterricht" geeignet sein soll. Bei wem auch immer... sicher nicht bei mir.


Für mich waren das damals ja weniger Anfangs- als Abgründe, denn das mit meiner linken Gehirnhälfte... Ihr wisst schon. Ich bin ein mathematischer Vollpfosten. Der Grund warum ich so viel arbeiten muss, anstatt auf meinem Diwan im Hausanzug die Füsse hochzulegen und ein Buch zu lesen. Umso mehr faszinieren mich diese Zahlenkolonnen als grafische Bilder, vor allem nachdem der damalige Besitzer sie wirklich Seite für Seite durchgearbeitet und - kommentiert hat. Wer denkt sich sowas aus? Und die viel wichtigere Frage: Warum nur?


Auch ganz andere Schätze fanden sich zwischen den Seiten. Aus welchem Jahr stammt wohl dieser 28. Oktober? 1905 war die Blütezeit des Jugenstils in Deutschland und es ist ein seltsames Gefühl dieses Blatt in Händen zu halten, das vor ca. 108 Jahren den aktuellen Tag anzeigte. Die Dame des Hauses, lesend auf dem Diwan. Kopfzeitreise.



Vielen wird der Gedanke, ein solches Buch zu zerlegen körperliche Schmerzen verursachen. Mir nicht, gerade weil ich alte Bücher so schätze und großen Respekt davor habe. Ich finde es gibt genug Bücher in Museen. Dinge müssen in Bewegung bleiben und das Buch hat mehr verdient als ein Leben in verstaubten Archiven. Es soll mitsamt seiner Kommentare und Randnotizen auferstehen und etwas ganz neues werden, gerade damit die Erinnerung an das Menschliche daran bewahrt wird und nicht in irgendwelchen Kisten verstaubt. 
Vielleicht ist es aber auch späte Rache für die Verschwendung meiner Lebenszeit in der Oberstufe. Derartige Rechenakobatik hat für mich ausschließlich grafische Qualitäten, weil mir weder vor 30 Jahren noch heute auch nur ein einziger Grund einfiele, wozu ein Jugendlicher in der Schule sowas lernen sollte. Macht das irgendwie lebenstüchtiger? Bereitet es praktisch auf den späteren Beruf vor? Vermittelt es bessere Sozialkompetenz? Erweitert es das Allgemeinwissen auf sinnvollem Gebiet? Habt Ihr schon mal mit euren Freunden angeregt über Integralrechnungen oder die Ermittlung von Skalarprodukten diskutiert? War Euch die Stochastik hilfreich bei der Vorhersage, ob Euer Kind das von euch liebevoll gekochte Essen nicht wieder ausspucken würde? Konntet Ihr dank gewiefter Differentialgleichungen das Betriebssystem an eurem Computer installieren? Eben.
Bei den wichtigsten Entscheidungen meines Lebensweges, bei der Frage, in welche Richtung es weitergehen soll, hat höhere Mathematik keine Rolle gespielt.


Ich verließ das bayerische Gymnasium mit einem 15 Punkte-Abitur in Ethik, ohne nennenswerte Einmaleinskenntnisse und unfähig einen einfachen Dreisatz zu lösen. Aber Skalarprodukte und Wahrscheinlichkeitsrechnungen... uuhhh yeah. Emotional verbindet mich deshalb etwas mit Aristoteles, Kant, Hegel und Epikur, aber mit Mathematik... nichts. Null. Nada. Meine Mathematiklehrer waren völlig empathiefrei mit mir. Was würde man von jemandem, dessen Leidenschaft Zahlen und trockener Logik gilt auch diesbezüglich erwarten? Also habe ich auch keine Skrupel ein Mathematikbuch zu zerlegen, um ihm einen Bären aufzudrucken.

Die Parabeln waren immer gemein zu mir, also warum nicht Schiffchen daraus falten und die Formeln partiell integrieren in......... wartet es ab.  :-)


Zusammen mit meinem Kind lerne ich gerade wieder Addieren, Subtrahieren, Plutimikation, Dividieren und das Lösen einfacher Dreisätze und bin begeistert, wie nützlich sowas ist. Geometrie fand ich auch immer prima - sehr hilfreich, wenn man etwas zuschneiden oder füllen will. Alles andere... halte ich während der Schulzeit für absolut überflüssiges Kopfvollstopfen, das viel Raum für Sinnvolleres nimmt und finde, das sollte denen vorbehalten sein, die das später mal studieren wollen. Aber ja, ich weiß - ein Mathefreak wird das sicherlich ganz anders sehen.
Ich wäre stattdessen für Fächer wie "Resilienz" und "Eigenverantwortklichkeit". Ob ich das Herrn Dr. Spaenle mal vorschlagen soll?

Mehr meiner Upcyclingideen für alte Bücher und andere Dinge findet Ihr > hier.
Schon fertige Upcyclingprojekte sammelt die liebe Nina wie immer > dort.
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Kommentare:

  1. Oh Katja, was für ein schöner Post...du kannst so treffend formulieren !!! Ich hab's eher mit der Mathematik als mit der Sprache, so hat jeder seinen Teil abbekommen... Wenn ich die alten Bücher auf dem Bildschirm betrachte, finde ich sie auch toll...im Original stört mich immer ihr Geruch....
    viele liebe Grüsse und einen schönen Tag, helga

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  2. Was für wunderbare Farben, Strukturen, "rätselhafte":) Zeichen und den Bären fand ich schon neulich klasse...und das Kalendarblatt! Was für ein Schatz. Liebe Grüße, Anette

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  3. köstlich! ich hab ja immer meine freude gehabt an der anwendung eines, wenn erst einmal gefunden, immergleichen rechenrezepts; wie kreuzworträtsellösen hab ich das empfunden. so viel auch gleich zum thema sinnhaftigkeit ... die metamorphosen sind wunderbar!
    liebe grüße °°°u.

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  4. Da hast du ein Stück Geschichte, Leben in der Hand. Wer weiss, ob der arme Schüler damals auch brütend und nichtverstehend, quasi Leidensgenosse, vor diesen wir-werden-im-Leben-nicht-gebraucht Formeln gesessen hat. So hast du das Beste draus gemacht. Mir tut es auch immer weh, wenn Bücher zweckentfremdet werden. Aber ich glaube so sind sie präsenter als im Regal.
    LG
    Claudia

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  5. Ach das ist ja herrlich! Die Mathematik war mir meist ein Freund aber auch Aristoteles, Kant und co sind mir nicht fremd... Und Bücher schon gleich gar nicht! Toll, was Du immer wieder zauberhaftes Neues aus ihnen herstellst, gefällt mir, wieder, sehr gut und ich bin gespannt, was es mit dem kleinen Schiffchen auf sich hat. :)

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  6. Hahaha, dem Mathebuch einen Bären aufbinden. Wunderbar. Ich hatte auch solche empathiefreien Mathelehrer und vor 34 Jahren das Glück, Mathe nicht mehr bis zum Abi nehmen zu müssen. Nur in der 7. oder 8. Klasse, da gab es mal eine Vertretung für ein halbes Jahr, die so mitreissend und spannend erklärte, dass das mathedumme Lieschen plötzlich Einsen schrieb. Hab ich doch grade eine Untersuchung gelesen, nach der es kaum Kinder geben soll, die mathematisch nicht begabt sind. Es soll weder an der Intelligenz noch an irgendeinem Mathegen liegen, wenn Kinder keine Mathe können, sondern an der VERMITTLUNG.( Ausgenommen natürlich bei einer echten Discalculie) Sollte man sich doch mal um die Didaktik kümmern.- die Du, liebe Katja, für Deine Leser auch in diesem Beitrag wie immer perfekt beherrscht.
    Herzliche Grüße
    Lisa

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  7. Herrlich! So schön die Bücher auch sind. Verstauben sollten sie nicht. Durch Deinen Post und das wunderbare Upcycling wurden sie viel wertvoller.
    Liebe Grüße! Annette

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  8. liebe raumfee, danke für die erheiterung und für die fachkompetente untermauerung von dingen, die vermutlich die meisten ähnlichen fühlen aber nicht an die oberflächen lassen ;) deine liebevolle späte rache an den hübschen formeln gefallen mir sehr, besonders das schiffchen. man könnte es in einem psychologischen gestaltungstherapie atlas aufnehmen. gehts einfacher? stundenlanges gehocke beim seelenklempner könnte man sich ersparen! ein gang ins antiquariat und man ist schon mal halb geheilt ... das schiffchen erledigt dann den rest. ich persönlich würde, wenn wir dann am schulkonzept der zukunft arbeiten, mathe nicht gänzlich streichen. ich habe es immer für eine art quizz gehalten. und hatte mitunter durchaus meine freude daran. liegt aber natürlich am lehrer.

    liebe grüße am morgen . tabea

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  9. Also ja, ganz ehrlich, solche Schätze zu zerlegen tut mir weh. Andererseits kann ich auch deinen Gedankenganz nachvollziehen. Warum sollte so ein schönes Buch einfach nur rumstehen? Lieber etwas Schönes daraus machen. Deswegen habe ich auch damals diese zwei wunderwunderschönen Bücher aus der "Zu Verschenken" Kiste mitgenommen. Aber bisher konnte ich mich nicht überwinden sie zu zerbasteln ^^
    Da haben wir aber eine Gemeinsamkeit. Ich liebe solche alten Bücher nämlich auch sehr. Das Spannende ist ja, daß man darin immer noch etwas finden kann. Zettel, Notizen, alles Mögliche. Meine Mama hat eine wirklich extrem alte Bibel mitgebracht, ide gehörte schon ewig der Familie, und wir haben darin geblättert. Da lagen dann solche Bildchen drinnen, die es früher immer gegeben hat in der Messe, wenn jemand starb. Ich finde solche Bücher arg spannend und könnte stundenlang darin stöbern :-)
    Vielleicht sollte ich mal die Buchhandlung in der Stadt besuchen, die haben eine riesige Auswahl an uralten Büchern *schwärm*
    Und nun schaue ich mir mal die Links an und gucke, was man daraus so alles machen kann :-)

    Liebste Grüße,

    Kivi

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  10. Danke für diesen Lacher am frühen Morgen! Ein wunderbarer blogpost ist dir da gelungen. ABER: Ich liebe solche Aformeln, jawohl! Einen Moment habe ich sogar überlegt, mir Zettel und Stift zu holen und zu versuchen, ein wenig zu rechnen. Und Dreisatz und Pythagoras sind doch im täglichen Leben ungemein nützliche Dinge. Gut, ich gestehe: Abitur mit 15 Punkten im Mathe LK und Laberfächer wie Ethik, SoWi, Pädagogik etc konsequent abgewählt. So unterschiedlich sind die Menschen eben, gell? :-)

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  11. ein super exkurs in die anti-welt der mathematik. mir gehts wie dir. mein mathelehrer hat zu mir mal gesagt: du kannst so schön zeichnen, aber ich verstehe nicht, wie du nicht mal für fünf pfennig verstand für diese aufgaben haben kannst. für ihn hatte mathematik etwas schönes, ästhetisches und aufregendes. ich bin immer wieder daran gescheitert und merke heute, dass ich auch ohne diese ganze quälerei in der schule gut gefahren wäre. nichts für mich. aber die bücher sind umso schöner, ich kann auch der grafischen gestaltung gestaltung viel abgewinnen, die sich wunderbar für deine "basteleien" eignet! liebe grüße, wiebke

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  12. Ich muss allerdings noch mal nachschieben daß ich deine "Freude" an Mathe schon verstehen kann. Ich selber sehe auch irgendwie keinen richtigen Sinn in solchen Formeln, eben weil sie mir noch nie im Leben weitergeholfen haben, wie du auch so schön schriebst. Sie helfen nicht dabei ein Loch in einer Socke zu stopfen oder das Auto zum Laufen zu bringen wenn es nicht anspringen will. Und auch beim Einkaufen musste ich noch nie eine Formel einsetzen um auszurechnen ob ich mir dies oder das noch leisten kann.
    Allerdings stand ich mit Mathe nie auf dem Kriegsfuß, und ich weiß schon daß man es brauchen kann. Aber eben nicht im normalen Leben, zumindest nicht wenn es um solch komplizierte Formeln geht :D
    Wäre ich wie damals als Kind gewünscht Wissenschaftlerin geworden, bin ich mir sicher daß die Formeln dann für mich einen Sinn gegeben hätten ^^

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  13. Liebe Katja,
    einer der Männer die ich geboren haben ist frisch gebackener Nanostrukturingenieur, ihm würde das das sicherlich körperlich weh tun, was Du da mit den Formelblättern treibst, der zweite Sohn studiert Maschinenbau (Ethik Abi 15 Punkte, kurz nach dem 18. Geburtstag aus der katholischen Kirche ausgetreten), der hätte keine Skrupel aus alten Bibeln Papierflieger zu falten. Sohn Nr. 3 ist der Schöngeist, er fotografiert, schreibt, schreibt, schreibt, er hat mir gestern Atlanten (leider erst aus Mitte der neunziger Jahre) aus der Schule mitgebracht, die werden wir bedrucken und falls Sohn Nr. 4 Lust zum ausschneiden hat, eine Wand gestalten....

    herzlich Judika
    P.S. Ich gehe jetzt Baum-Horoskop googlen.

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  14. Bei Mathe kräuseln sich mir die Nägel ... ach was habe ich es gehasst. Vor über 20 Jahren konnte man dieses Gruselfach noch in der Oberstufe abwählen, wenn man eine Naturwissenschaft als Hauptfach hatte. Geht das heute eigentlich auch noch? Wenn nicht, würde ich wohl heute kein Abi mehr schaffen :-).
    Was Du draus machst, halte ich für das Beste!

    Liebst zu Dir,
    Steph

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    1. Keine Ahnung, aber mit Ethik-Deutsch-Englisch-Bio blieb mir Mathe erhalten, ich musste nur kein Abi darin schreiben. Puhh....

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  15. Text + Fotos + Ideen = wunderbar³
    1+, setzen!

    Liebe Grüße :) M.

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  16. empathiefrei--herrlich! Meiner hatte noch Mitleid..so gab er mir wenigstens meist 2 Punkte für die Darstellung: mit nadelspitzem Bleistift Punkte in akkurat gezeichnete, für mich völlig sinn-lose Diagramme---schön kann sie sein, die Mathematik, auch ohne "partielle Integration"- äh:Verständnis. Tolle Symbole..und Zahlen haben ja eh was Mystisches..

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    1. Unglaublich, was die Natur manchmal hervorbringt! In der braunen Version haben sie uns letztes Jahr im Altmühltal begeistert, wo ich aufgrund der Größe erst dachte, es wär eine Blindschleiche... Riesendinger.

      Ich hab mich übrigens auch immer bemüht, zumindest die Angaben nochmal abzuschreiben und alles mögliche zu unterstreichen, damit es zumindest 1-2 Punkte auf den Lösungsweg gab. ;-)

      Leider kann ich bei Dir nicht kommentieren, es fehlt das Bild zur Sicherheitsabfrege...

      Herzlich, Katja

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    2. Oh, da werde ich doch gleich mal nachforschen...danke für den Hinweis!

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  17. ein herrlicher post, der mir ganz aus dem herzen spricht!! dich hätte ich ja zu gern als mathelehrerin gehabt!
    die schriftlichen anmerkungen und kleinen funde find ich in alten büchern auch immer wieder total spannend!
    liebe grüße von mano

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  18. *kaputtlach*

    Liebste Katja,
    es scheint doch so zu sein, daß sich die wahre Schönheit der Zahlen nur denen erschließt, die sie als großes Ganzes zu sehen vermögen... Sagt eine, die ihr Abi mit einer guten Punktzahl in Kunst erschwindelt hat. :-D
    Komischerweise konnte ich in der Schule nur Dinge behalten (das allerdings bis heute!), die ich auch wirklich verstanden hatte - so konnte ich mal auf einer Party glänzen, als ich einem Pseudo-Informatiker das Binärsystem erklärte. Wie Menschen allerdings auf die Idee kommen, in der Chemie Orbitalmodelle zu erstellen: Ein Rätsel auf Lebenszeit! Aber die Formeln als solche finde ich auch durchaus faszinierend...
    Daß einen das im Leben nicht weiter bringt, jedenfalls sehr viele von uns - ja, das stimmt. Aber es lohnt nicht, sich mit Leuten darüber unterhalten zu wollen, die in ihrem Leben nie über die Schule hinaus gekommen sind. (Ja, ich habe Vorurteile gegenüber Lehrern. Immernoch! Die Wunde ist tief...)

    Jedenfalls ist es immer wieder schön zu sehen, wie Du die altehrwürdigen Bücher einem höheren Zweck zuführst.

    GLG,
    Mel
    (Die heute mit ihrem großen Kind zum Klugscheißer-Test muß, weil der nämlich eine mir unerklärliche Affinität zu diesen Zahlendingen hat. *schiel*)

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  19. HERRLICH! Ich habe mich köstlich amüsiert über deinen Post! Vielen Dank! Erst kürzlich kam mein Großer an (9. Klasse Gymnasium) und fragte mich warum er eigentlich diesen Mist braucht? Leider konnte ich ihm nichts Positives entgegen bringen und konnte ihm nur zustimmen was seine Abneigung gegen Mathe betrifft. Ich weiß, ist nicht gerade pädagogisch wertvoll, aber was soll ich machen. Ich konnte diesem Fach auch nie etwas abgewinnen. Und man kann es noch nicht mal abwählen....argh! Das heißt für uns jetzt - Nachhilfe! ;o)

    Liebe Grüße von Jenny

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  20. Meine liebe Katja,

    wenn ich ans Abimathe denke, wird mir auch ganz schlecht und nichts von alledem habe ich wirklich je gebraucht.
    Die Prüfung darin hab ich ordentlich versemmelt, weil wir noch nach DDR-Lehrplan unterrichtet wurden, die Prüfung dann aber mit dem Matheleistungskursstandard aus dem ehemals bösen, bösen, westlichen Teil Deutschlands schreiben durften. (Wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat, weiß ich bis heute auch nicht.)
    Wäre ich Coop Himmelblau oder Frank O. Gehry, würde ich´s ja noch verstehen, so aber ... nee, ich verzichte auf die vielen unlogischen Formeln, deren Sinn ich weder jemals gesehen, geschweige denn verstanden habe.
    Und als Mathe im Studium so weiterging, haben alle Kommilitonen irgendwann gemeinsam gestreikt und es wurde kurzerhand abgesetzt :-)

    Ich bevorzuge ebenfalls die Benutzung der anderen Hirnhälfte & grüße dich in diesem Sinne ganz herzlich!

    Alles Liebe

    Katja

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  21. Jaaa,der Post des Jahrhunderts !!!Kann ich alles so unterschreiben!!!
    13 nein 14 Jahre Gymnasium und ich kann keinen Dreisatz !!!
    Geometrie und einfache Nutzen-Rechnungen finde ich auch sinnvoll,(Ich hab ja immerhin ein Handwerk,nämlich BUCHBINDERIN gelernt.),aber das Höhere... sinnfrei.

    Und diese Algebra- und ähnliche Büchlein aus dieser Reihe habe ich auch.Dekorativ,nix sonst.

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  22. P S Ich mache aber trotzdem nur Bücher mit Wasserschaden etc . zum Basteln kaputt oder solche Massenware an Industrie -Lexika.Katja.

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  23. Du sprichts mir aus der Seele. Warum muss man dies alles lernen. In meinen Augen ist das überflüssiger Quatsch, der viel zu sehr ins Detail geht. Als Deko- und Bastelmaterial sind diese Bücher viel besser aufgehoben. Schön, was du wieder Feines draus machst. Bin schon sehr gespannt, noch mehr Projekte damit zu sehen.
    Liebe Grüße :D

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  24. liebe katja!

    für mich war mathe immer so etwas wie eine unglückliche liebe. soll heißen: ich war fasziniert von ihrer ästhetik und ihrem geheimnis, besaß aber einfach nicht die fähigkeit, mich ihr wirklich zu nähern. ich konnte mir mechanisch die nötigen vorgänge aneignen, die nötig waren, um passable noten zu kriegen, aber ich spürte immer, da steckt was anderes dahinter, was mir auf ewig verwehrt bleiben wird. etwas geradezu metaphysisches.
    gbraucht im leben? nein. aber ich hab mir natürlich auch was ausgesucht, wo das nicht der fall war. und zu meiner beschämung hat mein sohn bereits im volksschulalter, als ich seine hausaufgaben kontrollieren wollte, zu mir gesagt "mama, wieso starrst du denn da so lange drauf?"
    na ja. so ist das halt.
    zum umgang mit büchern hätte ich noch vor einem jahr oder so wahrscheinlich aufgeschrien - heute kommt mir das, was du tust, einfach grundvernünftig vor. neues leben einhauchen - jawoll! super!
    ich freue mich schon auf die resultate, die du hoffentlich zeigen wirst!
    ursula

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  25. Liebe Katja, ich habe wie immer so gern bei Dir gelesen. Mußte hier und da auch lachen - wie so meist. Fühlte mich an eigene quälende Zeiten im Fach Mathematik erinnert. Und auch ich habe viele Jahre später ebenfalls die Chance, mit derzeit einem Kind bei den frühesten Anfängen mein Wissen aufzufrischen. Daß Vieles mit einem fähigen Lehrer steht und fällt, habe ich erst in der Oberstufe erfahren dürften. Eine außerordentlich leidenschaftliche Lehrerin war in der Lage, mich zu ungeahnten Höchstleistungen anzuspornen. Ich konnte das damals selbst kaum glauben.

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  26. hätte ich nur damals schon gewusst was man tolles mit mathebüchern anstellen kann...

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  27. katja als klassenbeste in idee, umsetzung,bild und wort;) heute hast du echt auf mathematischen höchstniveau gepostet;) wundervoll...
    sei liebst gegrüßt von birgit, die im abi einen kurs "kreative mathematik" belegt hat;)

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  28. Gedankliche Kreativität und Flexibilität und "Logik und Mathematik" sollten nicht so gegeneinander ausgespielt werden (vor allem nicht von ignoranten Mathelehrern oder Schwafelphilosophen, denn am Ende denken die Kinder noch, sie dürften nur das eine oder das andere können).
    Dass jede gute Philosophie Logik braucht wie "die Luft zum Atmen" ist, wie ich mal behaupten möchte, kaum anzweifelbar, ebenso wie ("höhere") Mathematik ein sehr kreatives Fach ist, zum Beispiel wenn es um Lösungsstrategien geht.
    Mir als Philosophin macht diese Ablehnung von Mathematik immer ziemliches Bauchweh. Dir gefällt vielleicht dieser Artikel von Enzensberger: http://www.mathe.tu-freiberg.de/~hebisch/cafe/zugbruecke.html. Mir gefällt Dein Bär.

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  29. Hallo Katja,
    danke - das klingt mir sehr bekannt und so reihe ich mich ein als "Obervollpfosten" in Mathe.
    Bin eher die, dieesmitdenBuchstaben hat. Lesen!!!!! Ja!
    Rechnen - igitt, selbst wenn Buchstaben dabei sind. Allerdings sind x + y im Alphabet ja wohl eher die Exoten.

    Schiffchen und Himmel und Hölle wurden aus meinen unliebsamen Mathebüchern gemacht. Zum Leidwesen meiner Eltern, denn wir mussten die Bücher selbst kaufen, was nicht billig war. Und am Schuljahresende sollten sie weiterverkauft werden. Also gab's zur schlechten Mathenote noch ne Klatsche für's "Bücherzerstören".

    Als bekennender Bücherwurm, Bibliotheksassistentin und Buchhändlerin lese und liebkose ich meine Schätze und schaffe es leider nicht, daraus andere schöne Dinge zu zaubern.

    Liebe Grüße

    Karin - diemitdembücherwurmtanzt

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  30. dein Humor ist immer herzerfrischend:) aus dem Mathemtik-Zeugs hätte ich definitiv auch etwas viel feineres gemacht;) bin gespannt was du uns noch alles daraus recycelst;)alles liebe! sarah

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  31. Liebe Katja, ich habe mich köstlich amüsiert über deinen Post! Meine beiden Männer im Haus sehen das mit der Mathematik wirklich anders als der weibliche Part...Bei meinem Sohn habe ich schon in der 5. Klasse aufgehört, den Ehrgeiz zu entwickeln...in Mathematik noch mitzukommen...Mein Mann und mein Sohn diskutieren am Abend Lösungsansätze von Mathematikolympiaden, da verstehe ich nur Bahnhof...Meine mittlere Tochter ist sehr kreativ und künstlerisch geschickt...über eine 4 in Mathe kommen wir aber im Moment nicht hinaus ( allerdings ist die Lehrerin pädagogisch auch komplett fehlbesetzt...). Vielleicht schließen sich Mathematik und Kreativität auch irgendwie aus? Von einem keltischen Baumhoroskop hatte ich bisher noch nichts gehört...ich bin übrigens ein Apfelbaum...ob es auf mich zutrifft? Ich bin unschlüssig...;-) LG Lotta.

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  32. Wie herrlich... ich habe so gelacht. Ja, heute kann ich drüber lachen, damals haben mich die Zahlen gequält und der Lehrer, der es nicht zum Professor geschafft hat, ebenfalls. Druck nur ordentlich Bären überall drauf, auch Blumen und Schmetterlinge und lass die gemeinen, fiesen Parabeln dahin schwimmen, wo der Pfeffer wächst.

    liebe Grüße, Jana

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  33. oweia - solche zahlen-und-zeichen-reihen sind sehr schön anzusehen,
    aber sehr schwer zu verstehen, auch für mich. das ist ja wie "türkisch"... aber plutimikation - juchhu - das kenn ich !! :))
    viele liebe dornrös*chengrüße!

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  34. wunderbar.
    obwohl ich gut in mathe war, stochastik gern gemacht hab und integralrechnungen auch meine freunde waren ist mir jugendstil viel lieber. und dein zahlenrecycling schöner als schön!
    liebe verrggnete grüße von
    fraupanne.

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  35. oh, lieber bär, zertrampele bitte alle diese zahlen, die mich jahre lang gequält haben. meine arme mama musste unzählige nachhilfestunden bezahlen, damit ich mein pflichtabitur in mathe schaffe. trotzdem bleibt es eine der größten geheimnisse in meinem leben, wie ich da durchkam, ich nehme mal an geometrie hat mich gerettet. manchmal träume ich immer noch der mathestunde. es ist kein guter traum, ich wache immer mit angst auf. ja, machen wir doch was schönes daraus und lass uns unsere mathematische alpträume in kleinen papierbötchen davon schwimmen. lg, éva

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  36. Köstlich geschrieben. Ich musste doch sehr schmunzeln, dass die Parabeln immer so gemein waren. Ich hatte zwar damit keine Probleme, aber ich kann zurückblickend auch nur sagen: was für eine verschwendete Zeit. Wer das braucht, kann es doch genau DANN lernen und nicht schon in der Schule. Leider lernt man dort die wirklich wichtigen Dinge nicht ...
    Liebe Grüße,
    Franka

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  37. Liebe Katja,
    :-) musste schmunzeln, denn ich hab doch tatsächlich in Mathematik Abitur gemacht (14 Punkte) und dann auch noch Höhere Mathematik studiert. Für mich heute auch unglaublich! Es ist jetzt 15 Jahre später kaum was hängengeblieben ;-) Ich hätte deine "wunderbaren" Bücher wohl nicht zerlegt :-) Aber da mir deine Ideen ja so gut gefallen und ich auch Bücherseiten weiterverarbeiten wollte, musste ich ein Weilchen suchen. Mir ist nun ein Buch zum Opfer gefallen, das ich für mich völlig sinnlos finde: "Kinder fragen nach der Bibel - Antworten für Lehrer und Eltern". Nicht dass ich das Thema für sinnlos halte, aber die Antworten, die in diesem Buch gegeben werden, sind sooo angsteinflößend ....
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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  38. Oh, Katja, ich lach mich schlapp. Nachdem, was dir die Mathe angetan hat, ist es wirklich Zeit, Rache zu nehmen. Allerdings ist es ein wenig zahm, ihr nur einen Bären aufzubinden. ;) Da musst du meiner Ansicht nach schon mit härteren Bandagen kämpfen. Ich denke da an eine Schere! Nadel und Faden! Voodoo! Aber bitte erst, wenn die Kinder im Bett sind. Nicht, dass die duch deine Befreiungsaktion indirekt auch von der Mathe traumatisiert werden.

    LG

    Rebekka

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  39. Liebe Katja,
    Dein Post zu Mathe -- einfach köstlich und JA GENAU! Hat mir immer Spaß gemacht. War wie Rästel raten...Nur das Ergebnis war nie richtig..das war nicht so optimal.
    Noch nicht mal mein Liebster wüßte SPONTAN wozu ER "Deine Formeln" brauchen könnte. Das soll was heißen.
    ...Und...wie lautet die mathematische Formel für Liebe, Glück und Zufriedenheit?
    Herzliche Grüße Corana

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!