Mittwoch, 2. Mai 2012

Zeitsprung . time warp

1992 - 1994

Heute nehme ich Euch wieder mit auf eine Zeitreise in meine Wohn-Vergangenheit.
Nachdem ich Euch schon meine erste ganz eigene Wohnung gezeigt habe,  geht es heute noch weiter zurück. Mein zweiter WG-Versuch. 15qm in den 180qm einer ehemaligen Zahnarztpraxis in Coburg. Fünf Studenten: zwei Frauen, drei Männer, 1.000qm Garten. Um mein Zimmer wurde gelost, das wollten alle, da zum Garten raus. Ich hab gewonnen. Yeah.


Aufwändige Wandtechnik (als Student hat man ja Zeit). 1. Anstrich weiß... 2. Anstrich Schwammlasurtechnik in Blaugrau und Apricot... 3. Anstrich lasierend Weiß... 4. Mit dem Schwingschleifer alles überschleifen.
Auf  2,30m Höhe ein einbeiniges Hochbett gebaut, eine Treppe geschreinert. Eine Platte auf Tischböcken als Schreibtisch. Die Wände in der Diele mit ausländischen Zeitungen tapeziert.
Aber das Beste an dieser Wohnung war das:

1.000qm Garten für uns.  Apfelbäume, Birnbäume, ein Sauerkirschbaum, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Rosen, Flieder, viele Blumen, Wiese. Aus meinen riesigen Zimmerfenstern der Blick auf die Veste Coburg, den Obstgarten und die gigantische Fliederhecke. Eine riesige Terrasse mit Kletterrose und 12-Personen-Tisch. Gartenfeste mit 350 Personen.
Wir wurden auch die "Frühstücks-WG" genannt. Warum nur.

Und selbst hier haben schon Sachen gewohnt, die ich heute noch besitze. Erkennt ihr auf den Bildern etwas, das dort später dann auch wohnte? Oder vielleicht etwas, das heute in meinem Wohnzimmer zu finden ist? Oder in der Wohnküche?

Für die Zulassung zum Studium mussten wir eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Eine Mausefalle entwerfen, bei der die Maus lebend gefangen werden kann. Aus Papierschnipseln ein Gebäude bauen, aus Holzstäbchen eine Treppe, eine Brücke. Farbverläufe zeichnen. Aus Ansichten den entsprechenden dreidimensionalen Körper konstruieren. Einen Sonnenschirmmechanismus und ein Fahrrad zeichnen, die technisch funktionieren.
Eine der Aufgaben lautete: zeichne eine Brezel.
In Memoriam gab es gestern das Frühstück, das wir oft an Montagen gegessen haben - wenn die Wochenendheimfahrer aus Oberbayern dick bepackt mit heimatlichen Care-Paketen wieder in Oberfranken eintrudelten. Weisswurst, Brezen, Händlmeier, Weissbier. Weißwurstfrühstück. Vor 12 Uhr, natürlich.

Mit viel Enthusiasmus von 5 Freunden gegründet, endete diese WG leider wie so viele... mit getrennten Wegen, 1995 in Coburg.

Kommentare:

  1. schön, diese Zeitsprünge! und ist nie jemand vom Bett gefallen? bei uns geht heute der richtige Alltag wieder los, schwierig, schwierig…aber das Wochenende ist ja nicht allzu weit. Liebe Grüsse!

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  2. Das Schränkchen hat sich über die Zeit zwar etwas verändert, aber ich habe es gefunden :-)
    Ein toller Garten war das, ich kann mir lebhaft vorstellen, was für schöne Gartenfeste man dort feiern konnte! Und der Flur mit den ausländischen Zeitungen ist natürlich auch total klasse.
    Liebe Grüße und eine schöne (kurze) Woche,
    Dani

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  3. Was für ein toller Garten! Muss eine super WG gewesen sein!
    LG Steffi

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  4. Schöne Erinnerungen. Die Studentenzeit ist schon eine besonders Zeit! Ja tolle Behausung hattest du da. Und glücklich siehst du aus auf dem Foto. Ach, nun gerate ich ins Schwelgen ... dabei muss ich doch jetzt nen Putztag einlegen. Jetzt auf der Stelle. Nix Vergangenheit- und Blogs-surfen. Realität nennt man das wohl :)

    Liebe Grüße . Tabea

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  5. ach ja... das waren noch zeiten... die studi-zeiten... wenn ich daran denke, was man da in seinen wohnungen so alles gebaut hat... ein hochbett gab's bei mit natürlich auch, tresen und regal in der küche, podest mit schubladen im arbeitszimmer, raumteiler und einen monstermäßigen käfig für meine beiden ratten! und ich glaub, irgendwann zwischendurch wurde auch studiert. ;)

    vielen dank für diesen erinnerungsschweren einblick! :)

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  6. Der Garten war ja echt Wahnsinn. Da wird man ja neidisch :)! Und die Betrunterfallfrage hätte ich auch gestellt. Ich hatte nämlich während meiner ganzen Studentenzeit auch Hochbetten und das erste hatte kein Geländer. Naja und eines nachts bin ich runtergefallen. Gottseidank war es nur ca. 1,50m hoch :)!

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    1. Nein, nie. Von 1996 bis 2003 hatte ich auch wieder ein Hochbett ohne Geländer in dieser Höhe... auch das ohne Unfälle. Eigentlich bin ich noch nie aus einem Bett gefallen - auch nicht von denen ganz unten am Boden, obwohl ich absolut nicht zu den ruhigen Schläfern gehöre. ;-)

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    2. Aus einem "normalen" Bett bin ich auch nie gefallen :)!

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  7. Was für eine traumhafte "Studentenbude" - und dazu ein sooo toller Garten. Wahnsinn!
    Den Händlmeier mag ich so gerne, daraus mache ich immer Dressing für meinen Tomate-Mozzarella Salat.

    Liebe Grüße

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  8. Klingt nach einer wunderbaren Zeit! Und er Garten! Gott, dieser wunderbare Garten!

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  9. also der garten ist einfach traumhaft! aber neidisch bin auf dich ein bisschen wegen der wg zeit überhaupt...das ist etwas, was ich nie erleben konnte, da ich während des studiums schon mama war...
    ich liebe deine zeitsprünge und wünsch mir noch mehr davon!
    herzensgrüße von birgit

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  10. Ich kann mich nur anschliessen: Der Garten ist wunderbar. Und deine Zeitreise-Post sind klasse. Mehr davon!

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  11. Wunderbar - immer wieder! Ich finde neben den Wohnfotos ja auch die Bilder von Dir interessant. Wie von so vielen Menschen und den Veränderungen, die sich im Laufe der Jahre zeigen.
    Zum Garten muss ich wohl nichts mehr sagen, oder? SCHMACHT!

    Ganz herzlicheste Grüße,
    Steph

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    1. Das hast Du aber sehr nett gesagt für "Mensch, Du bist aber auch sichtbar älter geworden"... ;-)

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  12. oh herrlich! ich mag deine zeitsprung-posts!;)...der garten ein traum!

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  13. Die Tischplatte auf Böcken hätte auch meine sein können... Und derjenige, der sich das Thema der Aufgabe 5 der 1. Arbeitseinheit ausgedacht hat, war auch ein bißchen gaga, oder? Eine Brezel von oben??
    Ist Dir aber gut gelungen und hat Dich ja letztlich weit gebracht ;-)

    Einen schönen Abend,
    Mond

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    1. Die Aufgabe war gar nicht sooo gaga. Genau wie Sonnenschirm, Mausefalle und Fahrrad diente sie dazu das räumliche und technische Vorstellungsvermögen zu testen und herauszufinden, ob man technische Konstruktionen auch darstellen kann. Beim Fahrrad aus dem Gedächtnis und dem Sonnenschirm hab ich versagt (beide hätten wohl nicht funktioniert), aber meine Brezel war die Schönste und vor allem: korrekt geschlungen. 80% haben die Verknotung falsch gezeichnet. Wahrscheinlich bin ich überhaupt nur wegen der Brezel zum Studium zugelassen worden. Man sieht, wo schon damals meine Prioritäten lagen... ;-)

      LG, Katja

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  14. :-) "Zeichnen Sie eine Brezel von oben" Das war dann aber keine bayerische, oder :-)

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    1. Doch, so sehen die in Ober- Mittel- und Unterfranken aus. Und das gehört ja immer noch zu Bayern. :-)

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    2. Oh, selbstverständlich und wie das zu Bayern gehört! Sie sehen fantastisch aus, zum Reinbeissen. Ich habe gelernt, dass man hier "Brezn/Brezen" sagt nicht "Brezel", darum. (Bin ja selbst nur a Zuagroaste :-))

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  15. "schöööhöönes haar ist dir gegeben..." :)

    beim nächsten besuch fasse ich das mal an. ja?
    da kann man ja nur neidisch werden. wir planen in absehbarer zeit projekt 2 ;)

    bilder habe ich gemacht, nur noch keine freie minute fürs bebasteln gefunden...

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  16. will ich haben. WILL ICH HABEN!!! (vielleicht klappt es ja auch im alter, dass man einfach schreien muss bis man es bekommt). der garten ist der hammer. meine prägenste wg erinnerung sind kaputte kühlschränke. aber wirklich in jeder wg. liebe grüße

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  17. Oh ganz wunderbar Dein Rückblick. Die Aufnahmetests sind ja witzig. Ich glaube, daran wäre ich schon gescheitert. ;) Der Garten ist wirklich ein Traum.
    Liebe Grüße allesistgut

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  18. Oh wie schön! Ein wundervoller Rückblick. So gefühlvoll und so voller Leben. Danke dafür :)

    Liebste Grüße, Sindy

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  19. liebe katja, das ist einfach ein ganz wunderbarer post! jedes foto ein toller einblick, du so hübsch mittendrin und der garten ein traum. da könnt ich doch noch viel mehr bilder von sehen!
    ganz liebe grüße, mano

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  20. Das ist ja witzig... bei diesem Aufnahmetest war ich auch dabei! Die Brezel und das Fahrrad sind mir auch im Gedächtnis geblieben! Allerdings habe ich das Studium damals nach anderthalb Jahren beendet und bin nun mittlerweile beruflich bei meiner zweiten Leidenschaft gelandet, dem Tanzen. Viele Grüße, Ulli.

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  21. Ich sehe schon...da muss ich mir noch einmal ganz viel Zeit nehmen und in deinem Blog stöbern gehen...DER GARTEN...ist ja ein Traum...und das Hochbett genial, auch wenn ich da etwas Angst gehabt hätte, herauszufallen...bin nicht schwindelfrei...Ja, und da steht der Schrank...mit ganz vielen Schubfächern...der Erbauer hat sich da offensichtlich viele Gedanken darum gemacht! Und, liebe Katja, wieso hast du nie erwähnt, dass du quasi Experte für Mausefallen bist???? Für Lebendmausefallen...versteht sich...Ich habe auch in einer WG in Leipzig gewohnt...das Haus steht leider nicht mehr, war wohl nach der Wende nicht mehr zu retten...LG Lotta.

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!