Dienstag, 29. November 2011

Fundstücke des Tages



"Ich arme, unglückliche Frau wurde vor einer Woche auf eine Insel verschlagen, nachdem unser Schiff in einem Tornado unterging. Oh, wäre ich doch ertrunken!
Ich lebe unter bewohnern einer Südseeinsel, die sich Awurua nennt. Die Eingeborenen nennen sich Maoris! Ich, eine einst berühmte Sängerin, lebe als Nebenfrau eines Häuptlings unter den primitivsten Verhältnissen. Er zwang mich, seine Frau zu werden. Ach, hätten mich doch die Haifische gefressen. Es wäre ein barmherzigeres Geschick, als mit einem ungewaschenen Wilden das Lager teilen zu müssen. Begriffe wie Ästhetik, Sauberkeit und Hygiene sind hier unbekannte und ich leide entsetzlich. In derselben Hütte hausen nämlich noch die drei anderen eingeborenen Frauen, die Hühner des Häuptlings
und ein Mutterschwein mit einer Anzahl Ferkel.
Jeden Tag bete ich um einen gnadenvollen Tod oder um meine Befreiung. Sollte jedoch ein Retter mir erscheinen, ihm will ich dankbar sein, bis an mein Lebensende. Mich selbst zu entleiben, bin ich zu feige! So muß ich ihm - dem unsagbaren Scheusal - gehorchen und gefällig sein. Ich verfluche mein Geschick."


(Aus einer Flaschenpost von T.G.)
"Der Liebesräuber von Maori" aus der Reihe "Liebesabenteur im Orient" von H. Ichgut
"Eine spannungsgeladene Sittenromanreihe aus dem Orient und dem Südseeparadies"
Hauschting-Verlag, 1952, 60 Pfennig, Verkauf an Jugendliche verboten!

Heute nennt man das All-inclusive-Naturerlebnis-Cluburlaub. Ziemlich teuer.
Davon konnten die Hausfrauen der 50er-Jahre eben nur träumen.

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