Mittwoch, 19. September 2012

Die Sache mit der rechten und der linken Gehirnhälfte. Space Oddity.

Irgendwann während meiner lange zurückliegenden Schulzeit habe ich gelernt, dass die beiden Gehirnhälften eines Menschen für unterschiedliche Dinge zuständig sind. Die linke steuert das logisch analytische Denken, die rechte die Intuition und Kreativität. Manche Menschen sind eher rechts-, andere linkslastig. 
Wie erfolgreich man erlerntes Wissen behalten und sinnvoll anwenden kann, ist keine Frage der Gehirngröße, sondern der Anzahl der Synapsenverknüpfungen zwischen den beiden Gehirnhälften. Eine Frage der innerhirnischen Kommunikation, sozusagen.

Ich war unfähig Musiknoten zu lernen, konnte keine physikalischen Formeln behalten, keine binären Gleichungen lösen oder Skalarprodukte errechnen. Auch nach dem dritten Durchkauen der französischen Revolution konnte ich mir die Jahreszahlen nicht merken, drei zusammenhängende Zeilen auswendig zu lernen war und ist mir unmöglich, Grammatik- und Interpunktionsregeln haben sich mir nie erschlossen und ich konnte mir auch nicht die Raumnummer meines Klassenzimmers merken. 
Dafür könnte ich heute noch mein Klassenzimmer der 9. Klasse aus dem Gedächtnis aufzeichnen, erinnere mich an das Geräusch der Schuhe meines Englischlehrers, den Cowboygang des Hausmeisters, den Mundgeruch von Herrn Spickermann und weiß noch, was ein endoplasmatisches Retikulum ist und wozu Manganknollen gut sind. Ich konnte achtzehnseitige Deutschaufsätze schreiben, im Unterricht einschlafen und wenn ich aufgerufen wurde trotzdem sinnvoll antworten und den gesamten Stoff eines Vierteljahres in der Nacht vor einer Prüfung bis zum frühen Morgen im Bett durchlesen, dort nacherzählen und dann sofort wieder vergessen. 
Wie ich durch ein bayerisches Gymnasium gekommen bin, ist mir immer noch ein Rätsel.

Es gab Lehrer in meiner Schullaufbahn, die mutmaßten, mir würde die linke Gehirnhälfte fehlen, oder ich würde sie nur mit mir herumtragen, damit mir der Kopf nicht auf die rechte Schulter kippt. Zumindest wären bei offensichtlicher Rechtslastigkeit keinerlei Synapsenverknüpfungen nach links vorhanden und die linke Hälfte würde in meinem Kopf haltlos vor sich hintreiben, wie diese abgesprengten Raketenteile, die überall im Weltraum herumschweben. Space Oddity.


Man lernt zu kompensieren. Wenn ich etwas Systematisches, reine Fakten behalten will, muß es mich interessieren, berühren, oder ich muss meine schlafenden Synapsen überlisten. Blanke Informationen muß ich sofort mit einem Bild verknüpfen, oder zumindest bei der Aufnahme von Fakten gleichzeitig der rechten Gehirnhälfte etwas zu tun geben, um sie aufzuwecken, damit sie zur Kommunikation und Interaktion mit Links bereit ist.
Wenn ich Informationen behalten muss, beim Telefonieren oder reinem Zuhören, zum Beispiel in Vorträgen, bei Kostenberechnungen, oder bei meiner Steuererklärung - dann kringle ich. Und punkte. Ich strichle, kreuze, kristallisiere, schleife, mäandere, vernetze und webe.
So sahen alle meine Schulhefte früher aus. Und so sehen immer wieder die Blätter aus, die ich mir für Telefonnotizen bereitlege. Für Notizen brauche ich sie dann nicht mehr, denn die elementaren Informationen haben sich dann schon in meinem Gehirn verankert. Fragt sich jetzt nur, in welcher Gehirnhälfte...

Ein paar davon schaffen es sogar an irgendeine Wand. Der obige Zettel enthält viele Informationen zu einem aktuellen Projekt. Und glaubt mir, ich weiß, was draufsteht... :-)

Frau Müllerin sammelt heute wieder Muster. Die soll sie haben.
Telefonnotizen, Telefonkritzeleien, Heftschmierereien, Gekritzel, Gitternetzlinien. Mäander, Webmuster

Kommentare:

  1. liebe katja, ich könnte mich kaputt lachen! was für ein herrlicher artikel! und wie praktisch, dass dabei so schöne muster raus kommen. ich krakel auch beim telefonieren - allerdings weniger grafisch. ;)
    dafür bin ich überzeugt, dass ich ein mechanisches gehirn habe. ich kann am besten dinge behalten, wenn sich mein kaumuskel bewegt. nachdem das aber vorallem während des studiums dazu führte, dass der hüftumfang immer größer wurde, bin ich auf kaugummi umgestiegen. wenn ich mich wirklich auf dinge konzentrieren muss, um sie zu lernen, hilft das ungemein. :)
    vielen dank für diesen ersten lacher am morgen - you've made my day!

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  2. Danke für den Schmunzel-Beitrag!! Das macht mir so manches klar! ;-)
    GLG
    Claudia

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  3. Katja, inzwischen trinke ich meinen Kaffee, NACHDEM ich Deine Beiträge gelesen habe - das ist besser so für mich ;-). Ehrlich, ich muß so oft lachen hier, und weiß nun, daß auch bei mir die linke Gehirnhälfte eher rudimentär ausgeprägt ist. Und so ähnlich wie bei Dir, muß mich etwas wirklich interessieren, und ich muß es auch zwingend begriffen haben, damit ich es in mein Hirn hineingeklöppelt kriege. In der rechten Gehirnhälfte allerdings sprudelt es nur so. Und diese "Kritzeleien", davon gibt es hier auch bei uns mehr als genug. Insbesondere mein Vater produziert da beeindruckende Sachen.

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  4. Guten Morgen, liebe Katja!
    Das ist großes Kino!! Und sehr vertrauensvoll von Dir, uns Deine Aufzeichnungen zum Lesen zu geben. Du würdest Dich wundern, wie viele diese Schriftsprache noch beherrschen... :-D
    Es ist schon erstaunlich, wie so ein Gehirn arbeitet oder eben auch die Arbeit verweigert. Ich habe damals mein Abitur mit Zeichnen gemacht. Ein "fleißiges Lernchen" war ich nie und ich kann mir bis heute nur Dinge merken, die ich verstehe oder von denen ich mir dieses einbilde. Zahlen die in Geschichtsbüchern stehen, brennen sich unweigerlich in mein Hirn - Zahlen in Mathebüchern, naja, lassen wir das... Ist ja fein, daß man theortisch auch in der 16ten Dimension rechnen kann, da reicht mein Vorstellungsvermögen einfach nicht. Und ich habe tatsächlich das Gefühl, daß ich so ganz gut leben kann **hihi**
    GLG, Mel

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  5. Liebe Katja,
    wie du heute morgen die Gedanken mit Mustern verknüpfst ist grandios und erstaunlich, danke für den herrlichen Beitrag und deine wunderbare Sicht auf die Welt. Was mag sich wohl in den geheimnissvollen Mustern verbergen? Wichtige Informationen ganz ohne Buchstaben? Erstaunlich und sehr dekorativ. Allerschönsten Tag und nie einen Schlaganfall wünsche ich dir und allen!
    Michaela

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  6. Liebe Katja,
    Du bist mir so sympathisch.
    Einen schönen Tag für Dich.
    Nina

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  7. liebste Katja,
    lach .... wir kommen vom selben Stern ....
    da ist so manches anders ....
    merci .... für den tollen ZeichenMorgenGruss,
    und lach....
    Du bist nischt alleene .... ;)
    die simONE

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  8. Oh wie klasse, Deine Denkarbeit und diese erst in Muster und dann in einen so schönen Beitrag zu verpacken!!
    Mir gefallen die Kringel sehr...worum es da wohl gerade ging?!?
    Liebe Grüße
    Daniela

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  9. Guten Morgen, liebe Katja!
    Ich könnt Dich knutschen! Der Post ist herrlich! Und die Telefonnotizen dazu wunderbar! Die erste Skizze bitte unbedingt aufhängen. Außer es war ein schlechtes Telefonat - aber das kann ich mir bei der Schönheit der Linien nicht vorstellen.
    Liebe Grüße, Annette.

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  10. liebe raumfee, nun bin ich sehr erheitert. hast du schöne beschrieben. und was mir am besten gefällt, obwohl für menschen wie dich und mich (ja ich finde mich an vielen stellen wieder) kaum ein platz in diesem system zu sein scheint ... beschreibst du deine fähigkeiten (die in der schule eher für kopfschütteln sorgten ... mich hat man immer bedauert, dass ich im kreativen bereich sooo begabt sei – wo das ja nichts taugt fürs leben) so liebevoll und verständnisvoll. das kann nicht jeder. viele hadern mit dem was sie nicht können und tragen ihre versteckten fähigkeiten bescheiden oder sogar als last mit sich herum. ich bin fürs anders sein. und dafür, dass man erkennt, was einen glücklich macht. ich zeichne auch bestimmte dinge gere oder fast schon automatisch ... betten ... und a´s ... und diese kleinen antennen, die man manchmal an den ohren meiner wesen sieht ... es beruhigt mich, sessel und sofas und badenede zu zeichenen ... und das schon seit jahren.

    danke für deinen kommentar. ich bin gespannt und würde ich sehr freuen, der eine oder andere versucht sich an einem muster, an einem geschenkpapier.

    liebe grüße und einen guten mittelwoch . tabea

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    1. Liebevoll? Sagen wir mal.. ich hab - nachdem ich Mathe, Physik, Chemie, Latein und das Notensystem los war - Frieden geschlossen mit meiner Rechtslastigkeit und gelernt, das andere zu kompensieren. Hilft ja nix, aus mir wird kein analytisch denkendes Zahlengenie mehr, aber gewisse Sachen muss ich trotzdem mit Logik bearbeiten - also Eselsbrücken bauen, um sich die Pinnummer der EC-Karte und die eigene Telefonnummer zu merken. Wenn mir aber jemand sagt, ich soll die Nummer Zahl für Zahl sagen, dann bin ich verloren... und ich kapiere oft die Hausaufgaben-Aufgabenstellung meines Drittklässlers nicht. Irgendwas fehlt da oben einfach. ;-)

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    2. dito. in leipzig war es mal einige zeit modern, dass man an der kasse nach seiner postleitzahl gefragt wurde. für irgendeine verkaufsstatistik. ich habe mich dann irgendwann geweigert sie zu sagen, weil ich, wenn ich meine postleitzahl aufgesagt hatte, nicht mehr in der lage war, mich an meine ec-karten-geheimnummer zu erinnern und nicht bezahlen konnte ... ein-rillige-gehirnleistung für mehrstellige nummern!!!

      ts ts ts

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    3. Geht mir auch so. Damit hab ich schon ganze Kassenschlangen lahmgelegt. :-)))

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  11. Ich musste gerade so lachen! Über die Mutmaßungen deiner Lehrer - herrlich!

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  12. Ach, das kommt mir ja alles so bekannt vor...
    Herrlich beschrieben!
    Tja, wir rechtslastigen Menschen haben eben andere Qualitäten, nicht wahr.

    einen schönen Tag dir,
    Jana vom Gänseblümchen

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  13. Du hast wirklich eine besonders schöne und erheiternde Gabe die Dinge in Worte zu fassen, liebe Katja - kreativ auf und mit allen Linien und Datenbahnen...❤Anette

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  14. Du sprichst quasi direkt aus meinem Kopf heraus, konkreter gesagt, aus meiner rechten Gehirnhälfte... "ist halt musisch begabt", hieß es während meiner Schulzeit, wenn die Mathe- oder Physikklausur mal wieder daneben gegangen war... So malte und male ich beständig weiter, mal graphisch, mal naturalistisch, unzählige und ungezählte "Werke" auf nahezu allem, was bemalbar scheint und in meine rechtsgesteuerten Hände gerät... Herzlichsten Dank für diesen grandiosen Post!!! Liebste Grüße, Isa

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  15. schöne muster ;) die haben hier auch schon ihren weg auf papier und verpackungen gefunden (z.B. http://www.bjudiful.de/?p=3424). und zum glück konnte man ja in der oberstufe das meiste unnütze zeug abwählen ;)

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    1. Klasse, ich habs gefunden. Und mir gleich noch das Quarkklösschenrezept mitgenommen. :-)

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  16. ja, so unterschiedlich sind die menschen. ich bin der analytische typ, habe tausend bilder im kopf und könnte keines zu papier bringen, kann noten lesen, aber kein musikstück nach gehör spielen und so weiter. aber mir den gesamten unterrichtsstoff in einer nacht reinziehen, runterlabern und sofort wieder vergessen - das konnte ich auch perfekt!
    es war wieder mal sehr unterhaltsam deinen post zu lesen!
    susi

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    1. Ich wär oft froh, ich hätte etwas mehr analytisches Denken, das würde manches einfacher machen.

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  17. Einfach herrlich, Deine Beschreibung. Ich hab mir über meine Hirnhälften noch so gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht sind sie ja recht ausgeglichen, wenn man weder super-kreativ, noch ein Mathegenie ist. Ich will's hoffen... ;-) Liebe Grüße, Viola

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  18. :-))) Habe mich köstlich amüsiert beim Lesen Deiner Zeilen. (Auch über die Parallelen) Herrlich.

    Ich schicke Dir liebe Grüße! (Mit welcher Gehinrhälfte jetzt nochmal? Egal. Von Herzen!)

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  19. Herrlich! Und genial noch dazu!
    Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich statt Worte, Bilder in meinem Kopf speichere. Genau erklären kann ich diese Wort-Bild-Verknüpfungen gar nicht, aber es funktioniert irgendwie.
    Für Zahlen baue ich mir (für andere wohl seltsame) Eselsbrücken. So weiß ich heute noch die uralte Telefonnummer meiner in Schulzeiten besten Freundin, weil ich die Eselsbrücke dazu wohl nie vergessen werde :-)
    Interessant, wie ein Gehirn arbeitet...
    Herzliche Grüße!

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  20. Cooler Beitrag. Schön, dass bei Deinen Telefonkritzeleien gleich ein paar Kunstwerke entstehen, die nur du wirklich deuten kannst. :) Formeln kann ich mir zwar nicht merken, dafür Daten (wenn sie mich betreffen, also keine Geschichtszahlen) und Zahlen kann ich mir sehr gut merken.
    Liebe Grüße allesistgut :)

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  21. Große Klasse! Ich glaube daran, dass es viele Leute gibt, die haptisch lernen - also, indem sie Dinge anfassen müssen oder indem sie doodlen müssen beim Zuhören. Wenn ich mal fest unterrichte, wird das deshalb immer erlaubt sein.

    Und die Muster finde ich übrigens total toll :-)

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  22. oh ich hab herzlich gelacht und du wirst mir immer und immer sympatischer..bist es ohnehin schon..aber ich glaube wir sind in einigen Dingen ganz ähnlich veranlagt;) tolle Zeichnungen!

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  23. Ich glaube, ich bin auch eher rechtslastig...ich kann mir gut Gesichter merken, Ortseigenschaften und Landschaften, Farben von Häusern, Kleidung von Menschen etc...aber bei Straßennamen, Ortsnamen etc. hört es leider auf...kann man auch sagen...typisch Frau??? Ich kann übrigens Noten lesen...aber leider viel zu langsam, d.h. ein Herr Bach oder Herr Chopin drehen sich wahrscheinlich im Grabe rum, wenn sie mein Spiel hören...es sei denn, ich habe die Noten auswendig gelernt, dann geht es prima... ;-)Liebe Grüße, Lotta.

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  24. Das ist ja wirklich spannend, ein kleiner Exkurs in die Hirnforschung :-)
    Ich bin ein sogenannter Synästhet, d.h. ich verknüpfe alles mit Farben. So merke ich mir abstrakte Dinge über die Farbe, ist wohl ähnlich wie deine Kringelei. Jeder Buchstabe, Zahl usw. haben eine bestimmte Farbe und so sehe ich dann immer farbige Bilder im Kopf. Deshalb verwechsle ich z.B. oft die 3 und die 8, da sie beide braun sind, da ist also das System noch nicht so ganz perfekt.
    Ist schon faszinierend, wie das Gehirn so werkelt.
    ich wünsche dir einen schönen, farbenfrohen, kringelreichen Abend und sende liebe Grüße,
    Dani

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  25. LOL....ach liebe Katja, da bin ich aber nun beruhigt....anscheinend ist die Sache mit der linken Hirnhälfte doch weiter verbreitet als man denkt....
    Dein Dreiecksmuster finde ich übrigens super !
    ♥BunTine

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  26. Das geht auch mit Singen. Frage nicht, wie viele Melodien durch meinen Kopf schwirren, für jede Telefonnummer eine, für jedes Gedicht, jeden Einkaufszettel, jedes alles ... Sie sind jederzeit abrufbar und in meinem Kopf brüllt sich ein Megaorchester wirre Melodien zu ;-))
    Ich versuch's jetzt aber gleich mal mit Kringeln. Das ist weniger laut ...
    Lieber Gruß
    Elke

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  27. Ich hab mich schlapp gelacht! Wunderbar erzählt! Und ich hab mich ja so wiederfinden können... :-) während meiner Umschulung habe ich auch stapelweise Blöcke vollgekritzelt, ich kann mich einfach nicht konzentrieren wenn ich nur dasitze und jemandem zuhören muss...die Dozenten hat das immer total nervös gemacht, weil sie dachten, ich langweile mich und wäre desinteressiert...liebe Grüße

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  28. Oh ja, ich erkenne mich wieder....*lach*
    herzliche Grüsse
    Carmen

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  29. Wer braucht schon Zahlen und Fakten, wenn man stattdessen so schöne Muster zaubern kann.

    Das mit den Zahlen kommt mir sehr bekannt vor. Gut, dass man Telefonnummern und Geburtstagen mittlerweile nicht mehr im Gehirn speichern muss.

    Liebe Grüße,
    Anja

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  30. Es ist immer wieder fantastisch, Deine Ausführungen zu lesen. Du drückst Dich einfach wahnsinnig gut aus, und verstehst es, unheimlich viel zu sagen, und doch so gar nicht langatmig dabei zu sein. Dann kommt noch dazu, dass ich mich immer und immer wieder in Deinem Geschreibsel wiederfinde...
    Es macht einfach Spaß.

    In diesem Falle kann ich auch nur wieder laut "hier!" rufen.
    Zahlen? Fakten? Tja, damit hab ich's nicht so. Lustig, wie Du schreibst, dass Du manches Mal unheimlich viel Stoff von einem Tag auf den anderen auswendig gelernt hast, ihn in der Schule zu Papier gebracht hast...und anschließend sofort wieder vergessen hast. Das kenne ich sehr gut. Oft oft oft habe ich das so gemacht! Und auch heute noch mache ich mir diese "Fähigkeit" manchmal zunutze. Ich sage immer, diese Informationen speichere ich in einem temporären Ordner, so lange ich sie brauche, und dann überschreibt min Gerhirn sie von selbst wieder... Es ist einfach kein Platz für "leere Fakten". Der wird ausgereizt von Empfindungen, Empfindungen, Empfindungen. Aller Art. Alles wird zu Emotionen verarbeitet. Gesehenenes, Gehörtes. Erlebtes. Von Filmen und Büchern, und fand ich sie noch so gut, bleibt immer nur ein Gefühl zurück, und so weiß ich dann nach einer (recht kurzen) Weile auch nur noch, ob ich den Film/das Buch mochte, könnte ihn/es aber nie nacherzählen. In der Schule aber konnte ich detaillierteste Nacherzählungen verfassen, könnte es sicher auch heute noch...-aber hängen bleiben eben nur Gefühle. So ist es auch mit Gesprächen. Ach, und einfach mit allem.....

    Ein ganz herzlicher Gruß von
    Doro

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  31. frag mich als linkshänder mal wie es da im oberstübchen ausschaut.. :) zum schmunzeln deine worte.. :)

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  32. :) Jetzt erst gefunden und gelesen - so schön erklärt! - Ich hatte einen Chemielehrer, dem war nicht wichtig, dass ich eine Formel aus einer egal welcher Gehirnhälfte heraussagen konnte, er war zufrieden, wenn's passierte, aber auch nicht unzufrieden, wenn nicht. Wenn also, wie meistens nicht, ließ er sich das Mitschreibheft geben, das nach seiner Vorgabe numerierte Seiten hatte - fragte, ob man wisse, wo im Heft die Formel stehe, Seite, rechts links oben unten Mitte - hell erleuchtete Gesichter klärten ihn dann enthusiastisch auf, über Kringel, Punkte, Schnörkel, Muster, neben denen die Formel zu finden sei - zufrieden schrieb er ein + in sein Büchleich, der Herr Lehrer: "Du weißt also, wo du's findest, das zählt. Lexikon ist keiner." Und so blieb mein Chemielehrer trotz des ungeliebten Faches als einer meiner Lieblingslehrer in einer meiner Gehirnhälften hängen - seit meiner Ausbildung für Braingym weiß ich, es ist die rechte - recht so.
    Lieben Gruß
    Dania

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!