Alles was uns im Leben begegnet oder uns umgibt, Orte an denen wir uns aufhalten, Menschen die wir in unser Leben ziehen und auch die Wohnungen in denen wir leben, sind die Abbilder unser inneren Überzeugungen, die Spiegel unserer Seele: Wir wohnen, was wir glauben.
Ständiges Chaos um uns herum, in unserem Zuhause, an dem Ort, an dem wir uns wohlfühlen und entspannen sollen, macht uns krank. Und wir leben im Chaos, weil in unserem Kopf und in unserer Seele chaotische Zustände herrschen. Ein Teufelskreis, der sich selbst bedingt.
Unaufgeräumte Ecken, Schränke, Kammern, Ablagestapel und Erinnerungsstücke an Menschen, mit denen wir schmerzhafte, unangenehme Erfahrungen verbinden, erinnern uns bei jedem Vorbeigehen unterbewusst an Kummer, Wut, an unser Versagen, an alles was wir dringend noch tun müssen, müssten, sollten und an all die Dinge die wir heute wieder nicht geschafft haben. Ordnung halten, strukturiert sein, die Steuererklärung machen, uns von Dingen trennen, die wir nicht mehr brauchen - von zu kleinen Kleidern, Erbstücken, ungeliebten Geschenken, Staub und Dreck... aber auch von schmerzhaften Erinnerungen und Verletzungen.
Mit diesem Gefühl der Unvollkommenheit, Unzulänglichkeit und des Versagens traktiert uns unser Unterbewusstsein jedes Mal, wenn wir ein solch unerledigtes Projekt oder Erinnerungsstück sehen, oder auch nur an es denken. Wir machen uns selber fertig und verhindern ein Ankommen, ein "Sich-Zu-Hause-Fühlen", ein Geborgenheitsgefühl in unseren eigenen vier Wänden.
Chaos stresst.
Das Chaos in unserem Kopf und unserer Seele führt also zum Chaos in der Wohnung. Und umgekehrt?
Kann man mit dem Ausmisten, dem Strukturieren, dem Ordnen, dem Aufräumen auch das Chaos in Kopf und Seele aufräumen?
Man kann. Ihr könnt.
Trennt Euch von allen Situationen, Krempel, Dingen (und Menschen), die Euch belasten, stressen, die Euch an negative Erlebnisse erinnern, an alles was ihr nicht geschafft habt udn noch dringend tun müsstet, von Dingen die Euch nicht wirklich etwas bedeuten. Etwas positives bedeuten. Behaltet nur Dinge, die Ihr liebt.
Dinge, die ihr in den letzten 12 Monaten benutzt habt. Dinge, mit denen Ihr Euch gerne umgebt und lebt, an denen Ihr Euch jeden Tag freut, die Euch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, die praktisch und schön sind und die euer Leben nachhaltig bereichern, anstatt er zu beschweren.
Ordnet es so, dass Ihr alles jederzeit findet, greifbar habt und nicht wühlen müsst.
Ordnung befreit, sie lässt durchatmen und im Kopf viel Platz für wichtigere Dinge als Selbstverurteilungen.
Freude über den Raum und die Luft zum Atmen zum Beispiel.
Auch die Raumfee hat bisweilen das Bedürfnis, innere und äußere Zimmer aufzuräumen.



Schritt 1:
Einheitliches Ordnungssystem überlegen, das den Platz gut nutzt.
Schritt 2:
Das ganze Chaos ausräumen, kräftig ausmisten und sortiert in beschrifteten Kisten wieder einräumen.
Schritt 3:
Hässliches gelbes Türglas - das man schon seit 20 Jahren austauschen wollte, weil es den Blick aufs Chaos freigab und ständig mahnte den Schrank aufzurämen - endlich gegen magnetische Tafeln austauschen. Memoboard, Platz für temporär Schönes, das Lächeln macht.
Schritt 4:
Aussortiertes zum Recyclinghof bringen und mit einem befreiten Lächeln und leerem Auto nach Hause fahren.
Schritt 5:
Kräftig loben. Sich selbst natürlich.