Montag, 19. Dezember 2011

Just some music...

Ich kann keine Noten lesen. Deshalb liebe ich Noten.
Ich liebe ihre Architektur, ihren Rhythmus, ihr Muster, das Bild, das sie auf einem Blatt zeigen. Keine Zeile gleicht der anderen und doch ist jede in sich perfekt.
Da gibt es edle Noten, bäuerliche Noten, hochnäsige Noten mit hochaufgetürmten Frisuren, distinguierte Noten, Familiennoten, freche Noten, burschikose, die andere Huckepack nehmen und welche, die im Stadion sitzen. Noten, die sich brav in einer Reihe anstellen und Noten, die sich einfach vordrängeln. Noten, die sich wie auf einem Spielplatz benehmen, sie schaukeln, rutschen, klettern, wippen, rodeln, kämpfen, bauen pfeifend und johlend Räuberleiter und Türme und bringen sie zum Einsturz.
Musikalisches Kopfkino ohne musikalische Fähigkeiten.












Noten aus der Sammlung "Sang und Klang im IXX und XX Jahrhundert", Berlin, 1920

Kommentare:

  1. ich bin nicht musikalisch. ich kann keine noten lesen. ich kann auch nicht so gut singen. aber ich liebe es, noten für meine collagen zu benutzen - ich finde das "schriftbild" ungemein lebendig. deine beschreibungen dafür sind köstlich! ich geh jetzt mal rodelnde noten suchen!
    liebe grüße, mano

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  2. Ich kann Noten lesen, aber nicht so, dass ich gleich in meiner Vorstellung ein mehrstimmiges Kalvierkonzert höre, wenn ich sie anschaue - und sie sehen einfach wirklich schön aus. =)

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  3. toll, dass du das in so wunderbare worte gefasst hast! jetzt weiss ich endlich, warum ich noten auch so gerne mag :-)

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Schön, dass Du hier bist. Ich freue mich über deine Worte!